Mosel-Urlaub statt Pyrenäen-Spaß (2020)

Wer diese ätzende Pandemie bislang schadlos überstanden hat, steht möglicherweise vor einem Luxus-Problem: Wohin in den Motorradurlaub, wenn die Auslandstour gecancelt werden musste?

Woche 1:
// >> Auf geht’s! // >> Immer an der Mosel lang // >> Kurvenrausch-Tour // >> Regenumfahr-Tour // >> Hunsrück-Tour // >> Ab in die Weinberge! // >> GSR-Revival-Tour //
Woche 2:
>> Wir-treffen-die-Anderen-Tour // >> Schiffs-Tour // >> Kult-Tour // >> Luxemburg-Tour // >> Radeln bis die Futt brennt // >> Hunsrück die Zweite // >> Wir-fahren-heim-Tour //
Und sonst?
>> Taugt Zell als Basislager? // >> Tourlaub-Fazit // >> Kartenmaterial //

Lange gewartet, aber vergeblich gehofft: Als klar ist, dass aus unserem >> Traumurlaub nix werden wird, kramen wir Plan B aus der Schublade:
Lass uns doch einfach zur Ostsee? – Vielleicht nach Rügen, wo wir eh längst mal hin wollten?

Fällt der Tour-Start just in die Zeit erster zarter Corona-Lockerungen und feiern sämtliche nordischen Bundesländer obendrein ihren Ferienstart, haste nicht die geringste Chance, kurzfristig ein Feriendomizil zu ergattern.Selbst als wir mit den Urlaubsdaten jonglieren und ihn – soweit wie möglich – nach vorn verlegen, bleibt die Ostsee Utopie.
Also fix umorientiert und schwups, finden wir tatsächlich eine (O-Ton) „Traumwohnung direkt in erster Mosel-Linie„.

 

Traumurlaub…?

Wäre alles nach Plan verlaufen, wären wir am 12. Juni frühmorgens in den Flieger gestiegen und nach Spanien geflogen, wo unsere huckepack-transportierten Moppeds längst auf uns gewartet hätten. Nach überschwänglicher Wiedersehensfreude und einer Nacht in Barcelona, wären wir tagsdrauf in unser Basis-Lager nach Aragonien gewedelt.

Dort hätten wir die Anderen getroffen und uns eine Woche lang in den spanischen Pyrenäen schwindlig gefahren.
Nachdem wir uns von jenen verabschiedet hätten, wären wir zum nächsten Basislager an der französischen Mittelmeerküste gekurvt und jene eine Woche lang gerockt: Plantschen, radeln, paddeln, laufen, Moppedfahren und spätestens abends am Strand mit nem Pilsbier relaxen.

Urlaubswoche Nummer drei stand unter dem Stern einer gemütlichen Heimfahrt:
Einfach mal völlig gechillt von Frankreich zurück nach D’land mit der seltenen Chance, böse Wolken umfahren und dort übernachten zu können, wo’s uns gerade gut gefällt.

Vermutlich zu perfekt, um wahr zu werden? *rumheul*

 

Auf geht’s! [Samstag, 13.06.2020]

Nach dem ersten Teilstück auf der Bahn lassen die ersten Kurven hinter Remscheid-Lennep nicht lange auf sich warten. Aber der Blick ins weite Tal offenbart fette Regenwolken, die uns prompt ein-zwei Tropfen spendieren. Nicht der Rede wert und so erreichen wir am frühen Abend nach lustigem Kurventanz weitgehend trocken unseren Basisort für die nächsten zwei Wochen: das kleine Örtchen Zell an der Mosel.


Kaum an der Mosel, knallt der Örnie wieder vom Himmel.

   
Idyllischer Mosel-Parkplatz für Streety und Großkatze mit Blick auf unsere Ferienwohnung mit Balkon und Garten.

 
Abendstimmung an der Mosel

 

Immer an der Mosel lang [Sonntag, 14.06.2020]

Jippie, der Himmel verspricht diverse Duschfreuden!
Naja gut: sonntags sind eh die meisten Straßen zugeparkt, drum marschieren wir los, um die Gegend zu erkunden.

Bei herrlichstem Jacke-an-Jacke-aus-Wetter tapsen wir über den Moselweg bis Bullay.
Spätestens hier meinen wir, wir hätten ein Eis verdient. Als wir im Ort keine Eisdiele entdecken, setzen wir kurzerhand mit der Fähre über nach Alf.
Muss man übrigens nicht extra hinfahren: Das Eis schmeckt noch immer genauso mittelprächtig, wie vor vielen Jahren.


Was wäre eine Moselfähre ohne einen Gute-Laune-Fährmann?

 
Cat versus Mouse!
(Die Wegesrand-Kirschen, die man gegen eine Spende mitnehmen durfte, waren verdammt lecker!)

 

Kurvenrausch-Tour [Montag, 15.06.2020]

Über Grenderich schlängeln wir uns nach Cochem und von dort weiter nach Landkern. Logisch, dass es auf der Piste nur so vor rollenden Hindernissen wimmelt…
Ab Landkern wird’s einsamer, aber die Tourplanung war wohl irgendwie sch… und eine Umleitung gibt uns den Rest.

 
>> Burg Eltz (www.burg-eltz.de) passieren wir nicht, entdecken aber ganz zufällig die >> Burg Pyrmont

Genug geeifelt – rüber in den Hunsrück!
Hinter Beilstein geht’s im Zickzack zum Flughafen Hahn und im Anschluss wieder runter zur Mosel.

 
Links: Am Flughafen kommt schon ein wenig Fernweh auf…
Rechts: Dunkle Wolken Richtung Mosel

Ab Enkirch geht’s hübsch den Fluss entlang bis Traben-Trarbach, wo wir eine ultranette Gaststätte entdecken, >> die „historische Stadtmühle“ (www.stadt-mühle.de).
Dummerweis ist es kurz nach 15 Uhr und die Küche hat gerade Pause, aber trotzdem bekommt Norby sein Süppchen. (Mann glücklich – Tag gerettet! ;-))

Anschließend schrauben wir uns hoch nach Longkamp, schwenken rüber nach Veldenz und nehmen erneut Kurs Richtung Mosel. In Bernkastel-Kues setzen wir ein weiteres Mal den Blinker und kurven noch ein Stückchen durch den Hunsrück. Schließlich geht’s ein letztes Mal runter zum Wasser und über Enkirch zurück nach Zell.

>> Link zur Kurventrausch-Tour

Tour-Fazit:
Ideale Tour, um Schwung in die eingerosteten Hüften zu bringen!
Doof nur, wenn einige Straßen gesperrt sind und man kurzfristig umrouten muss.

 

Regenumfahr-Tour oder: der Brubbel will uns nicht [Dienstag, 16.06.2020

Das Wetter schwächelt, aber egal.
Picken wir uns halt eine kürzere Tour mit Besichtigungsfaktor heraus, die uns in die Eifel führt!

Kaum sind wir „drüben“, erspähen wir in weiter Ferne das Unheil: tiefblaue Starkregenwolken. Auweia!

Also erstmal zum Burgen-bestaunen.

 
Panoramablick auf die grandiosen Burgen von Manderscheid

Als wir am Aussichtspunkt unsere Fotos schießen, treffen wir auf ein pudelnasses Mopped-Pärchen, das gerade aus der Ecke kommt, die wir als Nächste anvisiert haben:
Wallenborn in der Vulkaneifel, wo der Kaltwasser-Geysir, der „Brubbel“ bestaunt werden möchte. [>> Infos zum Brubbel (www.eifel.info)]

Dank des mittlerweile pechschwarzen Himmels und einer weiteren Straßensperrung, die uns komplett in die Irre führt, beraube ich den nervigen kleinen Mann im Helm seiner Stimme und wir gehen über zum „freien Fahren“.

Kehrengetümmel

Letztendlich hat unsere Regenumfahr-Tour absolut nix mehr mit der Geplanten zu tun:
Stattdessen führt sie uns kreuz und quer durch die sonnige Südeifel und schließlich über Klausen nach Piesport.

  
Moselpanoramastraße: Pflicht-Stopp mit grandioser Aussicht auf die Piesport-Kehren

Auf dem Rückweg bleiben wir auf der rechten Moselseite und nehmen bis Reil jede Kurve mit, die uns vor die Reifen springt. (Und das sind Einige! *breit-grins* )


>> Link zur ursprünglichen Tour

Tour-Fazit:
Braucht man in der Gegend ein Navi? – Nö, iss eigentlich über!
Fahrt einfach links oder rechts der Mosel rauf auf die Hügel und an beliebiger Stelle wieder runter! *Da-lacht-das-Herz!* 😀

 

Vom Hunsrück ins Nordpfälzer Bergland [Mittwoch, 17.06.2020]

Nach einsamer Fahrt mit gigantischem Fernblick über die Weiten des Hunsrücks erreichen wir das erste Etappen-Ziel:
Bad Münster am Stein-Ebernburg, in dessen Ortsmitte der Rotenfels prangt.
Man munkelt, es sei die größte Steilwand zwischen Skandinavien und den Alpen.


Rötliche Gestein-Landschaft im Saar-Hunsrück *Ich-liebe-das!*

Kein Parkplatz in Sichtweite und kaum halten wir an, beginnt’s zu tröpfeln. Obendrein tobt in Fahrtrichtung Trier unmmissverständlich ein Gewitter.
Nix für Feiglinge, also fix das Navi auf kurvenreiche Route Richtung Zell gestellt und – wider Erwarten trockenen Fußes heim.

 
Hunsrück-Idylle


>> Link zur geplanten Tour

Tour-Fazit:
Wendepunkt der geplanten Tour sollte eigentlich der Stausee in Losheim sein, wo wir anlässliches eines Open-Air-Konzerts vor vielen Jahren ein verlängertes Wochenende geplant hatten. Nachdem damals – genau wie heute – schon nix draus wurde, vermuten wir, dass der See sowas von doof ist, dass sich das Anfahren einfach nicht lohnt! *fg*

 

Ab in die Weinberge! [Donnerstag, 18.06.2020]

Was für krasse Gegensätze:
Während es gestern Abend nach dem Restaurant-Besuch schüttete, dass die Schuhe quietschten, schenkt uns die Sonne heute ein unverhohltes, breites Grinsen.

Wandertag? – Jau!


Themenwanderweg Zeller Schwarze Katz: einfach den Katzen-Tatzen folgen!


 
Warum geben die Weinberg-Bilder nicht wieder, wie steil sie tatsächlich sind?
Und wie zum Teufel können traubenerntende Lebewesen dort überhaupt stehen, ohne umzufallen?

Collis-Turm

Hoch oben über Zell thront der Collis-Turm.


Man erreicht ihn entweder über den Rundwanderweg oder den Steilpfad.

Für den Steilpfad empfiehlt die Touri-Info eindringlich, geeignete Wanderschuhe zu tragen.

Hamwa nich, also ab über den Wanderweg.
Jener führt schattig und wenig aussichtsreich durch den Wald, zieht sich endlos und hinterlässt dank Vortages-Restpfützen ein herrliches Matsch-Muster auf unseren Sneakern.


Collis-Turm mit Liebesschlösser-Aussichtsplattform

[>> Weitere Infos zum Collis-Turm (www.zell-mosel.com)]

PS:
Besser erreichbar sind übrigens der „Runde Turm“ und der „Eckige Turm“, die kaum zu übersehen sind:
Protzen sie doch hoch über Zell direkt am Hang, gleich unter/über/neben dem Friedhof.


Für den Rückweg wählen wir die längere, aber dafür schönere Strecke durch die Weinberge.


Da bekommt man nicht übel Lust, die Moppeds zu holen 😉

 

GSR-Revival-Tour [Freitag, 19.06.2020]

Bei der Tourplanung in der Heimat stolperte ich über eine Spaß-anne-Backen-Route, die wir einst mit GSR750 und der Großkatze unter die Räder nahmen.

Auch diesmal verhageln uns Umleitungen die Tour und wir fahren sie letztendlich völlig anders, als geplant. *GRRR*
Wie gut, dass man in der Region kurventechnisch nicht sooo viel falsch machen kann!


>> Link zur geplanten Tour

 

Wir-treffen-die-Anderen-Tour [Samstag, 20.06.2020]

„Wenn wir schon nicht in die Pyrenäen können, lasst uns doch wenigstens ’ne kleine Tagestour fahren?“,
schrieb einer unser Spanien-Mitfahrer kurzfristig in unsere WhatsApp-Gruppe.

Offenbar inspirierte ihn unsere „Gerne-so-der-Treffpunkt-anner-Mosel-liegt“-Antwort so sehr, dass sie spontan zu dritt zu einer Wochenend-Tour in die Saar-Hunsrück-Region aufbrechen.

Saar-Hunsrück ist nicht Mosel, also lasst uns doch einfach in der Mitte treffen?

Treffpunkt: 11 Uhr in Morbach

Just als wir starten wollen, spielt die Tigerin urplötzlich Diva und bleibt einfach stumm. – Was nun?

Düse ich halt alleine los, um Jochen, Armandus und Jo einzufangen.

Als wir in Zell aufschlagen, ist die Großkatze dank Starthilfe wieder fahrbereit.
An dieser Stelle noch einmal VIELEN LIEBEN DANK an unseren netten Ferienwohnungs-Nachbarn, seines Zeichens ein Ex-Moppedfahrer aus Monschau, der seinen Lebensabend in der Exilheimat Zell verbringt.

Hallo Trier!

Nach einem Kurzstop in der Zeller Eisdiele lassen wir uns von Armandus Navi kurvenreich nach Trier führen, wo wir Louis ansteuern.
Scheint, als gäbe es gerade eine besondere Aktion, oder warum stehen die Biker vor Eurem Laden Schlange?
Kein Problem: Besorgen wir die Batterie halt bei „Polo“ gegenüber…


OP am offenen Herzen gelungen – die Großkatze schnurrt wieder!

Zum krönenden Abschluss kehren wir in einem Lokal direkt an der Porta Nigra ein, bevor sich unsere Wege wieder trennen.

 
Wenige Meter hinter der Porta Nigra gibt’s kostenlose Motorrad-Parkplätze.
(Frecherweise sind sie mit Mülltonnen zugestellt, aber jene lassen sich ja zum Glück fortschieben 😉 )


Vom Motorradparkplatz sind’s nur wenige Schritte bis zur Porta Nigra.

 
„Hey Trier, Ihr könntet Eure schmuddeligen Häusken aber auch mal schrubben!?“ *sfg*
[>> Infos zur Porta Nigra]

 

Schiffs-Tour [Sonntag, 21.06.2020]

Laut Aushänge-Schiffsfahrplan fährt täglich ein Ausflugsboot von Zell Richtung Sankt Aldegund.

Auf zur fröhlichen „Kaffee-Fahrt“! 🙂

 
Auch mal nett:
Auf dem Sonnendeck zurücklehnen, dösend in die Sonne blinzeln und völlig gechillt die reizende Gegend an sich vorbeiziehen lassen.

Weil’s gerad so schön ist, zahlen wir ein paar Euros nach und bleiben auf dem Kahn, der nach Rückkehr in Zell weiter flussaufwärts bis Enkirch schippert.


Bonsai-Fähre in Enkirch

 

Kult-Tour [Montag, 22.06.2020]

Als uns das Mitfahrer-Navi letzte Tage kurvenreich von Morbach nach Zell lotste, passierten wir einen urigen Ort in Flughafen-Nähe.
Den muss ich unbedingt Norby zeigen!

Da ich den exakten Standort nicht kenne, suchen wir uns zunächst ’nen Wolf, bis wir ihn durch Zufall entdecken, als wir just aufgeben wollen.

 
Alte Flugzeughangar am Flughafen Hahn #LostPlaces.
So „lost“ ist die Gegend denn allerdings doch nicht, denn durchgangsverkehrstechnisch steppt hier der Bär!

Im Anschluss gönnen wir erneut die endgeilen „Hunsrück-Bruttig-Fankel-Kurven“ und schwenken sodann rüber in die Eifel.

   
Nächstes Ziel: Das coole >> Café zur Tanke in Kail (www.musikschmiede-kail.de),
das wir letzte Tage im Vorbeifahren erspähten. –
HAT was, oder?
(Übrigens lassen sich hier auch Zimmer buchen!)

Erneut ein Festtag für Norby, denn hier kredenzt man ihm eine erstklassige Suppe mit einer knackigen roten Wurst und ein extrem leckeres Brötchen.
Auch der Latte Macchiato ist jeden Cent wert.
Zudem drückt uns der gut gelaunte Wirt netterweis ein Papier mit nem zünftigen Eifel-Hunsrück-Tour-Tipp in die Hand.

Viele Eifel-Kurven später landen wir glücklich und zufrieden zurück in Zell.


>> Link zur geplanten Tour

Tour-Fazit:
Die „Best-of-Kurven-Tour“ ist kurz, macht aber Laune!

 

Luxemburg-Tour [Dienstag, 23.06.2020]

Wenn wir schonmal in der Gegend sind, darf natürlich ein Ausflug ins nahegelegene Luxemburg nicht fehlen.
Und hurra: Seit gestern darf man die Grenze endlich wieder kontrollfrei passieren!

Zunächst geht’s nett kurvig durch die Südeifel und wir erfahren ganz nebenbei, woher die Düsenjäger kommen, die häufig über unseren Köpfen lärmen.
(Stichwort: #Spangdahlem).

Je näher wir der Grenze kommen, desto schmaler werden die Straßen. So bahnen wir uns den Weg über enge, verschlungene Pfade nach Echternacherbrück.
Das direkt gegenüberliegende niedliche luxemburgische Städtchen Echternach ist auf alle Fälle einen Halt wert, aber:
Leider keine Zeit – das Müllerthal ruft!

So belassen wir’s bei ’nem Halt an der Tanke, um den Moppeds günstigen Sprit zu spendieren.

Taumhaftes Müllerthal

Anders als beim Erstbesuch mit meiner alten Streety Ende September 2009 ist es heute ungewöhnlich voll.
Links und rechts parken so viele Autos, dass wir auf ausgiebige Stopps verzichten.


Das luxemburgische Müllerthal: klasse Straßenbelag und geile Kurven!
Doof, aber heute sind leider massig Show-Stopper in Gestalt von Rennradlern und Touri-Dosenfahrer unterwegs…


>> Link zur geplanten Tour

Tour-Fazit:
Bedauerlicherweise bleibt uns heute nur ein viel zu kurzes Ankratzen des Müllerthals.
Wird echt Zeit, in der Gegend mal wieder ausgiebiger zu touren!

 

Radeln-bis-die-Futt-brennt-Tag [Mittwoch, 24.06.2020]

Lecker warm heute.
Wie wär’s zur Abwechslung mal mit einem zünftigen Sch…-Tag? (Shirts, Shorts und Schlappen)


Zwei-drei Häuser weiter leihen wir uns zwei echte High-Tech-Sporträder. *klapper*


Endlose Weite auf dem eifelseitigem Mosel-Radweg

  
Schleuse in Enkirch

Ursprünglich wollen wir in Enkirch umkehren. Wenn wir aber schonmal dort sind und Traben-Trarbach direkt-ums-Eck liegt, können wir doch auch einfach weiter, oder?

 
Bildschönes Traben-Trarbach!
Die Altstadt ist leider maximal belebt, daher verzichten wir auf die Eis-Schlabberei und flüchten zurück in die Einsamkeit.

Tour-Fazit:
Auf dem Radweg rechts der Mosel in Fahrtrichtung Traben-Trarbach fanden wir das Radeln angenehmer, da er auf schmalen Pfaden an der Mosel entlang führt.
In Gegenfahrtrichtung (linke Moselseite) strampelt man öfter mal bergauf und radelt direkt neben der vielbefahrenen Bundesstraße.
Aber: 40 Kilometer auf dem Rad, da brennt Ungeübten schonmal gnadenlos die Futt!

 

Hunsrück, die Zweite [Donnerstag, 25.06.2020]

Letzter Tour-Tag und noch sind sooo viele der vorgeplanten Touren ungefahren. – Wohin?

Klar reizt es ungemein, ein weiteres Mal die Eifel unter die Räder zu nehmen.
Da sich das aber locker während einer Wochenend-Tour bewerkstelligen lässt, ziehen wir’s vor, Richtung Saar-Hunsrück zu touren.


„Römerschiff“ in Neumagen-Dhron


Viel freie Pleene im Hunsrück


Ganz zufällig entdeckten wir einen Bikertreff (>> Gasthaus „Zum Dicken Hännes“ in Stipshausen. –
Heute leider komplett verwaist!


>> Link zur vorgeplanten Tour

Tour-Fazit:
Trotz aller Einsamkeit konnte uns die Route nicht überzeugen:
Den Einstieg über die Moselstraße hätten wir uns besser geklemmt (zu voll!) und uns irgendwie mehr Kurven und bessere Straßen erhofft.
Obendrein erinnerte uns die Gegend zu sehr ans Münsterland.

 

Wir-fahren-heim-Tour [Freitag, 26.06.2020]

Statt auf direktem Wege Richtung Norden, starten wir zunächst nord-östlich Richtung Rhein.
Wie der Zufall es will, landen wir erneut am Königsstuhl von Rhens. [>> „Westerwald-Rhein-Tour 2018“ (KLICK!)]

Über Koblenz geht’s rüber in den Westerwald.

Und wieder einmal scheitert unser Einkehr-Versuch am >> Bikertreff Zur Isenburg (www.zur-isenburg.de).

  
Wird der Bikertreff jemals geöffnet haben, wenn wir zufällig hier vorbeikommen?

Dank einer Straßensperrung verlassen wir die vorgeplante Route und durchqueren das Sauerland frei Schnauze, bevor wir nach einem gehörigen Umweg in der Heimat aufschlagen.


>> Link zur geplanten Tour

 

Taugt Zell an der Mosel als Basislager?

Alles in allem war Zell eine echt gute Wahl:
Selbst wenn wir jeden Tag Motorrad gefahren wären, wäre es kaum langweilig geworden!

Motorradtouren

Wer mag, schraubt sich ab Zell direkt hoch in den Hunsrück: entweder am nördlichen Ende in Zell-Merl oder am südlichen Ortsausgang.

Praktischerweise ist man dank der Moselbrücke auch fix in der Eifel.
Wer die Mosel im Ort nicht queren möchte, findet die nächsten Brücken in Bullay oder Traben-Trarbach.


Doppelstockbrücke in Bullay:
oben verläuft die Eisenbahnstrecke, unten die Landstraße.

Speis und Trank

Glück gehabt:
Just zum Tourstart griffen erste Corona-Lockerungen und so war es in Rheinland-Pfalz wieder möglich, essen zu gehen, ohne vorab einen Tisch reservieren zu müssen.

In Zell gibt’s ausreichend Restaurants, so dass wir abends stets ein Plätzchen auf einer Außenterrasse fanden.
Trotz Vorsaison wurde es aber das ein oder andere Mal verdammt knapp, dort einen Tisch zu ergattern, zumal wir gerne etwas länger in den Abend hinein touren, denn um 20 Uhr werden die Bordsteine hochgeklappt.

Fastfood-Lover werden offenbar nur am „Mosel-Pavillon“ fündig.
Glaubt man den Rezensionen, serviert der Imbiss nicht nur Pommes-Currywurst, sondern auch Suppe und richtig gute Burger.

Für Weintrinker ist Zell, wie auch der Rest der Mosel, das reinste Paradies: An ziemlich jedem zweiten Hauseingang könnt Ihr sowohl Wein verkosten, als auch kaufen.
Ob das Tüchs schmeckt und wo genau am besten, müsst Ihr schon selbst ausprobieren: Als Ur-Westfalen ziehen wir zwei beide ein gepflegtes Pilsbier vor!

 
Das Stadtmaskottchen, die „Zeller Schwarze Katz“
ziert sowohl den Kreisverkehr am südlichen Ortseingang, als auch die Moselbrücke.

Shopping

Auf dem Hügel der gegenüberliegenden Moselseite liegt der Vorort Barl.
Dort gibt’s unter anderem ein großes Kaufhaus (Globus), einen Aldi und einen Lidl.

Knapp fünf Kilometer nördlich (in Bullay) findet Ihr einen großen Edeka.

Kleinere Besorgungen lassen sich im „Zeller Büdchen“ in der Fußgängerzone erledigen.

Kurz vorm nördlichen Beginn der Fußgängerzone gibt’s in kurzer Distanz gleich zwei Bäcker. Der Erste verfügt über eine große Außenterrasse, auf der man sich Frühstück servieren lassen kann. Außer Backwaren verkauft er auch eine kleine Auswahl an Lebensmitteln, zum Beispiel Eier und Thunfisch.

Freizeit-Spaß

Mal Bock auf was anderes, als Motorradfahren?
Kein Problem in Zell, denn machen kann man genug. Beispielsweise Radfahren, spazieren gehen, klettern…
Oder wie wäre es mit einer Portion Wasserspaß?
Schiffstouren werden ganztägig oder als Kurztour angeboten und direkt gegenüber, am Campingplatz in Kaimt lassen sich Kanus und Boote mieten.
(Während wir dort weilten, war der Verleih – Corona sei Dank – leider noch nicht möglich.)

Highlife in Zell?

Nö!
Angesichts der blöden Pandemie waren wir jedenfalls froh, dass es im Örtchen so beschaulich zuging.
In größeren Mosel-Städtchen wie Cochem oder Traben-Trarbach kuschelten sich die Touris hingegen so nah aneinander, dass man glauben konnte, es habe Corona nie gegeben.
Ich möchte gar nicht wissen, wie es in der Hauptferienzeit dort zuging!

Unsere Ferienwohnung

… in der nördlichen Vorstadt „Corray“ war ein Traum!

Ortsseitig liegt die Wohnung im Erdgeschoss, moselseitig jedoch im ersten Stockwerk.
Das Vermieter-Ehepaar wohnt direkt darüber, ist meganett und steht jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Allerdings ist die Wohnung nix für Fußkranke oder extrem Lauffaule: Bis zum Beginn der Fußgängerzone sind’s halt 600 Meter.

Unser 14-Quadratmeter großer Panorama-Balkon mit 1a-Blick auf die Mosel bescherte uns sowohl Mittags-, Nachmittags- als auch Abendsonne. Obendrein durften wir den kompletten Garten mit gemütlichen Lounge-Möbeln unter den schattigen Arkaden nutzen.

Dort haben wir allerdings nie gehockt, weil es auf dem Balkon viel zu schön war: Von unseren Logenplätzen aus genossen wir allabendlich den schönen Moselblick und das Vorbeituckern der Flusskreuzfahrtschiffe und Kähne. *Entschleunigung-pur!*


Parken kann man entweder direkt vor dem Haus oder auf den hauseigenen Parkplätzen an der Anliegerstraße unten an der Mosel.

>> www.ferienwohnungzellmosel.com

 

Tourlaub-Fazit

Ein echter „Tourlaub“ dauert mindestens zwei Wochen und lässt sich keinesfalls mit einer Wochenend- oder einwöchigen Motorradtour vergleichen. Für gilt er dann als gelungen, wenn er aus einer gesunden Mischung Motorradfahren und sonstigen Aktivitäten besteht. Auf Deibel komm raus Kilometer schrubben iss da nich und so gönnen wir uns auch mal kürzere Tagestouren oder gar einen motorradfreien Tag.

1. Früher war länger!

DIE Tagestour-Kilometer, die ich vor Jahren noch normal fand, empfind ich heute fast schon als Quälerei.
Je kurviger die Pisten, desto Autsch!

2. Mosel ist wie Alpen/Pyrenäen, nur nicht so hoch…?

Blödsinn und definitiv ein Vergleich, der hinkt!

Aus spaßtechnischer Sicht war die Mosel jedenfalls ganz klar mehr, als nur ein blöder Kompromiss:
Ruckzuck war man im Tourgeschehen, Gute-Laune-Kurven gab’s en masse und das Wetter spielte einigermaßen mit. Wat willze mehr?

3. Tourplanung

Für die Vorab-Tour-Planung daheim nutze ich >> MyRouteApp“ (das jetzt MRA heißt).

Nach dem Export im gpx1.1-Format, landet die geplante Strecke in zwei Varianten auf dem Navi, als „Route“ und als „Track“. Dennoch werden beide Varianten als Track erkannt, was es unmöglich macht, einmal gesetzte Zwischenziele zu überspringen.

Problematisch wird die Tatsache spätestens bei der ersten Straßensperrung:

Mit etwas Glück funktioniert die ausgeschilderte Umleitung und das Navi führt danach ganz entspannt weiter. Hat man allerdings just dort ein Zwischenziel gesetzt, dreht das Navi durch, will dauerhaft zurück zu diesem Punkt und lässt sich zu nix anderem überreden! *Ätz-lass-nach!*

Noch habe ich keine bessere Lösung gefunden, als das Navi neu zu starten und zum „nächstgelegenen Punkt fahren“ auszuwählen. Kommt es ganz blöde, liegt der aber irgendwo auf dem bereits zurückgelegten Weg und es bleibt nix anderes, als eine komplett neue Route zu planen. 🙁
Warum berücksichtigen diese Planungsprogramme keine tagesaktuellen Straßen-Sperrungen?

Klar könnte man sich die ganze Vorplanerei sparen und einfach Calimoto nutzen. Leider ist das Cockpit meiner Streety dank Griffheizungs-Gedöhnse, Navi- und GoPro-Halterunger rappelvoll: MEHR geht nun wirklich nicht!
Somit bliebe nur die Variante, rein nach Gehör zu fahren. Nur hören, ohne Abbiegepunkte zu sehen ist für mich jedenfalls keine gangbare Option!

Ab und an plane ich aber tatsächlich eine Route per Calimoto und ziehe sie anschließend aufs Navi. Da der Export (momentan) leider nicht per App, sondern nur über die Webseite funktioniert, ist dies für das schnelle Umrouten unterwegs leider zu umständlich.

4. Gut, dass wir nicht in die Pyrenäen konnten!

Hä? – Wie jetzt???

Tatsächlich hat es nur EIN Gutes: Da sich der Einsatz der Action-Cam (GoPro7) doch schwieriger gestaltete, als ich ursprünglich dachte, hätte ich mich sicher dumm und dusselig geärgert. Offenbar will der Umgang vorab geübt werden!

Was alles schief gehen kann und auf welche Anfänger-Fehler man zu gerne verzichtet, verraten wir Euch in einem späteren Beitrag. 😉

5. Krawallbrüder!

Während unseres Tourlaubs omnipräsent: Dieses niedliche Federvieh, das ausschaut, wie eine überschminkte Ente, ist in Wirklichkeit eine afrikanische Nilgans!


Wass’n das für’n Hühnerhabicht?

Die putzigen Tierchen sind äußerst zutraulich, haben es aber faustdick hinter den Ohren:

Während der Brutzeit duldet das Federvieh keine fremden Entenvögel in seinem Revier und vertreibt vehement einheimisches Vogelgetier, wie beispielsweise die Stockente. Darüber hinaus machen die Vögel einen Höllenlärm, sind so aggressiv, dass sich selbst Marder nicht an sie herantrauen und verbreiten sich mangels natürlicher Feinde stärker, als es manch Stadtvätern an Rhein und Mosel lieb ist.

 

Kartenmaterial

Während unserer Tour nutzten wir die Karten, die sich bereits auf unseren verlängerten Wochenend-Ausflügen an die Mosel im Gepäck hatten:

  1. Motorrad-Tourenkarte Eifel – Mosel – Hunsrück (von „Good Vibrations“)

  2. ADAC-Motorrad- und Oldtimertourenkarte Luxemburg – Eifel – Ardennen
    (Auch für Nicht-Mitglieder downloadbar unter: >> ADAC
    Mitglieder können die Karte – so gerade verfügbar – in der ADAC-Geschäftsstelle abholen.
    >> www.adac.de/reise-freizeit/reisen-motorrad-oldtimer/motorradtouren/deutschland/eifel/

  3. Für das Gebiet „Saar-Hunsrück“ nutzten wir die Motorrad-General-Karte Bonn – Saarbrücken – Luxemburg“ (von Mair-Dumont, ISBN 978-3829-720977).
    Die Karte gibt’s allerdings nur noch gebraucht.


Motorrad-Tourenkarten

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief", im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der unendlichen Macht ihrer Ernährer gescheitert, mit achtzehn aber (endlich!) erfolgreich. *YEAH!* Danach leider nie aktiv gefahren und den Virus eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt - Bis er 2004 umso heftiger wieder ausbrach. Seitdem irgendwie unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :-)
http://www.motorrado.de

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