Motorradurlaub 2019 – Teil 2: Bayern

Nach dem Motorradurlaub ist vor dem Motorradurlaub. Drum geht’s direkt nach der Kumpel-Moppedtour weiter nach Bayern, Urlaub vom Urlaub machen.

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Ankunft [Freitag, 7. Juni 2019]

Klar, schwebt uns auf dem Weg von Kärnten nach Deutschland ein Ritt übers Penser Joch oder den Jaufenpass mit anschließendem Timmelsjoch vor. Soll aber nicht sein, da Letzterer just einen Tag zu spät öffnet. So tuckern wir fast dieselbe Strecke zurück wie wir gekommen sind, aber immerhin ist sie ratzfatz auf einer Ar…backe abgesessen.
>> Motorradurlaub Kärnten: die Rückfahrt [KLICK!]


Unser Ziel: ein winziges Touri-Örtchen im Karwendel-Gebirge

Unser Urlaubsort: Krün

Kaum am Ziel angekommen, wird’s hektisch: steht gar nicht nur der Abend, sondern auch das lange Pfingstwochenende vor der Tür. Also fix das Gepäck in der vorgebuchten Ferienwohnung geparkt, noch in Motorradklamotten in den Supermarkt gehüpft und geshoppt, was zum Überleben nötig ist.

Schön, dass unser Domizil strategisch so günstig liegt:
Schräg gegenüber gibt’s eine Tanke, nach wenigen hundert Metern ist man im Ortskern und auch das Nachbardorf Wallgau ist fußläufig erreichbar.

Danach schnell umziehen und auf zum Essenfassen. Sofern man uns jetzt – um kurz vor 20 Uhr – überhaupt noch irgendwo ein Mahl kredenzt?

Risikoscheu speisen wir schräg gegenüber, im „Bayerischen Hof“. (Salat und Grillteller sind ok, aber steigerungsfähig.)

Der anschließende Rundgang durchs Dorf bestätigt unsere Befürchtungen: Die Bordsteine sind längst hochgeklappt und von ausgelassener Heiterkeit angesichts des langen Wochenendes fehlt jegliche Spur. Also ab auf den Balkon und am tollen Ausblick ergötzt.

Bilderbuch-Idylle

 
Genialer Ausblick vom Balkon unser großen Ferienwohnung:
weitläufige Wiesen und im Hintergrund die Berge!

Voll nett, aber irgendwas stört…
Ist es diese gespenstischen Stille, die uns so irritiert? Oder fehlt uns einfach das trubelige Gefeixe der Vorwoche?
Echt krasses Kontrastprogramm. – Na, wenn DAS mal keinen Lagerkoller gibt?

 

Zum-bleiben-verdammt-Tour [Samstag, 8. Juni 2019 (Pfingstsamstag)]

Offenbar eine saublöde Idee, einen Grenz-Ort an einem Pfingstsamstag verlassen zu wollen? – Gibt uns zumindest unser Vermieter zu verstehen:
Heute geht hier GAAAR nix und spätestens an der Grenze zu Österreich steht Ihr im Stau!“ murmelt er, während sich die überdimensionale Blechlawine durchs Dorf quält und seine Aussage eindrucksvoll untermauert.

Ergo lassen wir unsere Moppeds im Stall, schnüren die Laufschuhe und traben los.

Krün

Das typische Touridorf im Werdenfelser Land kurz vor der österreichischen Grenze zählt knapp zweitausend Einwohner. Viele Häuser sind schnörkelig verziert und mit volkstümlichen oder religiösen Bildern gemalt. Die Kunstform dieser Fassadenmalerei nennt man auch „Lüftlmalerei“.

Zum Kaff gehören gleich mehrere Seen, unter anderem Barm- und Tennsee.

Östlich des Örtchens zerteilt ein unansehnlicher Kanal die Bilderbuchlandschaft am Fuße des Wetterstein- und Karwendelgebirges. Hübsch wird’s erst in sicherer Entfernung: Hinter einem gatter-verschlossenen Wäldchen plätschert die türkisfarbene Isar vor sich hin.

Weitere Infos gibt’s bei der >> Touri-Info Alpenwelt Karwendel.

Nach gefühlt mindestens hundert Kilometern haben wir uns das Abendessen zur Abwechslung mal redlich verdient und lassen uns auf der Terrasse des >> „Casa Mucca“ (www.facebook.com) nieder.

Die Pizza ist ok, Norby von seinen „Spaghetti Bolognese mit Piccata“ aber nur mäßig begeistert. (Kann’s sein, dass unsere Ansprüche nach dieser Halbpension-Verwöhn-Woche beim Kärntner Kuchler-Wirt einfach zu hoch sind?) Auch das zum Kaffee servierte Plätzchen sorgt für verzweifelte Blicke: Wenn man süß erwartet, stattdessen aber Kräuter schmeckt, fühlt sich der Geschmackssinn leicht vergackeiert.

 

Kreuz-und-quer-Tour [Sonntag, 9. Juni 2019 (Pfingstsonntag)]

Pfeif was auf das Pfingst-Straßen-Chaos: Wir müssen endlich wieder auf den Bock!

Zehn Kilometer später staunen wir Bauklötze: Die Vehikel stehen tatsächlich vom Walchensee bis nach Kochel: zum Glück nur in Gegenrichtung.
Praktisch, dass die Fahrspuren auf einem Großteil der Strecke getrennt sind. So kann uns zumindest kein Depp auf unserer Fahrspur entgegenrollen!

Über Nebenstraßen geht’s über Benediktbeuren, Wolfratshausen und Bad Tölz nach Lenggries und von dort zur Jachenau-Mautstraße. Jene führt nett und kurvig am Südufer des Walchensees entlang, wo sich der Betrieb jetzt, am späten Nachmittag, langsam lichtet.


Geschwindigkeitsbegrenzte Mautstraße am Walchensee-Südufer:
Spät genug befahren echt nett!

Vorderriss-Jachenau-Maut-Ticket

Bei unserer ersten Fahrt über die Vorderriss-Straße (vor dem Kärnten-Urlaub) hatten wir uns ein Monats-Ticket besorgt.
Praktischerweise lässt sich damit auch die Jachenau-Mautstraße kostenlos befahren!

Kostenpunkt: 20 Euro.
Die Investition lohnt sich, wenn man plant, mindestens an fünf Tagen eine der beiden Straßen zu befahren.
(Nebenbei erspart’s einem diese lästige Anhalten-Handschuhe-aus-Geld-rauskramen-Prozedur.)


Monats-Mautstraßen-Ticket

 

Zurück in unserer temporären Heimat latschen wir in den Nachbarort Wallgau und ergattern prompt ein Plätzchen auf der Terrasse des >> griechischen Restaurants „Syrtaki“ am Ortseingang. Gute Wahl!

 

Samerberg- und Sudelfeld-Tour [Montag, 10. Juni 2019 (Pfingstmontag)]

Über die Vorderriß-Mautstraße geht’s zum Sylvensteinsee, von dort weiter nach Kreuth und den (viel zu) gut ausgebauten Achenpass.

Anschließend passieren wir die östliche Tegernsee-Uferseite und lassen Nerven im gleichnamigen, touribevölkerten Örtchen. Erst als wir Richtung Bad Feilnbach abschwenken, haben wir endlich wieder freie Fahrt.

Samerberg

Über Rohrbach und Achenmühle rollen wir nach Törwang und weiter über Samerberg. „Netterweise“ hat man die Piste auf 60 Stundenkilometer NUR für Motorradfahrer limitiert. Wer denkt sich bloß so einen Blödsinn aus?

Nach Nußdorf am Inn und Tiefenbach erreichen wir Brannenburg und belagern die örtliche Eisdiele. Satt und zufrieden nehmen wir am südlichen Ortsende die Tatzelwurmstraße und investieren 2 Euro pro Mopped, um den kurzen, einspurigen Tunnel passieren zu dürfen.

Sudelfeld

Der Tatzelwurmpass ((Ich liiiebe diesen Namen!) führt direkt auf den geschwindigkeitsbeschränkten Sudelfeldpass (B307) nach Bayrischzell.

 
Wie ausgestorben am Sudelfeld.
Liegt’s an der Uhrzeit? Oder an der fetten, dunklen Wolke, die ’nen kräftigen Schauer androht?

In Gmund am Tegernsee fällt das Navi in eine Endlosschleife und möchte die Runde gerne erneut beginnen. Nicht mit uns, Freundchen!

Sylvensteinsee und Vorderriß

Logisch, dass wir die Ansage ignorieren! Stattdessen ötteln wir über die westliche Uferseite Richtung Bad Wiessee und fahren über den Achenpass zum Sylvensteinsee.

Kaum auf der Vorderriß-Straße, ahnen wir Böses: Fahren wir doch unmittelbar auf eine megadunkle Wolkenwand zu!

Kurz vor Ende der zwölf Kilometer langen Mautstraße schüttet’s, als wenns kein Morgen mehr gäbe, so dass wir uns tatsächlich auf den letzten Metern ’nen nassen Hintern holen.
Letztendlich echt Schwein gehabt! Wir wir später erfahren, hat’s rund um München und im Ostallgäu ordentlich gescheppert: Starkregen und Hagelschauer mit golfballgroßen Hagelkörnern.

Bei der abendlichen Futter-Suche passieren wir eine Gaststätten-Küche, in der die Köche lustig pfeifen. Gefällt uns, drum suchen wir den Vordereingang und lassen uns dort nieder.
Fazit: Im >> Wirtshaus Max Joseph zum Brauer (www.wirtshaus-max-joseph.de) können sie echt leckere Schnitzel mit Spiegelei und Bratkartoffeln! (Achtung, Figurkiller!)

 

Gießwein-Outlet-und-Bad-Tölz-Tour [Dienstag, 11. Juni 2019]

Wettertechnisch bleibt’s offenbar schwierig. So gondeln wir heute mit der Dose durch die Gegend.

Zunächst geht’s über die Vorderriss-Mautstraße.
HA – reingefallen! Für’s Auto haben wir doch gar kein Mautticket(?) und die Mopped-Monats-Tickets natürlich nicht dabei, so dass uns nix anderes bleibt, als erneut zu latzen.

 
Genialer Sylvensteinsee im Isarwinkel.

Gießwein-Outlet Brixlegg

Erstes Ziel ist das Gießwein-Outlet im österreichischen Brixlegg. Sicher gibt’s dort diese coolen Merino-Sneaker zu Outlet-Preisen?
Vor Ort leider Enttäuschung pur: Zwar lassen sich die Treter in allen Farben live bewundern und erweisen sich bei der Anprobe als urbequem. Aber Sonderpreise gibt es nicht, meine Wunschfarbe ist gerade „aus“ und momentan eh nicht mehr lieferbar. *schmoll*

Auf dem Rückweg erwartet uns zunächst ein Umweg, da die Straße, über die wir gekommen sind, offenbar gerade geflutet ist und die Feuerwehr sich dort austobt.
Über Wiesern entern wir die nette B181: Könnte (mit dem Mopped) Laune machen, aber momentan geht’s nur im Schritt-Tempo voran.
Übeltäter ist ein – sich die Lunge aus dem Hals strampelnder – Radfahrer, beziehungsweise ein Lkw, der keine Chance hat, ihn gefahrlos zu überholen. *GRRR*

Kanzelkehre

Machen wir halt ’nen Stopp am >> Panoramarestaurant Kanzelkehre (www.kanzelkehre.at).


Kanzelkehre an der B181 zwischen Wiesung und Häusern am Achensee

 
Links: Der Ausblick von der Terrasse hat was!
Rechts: Kitsch-as-Kitsch-can (Touri-Nepp)

Bad Tölz

Weiter geht’s nach Bad Tölz.

Als bekennende „Bulle-von-Tölz“-Glotzerin überrascht’s mich, dass es hier ausschaut, wie es ausschaut. Irgendwie hatte ich mir das Städtchen völlig anders vorgestellt und niemals vermutet, dass es in der Altstadt derartige Steigungen gibt.


Bulle-von-Tölz-Museum: (Nee, so weit geht meine Fan-Liebe denn doch nicht! 😉 )

Kaum linst die Sonne hinter der Bewölkung hervor, brennt sie, was das Zeug hält. Ergo beschränken wir den Stadtrundgang auf ein kurzes Schatten-Hopping und entern eine beschirmte Café-Terrasse.


In Bad Tölz zeigt sich die weite Isar von ihrer allerschönsten Seite und
blubbert krass türkisfarben am Fuße der hügeligen Altstadt.

Walchensee-Südufer (Jachenau-Mautstraße)

Damit sich das gelatzte Maut-Ticket lohnt, nehmen wir auf dem Rückweg die Jachenau-Mautstraße und haben die Walchensee-Südufer-Straße fast für uns allein.


Kaum aus dem Wagen gehüpft, beginnt es zu tröpfeln. Aber egal: das Licht ist toll!

Zurück in Krün geht’s zum Essenfassen ins >> Bistro Cafe Baur.
Krass: ein Jägerschnitzel bestellt und gleich zwei bekommen! Auch der Salat macht glücklich: Pute ist zwar leider „aus“, aber Schnitzelstreifen sind ähnlich lecker und das dazu gereichte Baguette ist echt der Hammer!

 

Timmelsjoch-Tour [Mittwoch, 12. Juni 2019]

Wenn wir schonmal in der Gegend sind, wird’s Zeit, die „neue“ Mautstation und das Top Mountain Motorcycle Museum am Timmelsjoch zu besuchen.

Zunächst geht’s über Mittenwald nach Seefeld und Telfs. Die Piste zwischen den Orten ist ganz nett, während die folgende „Tiroler Straße“ (die olle B171 von Telfs Richtung von Südwesten) uns lediglich ein müdes Gähnen entlockt. Einziger Lichtblick im morgendlichen Tran: das Oilers69 in Haiming.

Oilers69

2008 öffnete das „American Diner“ Oilers69 in Haiming seine Pforten. Es liegt direkt an der B171, kurz vorm Abzweig zum Timmelsjoch und ist kaum zu übersehen.

 
Ami-Style-Retro-Look, wohin man nur blickt!

Montags ist Ruhetag. An allen anderen Tagen in der Woche ist das Diner ab 11 Uhr (samstags und sonntags ab 10.30 Uhr) geöffnet (Küche ab 11.30 Uhr).

 
Oilers69: Auch im Lokalinnern gibt’s ’ne Menge zu bestaunen!

 

Nach einem aufmunternden Kaffee geht’s weiter, aber just auf die B186 Richtung Timmelsjoch eingebogen, wird’s verdammt ungemütlich:
Spätestens ab Winklern begleitet uns ein stürmischer Wind und als wir Sölden passieren, wird aus dem anfänglichen Tröpfeln handfester Regen.
Unter normalen Umständen hätten wir spätestens JETZT den Rückzug angetreten. Aber wenn nicht jetzt, wann dann sollen wir endlich mal dieses Mopped-Museum bewundern?

Timmelsjoch

So quälen wir uns durch die klätschnassen vier Kehren von Obergurgl nach Hochgurgl und staunen nicht schlecht, als wir die Mautstelle erreichen:
WOW, was hat sich’s hier krass verändert…?


Damals (2013)… als wir über den „Passo Rombo“ aus dem Ötztal ins italienische Passeiertal kurvten.

 

 
… und HEUTE!

Top Mountain Crosspoint Motorcycle Museum

Das Motorrad-Museum ist bereits von außen sehr beeindruckend.

Am unbemannten Eingang könnt Ihr ein Ticket ziehen (Kostenpunkt: 10 Euro pro Person) und die Motorradhelme in einem der kleinen Schließfächer parken.

Weitere Infos:
Beitrag „Europas höchstes Motorradmuseum am Timmelsjoch“ (www.motorrado.de)

 

Irgendwie hat das Wetter kein Einsehen und kaum sind wir ins Museum geflüchtet, beginnt es sogar zu hageln!


Auch der pfiffige Kinderspielplatz mit der Motorradrutsche ist bei diesem Sauwetter völlig verwaist…

 

Nach dem Besuch der ersten Halle im Erdgeschoss sind wir zunächst ein wenig ernüchtert. Hübsch anzuschauen, aber rechtfertigen die paar Moppeds tatsächlich den Eintrittspreis?

Weiter geht’s über eine illuminierte Treppe in die erste Etage. Spätestens hier gibt’s den ultimativen BOAAAH-Effekt:
In dem großzügigen Saal parken unzählige alte Motorräder, eingerahmt in ein wahnsinniges Lichtkonzept…

 
Liebevoll gestaltete Themen-Ecken.

An den Wänden hängen große Bildschirme, auf denen beeindruckende Schwarz-Weiß-Videos von „damals“ in Dauerschleife laufen.

 
Sonderausstellung „Renn-Motorräder“


Besonders beeindruckt dieser antike Reitwagen!

Alles in allem eigentlich viel zu schade, um „mal eben so“ durchzuhuschen.
Sorry, aber irgendwie fehlt uns dahingehend wohl einfach die nötige Muße!

Sonderausstellung „100 Jahre Bough Superior“

Unter anderem könnt Ihr im Museum gleich siebzehn(!) Exemplare der legendären „Rolls-Royce-Moppeds“ bestaunen!

Der Konstrukteur, George Brough – seines Zeichens selbst Rennfahrer – legte Wert auf beste Verarbeitung, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit.

Seine Maschinen fuhren – für damalige Straßenverhältnisse wahnwitzige – 160 Stundenkilometer!

 

Schlau ausgedacht:
Auf dem Weg zum Ausgang passiert man „gaaanz zufällig“ das heimelige Restaurant, in dem man unter anderem auch Souveniers kaufen kann.

Wenn wir schonmal hier sind, möchten wir eigentlich auch rauf aufs Timmelsjoch!
Angesichts der trüben Aussichten schenken wir uns allerdings die 21-Euro-Hin-und-Retour-Fahrt und kehren um.


Nix mit türkis und sanft fließend:
Die „Ötztaler Ache“ katapultiert heute immer wieder die ein oder andere Schlammwelle an die Oberfläche.
Na? Ob der Fluss wohl bald über die Ufer tritt? – Nix wie weg hier!

Zum Glück beruhigt sich das Wetter. Zwar sind die Straßen noch immer nass, aber immerhin hat’s aufgehört zu meimeln.
Im lebhaften Ötz werfen wir den Anker, um einen Kaffee zu trinken. Der Kellner des >> Cafe Heiner (www.heiner.at) ist auf zack:
So löffelt Norby kurze Zeit später ein ihm sehr mundendes, frisch gekochtes Süppchen, während sich meinereiner an einem Eis ergötzt.

Kühtaisattel

Eigentlich soll der Heimweg über den – mir bislang unbekannten – Kühtaisattel führen. Das mit dem Telefon verbundene Navi ist allerdings im „Echtzeit-Modus“ und verspricht neben einem Stau auf der Passhöhe auch eine Straßensperrung im Tal. Ergo verzichten wir auf den Spaß und entscheiden uns für den öden Rückweg Richtung Telfs.

Oh, eine Burg!

Als wir Seefeld verlassen, fällt uns rechterhand eine coole Burg ins Auge. Mit Blick auf’s Wetter verkneifen wir uns jedoch einen Stop.

Burg Schlossberg hinter Seefeld

… ist eine sogenannte „abgegangene Burg“, was offenbar soviel bedeutet, wie eine Burg, von der weniger erhalten ist, als eine Ruine.
(Also praktisch sowas wie ne Tüte Luft…)

Burg Schlossberg ist bereits seit 1728 völlig ruiniert. 1912 brach man dann auch die kläglichen Reste ab.

In der Neuzeit erbaute man eine neue, künstliche Burg, das „Play Castle“. Nachdem sie sich nach nur anderthalb Jahren Betrieb als finanzielle Ruine erwies, wurde sie verkauft, in „Magic Castle“ umbenannt und kann angeblich für Events gemietet werden.
>> www.magic-castle.at

 

Abendessen:
Da mindestens die Hälfte aller heimischen Restaurants heute Ruhetag hat, schlendern wir nach Wallgau und speisen im Hotel-Restaurant Isartal.
„Flößer-Teller“ (Nudeln) und „Isartal-Burger“ munden extrem gut!

 

Seen-Tour [Donnerstag, 13. Juni 2019]

Wohin nur?
Namlospass und Oberjoch fallen aus, denn dort schwächelt das Wetter. Etwas unmotiviert entscheiden wir uns für eine Puddingtour Richtung Norden.

Zunächst geht’s über den Kesselberg nach Murnau. Einen Besuch am See klemmen wir uns, denn irgendwie ist’s uns hier verkehrstechnisch zu voll.

Nach einer Straßensperrung stelle ich das Navi auf „spannende Route“ mit Ziel Seehaupt am Starnberger See.
Den hatten wir uns allerdings ansprechender vorgestellt und da wir auf die Schnelle kein nettes Café finden, geht’s ohne großen Aufenthalt weiter.

Das TomTom-Rider ist ’ne „Wucht“!

Es kann ja sooo „superklasse“ Routen! *IRONIE-MODUS-OFF*

Erst führt uns das Navi über einen schmalen Weg direkt durchs Forst (Darf hier überhaupt irgendwas Motorisiertes fahren?), um zig Kilometer weiter, mitten im tiefsten Wald zu quengeln, wir mögen doch bitte wenden.

Kurz darauf jagt es uns einen Hügel hinauf zu einem Restaurant, nur um uns dort zu befehlen, „genau JETZT“ umzukehren.
Nix da – Wir fahren weiter!

Eigentlich rechnen wir mit einer Sackgasse. Nachdem wir diverse Weiher und einen Golf-Platz passiert haben, finden wir tatsächlich zurück auf eine „echte“ Straße.

Offenbar nicht unser Tag, denn prompt stoßen wir auf eine Straßensperrung und die ausgeschilderte Umleitung führt im Kreis. Okay, dann halt einfach mal der Nase nach…
So finden wir tatsächlich aus der Zwickmühle heraus und fahren angenervt nach Kochel.

Nach einem Eis geht’s schließlich über den Kesselberg zum Walchensee und sodann zurück nach Krün.

Abends speisen wir im >> Restaurant Schöttlkarspitz (www.gasthof-schoettlkarspitz.de).
Das Cordon Bleu schmeckt fantastisch und auch Norby ist von seinem merkwürdigen Fleischteller mit Kartoffelsalat begeistert.

 

Zurück-in-die-Heimat-Tour [Freitag, 14. Juni 2019]

Nachdem wir unsere Moppeds gestern patzerfrei aufgeladen haben, geht’s heute zurück in die Heimat: Vor uns liegen zirka 760 Kilometer Autobahn.

Eine Strecke, die „Mann“ mit der „Großkatze“ locker auf einer A…backe abreißen könnte. Vermutlich ist die Strecke auch mit meiner ehemaligen GSR750 oder der Bandit problemlos zu schaffen. Undenkbar allerdings mit einer kleinen Roadster wie der „Streety“: Ungeschützt im Wind hockend machen lange Etappen definitiv KEINEN Spaß!

Trotz hochsommerlicher Temperaturen ist der Himmel extrem verhangen. Die Ursache: Sahara-Sand! Schon-krass-irgendwie!
Immerhin wird’s mangels Sonneneinstrahlung weniger warm im Wagen-Inneren. Zumindest bilde ich mir das ein…

 

Fazit

1. Schon wieder Bayern…?

Wie jetzt: Ist es dort sooo schön oder wie? – Ja, unbestritten!

Als Tourziel angesichts der zahlreichen weißen, und somit bislang unbereisten Flecken auf der Europakarte taktisch sicherlich unklug, aber was willste machen?
Immerhin reichte schon ein kurzer Blick auf die Landkarte, um einzusehen, dass ein Anschluss-Urlaub in Südfrankreich völlig sinnfrei wäre, wenn man zuvor in Kärnten weilt…

Okay, irgendwie war es schon eine Art Notlösung, aber: immerhin klingt „Kärnten und Karwendel“ doch richtig nett?

Fakt ist, dass viele Ziele – dank Straßen-Sperrungen – nicht oder nur schwer erreichbar waren. Folglich zappelte der komplette Verkehr über ein- und dieselbe Piste und von einer „erfüllten Motorradtour-Woche“ konnte keine Rede sein.

2. Motorradurlaub über Pfingsten kannste knicken!

Machen WIR jedenfalls NIIIE wieder!

Auf rappelvollen, touribevölkerten Straßen trifft man auf jegliche Extreme: vom überforderten Flachland-Rentner, der mit seiner überbreiten Knutschkugel die Kurven zuparkt bis hin zum irren Möchte-gern-Rossi, bei dem nur inständig hofft, ihn nicht in der nächsten Kehre von der Straße kratzen zu müssen.

3. „Ach, machen wir auf dem Rückweg!“

… ist ein doofer Satz!

Merke: Wenn Du ein Fotomotiv erspähst, halte an und zwar sofort!
Verschiebe es keinesfalls auf später, denn hälst Du auf dem Hinweg nicht an, schwächelt auf dem Rückweg garantiert das Wetter!

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Regen-Fotos haben mitunter aus was…

4. Klatschmohn und so…

Gartengestaltung à la Oberbayern HAT was: nix langweilige Rasenflächen!
Stattdessen findet man zwischendrin kleine, naturbelassenen Fleckchen, auf denen zahlreiche Gräser und Blumen pranken.
Zudem extrem schön, dass man darauf verzichtet, den Klatschmohn wegzuspritzen.

5. Tank-Tipp:

Die günstigsten Sprit-Preise entdeckten wir in Österreich, an der Avanti-SB-Tanke zwischen Achenwald und Achental.
Mithalten konnte da nur die Jet-Tanke in Maurach, südlich des Achensees.


So macht Tanken Laune!

6. Eisdielen in Bayern

…verzichten erstaunlicherweise auf Service-Personal und setzen auf Selbstbedienung.
Ungewöhnlich und für Alleinreisende sicher wenig prickelnd: Wer hält ihnen nur den mühsam ergatterten Platz frei?

7. Bayerische Küche

Offenbar hat man sich im Werdenfelsener Land auf Touris eingeschossen, die tagsüber die Berge rauf- und runterkraxeln oder sich hemmungslos auf ihren Rädern auspowern.
Für Durchschnitts-Tourenfahrer ohne Knieschleif-Ambitionen ist die Restaurant-Kost jedenfalls figurtechnisch ein absolutes Desaster!

Vermutlich geht man auch davon aus, dass die Gäste von all der täglichen „Äktschen“ so erschöpft sind, dass sie spätestens um neun Uhr abends die Falle ruft?

Wer darauf hofft, abends noch ein Weilchen im Biergarten hocken zu können, wird jedenfalls bitter enttäuscht!

8. Schräge Typin

Während unserer Tourplanung im Winter beschlossen wir, für die zweite Urlaubswoche eine Ferienwohnung zu buchen.
Bei meiner ersten telefonischen Anfrage (anders erreicht man die viele Unterkunfts-Anbieter ja leider noch immer nicht) machte ich Bekanntschaft mit einer Vermietungs-Mutti, die mir so „RICHTIG“ Spaß machte:

Als die Grazie hörte, dass wir Motorräder im Gepäck haben, schaltete sie prompt von zuckersüß auf schrullig. Sie meinte, es sei jetzt (zu Beginn des Jahres) viel zu früh, eine Ferienwohnung zu buchen und empfahl, erst ein bis zwei Wochen vor Pfingsten nachzufragen. Das sei dort im Ort so üblich…
Nööö, KEIN Scherz und im ersten Moment vergeht einem glatt die Lust auf den ausgewählten Urlaubsort. Aber egal: jetzt erst recht!

Zum Glück waren nicht alle Einwohner so schräg drauf und letztendlich waren unsere Vermieter sehr nett!

9. Ferienwohnung oder Hotel?

So eine Ferienwohnung hat schon viele Vorteile. Gut, Du musst Dich halt selbst ums Frühstück kümmern, aber dafür hockst Du Dich inner Joggingbuxe auf die Terrasse und schlürfst – ohne Geplärre und Gejohle irgendwelcher Mit-Gäste – gemütlich Deinen Morgen-Kaffee.

Diesmal hatten wir richtig Glück: Motorradanhänger und unsere Moppeds parkten sicher und trocken in der mitgemieteten Garage und auch das Auto fand ein Plätzchen auf dem geräumigen Grundstück.

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10. Verpasst!

Wie üblich, reichen die wenigen Urlaubstage kaum, alles abzufrühstücken, was irgendwie lohnenswert gewesen wäre.
Ergo bleiben weiterhin viele Punkte auf unserer To-Do-Liste:

  • Besuch des Großen Ahornbodens („Eng“) im Risstal und der Engalm (Zwar bedarf es vom letzten Parkplatz im Risstal eines zehnminütigen Fußmarsches, aber wer mag, kann die Strecke auch per Kutsche zurücklegen.)
  • Fahrt über den Jochberg (*seufz*),
  • die Silvretta Hochalpenstaße (öffnete erst am Samstag),
  • den Kühtai-Sattel (wegen Wasser) und
  • die Piller Höhe (nebst Kauner Tal).

Mal ganz abgesehen von all den Aktivitäten, die man hier ohne Motorrad unternehmen kann:
Beispielsweise ab Farchant bis zum Kochelsee paddeln, Biber bewundern in Biberwier, bayerische Fabelwesen im Wolpertinger-Museum in Mittenwald bestaunen und und und…


Erstaunlicherweise haben wir Kühe eher gehört, als gesehen. Dafür erspähten wir jedoch DIESE netten Exemplare!

 

Bücher und Kartenmaterial

In der Tourvorbereitungs-Phase verwenden wir unterschiedliche Motorradkarten.
Besonders lieb sind uns die Karten der diversen Hotelbetriebe, die man dankbarerweis kostenlos auf Motorradmessen erhält.

Auch die Karten der Motorradzeitschrift >> „Motorrad Freizeit“ lassen uns frohlocken. Endlich mal Karten, die man ohne Lupe lesen kann!

Für den groben Überblick setzen wir auf die tollen ADAC-Tourenkarten.
Jene gibt’s kostenlos in den ADAC-Geschäftsstellen oder – papierlos im pdf-Format – auf den ADAC-Webseiten:
>> „Österreich und Voralpen“

Ansonsten decken wir uns während der Planungsphase völlig „oldschool“ mit diversen Büchern und Karten ein.
Allein schon deshalb, weil es die Vorfreude ungemein steigert! 😉


MARCO POLO Karte
Deutschland Blatt 13 Bayern Süd 1:200000

Kurvenfieber Oberbayern:
Die schönsten Touren von Bikern für Biker

100 Alpenpässe mit dem Motorrad:
Die schönsten Kurven in den Ost- und Westalpen

100 neue Alpenpässe mit dem Motorrad:
Die schönsten Kurven in den Ost- und Westalpen

(Hinweis: Alle vorstehenden Links führen zu „Amazon“. Klickst Du einen solchen an und kaufst irgend etwas, bekommen wir eine kleine Provision.
Keine Angst: Dir entstehen dadurch natürlich keinerlei zusätzliche Kosten! 😉 )

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief", im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der unendlichen Macht ihrer Ernährer gescheitert, mit achtzehn aber (endlich!) erfolgreich. *YEAH!* Danach leider nie aktiv gefahren und den Virus eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt - Bis er 2004 umso heftiger wieder ausbrach. Seitdem irgendwie unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :-)
http://www.motorrado.de

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