Motorradurlaub 2019 – Teil 1: Kärnten

Premiere: Erstmals buchten wir für unseren alljährlichen Motorradurlaub mit Freunden eine Bikerpauschale in einem Bikerhotel in Kärnten. Kann das gutgehen?

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Anfahrt in Etappen

Da wir der Tourwoche eine weitere Woche Urlaub folgen lassen, reisen wir mit Pkw und Anhänger an. Macht die Packerei auf jeden Fall einfacher.


Moppeds-Verzurr-Kunst

Zwischenübernachtung 1

Seelbacher Hof in Herborn-Seelbach

Der >> Seelbacher Hof (www.seelbacher-hof.de) in Herborn-Seelbach ist für eine Nacht völlig in Ordnung. Zwar gibt’s keinen Balkon, aber der große Parkplatz hinter dem Haus ist uns wichtiger.

Im Gasthof kann man speisen und/oder ein Bierchen schlürfen. Scheint zu schmecken, denn er ist gut besucht.

Wer mehr Stimmung möchte, zieht einfach weiter in >> Schorschs Bergschänke.
Das Lokal liegt versteckt im ersten Stockwerk einer Seitenstraße und leicht zu übersehen.
Zwar ist der nette Außenbereich dank des bescheidenen Wetters verwaist, aber drinnen steppt der Bär!

Liegt’s an den aufmerksamen, lustigen griechischen Inhabern? Daran, dass hier noch geraucht werden darf? Oder an der alten Musikbox, an der man für 1 Euro fünf Songs wählen kann? – Keine Ahnung! – Wir haben jedenfalls Spaß anne Backen und bedauern’s ein wenig, den Abend viel zu früh enden lassen zu müssen.


Jamas!

Tagsdrauf geht’s weiter…


Wir fahrn-fahrn-fahrn-auf-der-Autobahn… *träller*

Zwischenübernachtung 2

Gasthof Isartal in Wallgau

Netterweise bedenkt man uns mit einem geräumigen Balkon-Zimmer in der ersten Etage, so dass wir uns nicht mehr als nötig mit dem Gepäck abschleppen müssen.
Dank offener Küchen-Durchreiche müffelt der Hotelflur nach Essen. Wie gut, dass der Geruch wie von Zauberhand vor den Zimmern halt macht! Ich HASSE Fettgeruch in den Klamotten!



>> Gasthof Isartal in Wallgau

Einen hoteleigenen Parkplatz gibt’s ebenfalls. Der liegt allerdings – kaum blickgeschützt – mitten im Dorf.
Aber: Was soll in diesem Nest schon passieren?

 
Balkonzimmer mit Ausblick

Bis 20 Uhr kann man im Gasthof lecker essen, so man denn ein Plätzchen findet. Um die wenigen Sitzplätze draußen muss man sich bei gutem Wetter vermutlich kloppen…

Bleibt festzuhalten, dass man in bayerischen Bilderbuch-Orten nach 22 Uhr wohl kein pulsierendes Leben erwarten darf. Bis zur nötigen Bettschwere lässt sich’s immerhin bequem auf dem überdachten Balkon hocken.

Endlich wieder auf dem Bock! [Freitag, 31. Mai 2019]

Hurra, >> Morecast (morecast.com) verspricht eine kühle, aber trockene Fahrt nach Kärnten.

Was nur anziehen?

Bei vorhergesagten 9 bis 16 Grad ist die Klamotten-Wahl nicht leicht:
Unter 18 Grad Außentemperatur ist’s mir in meiner Textilhose ohne eingezipptes Futter definitiv zu kalt. Also eine Funktionshose drunter und gut iss.

Die Büse-Jacke ist eh zu groß, also darf das Winterfutter drin bleiben, ohne mit dicker Fleece-Jacke zu eng zu werden. Letztere wandert aber erst einmal in das ausladende Topcase, das Norby seiner Tiger einst spendiert hat. Schön geht anders, ist aber enorm praktisch!

Die Kombi aus langem Funktionsshirt und neuer, weicher Softshell-Jacke von Louis funktioniert an diesem kühlen Morgen recht gut. Zumindest bis 100 km/h. Schneller sollte man auf den blitzfreudigen Landstraßen Österreichs eh nicht unterwegs sein, sofern man keine dicke Patte mit sich rumschlört.

Am Ortsausgang von Wallgau schwenken wir auf die knapp 13 Kilometer lange, Vorderriss-Mautstraße Richtung Sylvensteinspeicher und nehmen Kurs auf den Achensee.

Lieber feige, als nass!

Als es dort entgegen aller Vorhersagen zu tröpfeln beginnt, stülpen wir risikoscheu das Regenzeugs über und gönnen uns an der Tanke – für alle Fälle – zwei Autobahn-Vignetten.

Eigentlich hat unser „TomTom Rider“ einen klaren Auftrag: „Führe uns über die B181/B171/170 nach Kitzbühel“
Möglicherweise haben wir das „bitte“ vergessen. Jedenfalls zickt die Diva herum und baut prompt eine „ach so dolle“ Stadtrundfahrt durch Jenbach mit ein. #Dinge-die-die-Welt-nicht-braucht!

Anschließend geht’s über den Jochberg (B161) nach Mittersil und von dort weiter auf die B108 über den Felbertauern.

Felbertauerntunnel

Dank Felbertauerntunnel gibt’s eine wintersichere, rund um die Uhr geöffnete Verbindung zwischen den Bundesländern Salzburg und Osttirol.

Der Tunnel ist kürzer als befürchtet und die Luft in den Katakomben erstaunlich gut.

Die Mautstelle befindet sich am Südportal.
Das einmalige Passieren der Mautstelle kostet (für Motorradfahrer) 10 Euro. Zahlen könnt Ihr bar, per EC-, Kredit- oder diversen Tankkarten).

Achtet auf Ermäßigungen!
Beim ADAC (und dem österreichischn ÖAMTC) gibt’s beispielsweise ein fahrzeuggebundenes Hin- und Rückfahr-Ticket (18 Euro), Rundfahr-Tickets und so weiter.
>> www.felbertauernstrasse.at

Foto-Knips-Fans werden sowohl am Nord- als auch am Südportal glücklich. An beiden Seiten gibt’s ausreichend Parkplätze.


Felbertauern-Straße: Bei Top-Wetter sicher Fahr-Spaß pur?

Kaum spuckt uns der Tunnel am Südportal aus, lacht die Sonne! YIPPIE!

In Lienz nehmen wir die B100 über Dellach und Greifenburg und schwenken rüber auf die Drautalstraße.
Kurz vor Spittal an der Drau schlagen unsere Hinterteile vehement Alarm… Scheint, als schlummern sie noch im Winter-Modus?

Ich will Eis – JETZT sofort!

Angeblich können wir erst in Spittal auf eine Eisdiele hoffen. So lang können wir nicht warten!
Also das nächste Café im Kaff Steinfeld gestürmt und gestaunt, dass sich hier offenbar das halbe Dorf versammelt hat.

„Herein spaziert – Genussladele“ in Steinfeld

Im Nachhinein erfahren wir, dass Inhaberin Margarethe Brandner den Laden mit dem Ziel eröffnete, ein Nahversorgungs-Geschäft mit Produkten für das tägliche Leben anzubieten. Schwerpunkt: Obst und Gemüse aus der Region.

Hier gibt’s nicht nur Kaffee, sondern auch Snacks und „Mittagsschmankerl“. Eine feste Speisekarte sucht man vergeblich, denn Frau zaubert die Speisen aus den Produkten, die früh morgens erhältlich sind; natürlich frisch gekocht.

Wir fragen nach Eis und bekommen ein verdammt leckeres Bananensplit aus Kuhmilch. *Grandios!*

Wer es selbst ausprobieren möchte:
Der Laden hat montags bis freitags bis 18 Uhr geöffnet, samstags bis 13 Uhr, an Sonn- und Feiertagen allerdings geschlossen.

In Spittal geht’s zurück auf die B100 und in Weißenstein auf die Krastaler Landesstraße.

Über Puch und Köttwein (Krastaler Sattel) erreichen wir schließlich unser Ziel, „Treffen am Ossiacher See„.

Treffen am Ossiacher See

Lasst Euch nicht von der Bezeichnung „AM Ossiacher See“ täuschen:
Raus aus dem Hotelbett und mit ’nem Flachköpper ins Nass funktioniert nicht, denn der See ist knapp vier Kilometer entfernt.

Einkaufen für Selbstversorger:
In Treffen gibt’s einen „T&G“ und einen „Spar-Markt“. Richtung Villach findet Ihr einen Hofer (= österreichischer Aldi), einen Lidl und einen Billa-Markt.
Letztgenannter hat selbst sonntags geöffnet.

Tanken:
Verlässt man das viereinhalbtausend Einwohner starke Örtchen Treffen in Fahrtrichtung Villach, geht’s gleich am ersten Kreisverkehr zu Hofer, Lidl, KIK, DM, einem kleinen italienischen Modeladen und einem Café (Bäckerei Weissensteiner). Dort liegt auch die Diskont-Tankstelle am HOFER-Parkplatz, wo Ihr per Selbstbedienung günstig tanken könnt.

Selbstbedienung heißt:
EC-Karte einschieben, Tanken bis zu 130 Euro per EC-Pin verifizieren, tanken, fertig.
Wer mag, kann sich anschließend eine Quittung ausdrucken.

 

 

Kuchler-Wirt in Treffen am Ossiacher See (Kärnten/Österreich)

Der Kuchler-Wirt liegt direkt an der Durchgangsstraße, mitten im Dorf und ist bei Anfahrt aus südlicher Richtung kaum zu übersehen.

Betreiber sind „Bikerwirt“ Friedl Kohlweiss und seine Göttergattin Gina, die ihren Betrieb mit einer Riesenportion Herzblut führen. Wer sich hier nicht prompt pudelwohl fühlt, ist selbst schuld!

 
Großzügiges Gelände des Kuchler-Wirts

Zimmer

Unser geräumiges Zimmer liegt im zweiten Stockwerk, ist ansprechend eingerichtet und sehr sauber. Vom Balkon blicken wir direkt auf die Durchgangsstraße. Dennoch ist es erstaunlich ruhig.

Zum weiteren Komfort trägt der tägliche Zimmer-Service bei; Handtuchwechsel inklusive.



Selbst die Betten sind stylisch!

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Kuchler-Wirt: Alles im Blick vom überdachten Balkon.

Schlafplatz für die Moppeds

Das Schlafquartier für unsere Moppeds liegt gleich nebenan:
Jene parken entweder in der Garage oder – falls dort kein Platz mehr ist – im überdachten Bereich gleich nebenan. Um seine Maschine muss sich hier niemand sorgen, denn das Gelände wird nachts verschlossen.

  
Auch sonst lacht das Biker-Herz:
Vor den Stellplätzen gibt’s einen Waschplatz mit Hochdruckreiniger, eine „Helm-Station“ und einen Luftdruck-Prüfer.

Essen

Das Frühstück ist einfach top:
Allmorgendlich fragt die Frühstücks-Fee die Eierwünsche der Hausgäste ab. Nichts ist unmöglich: hart, weich, Spiegelei, Rührei mit oder ohne Speck/Schnittlauch und und und…

Auch die Brötchen sind ein Gedicht. Dazu Joghurt, Obstsalat, Müsli und frisch gebrühter Kaffee. *hmmmmm!*
So macht Aufstehen Spaß!

Abendessen

Der Kuchler-Wirt beherbergt nicht nur Hotelgäste, sondern punktet auch mit einem Restaurant und einem chilligen Biergarten. Zwar hat das Restaurant auch Ruhetage, jedoch sind Hausgäste davon nicht betroffen.

Wer die Biker-Pauschale gebucht hat, isst übrigens nicht nach Speisekarte, sondern wählt allabendlich zwischen zwei 3-Gänge-Menüs.

Einziges Problem:
Dank der kreativen, abwechlungsreichen und sehr leckeren Küche solltet Ihr keine Mopped-Klamotten dabei haben, die eh schon kneifen. 😉

>> www.kuchler-wirt.at

 

 

Slowenien-Tour [Samstag, 1. Juni 2019]

Allmorgendlich schwirrt Bikerwirt Friedl im Frühstücksraum herum, gibt Tipps und hilft bei kleineren (oder auch größeren) Problemchen.
So erfahren wir ganz nebenbei, dass die Nockalm Straße noch nicht komplett befahrbar ist und der – für heute geplante Vrsic-Pass – gestern dank Glatteis erst mittags öffnete.

Auf zur ersten Tour!

// Wurzenpass //

Nach einer gefühlt endlos langen, öden Fahrt durch Villach erklimmen wir den >> Wurzenpass.

Jener gibt sich abtörnend holprig und so werfen wir in der ersten großen Haltebucht angenervt den Anker.


Großer Fehler: Nur ein Stückchen weiter – auf der Passhöhe – befindet sich ein Duty-Free-Shop!


Kurven und Panzer auf dem Wurzenpass

// Vrsic-Pass //

Gut durchgeschüttelt erreichen wir Podkoren, schwenken rüber nach Kranjska Gora und erklimmen hinter dem Ort den >> Vrsic-Pass.

 

Hola-die-Waldfee:
Die Nordrampe des Vrsic-Pass überrascht mit Kopfsteinpflaster-Kehren!

Die Kehren sind enger als gedacht. Oder meinereiner nach der langen winterlichen Mopped-Abstinenz noch nicht so richtig kehrenfit?

Als der vor uns herumdümpelnde Vehikel-Fahrer sein Gefährt mitten in einer steilen Rechtskehre abwürgt, rutscht mir glatt das Herz in die Hose!
Hui, gerade nochmal gut gegangen, aber mit jeder anderen, weniger tiefen Maschine hätte ich mich unzweifelhaft gelöffelt!

Das erneute Anfahren aus der Schräge mit Gegenverkehr ist die Hölle: Dass mir plötzlich völlig unbestellt die Knie schlottern, macht die Sache nicht leichter!

Wider Erwarten heil auf der Passhöhe angekommen, mache ich mindestens sieben-hoch-pi Kreuze und schwöre, den Pass nie wieder an einem sonnigen Wochenende zu befahren!

Peinlichst berührt von meiner miesen Fahrkunst, traue ich mich kaum, den Helm abzunehmen, geschweige denn, den anderen Motorradfahrern in die Augen zu schauen. Im besten Fall lachen sie sich über die Kurvenzuparkerin halbtot…? – Sorry! *schääääm*

Mal wieder saublöde (halb auf der Straße) geparkt, verzichte ich darauf, mir die kleine Souvenir-Berghütte „Ticajev Dom/Ticajev Lodge“ näher anzusehen, wo sich eine Ziege bereitwillig streicheln lässt. Alternativen gibt’s nicht, denn der Parkplatz ist gerammelt voll.

Letzterer ist angeblich kostenpflichtig. Heute behelligt uns allerdings niemand. Möglich, dass unzufriedene Bikerinnen-Blicke abschrecken…?

 
Vierbeiner-Alarm auf der Passhöhe

Vrsic-Pass (italienisch: Passo della Moistrocca – deutsch: Werschetzpass)

Die einstige Militär-Straße erreicht man entweder über 24 Kehren vom nördlich gelegenen Krajnska Gora oder von Süden aus dem Trenta-Tal nach 27.
Beim Bau während des Ersten Weltkriegs schufteten sich viele der russischen Kriegsgefangenen tot. Zur Erinnerung an die Opfer errichtete man kurz vor dem Scheitel eine russich-orthodoxe Kapelle.

Wer den gebührenpflichtigen Parkplatz auf der Passhöhe umgehen möchte, sollte genau HIER halten!

Die Abfahrt gestaltet sich mangels Kopfsteinpflaster-Kehren wesentlich relaxter. Leider glauben wieder einmal diverse Radfahrer, die Straße gehöre ihnen allein! *GRRR*
[Zum Nachdenken: >> Beitrag „Gemeinsam auf das Stilfser Joch “ (www.motorprosa.com)]

Dann aber…


Dieser Blick auf die türkisfarbene Soca: unbezahlbar!

Wo um alles in der Welt können wir endlich halten und den Anblick zu genießen?
Die wenigen, winzigen Schotter-Haltebuchten auf der anderen Straßenseite sind längst belegt. Aber dann finden wir endlich einen Parkplatz, der ausnahmsweise größer ist als ein Teppichvorleger ist und werfen sofort den Anker.

  

An der Soca kann man sich gar nicht satt sehen!

Über das winzige Dorf Trenta geht’s weiter nach Bovec. Da der örtliche Supermarkt samstags nachmittags geschlossen hat, beschließen wir, nach Kobarid zu fahren und freuen uns wie jeck auf die geniale Schlängelstraße, die uns schon im letzten Jahr entzückte.

Bis Kobarid kommen wir nicht, denn die Straße ist nach einem Unfall gesperrt. Also kehrtmarsch und ein Café angesteuert. Nach einem Tomaten- und Obstsalat, zwei Kaffee und einer erfreulich niedrigen Rechnung in der „Gostilna Zvikar“ geht’s zurück nach Bovec.

// Predil-Pass //

Von dort rauf auf den >> Predil-Pass!
Der Belag war letztes Jahr irgendwie besser? – Egal: Er ist gerade noch erträglich und macht immer noch Laune!

Ein Abstecher auf die >> Mangartstraße bleibt uns auch diesmal verwehrt, da noch geschlossen.


 
„Unsere Jungs“ waren einige Tage später mutiger und fuhren einfach durch, so weit es ging…

Nach dem Passieren der slowenisch-italienischen Grenze auf der Passhöhe geht’s abwärts und am Predilsee ab auf den >> Sella Nevea.

// Sella Nevea //

Den Pass hatte ich a) kürzer und b) wesentlich netter in Erinnerung. Mag sein, dass er West-Ost-Richtung weniger geflickt ist, als umgekehrt?

Erschwerend kommt hinzu, dass eine Horde Carrera-Auto-Heizer die Piste mit ’ner Rennstrecke verwechselt. Jene kommen urplötzlich aus der uneinsehbaren Kurve geschossen und denken nicht Traum daran, auszuweichen!
Meine Herrn, nur einen Ticken schneller unterwegs und wir wären als Kühler-Trophären in die Unfallstatistik eingegangen! Der Schock sitzt tief…! *ARGGGH*

 
Zufall? Selbe Foto-Location wie im >> letzten Jahr (Beitrag „Motorradurlaub 2018 – Teil 2: Slowenien-Kroatien“ (www.motorrad.de)
Und wieder kommt auf den Fotos kaum rüber, wie steil dieser Hang in die Höhe ragt.

Über Chiusaforte geht’s auf der breiten SS13 Richtung Norden nach Pontebba, immer nett am Fluss „Fella“ entlang. In Arnoldstein wird’s Zeit für ’nen Kaffee. Da kommt uns diese Harley-Kneipe, das >> „Choppers“ gerade recht!
Das Kneipen-Innere ist auf Ami-Roadhouse getrimmt und es scheint, als könne es voll fetzen, hier mal ’nen Abend zu verbringen.

Anschließend fahren wir über die B83 nach Villach, um uns mitten im City-Gewühle vom Navi in eine Endlos-Schleife führen zu lassen: Nachdem wir sie einmal durchgenudelt haben, ignorieren wir sämtliche Navi-Befehle und schaffen’s mit ’ner Portion gesundem Menschenverstand tatsächlich zurück nach Treffen.

Am Abend ist unsere Mannschaft endlich komplett:
Als wir am Hotel aufschlagen, haben Anja und Blomy zwar noch kein Zimmer, aber zumindest Auto und Motorradanhänger abgeparkt. Eine ganze Weile später schafft’s auch der moppedanreisende Rest mit schmerzenden Hinterteilen, in Treffen aufzuschlagen. – Mögen die Spiele beginnen! 🙂

 

Burg-Tour [Sonntag, 2. Juni 2019]

Klar haben wir den Anderen die Ohren vollgeschwärmt und klar wollen sie heute ebenfalls nach Slowenien!

Norby und meinereiner ötteln hingegen über die Nordufer-Seite des Ossiacher Sees nach Feldkirchen, von dort nach Griesau und weiter Richtung Ebene Reichenau. (Na DIE haben ja hier eigentümliche Ortsnamen!)

// Turracher Höhe //

Die B95 führt uns auf die >> Turracher Höhe.
Mir persönlich passt auf der 16 Kilometer langen Strecke weder der Belag (zu huckelig), noch entzückt mich dieser Bergsee auf der Passhöhe, der die Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark markiert. Möglicherweise ist das plötzlich trübe Wetter schuld?

Unten in Predlitz fahren wir in westliche Richtung nach Ramingstein, wo es eine coole Burg geben soll.
Da uns der navi-vorgeplante Weg statt zur Burg in die Irre führt, machen wir kehrt und gönnen uns erstmal ’nen Kaff.

Vom „Café zum Burgblick“ hat man – wie der Name verspricht – einen guten Blick auf die imposante >> Burg Finstergrün (www.burg-finstergruen.de), in der sich heutzutage eine Jugendherberge befindet.


Suchbild: Finde die Burg!

Nach dem Kaffee-Stop folgen wir der B97 über Predlitz nach Stadl an der Mur.
Kaum in der Steiermark, wird der Straßenbelag deutlich besser und weiß, mich zu begeisern.

// Flattnitzer Höhe //

Die anschließend erklommene >> Flattnitzer Höhe ist jedenfalls ganz nach meinem Geschmack!

Bleibt letztendlich festzustellen, dass die Bitumen-Streifen auch in dieser Region einfach nur SAUglatt sind!

 
Hochrindl in den Nockbergen (auf der L65 oder so…)

Als die Wolken sich plötzlich einiger Tropfen entledigen, ignorieren wir den Himmelberg-Abzweig Richtung Arriach und rollen ins wettertechnisch freundlichere Feldkirchen ein. Obwohl das Örtchen – gefühlt – ausschließlich aus Einbahnstraßen besteht, schaffen wir’s in die Stadtmitte.


Das Eis am Markplatz hätte besser sein können, aber die Umgebung ist nett!

Nach erneutem Durchstarten müssen wir leider einsehen, dass das mit dem Wetter in den Nockbergen heute wohl nix mehr wird. Folglich verabschieden wir uns von der geplanten Route und tanken zunächst mal auf.

Hmmm… viel zu früh, um heim zu fahren?

Egger Marterl am Faaker See

So geht’s Villach umfahrend über die Autobahn (wofür haben wir uns schließlich das „Pickerl“ gegönnt?) zum Faaker See.

Kaum abgefahren, entdecken wir – eher durch Zufall – das besagte „Egger Marterl“.

 
Mit etwas Glück gelingen uns tatsächlich ein-zwei Fotos ohne ins bild hüpfendes Menschenvolk…
Im Hintergrund: der türkisfarbene Faaker See!

An der Ostseite des Faaker Sees suchen wir nach einem Parkplatz, aber irgendwie ist es irre: Gibt’s denn tatsächlich keine Möglichkeit, die Moppeds direkt am See zu parken? Ok, dann halt nicht!

Harley-Denkmal am Faaker See

 
Dafür finden wir das Harley-Denkmal am Kreisverkehr an der Südseite des Sees
(Faak am See Richtung Pogöriach).

Nachdem wir den See in westlicher Richtung umrundet haben, geben wir’s auf: Offenbar gibt’s dort erst recht keine Stelle, an der man direkt an das türkisfarbene Gewässer heranfahren kann.

 

Steiermark-Tour [Montag, 3. Juni 2019]

Nach wie vor lauern wir auf die uneingeschränkte Öffnung der Nockalm-Straße. Leider ist die Teilsperrung weiterhin aktiv, daher beschließen wir, in die Steiermark zu fahren.

Über Klagenfurt geht’s ziemlich direkt nach Sankt Vein an der Glan.
Möge der Kurvenspaß spätestens hier beginnen!

// Packerstraße //

In Griffen nehmen wir die gut ausgebaute Packerstraße (B70) über den „Griffener Berg“ und fahren über Framrach und Sankt Paul im Lavanttal nach Lavamünd. Dort nehmen wir Kurs auf die steirische Route 69:

// Soboth – „Route 69“ //

Bis zum Stausee „Soboth“ glänzt die Piste mit einwandfreiem Straßenbelag, ist aber aber auf dem weiteren Weg Richtung Eibiswald mit Bitumenstreifen gespickt. Zum Glück sind sie nicht glatt!


Am Soboth-Stausee gibt’s nicht nur Kurven, sondern auch ein Café, das „Café Seerast“.

Bei Aibl verlassen wir die Route und es geht über die B76 hoch zum Radlpass.

// Radlpass //


Wie ausgestorben: Dennoch hat der Duty-Free-Shop hoch oben auf dem Radlpass geöffnet.

Auch runter nach Slowenien (Radlj ob Dravi) begegnen wir weder Mensch noch Tier.

Laut diverser im Winter inhalierter Reiseberichte, ist die Strecke entlang der Drau „wunderschön“.
Das sehen wir irgendwie anders und sind mehr als happy, hinter Dravograd erneut Lavamünd zu erreichen, ohne eingeratzt zu sein.

Über die B81 geht’s Richtung Bleiburg. Hinter Neuhaus entdecken wir nicht nur einen Rastplatz, sondern auch eine höchst interessante Hängebrücke („Santa Lucia“).

Hängebrücke „Santa Lucia“


>> www.kunstradweg.at

 
Wie in Österreich gewohnt, gibt’s auch hier einen Extra-Parkplatz für Motorradfahrer! *Großes-Lob!*

 
Hängebrücke Santa Lucia über die Feistritz


Norby im Kurvenfieber!

Nachdem wir Bleiburg passiert haben, geht’s weiter nach Sittersdorf.
Tipp: Wer mag, nimmt dort Kurs auf die südlich verlaufende B82, die über Eisenkappel zum Seebergsattel führt.

Aus Zeitgründen entscheiden wir uns für die B85 Richtung Rosenthal, wo fahrtechnisch endlich wieder etwas mehr Leben in die Bude kommt.

Tipp: Biegt Ihr bei Ferlach auf die B91 ab, erreicht Ihr den Loiblpass.
Eigentlich stand jener auf unserem Plan, war aber leider ab Mai wegen eines Felssturzes gesperrt.
Da die Wiedereröffnung erst für Mitte Juni angekündigt wurde, haben wir die Durchfahrt gar nicht erst probiert…

Zwar ist es nicht megaheiß, aber dennoch lecker warm. Da wir permanent der Sonne entgegenfahren, brennt diese mächtig auf den Helm. Auf Dauer macht das schon ziemlich gaga!

So verabschieden wir uns von der Idee, die Käffer an
Stattdessen nehmen wir die nächste Autobahn-Auffahrt, um Villach zu umfahren und zurück in unsere temporäre Heimat zu kehren.

 

Panoramastraßen-Tour [Dienstag, 4. Juni 2019]

Per B98 schaukeln wir uns über Einöde und Afritz nach Radenthein und freuen uns über die nette Strecke.

// Goldeck Panoramastraße //

Weiter geht’s Richtung Zlan auf die Goldeck Panoramastraße, wo wir den ersten unserer vier Biker-Pauschale-Mauttickets-Schnipsel loswerden.

Biker-Pauschale und Panoramastraßen-Ticket

Unsere gebuchte „Biker-Pauschale“ beim Kuchler-Wirt beinhaltet unter anderem ein sogenanntes Panoramastraßen-Ticket:
>> motorrad.kaernten.at/panoramastrassen-ticket

Jedes Ticket besteht aus vier Abschnitten, wobei jede Panoramastraße einem Abschnitt entspricht.
(Ausnahme: die Großglockner Hochalpenstraße, für die zwei Abschnitte fällig werden).

Das Ticket gibt’s exklusiv bei allen „ARGE Motorradland Kärnten Hotels“.
Dahinter verbirgt sich ein Hotel-Verbund, der sich auf die besonderen Bedürfnisse und Wünsche von Motorradfahrern spezialisiert hat.

Auf der zugehörigen Webseite findet Ihr hilfreiche Touren-Infos:
>> motorrad.kaernten.at

Hat sich’s gelohnt?
Nö!
Die Goldeck Panoramastraße führt fast durchweg durch dichten Wald, glänzt nicht gerade mit dem besten Belag und auf der Passhöhe fehlt uns irgendwie das Aha-Erlebnis.


Goldeck Panoramastraße: Die Aussicht könnte besser sein…!

  
Hurra, wieder unten!

Weißensee

Über Stockenboi geht’s weiter zum Ostufer des Weißensees.


Im glasklaren Weißensee lassen sich mühelos dicke Fische bewundern.


Direkt am >> Schiffsanleger (www.weissensee-schifffahrt.at) gibt’s ein SB-Café-Restaurant, wo man echtes Bauernhof-Eis schnackeln kann.
(Haben wir nicht angetestet.)

Windische Höhe

Nach Rückkehr aus der Sackgasse geht’s weiter über die „Farchensee Landstraße“ und „Kreuzner Landesstraße“ Richtung Matschiedl. Anschließend über Boden auf die >> Windische Höhe.


Windische Höhe:
Nett anzuschauen, aber etappenweise sehr holprig.

Auf dem Weg nach Nötsch im Gailtal erwartet uns eine weitere desaströse und auch landschaftlich kaum erwähnenswerte Huckelpiste.

Da die Straße nach Bleiberg-Kreuth gesperrt ist, nehmen die Hauptstraße (Gailtal Bundesstraße/B111) und landen in Villach Warmbad.

// Villacher Alpenstraße //

Scheint, als braut sich gerade ein Gewitter zusammen. – Was nun?
Rauf auf die Rosstratte und dafür einen Panoramastraßen-Tour-Schnipsel verbraten, auch wenn’s Wetter vielleicht nicht hält? Egal: Augen zu und durch!

Blöderweis ist die >> Rosstratte (Villacher Alpenstraße) durchweg auf 70 Stundenkilometer beschränkt und laut Beschilderung video-überwacht.
Prompt findet Little-Streety das vermutlich einzige, unsichtbare(!) Loch, das allein schon für sich genommen das Geschwindigkeitslimit rechtfertigt und ihre Fahrerin unerwartet in die Höhe katapultiert.

Sechzehneinhalb Kilometern weiter erreichen wir mit dem „P11“ das Ende des asphaltierten Villacher Hausbergs auf 1.732 Metern.

Hier hat man nicht nur einen imposanten Rundblick, sondern kann sich unter anderem an einem Geologie-Lehrpfad und dem Kunstwerk „Sonnenwege“ ergötzen.
Wer hungrig oder durstig ist, dem wird im Berggasthof „Rosstratten-Stüberl“ geholfen.

 


Vorbildlich bikerfreundlich:
Hoch droben gibt’s nicht nur spezielle Biker-Parkplätze, sondern auch einen Biker-Safe, in dem sich Helme etc. einschließen lassen.

Auf dem Rückweg erlauben wir uns einen weiteren Stop an „P6 – Villacher Alpe“.

 
Auch hier wurde ein Biker-Safe für Motorradhelme etc. installiert.

Im Alpengarten lassen sich 800 alpine Pflanzen bestaunen.
Mehr interessiert uns allerdings die Aussichtsplattform „Rote Wand“, die 400 Meter über dem Abgrund schwebt und eine grandiose Fernsicht auf Karawanken und die Julischen Alpen bietet.

 
Skywalk an der Aussichtsplattform „Rote Wand“: nix für Höhenschisser!
Auch hier haben mittlerweile Liebes-Schlösser Einzug gehalten…

Sicherlich ähnlich spannend: Die Aussichtsplattform „Arenablick“ in Kehre 2. Man munkelt, dort habe man einen imposanten Ausblick auf die Skisprung-Schanze.
Da wir lieber fahren, statt dauernd abzuparken, haben wir jene leider verpasst.

Fazit Villacher Alpe: Welch eine Wohltat nach dem miesen Alsphalt des Vormittags!

 

Malta-Hochalm-Tour [Mittwoch, 5. Juni 2019]

Während Anja und Blomy heute einen E-Bike-Tag einlegen und Christoph ebenfalls der Sinn nach Sporteln steht, machen sch die Anderen auf Richtung >> Nockalm-Höhenstraße (Eisentalhöhe), die endlich wieder uneingeschränkt befahrbar ist.

Nachdem Norby und meinereiner unsere Maschinen beim Kuchler-Wirt vom gröbsten Schmutz befreit haben, geht’s schnurstracks zum Reifenwechseln zum „Reifenservice Lamprecht Michael S-Point (www.reifen-villach.at)“ in Villach. An dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank Friedl, dass Du Dich um die Bestellung gekümmert hast!


Die Jungs des „Point S“ haben’s echt drauf und ratz-fatz rollen wir wieder vom Hof.


Niegelnagelneue Pantoffeln für die Großkatze!

Was nun?
Da wir sooo fix fertig geworden sind, könnten wir doch ebenfalls die Nockalm mit ihren 52 Kehren stürmen?

Auf ins Vergnügen!

Bei der Suche nach dem Villacher Ortsausgang entwickelt unser Navi offenbar eine Links-rechts-Schwäche, leitet uns prompt fehl und hat offenbar eine Never-ending-Stadtrundfahrt im Sinn. – Hey, nicht mit uns!

Nachdem wir den Versuch im Keim erstickt haben, bleibt uns nix anderes, als zunächst die B100 in Kauf nehmen, die uns bis Spittal maximal ein müdes Gähnen entlockt.

Erst auf der B99 (Richtung St. Michael im Lungau) kommt endlich wieder Fahrspaß auf!


Die brodelnde Drau…

// Malta Hochalmstraße //

Bei Gmünd biegen wir ab Richtung >> Malta Hochalmstraße.

Die knapp 20 Kilometer bis zur Mautstelle ziehen sich schier endlos.
Kaum haben wir die Mautstation passiert, geht’s direkt zur Sache und ehe wir uns versehen, stranden wir urplötzlichh vor einer Ampel.


Hä? Eine Ampel mitten auf dem Pass?

Laut Ampel-Display ist an dieser Stelle mit einer maximalen Wartezeit von 20 Minuten zu rechnen.
Rest-Warte-Zeit: 19 Minuten…

Spätestens nach Durchfahren der Engstelle wird klar, dass die Ampelregelung durchaus ihre Berechtigung hat: Wer weiß, wie oft es sonst im Felsentunnel crashen würde…?

Auch nach der Einbahnstraße hält das Abenteuer an: Immerhin erwaret uns kurz vor der Kölnbreinsperre ein weiterer, ampelgeregelter Einbahn-Tunnel: seines Zeichens stockfinster, länger als gedacht, verschlungen und verdammt nass!

 
DAS war’s dann wohl mit unseren sauberen Moppeds!

Wenige hundert Meter hinter dem Tunnel sind wir endlich oben.
Und wer spukt dort herum? – Natze, Richard, Guido, Helmi und Jochen!


Bekannte Gesichter an der Kölnbreinsperre…

Gut, zu wissen…

Jedes Jahr Anfang Juli findet an Österreichs höchster Staumauer, der Kölnbrein-Sperre auf 1.933 Metern Höhe eine große Motorrad-Segnung statt.

Anlässlich dieses Events darf die Staumauer sogar befahren werden!

   
Todesmutige können sich hier oben auf die Glasfläche des „Air-Walks“ an zweihundert Meter freier Sicht auf den Abgrund ergötzen!
Feiglinge nutzen den Foto-Point (wenn er nicht gerade defekt ist, wie es bei uns der Fall war…)

Während die Anderen nochmal schauen wollen, wieviel höher man noch fahren kann, machen Norby und meinereiner uns auf den Rückweg.
Klar, dass wir direkt vor der ersten Tunnel-Ampel stranden und weitere Zeit vor der Nächsten verlieren…


Wartezeit: 22 Minuten…
(Häää? Wieso länger, als auf dem Hinweg?)


Wart, wart, wart…

Nach einer gefühlte Ewigkeit mutterseelenallein mitten in der Pampa füllt sich die Reihe der Durchfahrtswilligen. Unter anderem dabei – selbstredend – auch „unsere Leute“. Haben die ’ne innere Uhr oder was?


Ready – steady – GO!

Zum Essenfassen sammeln wir uns kurz hinter der Mautstaton, im Alpenrestaurant Fallerhütte, wo sich die Mannschaft an Süppchen, Kuchen, Eis und vollwertiger Mahlzeiten wie „Pommes-Schnitzel“ ergötzt.

// Nockalm Höhenstraße //

Während die anderen „von oben“ kommen und weiter zum Millstätter See wollen, fahren Norby und meinereiner Richtung Norden. Der Plan: rauf auf den Katschbergpass und von dort weiter auf die Nockalmstraße.

Soll so nicht sein: In der Ferne türmen sich endlos viele Wolken – somit ist der >> Katschbergpass gestorben.

Bei einem temporären Stop in Kremsbrücke kommen uns nicht nur Moppedfahrer mit Regenklamotten entgegen und der Himmel lässt erste Regentropfen.
Doof-jetzt-irgendwie, denn damit hat sich auch die Nockalm-Straße erledigt!

Hätten wir DAS geahnt, hätten wir definitiv den Eselspark im Maltatal besucht!

Eselpark Maltatal

Während der Saison (Mitte Mai bis Ende Oktober) ist das Gestüt täglich von 10 – 19 Uhr geöffnet.
Nach der Entrichtung des Eintrittsgeldes von 5 Euro lassen sich dort über hundert Tiere verschiedener Rassen bestaunen. Viele von ihnen sind handzahm.

>> www.eselpark.at

Millstätter See

Wir flüchten über die B99 zurück Richtung Millstätter See.
Gar nicht sooo uncool: Zwar bremsen einige Orte die freie Fahrt, aber der Rest ist lediglich auf 80 km/h limitiert…

Kaum am See vorbei beginnt’s so heftig zu schütten, dass wir uns in eine Bushaltestelle mitten in der Pampa flüchten.

Landunter!

Kaum haben wir das Regenzeugs übergestülpt, ist die Straße auch schon geflutet. Bloß schnell weg hier!

Am Ortsausgang von Radenthein ist schließlich Schluss mit lustig:
Stau! Und in der Ferne Polizeibeamte, die den Verkehr umleiten…

Da es zu allem Überfluss kracht und blitzt, retten wir uns zu einem Supermarkt mit Unterstand. Klar, dass es hier kein Café gibt!

Kurz nachgefragt erfahren wir, dass die Straße nach Afritz wegen eines Unfalls gesperrt ist. Mist!

Als das Gewitter sich verflüchtigt hat, kehren wir um und fahren über Döbriach und Glanz (nette Strecke auf der L37!) nach Weißenbach (unspektakulär, aber wenig Verkehr!).
Prompt verpassen wir den Abzweig nach Puch, aber egal:

Nach einer kurzen Etappe auf der Tauern-Autobahn landen wir schließlich kurz vor unserer Standard-Diskont-Tankstelle und kommen nach dem Auftanken tatsächlich fast zeitgleich mit den anderen an.

 

Greifvögel-sind-auch-cool-Tour [Donnerstag, 6. Juni 2019]

Vorteil eines echten Biker-Hotels?
Definitiv die „Insider-Touren“ der einschlägigen Biker-Wirte!

Unser Biker-Wirt, der „Friedl“, bietet wöchentlich zwei geführte Touren an. Da die erste Wochentour teilnehmertechnisch bereits rappelvoll ist, bietet er unserem Trupp die Zweite an. Erstaunlicherweise nehmen „unsere Leute“ das Angebot an.
Gut für sie, denn nach der Tour zu „Schloss Elberstein & Co“ haben sie glattweg Sternchen in den Augen!

>> Hier geht’s zum Video „Mit dem Kuchler-Wirt zum Schloss Elberstein“ (www.facebook.de)

Für Norby und meinereiner der falsche Zeitpunkt:
Es wird dringend Zeit unsere müden Knochen zu bewegen und so legen wir einen Wandertag ein.

Nach 5,5 Kilometer geht’s zu Fuß steil hoch zur >> Burg Landskron, die nordöstlich von Villach hoch über dem Ossiacher See thront. *Viel-warm!*

Tipp: Wer mag, kann auch mit dem Mopped hoch zur Burg fahren. Das kostet allerdings extra; zumindest in der Zeit, in der das Kassenhäuschen unten besetzt ist. (Ich glaube, es waren 2 Euro für Motorräder und 4 für Pkw. Das Häuschen unten ist zirka von 9.30 bis 16.30 Uhr besetzt. Davor und danach habt Ihr freie Fahrt!


Burg Landskron

Adlerarena auf Burg Landskron

Trotz des beschwerlichen Fußwegs schaffen wir’s pünktlich zu 11 Uhr zur „Adlershow“ auf die Burg. Gut so, denn die Nächste beginnt erst um 14.30 Uhr!

Die 13 Euro pro Nase sind gut investiert:
Die Vögel (Falken, Eulen, Adler) haben heute richtig Bock und geben alles!

www.adlerarena.com

Danach ein kleiner Rundgang durch die Gehege mit den imposanten Riesen-Vögeln.

 

Anschließend gönnen wir uns ’nen Kaffee im Burgrestaurant und staunen über die Weitsicht: Von hier oben lässt es sich bis hin nach Slowenien schauen!


Fernblick von der Burg

Als hätte irgendwer ’nen Schalter umgelegt, pfeift urplötzlich der Wind aus dem letzten Loch und fegt die ein oder andere Decke von den Tischen. Und ratzfatz sammeln sich über den Bergen diverse Wolken.


Hoch oben auf der Burg

Affenberg

Was jetzt? – Auf zum >> Affenberg!

Hier ist das Glück nicht auf unserer Seite. Die Führungen finden stündlich von 9.30 bis 17.30 Uhr statt. Allein darf der Zoo nicht betreten werden. Da wir keine Lust haben, 45 Minuten auf die nächste Führung zu warten, machen wir uns auf den Rückweg.

Ein Kaffee am See wäre nicht schlecht?

Wir latschen uns die Füße wund…

Merke: Es ist eine verdammt blöde Idee, die Südroute um den Ossiacher See einzuschlagen: Dort findet Du alles – einen Robinson-Club, Ferienwohn-Anlagen – aber weit und breit weder ein Ort, geschweige denn ein Café!

Angeblich gibt’s eine Schiffsverbindung zum nördlichen Annenheim: >> Schiffsstation St. Andrä (www.ossiachersee-schifffahrt.at)
Allerdings erst in weit über einer Stunde. Ok, dann latschen wir halt den ganzen öden Weg zurück.

Nach 15 Kilometer Fußmarsch schlagen wir bei unserem Wirt auf und belohnen uns mit einem dicken Eis!

 

Rücktour [Freitag, 7. Juni 2019]

Jochen ist bereits vor dem Wecken fort, da sein alljährliches Pfingst-Familien-Treffen ruft. Auch für uns heißt es heute Abschied nehmen.

Bye-bye Treffen!

Über Afritz geht’s am Millstätter See vorbei Richtung Spittal. Die Stadtdurchfahrt schenken wir uns, umfahren lieber per Autobahn und kehren erst hinter dem Ort auf die B100 zurück.

// Felbertauernpass//

In Lienz geht’s ab auf und über den Felbertauernpass.



Tolle Aussicht am Nordportal des Felbertauerntunnels!

In Mittersil biegen wir Richtung Gerlospass und statten zunächst „Newchurch“ einen Besuch ab. In der City wird gebaggert, was das Zeug hält. Keine Ahnung, wie sie das bis zur Großveranstaltung >> New Church Club (16. – 22.06.2019) hinbekommen wollen?

Mag sein, dass genau in der Woche der Bär im Ort steppt, jetzt allerdings herrscht Totentanz und sogar die Cafés haben mittags geschlossen.

Wenige Kilometer werden wir in einem Landgasthof fündig.


Kaffee mit Venediger-Blick

// Gerlospass //

Weiter geht’s, auf den Gerlospass.
Den hatte ich völlig anders, vor allem weniger lang und kurvenreich in Erinnerung…


Gerlospass

Unten im Tal Richtung Jenbach ist’s lecker warm und voll.

Über die gut ausgebaute B181 geht’s kurvig am Achensee entlang. Jener leuchtet heute türkisgrün. *WOW!*

Kurz nochmal in Österreich aufgetankt und auf zum Endspurt: Über die B307 am Sylvenstein-Stausee vorbei und weiter über die Vorderriß-Mautstraße.

Wunderschöne Isar!

Kurze Zeit später schlagen wir in Krün auf, wo wir ab sofort eine Woche lang Urlaub vom Urlaub machen! 😉

TEIL 2 „MOTORRADURLAUB KARWENDEL“ folgt!

 

 

Fazit

1. Herausforderung: Unterwegs mit Gespann!

Anhängerfahren ist ja sooo öde!
Zumindest, wenn man mangels großem Zugfahrzeug mit maximal 80 Stundenkilometern über die Autobahn zockeln muss.

Auch ganz schön tricky, ein Zwischenübernachtungs-Hotel mit sicherem Parkplatz zu finden, der ein Gespann in voller Länge aufnimmt. So verzichteten wir auf dem Hinweig freiwillig auf ein Hotel in der quirligen Stadt und suchten stattdessen nach einer ländlichen Butze, wo wir weniger kriminelle Energie vermuteten.


Für alle Fälle dabei: ein Anhänger-Schloss, um das Gespann über Nacht zu sichern. (Danke für’s Ausleihen, Richard!)

Warum gibt’s bei Google-Maps eigentlich keine Routenberechnung mit Gespann?
Bleibt offenbar nur die ADAC-Maps-App, um den Zeitbedarf zu checken…(?)

2. Vorsicht, Paparazzi!

Achtet in Österreich auf graue Kästen! In jedem dieser unauffälligen Kästen könnte eine Blitzer-Kamera versteckt sein, also lieber einmal mehr runter vom Gas.

 

Blitzkiste mitten in Treffen, während unseres Aufenthalts zum Glück nicht geladen.
Links: Blitzkasten aus der Ferne – Rechts: Blitzkiste aus der Nähe.

3. Wetter

Das Wetter war uns glücklicherweise hold: In den Tälern war es bereits lecker warm, aber noch gut erträglich.
Merkwürdigerweise sammelten sich aber täglich spätestens am frühen Abend dicke Wolken über den Nockbergen und ließen nicht nur einmal Wasser.


Regenbögen können sie ja dort in Kärnten!

4. Verpasst!

Eine Woche Tourlaub ist einfach zu kurz!
Alles geht einfach nicht und so fehlen uns wieder einmal massig Pässe & Co, die eigentlich auf unserer Must-have-seen-Liste standen.

Am Seebergsattel kamen wir zwar vorbei, am besagten Tag war es uns aber zu spät; immerhin bietet sich von dort aus eine Slowenien-Runde an.

Der Loiblpass mit Tscheppaschlucht und dem Gasthaus „Deutscher Peter“ hätte uns schon sehr gereizt. Angeblich war die Durchfahrt jedoch wegen eines Felssturzes bis in den Juni hinein gesperrt. So haben wir gar nicht erst probiert, ob er befahrbar war.

Die Großglockner Hochalpenstraße war eigentlich längst offen, schneite aber leider erneut zu. Als wir nach Kärnten fuhren, war die Straße zwar vom Norden her anfahrbar, vom Süden (ab Heiligenbluth) aber wieder gesperrt. Dass es mit dem Großglockner nicht geklappt hat, ärgert mich sehr: Ich liiiebe diese Straße und nur zu gern hätte ich diesmal öfter mal angehalten, um das ein oder andere Panorama zu bestaunen!

Auch auf der Nockalm-Straße musste nachträglich wieder ein Teilstück gesperrt werden. Ärgerlich!

Gleich um die Ecke und trotzdem nicht befahren:
Kommt man von Treffen und befährt die B98, geht’s vor Afritz am See nach Arriach (Teuchen Landstraße). Diese führt über Innerteuchen nach Winklern zur B95. Unter anderem findet sich auf der Piste auch eine der Auffahrten zur mautpflichtigen „Gerlitzen Gipfelstraße“. Jene hat uns – da kurz und mautpflichtig – allerdings nicht gereizt…

Weder waren wir auf dem Pyramidenkogel, noch haben wir die angeblich so schöne Südseite des Wörthersees befahren. Bei warmen Wetter zieht’s einen halt doch eher in die Berge…

Auf dem Rückweg hätten wir zu gern das „Penser Joch“ oder den „Jaufen Pass“ mitgenommen. Machte aber leider keinen Sinn, da die „Timmelsjoch Hochalpenstraße“ erst am 8. Juni 2019 öffnete und unser schöner Plan somit hinfällig wurde.

5. Motorradurlaub Kärnten: Gibt’s eine Wiederholung?

Kärnten glänzt landschaftlich mit einer Riesenportion an WOW-Effekten!

Auch das Bikerhotel (siehe oben) war in allen Belangen erstklassig und wir können es wirklich uneingeschränkt empfehlen!
Sehr nachahmenswert fanden wir auch die Biker-Pauschale, allein schon wegen der vier Abschnitte für die teuren Mautstraßen!

Auch das Tanken macht in Österreich nach wie vor Laune! 🙂

Nur Lob?
Nein! Straßentechnisch hatten wir irgendwie mehr erwartet: Zum einen törnten die zahlreichen Holperpisten ab, zum anderen diese megarutschigen Bitumen-Schmierereien.

Wir würden auch jederzeit wieder ein Autobahn-Pickerl kaufen: Die 5,30 Euro für die 10-Tages-Vignette waren insofern gut angelegt, als wir Villach mal eben schnell umfahren konnten und so viel Nerven und Zeit sparten.

Motorradurlaub 2019: Wer war dabei?

Letztendlich lief es – wie immer – auf die üblichen „Verdächtigen“ hinaus:

  • Unser Dream-Team: Nicht-wegzudenken-Helmi und Mich-bringst-du-nicht-aus-der-Ruhe-Jochen
  • Die beiden Läster-Schwestern samt Busenkumpel oder anders gesagt, das B-Trio: Bennaaart (Natze), Bennaaarts Bruder („Little-Joe“-Richard) und ihr Best-Buddy (Guido)
  • Und natürlich unsere beiden Kleinen, „Schatzi und Mausi“ (Bruderherz-Blomy und unsere nicht mehr wegzudenkende Stimmungskanone Anja)
  • Kurzfristig stieß Actionman-Christoph dazu, der mindestens seinen halben Hausrat im Wohnwagen transportierte (unter anderem seine fette BMW und ein Highclass-Mountainbike) und nach der Woche eine Weitere in Österreich verbrachte.

Auch diesmal war der „Schwund“ zwischen Tour-Planungs-Meeting und Tour gering. Zum Glück!
Sandra und Heinrich entschieden sich direkt nach dem Planungs-Treffen gegen Kärnten. Andreas musste leider kurzfristig absagen, da er die Zeit lieber im Krankenhaus zu verbringen gedachte. Für’s Britta-Kind war ein Mopped-Ausflug in die hohe Hügelwelt einfach noch ein bissken zu früh.
„Uns-Bernd“ schließlich ist mittlerweile leider abtrünnig geworden, besinnt sich aber hoffentlich irgendwann erneut, mit uns zu touren!

 

Kartenmaterial

Braucht man noch Karten, wenn man mit Motorradnavi fährt?
Andere vielleicht nicht – wir schon!
Allein schon, um schöne Touren vorab (meist am PC) zu planen und diese anschließend auf’s Navi zu ziehen.

Das Gute: Bei jedem Biker-Hotel, das etwas auf sich hält, bekommt Ihr hoteleigene Kärnten-Tour-Karten.
Tipp: Letztere lassen sich auch zuverlässig auf Motorradmessen einsammeln.

Hilfreich finden wir auch die >> ADAC-Tourenkarte Steiermark, Kärnten, Friaul, Slowenien (www.adac.de). (Download oder kostenlos in der ADAC-Geschäftsstelle erhältlich)

Wem die Karten zu grob sind, kann sich natürlich auch mit detaillierteren Tourkarten eindecken. Jene kosten allerdings…

Im Vorfeld hatten wir uns folgende Motorradkarten besorgt:

>> ADAC Urlaubskarte Kärnten, Steiermark West 1:150.000 (www.amazon.de)

>> Kärnten – Osttirol, Autokarte 1:200.000, freytag & berndt (www.amazon.de)

>> Autokarte Slowenien, 1:150.000, freytag & berndt (www.amazon.de)

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief", im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der unendlichen Macht ihrer Ernährer gescheitert, mit achtzehn aber (endlich!) erfolgreich. *YEAH!* Danach leider nie aktiv gefahren und den Virus eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt - Bis er 2004 umso heftiger wieder ausbrach. Seitdem irgendwie unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :-)
http://www.motorrado.de

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