Motorradurlaub 2018 – Teil 1: Allgäu

Wie bringt man eine einwöchige Motorradtour mit Freunden und seinen Jahresurlaub erfolgreich zusammen?

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In den letzten Jahren kamen sich die beiden Events zunehmend in die Quere: Kaum waren wir zurück von unserer Frühjahrs-Wochen-Freundes-Tour ging es kurz darauf in den Jahresurlaub, um nicht mit den Sommerferien zu kollidieren.

Um das Dilemma zu überlisten, heckten wir für 2018 einen besonderen Plan aus:

Warum die Freundes-Tour nicht mit dem Jahresurlaub verbinden?

Der Plan:

Statt wie die anderen am Samstag, reisen Norby und meinereiner schon am Freitag nach Himmelfahrt ins Allgäu. In einem Rutsch per Auto und geliehenem Motorradanhänger. (Danke, Richard!)

Nach einer Woche trennen sich unsere Wege. Wegen des staulastigen Pfingstwochenendes verlassen wir unser Basishotel Freitag früh, touren bis Kärnten und nach einer Zwischenübernachtung weiter nach Slowenien.

Drei Tage später geht’s für acht Nächte runter nach Kroatien und mit einer Zwischenübernachtung retour ins Allgäu, um am Folgetag zurück in die Heimat zu kehren.

Zum Plan gehörte auch eine durchdachte Pack-Strategie:
Eine Tasche für’s Allgäu. Eine Weitere für den restlichen Urlaub.
Völlig easy und stressfrei!

Drei Wochen Fahrspaß kombiniert mit Erholung:
Kann das klappen?

Überstürzter Aufbruch – Anreise Teil 1 (Mittwoch, 9. Mai 2017)

Mittwoch Mittag. Endlich Urlaub!
Von Vorfreude allerdings keine Spur: Die Zeit drängt. So werfe ich meine Brocken angenervt à la Nach-mir-die-Sintflut unsortiert in zwei große Taschen, die Norby später mit seinem Vehikel abholen wird.

Plan hin, Plan her:

Uns bleibt nichts anderes übrig, als getrennt anzureisen:
Mein neues Mopped will eingefahren und Freitag um Punkt 13 Uhr in Ulm der Triumph-Werkstatt zur Einfahrkontrolle vorgestellt werden. Verpasse ich den Termin, ist der Urlaub gelaufen.

Ergo habe ich meinen Abfahrtstag gedanklich auf Donnerstag vorverlegt. Zumindest, bis die Wettervorhersage für den Himmelfahrtstag heftige Gewitter mit massig Regen ansagt. Da sich die Aussichten bis Mittwoch früh nicht bessern, beschließe ich spontan, noch am selben Tag durchzustarten, um wenigstens die erste Etappe bei Sonnenschein genießen zu können.

Mittags noch fix ein Hotel in Alsfeld gebucht und kurz nach 14 Uhr endlich rauf auf’s Mopped.

Der Anfahrtsweg ist wenig spektakulär: Über Land geht’s bis Werl und dann auf die A445/A46, die im sauerländischen Bestwig endet. Mit ständigem Auge auf den „Schaltblitz“, der mir nichtmal annähernd 100 Stundenkilometer erlaubt, lasse ich mich zähneknirschend von diversen Dosenfahrern überholen. Pah! – Lass sie doch!

Kaum habe ich die Autobahn verlassen, stehe ich plötzlich im allerhübschesten Stau. Stop-and-Go bis Winterberg. Erst hinter dem beliebten Touri-Ort ebbt die holländische Wohnwagen-Karawane ab und ich habe mehr oder weniger freie Fahrt.

Bremsen macht die Felgen dreckig – Regen auch!

Zehn Kilometer vor meinem Ziel kullern dem Himmel kleine Freudentränen aus den Wolken. Kein Grund, den Regenpölter überzuwerfen. Mehr Sorgen mache ich mir um meine Maschine. Sicher saut sich meine neue Streety genauso gern ein, wie meine Alte?

Als ich im >> Hotel-Restaurant „Zum Schwalbennest“ aufschlage, streckt mir der Wirt zur Begrüßung einen Schlüssel entgegen: „Kannst Dein Motorrad in Garage 1 parken. Stell es aber an den Rand, da kommen noch welche“.

Motorradgarage Hotel Zum Schwalbennest

Die Zimmer-Einrichtung ist fernab von modern, aber zweckmäßig. Außerdem gibt’s einen kleinen Balkon mit Stuhl und Mini-Tisch, einen großen TFT-Fernseher (ok, darauf lege ich nun absolut keinen Wert…), die Dusch-Temperatur lässt sich 1a regeln und der hoteleigene Fön pustet kraftvoll und gut.

Noch hab ich keinen Plan, wie auf dem haltegrifflosen Soziusbrötchen der Streety eine Gepäckrolle befestigt werden können. Drum müssen Tankrucksack und kleine Hecktasche müssen für den Klamottentransport reichen. Schuhe und Jacke? – Fehlanzeige! So schlüpfe ich abends erneut in die Mopped-Stiefeletten und als Kälteschutz hält die Regenjacke her. Ja, kann man (oder besser gesagt Frau) tatsächlich überleben!

Biergarten Hotel Zum Schwalbennest  Biergarten Mauerkunst Hotel Zum Schwalbennest
Bikerhotel-Idylle: Grillhütte und Mauerkunst im Garten

Biergarten Hotel Zum Schwalbennest   Bikerhotel Zum Schwalbennest Alsfeld
Schnuckeliger Biergarten des Hotel-Restaurants „Zum Schwalbennest“ in Alsfeld

Neben vielen Einheimischen haben sich auch diverse Biker in den Biergarten des Hotel-Restaurants verirrt. Zu gern hätte ich die nahegelegene Altstadt erkundet. Fällt leider aus, denn nach dem Essen setzt Dauerregen ein. Kein Grund ins Gaststätteninnere zu flüchten, denn draußen unter dem Holzdach sitzt sich’s trocken.

Die Chance, in Ruhe ein Hotel für den nächsten Tag zu suchen zerschlägt sich, als mich zwei Ortsansässige in ein nettes Gespräch verwickeln. Die Hotelbuchung hole ich noch fix vorm Schlafengehen nach. Das WLAN funktioniert übrigens hervorragend…

Anreise Teil 2 – Alsfeld bis Bad Mergentheim (Donnerstag, 11.05.2018)

Nach einem ordentlichen Frühstück geht’s über Gutelaune-Schlängel-Straßen durch Vogelsberg und Spessart. Grandiose Natur pur! Große Schlenker und Foto-Stopps verkneife ich mir, denn angeblich soll’s ab mittags in der gesamten Region ordentlich krachen.

Notiz an mich selbst: Endgeile Gegend zum Moppedfahren! Sollten wir unbedingt nochmal in Ruhe unter die Räder nehmen!

Kurz vor Wertheim lässt sich das Unheil bereits erahnen:

Gewitterhimmel
Dunkelblauer Himmel – Na? Gibt’s etwa doch noch einen auf den Latz?

Also trotz der Gemme in die Regenklamotten geschlüpft und weiter. Wenige Kilometer weiter gibt’s eine erfrischende Dusche. Dann allerdings zuckt direkt über mir ein Blitz, dem ein bedrohliches Donnergrollen folgt. Hola die Waldfee, was geht mir die Düse, also schnell zurück in den Ort! – Gasthof, Eisdiele oder sonstige Einkehrmöglichkeit? – Gibbet nich! Mangels Alternativen suche ich Schutz unter einer Bushaltestelle.

Dort parkt bereits ein anderer Moppedfahrer mit seiner uralten Simpson. Und während ich mich ärgere, dass meine nagelneue Maschine dank nasser Straßen bereits jetzt ausschaut wie nach ’nem Schlammbad, bedaure ich umsomehr den Oldie-Mobil-Fahrer: Was DAS wohl für ’ne Arbeit macht, die Speichenräder zu polieren!

Nach einer gefühlten Ewigkeit zieht das Gewitter ab und der Himmel schließt zögerlich seine Schleusen.
In Wertheim spendiert mir das TomTom Rider (TTR) eine unfreiwillige Stadtrundfahrt, führt mich aber hinter dem schmucken Ort auf eine nette Strecke, die auf trockenen Straßen sicher megaspaßig wäre.

Wie ich bei einem Tankstopp erfahre, ist Norby ganz in der Nähe. So treffen wir uns in Tauberbischofsheim im >> Café Kiliansbäck auf ’nen Kaffee. Dank großem Parkplatz vor dem nebenliegenden Fahrzeugwaschplatz lässt sich sein Auto-Motorradanhänger-Gespann problemlos abstellen.

Endspurt: Im Nachhinein erweist sich die pussihafte Idee, trotz der wenigen Regentropfen die Regenpelle überzuwerfen, nicht als Schlechteste: Auf den letzten zwanzig Kilometern bis zu unserem Ziel schauert es so dolle, dass Norby’s Scheibenwischer kaum noch mit der Wischerei nachkommen. Dramatisch! 😉

Nach einem freundlichen Empfang im >> Stadthotel Miya in Bad Mergentheim darf mein Motorrad im Biergarten der angeschlossenen Gaststätte parken. (Nix für schwere Maschinen, denn es ist eine Kante zu überwinden.)

Stilleben: Mopped im Biergarten
Stilleben: Mopped im Biergarten

Unser frisch renoviertes Zimmer hat nicht unbedingt Tanzpalastgröße, ist aber stylisch eingerichtet und hat praktischerweis einen Ausgang zum Gemeinschaftsbalkon.

Notiz an mich selbst: Eine Hecktasche ohne Regenhaube hält zwar ’nem kleinen Schauer stand, schwächelt aber spätestens bei ’nem zünftigen Platzregen!
Mangels Lust, die im Auto gelagerten, panikbepackten Taschen zu durchwühlen, vergnüge ich mich eine geschlagene halbe Stunde damit, meine stellenweise klätschnass gewordene Jeans trocken zu fönen. Dann ziehen wir los, um den Ort zu erkunden.

Eigentlich ein sehr hübsches Städtchen, dieses Bad Mergentheim. Bei Regen ist allerdings jeder Ort gleich trist.

Motorradparkplatz Bad Mergentheim
Motorradparkplatz in Bad Mergentheim

Nach dem Essen suchen wir vergeblich nach einer Gaststätte, in der wir gemütlich einen Schlaftrunk schlabbern können. Naja, ein Biergartenhock ohne Heizpilze ist heute eh nicht denkbar…

Gerade als wir es aufgegeben haben und zurück zum Hotel schlendern, entdecken wir kurz davor zufällig eine Rockkneipe. Die Kellerbar versteckt sich in zweiter Reihe hinter einem coolen Friseur-Salon im Ami-Stil („The Barber Shop Salon“).

Rocklegende Bad Mergentheim
Rock-Keller-Kneipe Bad Mergentheim
www.rocklegende-mgh.com

Hey, hier darf ja tatsächlich noch geraucht werden? Prompt wird uns bewusst, dass wir uns entgegen unserer Annahme noch in Baden-Württemberg, statt im raucherfeindlichen Bayern befinden müssen.

Auch sonst fühlen wir uns in dem urigen Schuppen pudelwohl. Die aufmerksame Bedienung achtet darauf, dass niemand verdurstet. – Die Einrichtung: sehenswert. – Das Publikum: zahlreich und jung. – Die Musik: 1a! Und auch nach Verlassen der Kneipe riecht man nicht wie ein mobiler Aschenbecher! Was will man mehr?

Beim Pilsbier erreicht uns eine Nachricht aus der Heimat: Einer unserer Mittourer meldet sich mitsamt Sozia von der Wochentour ab, da der Wetteronkel im Fernsehen fürs Allgäu einstellige Temperaturen mit massig Regen prophezeit hat. Weicheier!

Bad Mergentheim bis Pfronten – Anfahrt Teil 3 (Freitag, 11. Mai 2018)

Entgegen unserer Art behanden wir das Frühstücksbuffet heute stiefmütterlich. Keine Zeit für entschleunigtes Genießen, denn um 13 Uhr MUSS ich im knapp 180 Kilometer entfernten Ulm sein, komme, was wolle!

Während Norby sich auf direktem Weg Richtung Autobahn begibt, schwebt mir vor, die Streety kurvenreich, aber möglichst direkt gen Süden zu dirigieren. Der Versuch scheitert keine zehn Kilometer weiter kläglich. Die Straße ist dicht und mein Navi überfordert und versucht ständig, mich zur gesperrten Straße zurückzuführen. Als es mich schließlich in eine Sackgasse lotst und ich blöd auf einem Bauernhof herumstehe, hab ich die Faxen dicke: Menno. Das ist jetzt echt der falsche Moment für spannende Experimente!
So folge ich der beschilderten Umleitung, die mich schnurstracks zurück nach Bad Mergentheim führt. *Aaah!*

Da die Zeit langsam knapp wird, suche ich mir ebenfalls den Weg zur nächsten Autobahn und schlage tatsächlich kurz vor 13 Uhr in Ulm-Senden auf. Als der große Motorradladen nach der Mittagspause seine Pforten öffnet, checke ich mein Mopped am Werkstatt-Counter ein. Ein Weilchen später trudelt auch Norby ein.

Unseren Plan, während der zweistündigen Inspektionszeit zu Louis und Polo in Ulm zu fahren, haben wir bereits auf dem Anfahrtsweg begraben: Leider liegt die Triumph-World Ulm in einem Industriegebiet außerhalb des Ortsteils Senden und rund um Ulm steppte vorhin der Bär. Wir beschließen, das Gespann nicht vom Fleck zu rühren.

Das Industriegebiet gibt nichts Sehenswertes her. So schauen wir uns im großen Motorradladen um. Auf der riesigen Ausstellungsfläche parken massig Moppeds, vorrangig Triumphs, Yamahas und BMWs. Daneben gibt’s einen größeren Part an Büse, eine kleine BMW-Klamotten-Ecke und ein noch winzigere für Triumph-Kleidung.
Und wieder keine Klamotten für weibliche Wesen! – Dumm gelaufen für Euch: Immerhin befand sich eine gelangweilte, kauffreudige Neu-Triumph’lerin in Eurem Laden!

Triumph für Kiddies   Brixton BX 125
Links: Triumph-Laufrad für Kiddies –
Rechts: Die 134 Kilo leichte Brixton BX 125 hat’s mir echt angetan!
Gibt’s in rot, grün, blau oder braun. – Niedlich, oder?

Keine zwei Stunden ist mein Motorrad fertig. Großes Lob: sehr gut organisierter Laden, trotz (oder gerade wegen?) der Größe.

Nach der Inspektion wähle ich eine Vermeide-die-Autobahn-und-führe-uns-unspektakulär-ans-Ziel-Route nach >> Pfronten, unserer Heimat für die kommende Woche.
Jahaaa… doof irgendwie! Aber mitgefangen, mitgehangen und Norby kann sich bei dem endgeilen Wetter auch was Besseres vorstellen, als im Bürgerkäfig zu sitzen und seine Großkatze hinter sich herzuziehen…

Endlich sichten wir in der Ferne die Berge. Doch was ist das? – Über ihnen thronen großflächig düstere Wolken. Wenige Minuten später verabschieden sich die letzten Sonnenstrahlen. Je näher wir unserem Zielort kommen, desto mehr zieht es sich zu, bis sich kurz nach Ankunft am Hotel schließlich die Himmelsschleusen öffnen.
Hey, was soll’n das? Wird der feuchte, wenig fröhliche Empfang jetzt in jedem Zielort Standard?

In unserem Domizil, dem >> Gasthof Aggenstein in Pfronten-Steinach ist es heute wegen einer Veranstaltung (ein „Brauchtumsabend“) rappelvoll. Das macht sich auch auf dem hoteleigenen Parkplatz bemerkbar.

Trotz Gästestress eilt uns der Chef zur Hilfe und zaubert eine Stellmöglichkeit für unser Gespann herbei. Tagsdrauf reserviert er unaufgefordert einen weiteren Parkplatz für Anja und Blomy, die ebenfalls mit Dose und Motorradanhänger anreisen. Außerdem öffnet er eine geräumige Scheune, in der unsere Moppeds die kommenden Nächte schlummern dürfen. DAS nenn ich mal ein „bikerfreundliches“ Hotel!

Motorradfahrer herzlichst willkommen
„Motorradfahrer herzlichst willkommen“ stimmt im Gasthof Aggenstein tatsächlich!

Unser Zimmer ist einfach, aber zweckmäßig eingerichtet und grenzt an einen großflächigen Gemeinschaftsbalkon. Wäre das Wetter nicht so garstig drauf, ließe es sich auf den Sonnenliegen sicher prima chillen. Stühle und Tische gibt es ebenfalls und die Aussicht ist prima.

Balkonblick mit Regenwolke
Balkonblick: „Da hinten“ wird’s schon wieder heller!

Nach dem Duschen testen wir das Essen im Gasthof an. Wegen des Rumtatas im Kneipeninnern ziehen wir es vor, uns auf der Gasthofterrasse niederzulassen. Praktischerweis bleibt man an den direkt an der Hauswand stehenden Tischen selbst bei leichtem Regen trocken. Es kühlt sich jedoch mächtig ab.
Die Speisekarte: gut bürgerlich. Die Portionen: sehr reichlich. Das Pilsbier: süffig!

Kurz nach 22 Uhr leert sich die Kneipe wie von Geisterhand. Der Junior-Chef hält bis zuletzt die Stellung. Wir erfahren, dass die Gaststätte täglich bis 22/23 Uhr geöffnet hat. Auch gut. Kommen wir die kommenden Tage wenigstens mal früh in die Falle!

Tour 1: Namlos-Plansee-Tour (Samstag, 13. Mai 2018)

Das Frühstück ist kein Mega-Highlight, preis-leistungstechnisch aber mehr als in Ordnung und der Kaffee schmeckt. Gaaanz wichtig!

Gasthof Aggenstein - Balkonblick
Haben wir heute Glück mit dem Wetter? Ein Blick vom Balkon lässt hoffen!

Unser „Auftrag“, bevor wir durchstarten können: eine Tankstelle finden!
An der Tiger möchte dringend Luft geprüft werden. Da uns unsere erste Tour durch Östereich führen soll, muss zudem ein Ersatz für Erste-Hilfe-Tasche her, die wegen überschrittenem Haltbarkeitsdatums zu Hause bleiben musste.
Ja, so eine Motorradtour startet halt immer sooo plötzlich! *augenroll-und-Ironie-Modus-aus*


Selbst die Ortsdurchfahrt durch Pfronten ist kurvig…

Leider ist an keiner der beiden Tanken im Ort eine Verbandstasche zu bekommen. Erst im großen Supermarkt (V-Markt) am Ortsrand Richtung Füssen werden wir endlich fündig.

Erste-Hilfe-Tasche für Motorradfahrer
Meine neue Verbandstasche: Chic-schwarz und mit knapp 7 Euro sogar günstiger als in namhaften Motorrad-Zubehör-Läden

Pflichtprogramm erledigt. Auf ins Vergnügen!

Unmittelbar hinter dem Gasthof Aggenstein biegen wir in die Achtalstraße Richtung Grän (Österreich) ein. Hurra, endlich Kurven! Die Landschaft ist aber auch nicht übel…

Hinter Grän stößt die Straße auf die B199, in die wir linkerhand einbiegen. Vorbei am funkelnden Haldensee geht’s weiter über Nesselwängle auf den >> Gaichtpass (nicht spektakulär, aber nett zu fahren).
Hinter Weißenbach am Lech biegen wir rechts ab auf die B198 Richtung Forchach und Stanzach.

Hier heißt es aufpassen, um den „Einstieg“ zum >> Namlospass nicht zu übersehen. (Orte: Namlos, Kelmen, Rinnen, Berwang, Bichlbach)

Kurvenparadies Namlospass
Der Namlospass macht einfach Laune und ist das ideale Terrain
zum gepflegten Einschaukeln und Entrosten der winterstarren Hüften! 😉

Nach einem Kaffee-Halt auf dem Pass geht’s hinter Bichlbach ein kurzes Stück auf die Fernpassstraße B179 Richtung Reutte.

Zwar kann ich mich entsinnen, dass ich dort einen Halt eingeplant hatte, leider aber nicht mehr wo genau und warum. Leider sehe ich den Hinweis auf die >> Hängebrücke „Highline 179“ und die >> Burgruine Ehrenberg viel zu spät.

Hilfe, wo ist mein Backup?

Abends durchwühle ich panisch sämtliche Gepäcktaschen auf der Suche nach meinem Touren-Backup, einem zusammengekrakelten Zettel mit den wichtigsten Zwischenstationen der einzelnen Routen und anfahrtswürdigen Stationen (Sehenswürdigkeiten, Einkehrmöglichkeiten und lohnenswerte Foto-Stopps).

Er ist weg! *schreck!*

Kein Wunder. Tummelt er sich doch daheim zwischen diversen Tourenkarten, die es nicht mit in den Urlaub schafften.

Dumm gelaufen: Zumal die Tourenplanung so endlos lang her ist, dass ich mich beim besten Willen nicht mehr an jede einzelne Station erinnern kann. Natürlich sind die Punkte auch nicht als POI auf dem Navi gespeichert, weil das Navi jene eh nicht vernünftig anzeigt.

Sightseeing ade. Egal! So biegen wir bei Reutte-Süd ab auf die L255 Richtung Plansee.

Die Sache mit dem Reh…

Kaum sind wir auf der Landstraße, holt mich ein kräftiger Adrenalin-Stoß aus dem Mittagstief:
Auf halbem Weg zum Plansee sehe ich im Augenwinkel rechts oben auf der Wiese eine Bewegung. Als ich genauer hinschaue, entdecke ich ein Reh.
Voll krass: Es hält kurz inne und blickt mich ebenfalls an, als wenn es fragen wollte: „Hey, was ist, lässt Du mich springen oder willst Du zuerst?“ Mir geht es ähnlich: Gasgeben oder bremsen? – Ich entscheide mich für Letzteres. Gut so. Denn prompt hüpft das Geschöpf mit den großen, treuen Augen mit einem großen Satz über die Straße… Schrecksekunde hoch pi!!!

Dass ich nicht anhalte, um den Schock zu verdauen ist ausschließlich den folgenden schönen Kurven zuzuschreiben, die mich die Beinah-Katastrophe sofort verdrängen lassen
Im Nachhinein betrachtet echt Glück gehabt – Da bekommen die „Achtung-Wild-Schildern“ eine völlig neue Bedeutung!

Achtung, Wild!
VORSICHT: Die Wild-Warn-Schilder stehen hier nicht zum Spaß!

Plansee   Großkatze und Streety am Plansee   Wunderschöner türkisfarbener Plansee
Immer wieder ein Erlebnis: der wunderschöne, türkisfarbene Plansee!

Nach einer kurzen Fotosession am Rand des Plansees geht’s weiter durch den Ammerwald und die ST2060 bis zum Abzweig nach Ettal.

Danach folgen wir der B23 bis zum Hopfensee.
Die Straße: zu gerade, zu breit, zu voll! – Der See: Da gibt’s garantiert Hübschere in dieser Gegend!

Es wird dringend Zeit für Kaffee und Eis!
Offenbar haben heute Hans-und-Franz Ausgang. So findet sich nichtmal die allerkleinste Parklücke für unsere Motorräder. Okay, dann halt nicht!

Mittlerweile hat sich das Wetter gedreht und es sieht schwer nach Regen aus. So fahren wir weiter am See entlang und nehmen Kurs auf unser Hotel.

Hinter Pfronten geht’s nochmal eben rüber nach Österreich, um unsere Moppeds an die günstige Tränke („Tank-Point in Pinswang) zu führen.

Als wir zurückkehren, sind Anja und Blomy am Hotel eingetrudelt. Keine Stunde später schlagen auch die anderen sechs (Andreas, Guido, Helmi,Jochen, Natze und Richard) in Pfronten auf.

Selbstredend klingt der Abend feucht-fröhlich aus. Ab 22 Uhr müssen wir uns – weil-wegen der Nachbarn – leider IM Restaurant vergnügen. Können wir heute mit leben, denn draußen herrscht nicht unbedingt T-Shirt-Wetter.

Kilometer-Fazit: 228 km

Tour 2: Hochtannbergpass-Riedergpass-Tour (Sonntag, 13.05.2018)

Wetter? – Bestens!
Hat sich unser Geburtstagskind Anja auch redlich verdient! 😀

Erneut starten wir Richtung Grän.

Streety am Haldensee   Haldensee
Erster Foto-Stopp: der hübsch anzuschauende Haldensee

Über den Gaichtpass fahren wir über Stanzach, Elmen, Holzgau nach Steeg.

Flauschalarm unterwegs
Flauschalarm unterwegs!

Hinter Warth geht’s auf den >> Hochtannbergpass der über die B200 Richtung Schröcken führt.

Streety und Großkatze am Hochtannbergpass   Hochtannbergpass   Streety und Großkatze am Hochtannbergpass
Optimale Fotosession-Location auf dem Hochtannbergpass

Während wir unsere Zeit mit Fotos vertrödelten, passierte kaum ein Vehikel die einwandfreie Pass-Straße. Kaum setzen wir unsere Route fort, dauert es nicht lang, bis wir auf eine elendig lange Fahrzeugkolonne stoßen, die gnadenlos die schönen Kurven zuparkt. Fahrspaß ade, denn Überholen iss nicht. Blöder Gegenverkehr!

Kurz vor Schoppernau werfen wir den Anker in einer sehr gut besuchten italienischen Gaststätte (Tre Soli). Spätestens ab Au mutiert die B200 zu einer viel zu breit ausgebauten, geschwindigkeitsbeschränkten, langweiligen Straße, um anschließend durch zahlreiche Ortschaften (Au, Egg, Hittisau und Co) zu führen.

Erst hinter Balderschwang wird die Straßenführung wieder spannender. Es geht über den kurvenreichen >> Riedbergpass nach Fischen.

Kurz nach dem Ortsausgang setzt der Regen ein. Also kehrtmarsch in das Örtchen hinein, über dem momentan noch die Sonne strahlt. Nach Eis und Kaffee lässt auch hier der Himmel Wasser.

Fischen
Dicke Regenwolken in den Bergen hinter Fischen

Ergo verwerfen wir unseren ursprünglichen Tourplan. Statt über den >> Oberjochpass ins Tannheimer Tal und zurück über Grän nach Steinach zu fahren, nehmen wir die öde Variante über die B19 Richtung Sonthofen, Wertach und Nesselwang und umfahren so erfolgreich das Gewitter.

Kilometer-Fazit: 207 km

Tour 3: Schwarzwald-(Tor-)Tour (Montag, 14.05.2018)

Nach dem Aufstehen erstmal lange Gesichter: Verhangener Himmel und gerade mal zweistellige Temperaturen. Entgegen der Wetterapp-Vorhersage ist’s aber zumindest trocken.

Gut so, denn um 14 Uhr habe ich einen Kurventrainings-Termin im Schwarzwald – ein Nachholtermin aus dem letzten Jahr, der sich anders leider nicht einrichten ließ.

Nach einem kurzen Stück Autobahn nähern wir uns ab Memmingen über Landstraßen unserem Ziel, einem winzigen, etwas über 200 Kilometer entfernten Örtchen Nähe Rottenburg am Neckar.

Der Himmel wird zunehmend trüber und schließlich beginnt es zu nieseln. Als wir nach unserer Mittagspause (in einer Metzgerei mit Mittagsangebot) weiterfahren, können wir nicht umhin, unser Regenzeug überzuwerfen. Dank einer Straßensperrung verlieren wir wertvolle Zeit und zu allem Überfluss wird der Regen immer doller.

Hilfe, ich hab’s vermasselt!

Kurz vor 14 Uhr schwinge ich mich ans Telefon um mitzuteilen, dass wir uns voraussichtlich um zwanzig Minuten verspäten und nach einem kurzen „Hallo und guten Tag“ voraussichtlich direkt kehrtmachen, weil ein Kurventraining mit mir Regenschisser bei diesem Sauwetter wenig Sinn macht. Als ich höre „Hey, ich habe Dich eigentlich vor ’ner Stunde erwartet“, klappt mir glatt der Kiefer tiefer. Hilfe, ich hab’s vermasselt!!!

Mein Fehler: Blöderweise hatte ich den Termin letztendlich nicht mehr gegengecheckt. Ansonsten wäre mir aufgefallen, dass wir die Startzeit extra eine Stunde vorverlegt hatten, um nach dem vierstündigen Training vor Anbruch der Nachruhe zurück im Allgäu sein zu können.

Im Nachhinein gesehen eh eine absolut bescheuerte Idee! Eigentlich hätte ich vorab wissen müssen, dass es völlig Banane ist, zweihundert Kilometer zu fahren, danach ein vierstündiges Kurventraining zu absolvieren und anschließend wieder zurück zu fahren. Die Tortur hätten wir uns auch sparen können!

Völlig angenervt machen wir uns auf den Rückweg. Kurvengenuss fällt aus dank nasser Straßen. Erst bei Bad Wurzach wird’s endlich trockener. Auf dem Rückweg führt uns unser TomTom über eine wunderbare Strecke Richtung Kempten. Bei schönem Wetter garantiert der Spaßbringer schlechthin. Jetzt ist’s allerdings einfach nur ruppig, der Wind pfeift durch alle Löcher und unsere Wohlfühltemperatur ist minimal unterschritten.

Spätestens ab Nesselwang gibt’s dann „Hölle – Hölle – Hölle!“
Auf den knapp zehn Kilometern bis Pfronten schüttet es derart, dass mein Visier trotz Pin-Lock beschlägt und ich nicht umhin kann, es trotz des peitschenden Regens zu öffnen. Prima Idee, zumal sich mein Visier nur ganz oder gar nicht öffnen lässt. Stufen kennt es nicht. So gibt’s ne erfrischende Gesichtsdusche und meine Augenlider versuchen krampfhaft, gegen die eintretenden Wassermassen anzuklimpern.

Regenhose und Handschuhe versagen gnadenlos und – endlich – zurück am Hotel bin ich nass bis auf die Unterbüx!

Notiz an mich selbst: Wasche Regenzeug und Handschuhe NIE, aber auch wirklich NIEMALS in der Waschmaschine! Auch nicht mit Spezial-Waschmittel! *Jahaaa… Noch-sonne-bescheuerte-Idee!* 🙁

Zum Glück hat unser Hotel einen Trockenraum, wo bereits die Brocken unserer Mitfahrer auf wundersame Schnell-Trocknung warten…

Letztere hatten zunächst ein glücklicheres Händchen. So hockten sie bei herrlichstem Sonnenschein in der Eisdiele. Dann verließ aber auch sie das Glück.
Zunächst legte Guido seine Doppel-X beim Bremsen dank Schotter auf die Seite. Schwein gehabt! Außer ein paar Schrammen an der Verkleidung ist nix weiter passiert. Auf dem Rückweg kamen dann auch sie in den Genuss einer äußerst penetranten Ganzkörperdusche…

Kilometer-Fazit: 366 km

Regen, Regen, nix als Regen! (Dienstag, 15.05. und Mittwoch, 16.05.2018)

Während unsere Leute zu Hause über die für die Jahreszeit untypische Affenhitze stöhnen, ergötzen wir uns im Allgäu an ergiebigem Regen. Kälte inklusive. Und das im kompletten Umkreis und jedwede Richtung. *BAAAH!*

Regentag 1 (Dienstag)

… verläuft noch recht entspannt.

Helmi spielt den Helden und startet einen Ausflug zu urlaubenden Bekannten am Bodensee. Andreas geht wandern. Anja und Blomy fahren nach Oberstdorf und Sonthofen. Der Rest schmollt.

Da sich niemand aus seinem Elend erlösen lassen will, hüpfen Norby und meinereiner allein in seinen Bürgerkäfig, rollen nach Kempten und besuchen >> Louis-Motorrad.

Norby besorgt sich warme Moppedklamotten, denn seine liegen daheim.
Außerdem kaufen wir je ein Ersatzglühlampenset, um für unseren Urlaub in Kroatien gerüstet zu sein.

Anschließend laufen wir per pedes in die nahegelegene City. Als es erneut schauert, klappern wir ausgiebig sämtliche Läden ab, kehren aber letztendlich mit leeren Händen zum Auto zurück.

Zum Schluss noch fix zu >> Polo-Motorrad (wo es für uns ebenfalls nix zu kaufen gibt) und schließlich zurück nach Pfronten.

Als wir die Treppe zu unserem Hotelzimmer emporschreiten, ahnen wir’s bereits: Unsere Mannschaft hockt im Gang vor den Zimmern, prostet sich zu und einige sind so angeschickert dass sie’s anschließend noch so gerade eben zum Essen schaffen.

Die Moppeds bleiben heute im Stall
Auszeit für unsere Moppeds

Regentag 2 (Mittwoch)

Leider bestätigt sich auch heute die megamiese Wettervorhersage.

Animiert durch Anjas Handschuhkauf am Vortag machen wir uns ebenfalls auf zu >> Held in Sonthofen.

Angeblich soll es im vorgelagerten Burgberg einen Lagerverkauf geben. Laut Held-Mitarbeiter in Sonthofen ist dies allerdings ein Märchen und der „Werksverkauf“ besteht aus einem optisch abgetrennten Bereich hier im Shop, in dem Ware zweiter Wahl ausgestellt ist.

Der riesige Laden verteilt sich auf zwei Stockwerke. An diesem trüben Vormittag herrscht gähnende Leere.
Wer sich für sowas interessiert: Im zweiten Stockwerk befindet sich ein >> Handschuh-Museum.

Der junge Verkäufer gibt alles und schleppt sämtliche Motorradhandschuhe an, die sie auf Lager haben. Wider Erwarten kann kein einziges Paar überzeugen. Entweder sind die Finger zu lang, sind nicht wasserdicht oder haben eins dieser ätzenden Innenfutter, die sich beim Ausziehen mit wachsender Begeisterung nach außen stülpen.
Sehr schade, denn eigentlich schwöre ich Held-Handschuhe und hätte zu gern einen Ersatz für meine leider (selbst) Verhunzten mitgenommen…

Der Tag ist noch jung. So fahren wir nach einem Kaffee in einer gegenüberliegenden Bäckerei nach Lindau am Bodensee. Hinter Scheidegg mutiert die Alpenstraße (B308) kurzzeitig zum Kurvenwunder. Mit dem Auto allerdings witzlos.

Lindau und die gleichnamige Halbinsel enttäuschen. Mag allerdings am tristen Wetter liegen…

Bodensee
Mieses Wetter auch am Bodensee!

Fazit:
Ein Regentag ist blöde, aber nicht sonderlich tragisch. Zumal unsere Mopped-Klamotten am ersten Tag eh noch nass waren.

Folgt ein Weiterer, sieht die Sache schon ganz anders aus:
Als wir von unserem Dosen-Trip heimkehren, registrieren wir bei unseren Mitfahrern erste Anzeichen eines Lagerkollers. Da die Wetteraussichten auch für den kommenden Tag nicht rosig sind, hat Andreas die Nase voll und kündigt an, gleich morgen früh abzureisen.

Tour 4: Kurze Königsschlösser-Tour (Donnerstag, 17.05.2018)

Nach dem Frühstück macht sich unser Mitfahrer tatsächlich auf den Weg Richtung Heimat. Hmmm… Wass’n mit dem???

Ultimativ-cooler Regenkombi
DAS ist doch mal ein Regenkombi! 😉

Offenbar hat er das schlechte Wetter mitgenommen: Kaum ist er fort, wird es trocken. Prompt werfen sich Richard und Co völlig rattig in ihre Regen-Kostüme und machen sich auf den Weg. Kurz darauf starten auch Anja und Blomy.

Norby und meinereiner haben zunächst eine andere „Mission“:
Da daheim versäumt, will zunächst die Tasche für den Urlaub gepackt werden. Anschließend latschen wir los, um einen optimalen Stellplatz für Auto und Anhänger zu finden, da das Gespann während unseres zweiwöchigen Urlaubs nicht am Hotel stehenbleiben kann.

Letztendlich hatte unsere Wirtin Recht: Offenbar bleibt uns nichts anderes, als das Gespann auf dem großen Parkplatz der >> Breitenbergbahn-Talstation abzustellen. Also eben mal dort angefragt beziehungsweise Bescheid gesagt, damit sich niemand wundert, dass ein Auto über eine Woche am selben Fleck steht.

Die Alpacas haben bei dem Sch…Wetter natürlich Besseres zu tun, als sich zu zeigen. Dennoch gelingt es Norby, ein Foto zu schießen.

Alpaca-Farm Pfronten
Alpaca-Farm in Pfronten
>> www.allgaeu-alpaka.de

Von unserem Spaziergang zurück, sind auch die Straßen endlich trocken. So satteln wir unsere Moppeds und fahren Richtung Königsschlösser (Füssen – Schwangau und Co…)

Heute ist ein stinknormaler Wochentag. Dennoch ist der Parkplatz-Bereich rund um die Schlösser stark besiedelt. Ein Ordner winkt uns hoch zu einem speziellen Parkplatz, der Motorradfahrern vorbehalten ist. Leider ist jener ebenfalls kostenpflichtig.

Da man sich zur Schlossbesichtigung offenbar vorab anmelden muss, lassen wir das mal…

Schloss Hohenschwangau Schloss Neuschwanstein
Die berühmten Schlösser:
Links: Schloss Hohenschwangau – Rechts: Schloss Neuenschwanstein

Wir flüchten schneller, als der Parkplatzwächter kassieren kann und schauen uns die historischen Gebäude lieber aus der Ferne. Besonders gut klappt dies auf der B17 kurz vor Schwangau:

 

Triumph Tiger Explorer und Street Triple R vor Märchenschloss Neuschwanstein

Anschließend bahnen wir uns den Weg zum Forggensee. Statt Wasser erwartet uns dort ein riesiges, unansehnliches Matschfeld.
Was wir nicht wussten: Normalerweise wird der See alljährlich im Frühjahr geflutet. In diesem Jahr allerdings nicht, da die Staustufe in Roßhaupten saniert wird.

Einen Gang durch Füssen sparen wir uns. Zum einen wimmelt es dort nur so vor Touris. Zum anderen zieht es sich erneut bedrohlich zu. Bloß schnell weg hier!

Hinter Pfronten geht’s nochmal fix rüber nach Österreich zum Tanken. Irgendwie erhoffe ich mir, dort auch mal eben ’nen Wasserschlauch über mein Mopped halten zu können: die Zwischenräume gleichen einem dunklen, mit winzigen Kieselsteinchen durchzogenen Sandstrand. Das geht so nicht!

Einen Waschplatz gibt’s hier leider nicht. Netterweis verrät man uns, dass wir einen solchen bei der Shell-Tankstelle in Vils finden.
Merkwürdigerweise hatten wir jene Tanke völlig übersehen, wenngleich sie etwas näher an Pfronten liegt. Allerdings liegt sie von Vils aus ein wenig versteckt. Muss man doch zunächst in ein Industriegebiet einbiegen.


Waschtag: Kleiner Versuch, die Streety vor dem anstehenden Urlaub zumindest grob vom Dreck zu befreien…

Zurück am Gasthof, erwartet uns vor unserer Zimmertür eine Überraschung:
Ein Paket… – Für uns? – Von wem???

Darin versteckt: eine Rätselzeitschrift, ein Doppelkopf-Spiel, ein Trecker-Quartett, ein Träger quietschbunter Mini-Liköre und gefühlt tausende „kleine Feiglinge“!

Überraschungspaket
Überraschungspaket von Sandra und Heinrich mit besten Grüßen von der sonnigen Ostsee!
Wer braucht noch Feinde, wenn er SOOO nette Freunde hat? *sfg*

Vor dem Essenfassen schlören wir unser überflüssiges Gepäck zu Norbys Vehikel und machen uns auf, Vierrad nebst Anhänger umzuparken. Autoschlüssel und Papiere dürfen während unserer Abwesenheit netterweise im Safe unserer Wirtsleute parken.

Vor dem Einschlafen am Abend fällt mir siedendheiß ein:
MIST – Hab ich’s doch total verdrängt, mir in der Versicherungszweigstelle in Kempten oder Sonthofen eine grüne Versicherungskarte ausdrucken zu lassen! *ARGHHHH!*

Kilometer-Fazit: schlappe 77 Kilometer, aber immerhin besser als nix!

 

Abreise – Auf in den Urlaub! (Freitag, 18.05.2018)

Während die anderen – abgesehen von der Rücktour – noch genau einen Fahrtag vor sich haben, geht’s für uns zwei beide heute in den Urlaub.
Slowenien und Kroatien, wir kommen!:-)

Trödeln ist nicht drin, denn mit Schulschluss am Mittag starten die Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg. –
Schnell weg, bevor es auf Fernpass und Brenner rappelvoll wird!
[…Fortsetzung folgt in Kürze in Teil 2…]

Gut zu wissen!

Unterkunft

Der Gasthof Aggenstein in Pfronten-Steinach war für uns ein idealer Ausgangspunkt.

Die Unterkunft liegt direkt am Ortsrand des südlichsten Ortsteils Steinach. Sehr vorteilhaft, da man fix aus dem Ort heraus ist und so schneller die Kurven genießen kann.
Bis zum Bahnhof in Pfronten sind es zwei, bis zum Bahnhof in Steinach 950 Meter. Letztgenannter liegt gegenüber des Angerlifts an der Breitenbach-Talstation.

Die Zimmer sind einfach eingerichtet, aber sauber und werden täglich gereinigt. Beinahe alle haben einen Ausgang zum großen Gemeinschaftsbalkon. Luxus wie einen Fön, Seife und Duschzeugs darf man nicht erwarten und die Handtücher dürften einen Tick flauschiger sein. Aber wer will angesichts des günstigen Zimmerpreises schon groß meckern?

Im Gasthof lässt es sich nett sitzen, sowohl auf der Terrasse als auch im Innenbereich.

Auch mit dem Essen waren wir sehr zufrieden: Die Speisekarte war ausreichend groß, es gab wechselnde Tagesgerichte und besonders unsere Jungs jubelten dank der riesigen Portionen. Statt chemieverseuchtem Tütenfraß servierte man uns frische Küche mit Zutaten aus der heimischen Region.

Unsere Mitfahrer waren mit der Hotelwahl ausnahmslos glücklich und zufrieden.
Das lag ganz sicher auch an den netten Wirtsleuten und den aufmerksamen Angestellten, die ihr Bestes gaben, dass niemand verdurstet. (Nur einen Abend ging das Pilsbier aus und wir mussten dieses bayerische Labber-Gebräu schlürfen, das sie in Bayern „Helles“ schimpfen.)

Darüber hinaus waren die Gasthof-Eigner sehr kulant: Obwohl wir schon Mitte Mai anreisten, hätten wir die Zimmer bis Ende April kostenlos stornieren können. Jedoch machte man uns vorab unmissverständlich (zurecht!) klar, dass Zimmer voll zu bezahlen seien, wenn sie nach Ablauf der Frist abgesagt würden und nicht weitervermietet werden könnten. Außerdem sei das Wetter kein Storno-Grund (Richtig so! Immerhin kann sowas nicht zu Lasten der Hoteliers gehen!)

Alles in allem eine glasklare Empfehlung!

Übrigens: Wenn ich mich nicht völlig verguckt habe, hing an der Unterkunft nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub ein „Tourenfahrer-Partnerhotel-Schild“! 😉

Kurtaxe

Übernachtet man als Touri im Allgäu, zahlt man in vielen Orten neben dem regulären Übernachtungspreis eine Kurtaxe. In Pfronten werden für Erwachsene pro Nacht 2 Euro fällig. Als Gegenleistung erhält man eine Gästekarte, die „PfrontenCard“.

Was kann man damit machen?
Unter anderem kann man die Busse und Bahnen im Umkreis kostenlos nutzen. Außerdem lassen sich diverse Attraktionen der Umgebung zum ermäßigten Preis nutzen.
>> Liste der Ermäßigungen mit der PfrontenCard

Sehenswertes

Sehenswertes rund ums Allgäu haben wir bereits in einem anderen Beitrag verbloggt:
>> „Tour-Tipps Allgäu“ [KLICK!]

Ihre Attraktionen lassen sich die Alpenländler allerdings gut bezahlen.
Beispiele:
Ein Kombiticket für die Königsschlösser kostet 24 Euro und für eine Berg- und Talfahrt mit der Tiroler Zugspitzbahn werden schlappe 45 Euro fällig.

Tanken

Noch immer lohnt es sich preistechnisch, in Österreich zu tanken.
Während der Unterschied zu deutschen Spritpreisen relativ gering ist, spart man im Gegensatz zu Italien bares Geld!

Polizeikontrollen

Kontrolliert wurden wir kein einziges Mal. Am Abreisetag wimmelte es allerdings auf dem Fernpass nur so vor mit Laser-Kanonen bewaffneten Männekes. Ganz nebenbei schlug der ach-so-verbotene „Navi-Radar-Warner“ so ziemlich in jedem österreichischen Ort Alarm. Dabei waren die Blitzer oft so gut versteckt, dass man sie dennoch nicht erspähte.

Was solltest Du als Motorradfahrer in Österreich dabei haben?

Ins Gepäck gehört unbedingt eine staubdicht verpackte Verbandstasche!
ADAC und ÖAMTC empfehlen zudem, eine Warnweste mitzunehmen.
>> ADAC: FAQs zum Thema „Fahren mit dem Motorrad in Österreich“ (www.adac.de)

Übrigens ist es Motorradfahrern in Österreich erlaubt, sich vor Kreuzungen, Straßenengen oder Bahnübergängen weiter vorn anzustellen.
Sich im Stau auf einer Autobahn durchzuschlängeln ist offenbar auch hier verboten, da die Rettungsgasse nicht befahren werden darf.

Tour-Fazit

Über’s Wetter brauchen wir nicht reden. Das ist leider nicht planbar.

Zwar haben wir wunderschöne Plätze und Orte gesehen, aber leider nicht alle.

Besonders ärgert es mich, den >> Oberjochpass mit seinen zehn Kehren auf zwanzig Kilometern verpasst zu haben.

Auch hatte ich gehofft, endlich mal zum Walchensee zu kommen, der auf Bildern so nett türkisfarben schimmert und den >> Kesselberg unter die Räder nehmen zu können, bevor er vielleicht irgendwann komplett gesperrt wird.

Insgeheim hatte ich auch mit einer Tour hoch zum Timmelsjoch geliebäugelt, um die in diesem Jahr ungewöhnlich Schneewände bestaunen zu können.
Außerdem hätte ich mir zu gern mal das >> höchste Motorradmuseum Europas [Klick!] angeschaut.

Das >> Hahntennjoch war übrigens noch geschlossen und öffnete erst am Pfingstwochenende.
Nach meiner Anti-Erfahrung im letzten Jahr (Flick-Straßen) war ich allerdings nicht böse drum!

Tourkarten

Obwohl wir uns vorab diverse Bücher und Karten besorgt hatten, hatten wir letztendlich fast ausschließlich Tourenkarten im Gepäck, die sich häufig auf Motorradmessen abgreifen lassen.

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert (keine Ahnung wieso!) und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" der "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Danach - trotz Schein - nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Bis er dann, 2004, umso heftiger wieder ausbrach... Seitdem einfach unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :D
http://www.motorrado.de

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