Welcome, little Streety!

Nach monatelangem Warten, Hoffen, Bangen und einem riesigen Affenzirkus konnte ich meine neue Streety am 7. Mai 2018 endlich heimholen.
Mittlerweile haben wir 3.600 Kilometer zusammen verbracht. – Sind wir trotz aller Widrigkeiten Freunde geworden?

// >> Ausstattung // >> Multi-Kulti-Zubehör // >> Einfahr-Phase // >> Mit der Streety endlich das neue Motorrad gefunden? //

Ursprünglich wollte ich mir die normale „Street Triple S“ zulegen. Dank der schlanken Bauweise hätte die 810 Millimeter hohe Sitzbank gerade mal zwanzig Millimeter abgepolstert werden müssen und sitzpositionstechnisch fühlte ich mich pudelwohl.

Beim „Kupplungszieh-Test“ der drei Streety-Varianten wurde schnell klar, dass sich der Hebel der „R“ einen Tacken leichter ziehen ließ als die der Spar-Variante. Da sich das hochhackige Modell obendrein direkt ab Werk tiefergelegt bestellen ließ, stand meine Entscheidung schnell fest: mein neues Mopped wird die

streety
Street Triple R LRH

Ausstattung

Standard-Krams

Technischen Schnick-Schnack finde ich eigentlich sehr nett. Bei Motorrädern kann ich aber gut und gerne darauf verzichten!

Leider hat man der „R“ statt des formschönen, klassischen Cockpits der alten Streetys eins dieser neumodischen 5-Zoll-TFT-Displays spendiert. Klar, es funktioniert tadellos und lässt sich selbst bei strahlendem Sonnenschein einwandfrei ablesen. Es gibt diverse Einstellmöglichkeiten; steuerbar über drei Knöpfe/Wippschalter. Auch nett: Stellt man das Display auf „automatisch“ ein, wechselt der Hintergrund je nach Lichteinfall von hell auf dunkel und umgekehrt. Das Design ist dennoch gewöhnungsbedürftig.

Selbst die Spar-Variante der Streety kommt standardmäßig mit zwei Fahrmodi daher: „Straße“ und „Regen“. Bei der „R“ kommen zwei weitere hinzu: „Sport“ und „Fahrer“.
Brauche ich sowas?

Die Modi habe ich bislang noch nicht angetestet, wenngleich sich für den Regen-Modus im Urlaub zahlreiche Gelegenheiten boten. Sollte jener dafür sorgen, dass das Mopped auf regennasser Straße nicht mehr länger Nässe auf meinen Rücken schleudert, fände ich ihn allerdings mehr als sinnvoll. 😉

dreckspatz
Dreckspatz nach erfolgreicher Taufe

Chic!
Beim Design haben sich die Entwickler echt Mühe gegeben:
Der Sitz der „R“ ist mit einer roten Naht bestickt und der Motorradschlüssel ist der wohl Hübscheste, der mir jemals untergekommen ist.

streetysitzbank  streetyschluessel
Links: Bestickte Sitzbank – Rechts: Stylischer Motorradschlüssel

Lenker-Umbau
Anders als beim Basis-Modell hockte ich auf der „R“ eher liegend, mit komplett durchgestreckten Armen. Nicht so gut.
Ergo ließ ich mir den Lenker soweit wie möglich nach vorne drehen. Ist weiterhin semioptimal, aber immerhin lässt es sich nun relativ entspannt fahren.

Bereifung
Serienmäßig wird die Streety mit dem Supersport-Reifen „Pirelli Diablo Rosso Corsa“ ausgeliefert. Bei niedrigen Temperaturen und nassen Straßen nicht die erste Wahl.
Drum orderte ich zusätzlich einen Satz Tourensport-Reifen („ContiRoadAttac 3“) und ließ diese direkt aufziehen.
Btw: Benötigt jemand zufällig einen Satz der o.g. Pirelli-Reifen? Ich hätte da einen nagelneuen Satz günstig abzugeben! 😉





Griffheizung
Das Heizgriffe-Kit wollte extra bestellt werden. Ist ja meist so.
Letztendlich bin ich froh, mich für das dreistufige Original von Triumph entschieden zu haben:
Einen derart dezenten Einschaltknopf habe ich bislang noch nirgendwo anders gesehen!

griffheizungsknopf
Bonsai-Griffheizungs-Schalter (siehe gelber Pfeil)

Und sonst?
Zusätzlich habe ich Montageständer-Aufnahme-Pinöppel mitbestellt.
Außerdem sollte eine USB-Steckdose in Lenkernähe verbaut werden.
Letzteres haben sie dann wohl vergessen. Merkte ich allerdings erst, als es auf Tour ging.

Multi-Kulti-Zubehör

Little Streety wurde in Übersee (Thailand) gebaut.
Auch das sonstige Zubehör ist ein Sammelsurium aus aller Welt:

  • Das Tankpad kommt aus Sizilien,
  • das Triumph-Schlüsselband aus Brasilien und
  • der Schlüsselanhänger aus Großbritannien.
  • Der Navihalter stammt aus den Niederlanden.
  • Der Tankrucksack wurde in Deutschland hergestellt.

streetyzubehoer
Zubehör

Navi-Halterung BikePenR

Navi-Halterungen sind echt eine Sache für sich: Während viele Moppedkollegen von diesen „Ram-Mount-Kugeln“ schwärmen, hält sich meine Begeisterung für diese Dinger in Grenzen.

Umso erfreuter war ich, auf der Dortmunder Motorradmesse die Navihalterung „BikePenR“ zu entdecken. Die Aktivhalterung des TomTom Riders 400 wird fest mit der Halterung verschraubt. So hat man gleichzeitig eine Art Diebstahlsicherung für das Ladeteil.

Vertrieben wird die Navihalterung von der Essener Firma >> „Nav-Kom“ (www.nav-kom.de).

Im angebauten Zustand sieht es dann so aus:

navipenr   navipenr
Links: Ansicht von vorn – Rechts: Ansicht BikePenR von hinten.

Vor Auslieferung ließ ich in der Werkstatt die Navikabel für mein Navi verlegen.
Während unseres dreiwöchigen Urlaubs funktionierte Letzteres erstmals tadellos. Ich hoffe arg, es bleibt so!

Um das Kabelgedöhns für Griffheizung und Navi in Schach zu halten, fixierten die Schrauber das Kabelgedöhnse mit einem schmalen Bügel. Etwas tricky, den Schlüssel ins Zündschloss zu stecken, passt aber gerade so.

Tankrucksack „Street Tourer M“ mit Tankring „Lock it“ von Hepco Becker

Der Tankrucksack „Street Tourer M“ fasst in Normalzustand 8 Liter. Per Reißverschluss lässt er sich auf 13 Liter erweitern.

Kein Schnäppchen, aber dafür durchdacht:
In der Innenklappe finden sich praktische Organizerfächer, im Deckel ist eine Kartentasche integriert und es gibt eine Kabelführung nach außen.

Und bei Regen?
Praktischerweise steckt die Regenhaube in einer vorn angebrachten Tasche und ist fest mit dem Tankrucksack verbunden. Sie zu Hause zu vergessen ist somit unmöglich.

Einmal übergestülpt, umschließt sie den Tankrucksack lückenlos und lässt selbst bei extrem starkem Regen nicht einen Tropfen durch. (Wovon ich mich im Urlaub mehrfach überzeugen konnte).

Wenn man weiß, wie, lässt sich der Tankrucksack ratz-fatz aufsetzen: Einfach über die beiden Pinne halten und er schnappt sofort ein, ohne den Tank zu berühren. Das Teil sitzt bombenfest, da wackelt nix. Anders als andere Pin-lock-Taschen schwebt er nicht wie ein verirrtes Ufo über dem Tank. (Das mag aber auch an der Tankform der Streety liegen.)

Um den Tankrucksack zu lösen, zieht man einfach zeitgleich an den vorderen beiden Riemen.

hepcobeckertankrucksack   hepcobeckertankrucksack
Passgenauer Tankrucksack für die Streety

Auch der Tankring ist klasse: Statt einem hässlichen Ring wird auf den Tankstutzen einfach eine Platte mit zwei „Stäbchen“ geschraubt. Nutzt man den Tankrucksack nicht, kann man die Stäbchenkanten mit den beiden mitgelieferten Kappen entschärfen.

hepcobeckertankring
Vor dem Tankpad sieht man den formschönen „Tankring Lock-it“ für den Tankrucksack.

Nur Lob? – Nö!
Ist die Regenhaube erst einmal übergezogen, liegt sie so bombenfest an, dass es recht friemelig ist, sie wieder abzustreifen.
Leider ist sie komplett schwarz. Sinniger wäre es gewesen, ihr ein Klarsichtfach zu verpassen, um die eingesteckte Karte auch bei Regen noch sehen zu können.

>> Link zum Anbieter (www.hepco-shop.de)

Sonstiges Gepäck?
Leider fehlte mir bislang die Zeit, mich um weitere Gepäcklösungen zu kümmern.
Da der Streety ein Sozius-Haltegriff fehlt, ist es nicht so einfach, „mal eben so“ eine Gepäckrolle aufzuschnallen.

Während meiner Solo-Anfahrt in den Urlaub musste somit eine Notlösung her:
Glücklicherweise passte meine alte Hecktasche („Held Iconic“ mit 5 Liter Volumen, erweiterbar auf 9 Liter) auf das Sozius-Brötchen der Streety.

packesel
Auch ein Naked Bike „kann“ Packesel! – Naja, zumindest ein bisschen… 😉

Einfahr-Phase

Zum gemütlichen Einfahren blieb leider keine Zeit. Dank verspäteter Lieferung ging es bereits zwei Tage später in den dreiwöchigen Motorradurlaub (Bericht folgt).
Dementsprechend kurz gestaltete sich die Einfahr-Phase.

Anders als bei der Suzi und der BMW gibt es an der Streety einen „Schaltzblitz“ als Einfahr-Hilfe. Als ich sie abholte, suchte ich ihn zunächst vergeblich, da ich – wie bei der alten Triple von 2008 – nach einer aufblitzenden LED-Leuchte im oberen Display-Bereich Ausschau hielt. Tatsächlich ist der Schaltblitz nicht zu übersehen: Erreicht man die maximal erlaubten Umdrehungen, färbt sich Balken im Drehzahlbereich orange ein. Bei der ersten Inspektion setzt die Werkstatt den Schaltblitz dann zurück.

streetyeinfahrhinweise
Auf dem Tank klebt ein Schild mit Einfahrhinweisen.

Zu Beginn schaffte die Streety annähernd 90 Stundenkilometer. Pünktlich nach 480 Kilometern passte sich der Schaltblitz automatisch an und erlaubte endlich etwas höhere Geschwindigkeiten. Wie schön, nicht mehr als rollendes Hindernis unterwegs sein zu müssen!

Mit der Streety endlich das perfekte Motorrad gefunden?

Vor der ersten Fahrt Herzklopfen pur:
Was, wenn das Motorrad gar nicht zu mir passt? Werde ich es vielleicht völlig frustriert als überteuerten Fehlkauf in die Ecke stellen und schmollen, was das Zeug hält?

Eigentlich war die Gefahr relativ gering: Immerhin hatte ich bereits vor Jahren mal ’ne Streety und war nicht gerade unglücklich mit dem Spaßmobil.

Soooviel schlechter kann die Neue doch nicht sein. – Oder???

Denkste!

Tatsächlich liegen zwischen den beiden Modellen tatsächlich WEL-TEN!

Meine erste Streety maß im Originalzustand 805 Millimeter und wurde per MIZU-Umlenkhebel um fünfzehn Millimeter abgesenkt.
Meine Neue misst im Originalzustand 825 Millimeter. Die Low-Variante (LRH) ist vierzig Millimeter tiefer, der Ständer ist bereits gekürzt und Maschine ist nicht nur hinten, sondern insgesamt tiefer. Somit ein völlig anderes (besseres!) Fahrgefühl!

Während die alte Streety zum Rumzicken neigte und und ständig bei Laune gehalten werden wollte, lässt sich die Neue bei Bedarf selbst im fünften Gang ganz geschmeidig durch die 50-er-Zone der Stadt bewegen. Alles in allem ein wesentlich entspannteres Fahren, denn man KANN sie „schreien“ lassen, MUSS es aber nicht. – Ganz nach meinem Gusto! 😉

Wie auf der alten Streety fühlte ich mich auch auf der Neuen vom ersten Moment an pudelwohl. Kein Wunder, denn mit 166 Kilogramm Trockengewicht ist die Kleine ein absolutes Leichtgewicht!

Neben Norbys Triumph Tiger Explorer wirkt sie allerdings wie ein Spielzeug…

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Die Großkatze und ihre Zwergen-Schwester – Krass, oder?

Hurra, endlich mal wieder gnadenlos in ein Motorrad verliebt! ♥

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Danach - trotz Schein - erst einmal nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem einfach "unheilbar krank" dem Moppedwahn verfallen. :D
http://www.motorrado.de

3 thoughts on “Welcome, little Streety!

  1. Hätte evtl. Interesse an den PDRC, je nach Preis. Email hast du ja..

    Hast du wegen der Verzögerung und fehlender USB-Buchse Rabatt rausgeschlagen?




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    1. Hi Simon,
      die Reifen hatte ich inseriert und konnte sie direkt verkaufen. – Zugeständnisse gab’s seitens Triumph übrigens keine.. Sie taten, als müsse ich dankbar sein, die Maschine rechtzeitig zum Urlaub zu haben. D Ist mir mittlerweile auch wurscht. Statt weiterem Theater genieße ich jetzt lieber die Saison. 😉




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