Motorradurlaub im Harz 2020

Klar waren wir mit dem Motorrad schonmal für ein verlängertes Wochenende im Harz. Aber taugt das Terrain auch für einen zweiwöchigen Motorradurlaub?

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Und sonst?
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Vorgeplänker…

Mit dem Motorrad 2020 ins Ausland? Corona sei Dank auch im Herbst eine heikle Idee.
Wer will schon in Quarantäne, nur weil er nach Rückkehr eine Grenze übertritt?

Noch immer ist die Ostsee gnadenlos zugebucht und auch im unmittelbaren Umkreis ist für Anfang September nix Passables zu finden.
Eigentlich DIE Gelegenheit, die längst fällige Rundtour durch den Osten Deutschlands anzugehen, oder?

Schön angedacht, aber angesichts der nicht mehr ganz taufrischen Herrschaften daheim wohl besser, die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten.
So entscheiden wir uns GEGEN das tägliche Hotel-Hopping und FÜR ein festes Ferien-Domizil.


Das muss alles mit!

 

Auf in den Harz! [Freitag, 28.08.2020]

Los geht’s nach extra frühem Feierabend gegen halb drei.
Zwei Käffer weiter stehen wir gleich mal im Stau (blöde Wanderbaustelle!) und verlieren wertvolle Zeit.

Wollen wir rechtzeitig vor der Dämmerung ankommen, bleibt nur die Autobahn. *Ätz!*
Trotz des Wochenend-Einläut-Tags ist die A44 relativ frei. Kassel-umfahrend gönnen wir uns einen kurzen Abstecher über kurvige L-Straßen, bevor wir den Rest der Wegstrecke zwangsweise auf der A38 verbringen.

Die Landschaft wechselt schnell und ständig:
Fördertürme, Halden, rotes Gestein, auch auf den Straßen, sanfte Hügel mit aneinandergereihten Bäumen und ein Tafelberg.

Zweihundert Meter vor dem Ziel nochmal kurz „Blutdruck“: Auf dem Weg zu unserem Feriendomizil geht’s ein kurzes Stück über Kopfsteinpflaster, bis man auf den letzten Metern auf eine Schotterstrecke stößt, die in eine feucht-rutschige Wiese mündet.

 
Sch… was drauf, mein Mopped KANN das! 😉

Die Uhr schlägt kurz nach 20 Uhr und es dämmert leicht.
Kurzer Ellbogen-Shake mit unseren Vermietern, fix die Brocken von den Böcken geworfen und auf zum überdimensional großen Supermarkt.

Kaum ist die Großkatzen-Sozius-Kiste mit dem Nötigsten gefüllt, stellt sich uns eine elementare Frage:
Wo bekommen wir um einundzwanzig-dreißig noch was zu beißen?

Eine Passantin weiß Rat und so parken unsere Moppeds fünf Minuten später vor einer bekannten Schnellbräterei, während wir uns an der Kulinarik Sachsen-Anhalts ergötzen. *Ironie-Modus-off*

Unser Ferienhaus…

… liegt am Ortsrand von Lutherstadt Eisleben.

Von unserer ami-style Gartenveranda blicken wir auf eine struppige Weide. In der Ferne erstreckt sich eine riesige schwarze Halde.
Als am Abend die Sterne funkeln, erspähen wir gefühlt tausend Lichter: Plane-Spotting vom Feinsten!


Veranda bei Nacht.

Rattattatta-rattattatta… In zweihundert Metern Luftline unterhalb unseres Ferienhauses verläuft eine Eisenbahnstrecke.
Komisch, dass es uns das Geratter kaum stört? Nur die durchdringend quietschenden Bremsaktionen gehen durch Mark und Bein.

Ist es das durchdringende Grillenzirpen, das uns von dem Geräusch ablenkt und uns eine fette Portion „Süden“ vermittelt?


Optische Täuschung: (leider) KEIN Meer!

 

 

Sch…-Tour! – Tag 1 [Samstag, 29.08.2020]

Plätscherts am Morgen ist der Tag verdorben?
Ha! Reingefallen! Prangt doch direkt vor unserem Schlafzimmer ein Teich mit Mini-Springbrunnen.


Ferienhaus mit Großkatze und „Pool“ (oder so…)

Nach einem entspannten Frühstück auf der hübschen Sonnenterrasse starten wir hochmotiviert zur ersten Tour.
Da der erste Zwischenstopp falsch gesetzt ist, gleich mal in die falsche Richtung.
Wieder auf Spur, will uns das Navi auf Deibel komm raus auf die Autobahn führen. *Na-das-geht-ja-gut-los*

Ein Stopp – zwei Stopps – drei Stopps…

Ein kurzer Orientierungshalt mitten in der Pampa soll’s richten, aber Norby klappt prompt der Kiefer tiefer, als er prüfend an seiner Tiger runterblickt.
Sieht aus wie Öl, aber wo verdammt nochmal ist das Leck? Oder stammen die Flecken, die sich auch an seiner Buchse finden, gar von einer zünftigen Ölpfützen-Durchfahrt? Tropfen tut aktuell aber nix. – Müssen wir wohl beobachten!

Der nächste Halt lässt nicht lang auf sich warten: Trotz korrektem Routenmodus will das Navi erneut auf die blöde Bahn.
Hey, was läuft denn da verkehrt?

Also zwei-drei Mal wenden und einen weiteren Kontroll-Stopp einschieben.

Beim Blick gen Zielrichtung Süden trifft uns die Erkenntnis, dass sich dort fette, dunkle Wolken formieren. Was tun? – Klar, einfach eine andere Tour laden!
Leichter gedacht, als getan, denn blöderweis hab ich die vorgeplanten Touren stur durchnummeriert, statt ihnen sprechende Namen zu verpassen.
Merker an mich selbst: Tu sowas NIE wieder!


Zwangs-Stopp in der Pampa.
Die Tigerin gibt sich friedlich, aber…

Kaum wollen wir wieder durchstarten, könnt‘ ich mich… Schön doof abgeparkt, meine Liebe!
Little-Streety steht mitten in einem Scherbenhaufen und möchte nun sachte herausgeschoben werden, wenn ihre Reifen sich nicht mit Erstgenanntem anfreunden sollen.
Puh, gerade nochmal gut gegangen!

Sodann spielen wir Kreuzfahrer und schieben obendrein viele kleine Pausen ein, um ein-zwei-drei prüfende Augen auf’s Problemkind zu werfen. Das tut zumindest, als wär nix gewesen und verzichtet auf weitere Öl-Werfereien. Seeehr merkwürdig!

Nicht wirklich zufrieden, haken wir die Eröffnungstour bald ab und geben dem Navi die Order „führ uns heim!“

Eisleben-City

Nächster Auftrag: Eben kurz umziehen und ab in die City, Futter suchen.

Aber – oh Schreck: Lutherstadt Eisleben liegt ja in einem Talkessel?
Wo es steil runter geht, geht’s irgendwann auch wieder steil rauf…?
Warum hat uns DAS niemand gesagt?

Die ersten zwei von Google versprochenen Restaurants sind verwaist. Aber einige hundert Meter weiter finden wir einen Italiener mit Außenterrasse und – dank gerade abgefertigter Gäste – auch einen freien Tisch. Die Pizza schmeckt wirklich gut!

 
Das Restaurant Fellini liegt gleich neben dem kunstvoll bestückten Dorfbrunnen, dem „Knappenbrunnen“,
den typische Figuren aus der Bergwerk- und Hütten-Welt zieren.

Nach Rückkehr in unser Ferienhaus ruft die Arbeit: Bitte sämtliche daheim geplanten Touren kontrollieren!
Gute Idee, denn dabei stellt sich raus, dass nicht nur die Heutige mit dem falschen Routentyp geplant war.
Also alle 19 checken, neu exportieren und aufs Navi schubsen.
Son Mist wie heute darf NICHT noch einmal passieren!

 

Ein bisschen Stonehenge – Tag 2 [Sonntag, 30.08.2020]

Erneut formieren sich Richtung Süden dunkle Wolken was Größerem. Spontan verwerfen wir unseren Tourplan und hangeln uns gen Norden.

Es geht über sanfte Hügel, links und rechts riesige Felder mit gigantischen Ausblick über’s weite Land.
Ganz schön windig hier!

Ringheiligtum Pömmelte

Ziel beziehungsweise Wendepunkt ist das Ringheiligtum Pömmelte (oder wie Norby zu sagen pflegt: die „Pömmel-Ringe“.)

 
Scherben bahnen den Fußweg zum Heiligtum.

„Stonehenge“ oder was?

Das Ringheiligtum wurde 2016 errichtet und zwar mitten auf einem Feld, irgendwo im Nirgendwo.

 
Vom neun Meter hohen Aussichtsform (da hinten auf dem linken Bild)
hat man voll den Überblick über die kuriose Stätte (rechtes Bild).

  
 
Unbeschreiblich unwirklich und wie aus einer anderen Welt!

Was genau es mit dem Ringheiligtum auf sich hat, könnt Ihr hier nachlesen:
>> Weitere Infos: www.himmelswege.de/index.php?id=poemmelte

Auf dem Rückweg soll’s eigentlich ’nen Zwischenstopp am barocken Schloss Ballenstedt geben. Als sich nach der ersten Kurve eine fette schwarze Wolkenwand auftürmt, weichen wir von der Route ab, in der Absicht, sie zu umfahren.

Leider nicht von Dauer: Wollen wir jemals wieder in Eisleben landen, bleibt uns nix anderes, als sie direkt anzupeilen. Ehe wir uns versehen, ist auch das letzte Fitzelchen Himmelblau verschwunden und wie auf Knopfdruck beschert uns der verhangene Himmel Regen, Regen und noch mehr Regen.

Zurück in unserer temporären Heimat würden wir gern direkt Essen fahren. Dank fieser kleiner undichter Regenhosen-Naht bleibt aber nur, zu fluchen wie ein Rohrspatz.
Nass bis auf die Unterbüx iss nicht lustig! Also erstmal heim!

Wohl oder übel nochmal los

Wollen wir nicht hungrig in die Koje, heißt’s den inneren Schweinehund überlisten:
Also wacker in die Jeans geschlüpft, die klätschnasse Regenjacke übergestülpt und per pedes ins knapp zwei Kilometer entfernte Dorf.

Das griechische Restaurant >> „Metaxa“ (Facebook-Link) können wir nur wärmstens empfehlen: urige Location, nette, flotte Bedienung und richtig leckere griechische Kost.

 

Nix-Tour – Tag 3 [Montag, 31.08.2020]

Noch hält sich der Regen etwas zurück, aber es ist kühl und dauertrüb.
Unser Vermieter hebt unsere Laune mit einem Glas selbstgemachter Brombeer-Marmelade. Obendrein kündigt er an, alle paar Tage kurz nach dem Pellet-Ofen zu schauen, damit unsere Klamotten trocknen können und wir’s abends nett warm haben.


Ultimativer Handschuh- und Klamotten-Trockner: taugt was!

Angesichts des protzig dunklen Himmels stiefeln wir Richtung Stadt. Erstaunlicherweise bleibt es trocken, so dass wir uns nachträglich ärgern, nicht losgefahren zu sein.

 
Häuserpracht in Eisleben: von adrett bis komplett marode ist alles dabei.
Motorradparkplätze gibt’s hier auch…

Zum zünftigen Tagesausklang staunen wir Bauklötze:
Obwohl es saukalt geworden ist, zirpen die Grillen! Hä? Wie geht’n DAS?

Grillen vs Zikaden

Wusstet Ihr, dass beide zu den Sechsbeinern gehören, Grillen aber deutlich kleiner sind? Und dass Zikaden meist nur in wärmeren Klimazonen anzutreffen sind, wo sie zuverlässig ab 23 Grad Außentemperatur zirpen? (Selbstredend nur die großmäuligen Männchen…)

Und sonst?
„Christkindchen backt!“ (Kennt Ihr den Spruch?)
Wird’s morgen gar endlich wieder schön?


Lieblingsplatz: Veranda mit Panorama-Sonnenuntergängen

 

Huschebahn-Tour – Tag 4 [Dienstag, 01.09.2020]

Trotz des Tour-Checks letzte Tage landen wir schon wieder auf der Autobahn…? Hä? Wie jetzt?
Egal, verweilen wir auf jener halt bis kurz vor Blankenburg.

Hinter dem Ort geht’s ohne Vorwarnung launehebend ins Kurvengetümmel nach Elbingerode und Wernigerode.
In dem bunten Städtchen ist’s rappelvoll, aber was wir im Vorbeifahren sehen, hat was.

Kukkis

Erstes Etappenziel ist Kukkis, der angeblich sehr leckere Erbsensuppe mit oder ohne Wurst aus der Gulaschkanone serviert.
Ihr findet die Suppenbude an der L900 zwischen Hasserode und Elend, direkt am Groß-Parkplatz des Brockenbahn-Bahnhofs in Drei Annen Hohne.

Jetzt, in der Nachsaison ist wochentags leider schon um 16 Uhr Schluss. So begnügen wir uns mit ’ner Dose Kesselgulasch, die der Suppen-Mann uns netterweise noch verkauft.

 
Wer ein wenig Geduld mitbringt, kann früher oder später die Brocken-Bahn bestaunen.

Brockenbahn

Ab Drei Annen Hohne verkehrt die historische Dampflok normalerweise zwischen 10:30 und 16:45 Uhr.
Bis zum Brockenbahnhof auf 1.125 Metern benötigt sie zirka 50 Minuten.
Die einfache Fahrt kostet 31 Euro pro Nase, hin und zurück zahlt man 47. Der Preis bleibt übrigens derselbe, ganz gleich, wo man zusteigt.

Sophienhof und Braugasthof

Auch unser nächstes Ziel, die Ziegenalm Sophienhof, hat bereits geschlossen.
[>> www.ziegenalm.de, Dorfstraße 44 in Harztor]

Dennoch werfen wir von Kaffeedurst geplagt den Anker und hocken uns in den Gasthof gegenüber.
[>> Braugasthof Brauner Hirsch (www.braunerhirsch-sophienhof.de)]

Als wir entdecken, welch nett angerichtete Teller man den Gästen am Nebentisch kredenzt, kriegen wir Hunger.
Das „halbe Schwein auf Toast“ ist fix serviert und schmeckt uns beiden hervorragend. Auch der Latte Macchiato verdient ein besonderes Lob.


Oh, wie fein, Außenterrasse bei Sonnenschein!

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>> Link zur Tour (www.myrouteapp.com)

 

Alpen-Feeling – Tag 5 [Mittwoch, 02.09.2020]

Lass und doch mal zum Kyffhäuser?

Nachdem wir uns erfolgreich aus nördlicher Richtung an das Hügelchen herangepirscht haben, gibt’s erstmal ’nen Halt am Bikertreff.

 
Nix los am frühen Nachmittag:
Das Cafe hat geschlossen, aber der Bratwurststand am Parkplatz ist offen.
Wer mag, bekommt dort auch Kaffee aus der Pumpkanne. (Wir mögen nicht).


Ein Straßenschild, das Spaß verspricht!

Auf der Piste herrscht fast durchweg ein Tempolimit von 50 Stundenkilometern, aber glücklicherweise gibt’s diesmal nur EINE kleine Baustelle.
Klar, dass just dort ein Ausbremser auf grün wartet und anschließend mit seiner Dose vor uns heröttelt.

Vor lauter Aufpasserei auf unseren bremsnervösen Vordermann, übersehen wir prompt die Straße zum Kyffhäuser-Denkmal und ehe wir uns versehen, sind wir unten, in Bad Frankenhausen.

Dort halten wir beim Netto, um fix was einzukaufen und in der Kneipe gegenüber ’nen Kaffee einzuwerfen.
Die Online-Karte des Gourmet-Tempels verspricht jedoch derart lohnenswerte Speisen, dass wir gleich hier was zu Essen ordern.
Burger und Thunfischsalat sind mega und Letzterer erstaunlich gut bestückt.


Urig und lecker:
Essenfassen im „Fertigungsbereich VI“ lohnt sich!
>> fertigungsbereich6.de

 

Grusel-Tour – Tag 6 [Donnerstag, 03.09.2020]

23 Grad waren versprochen, gefühlt ist’s aber wesentlich kühler, dazu windig und bewölkt.

Über Sangerhausen entern wir die L232: Die wellige Huckelpiste wird bis Rotha kaum besser und schafft’s im Leben nicht auf unsere Top-10-Liste der „geilsten Straßen der Welt“. Erst Richtung Paßbruch kommt Fahrspaß auf.

Über Auerberg und Breitenstein geht’s nach Friedrichshöhe, von dort nach Stiege und schließlich nach Hasselfelde.
Hey, warum stellt man Rollsplit-Schilder auf, wenn‘ dort keinen gibt?

Hinter Braunlage mutiert die B242/B4 zu einer ätzend breiten Kraftfahrstraße.
Ganz sicher gibt’s nettere Wege nach Clausthal-Zellerfeld?


Erschreckend viele tote Bäume links und rechts *grusel*
Als hätte es gebrannt und die Bäume seien mit Asche bedeckt.

Mittlerweile ist’s so ruppig kalt, dass wir uns die geplanten Abstecher zu Deutschlands größter Holzkirche in Clausthal-Zellerfeld und zur Stabkirche in Hahnenklee klemmen.
[>> www.kirchengemeinde-clausthal.de // >> www.stabkirche.de]

Stattdessen spendieren wir unseren Möppis an der Tanke in Clausthal ein Dröppken Sprit und uns ’nen Kaffee. Eben noch ’nen Pulli drüber und weiter.

Die nette B241 nach Goslar ist von drei dicht aneinander klebenden Greisen-Vehikel zugeparkt. Überholen unmöglich und obendrein beginnt’s zu dröppeln.

Rammelsberg

Dank des abtörnenden Wetters werfen wir nur einen kurzen Blick aufs „Weltkulturerbe Rammelsberg“ und ziehen schnell weiter.

 
Einst wurden im Bergwerk Buntmetalle gewonnen.
Nach über 100 Jahren wurde das Bergwerk 1988 stillgelegt.
Heute befindet sich hier ein Museum und ein Besucherbergwerk.
>> Besucherbergwerk Rammelsberg (www.rammelsberg.de)

Torfhaus

Ohne Halt im schönen Goslar geht’s weiter zum Torfhaus. Immerhin ist’s dort wieder trocken.

  
Brockenblick, ein bisschen Kunst und „traumhaftes“ Wetter *bibber*

 
Brockenstube und Touri-Kitsch

Ohne Trödelei flüchten wir über Hasselfelde und Stiege nach Harzgerode, wo uns erneut der olle Regen einholt.

Kurz vorm Durchweichen erreichen wir Eisleben und steuern zum Essenfassen direkt die City an. Fündig werden wir beim „Istanbul-Imbiss“, wo man dank riesigen Sonnenschirmen trotz des Sauwetters draußen hocken kann.

Als wir heimkommen, stehen zwei Schüsselchen Holundergelee vor der Tür, einmal mit, einmal ohne Erdbeeren. Unsere Vermieter sind echt ’ne Wucht!

Nach dieser Grusel-Tour streichen wir alle geplanten Westharz-Touren aus dem Plan, unter anderem auch den Besuch beim Windbeutel-König an der B498 an der Okertalsperre.
[>> www.windbeutel.de Gemkenthal 1 in Altenau]

 

Seen-Tour – Tag 7 [Freitag, 04.09.2020]

Es ist kühl und trüb, aber die Wetter-App verspricht Besserung. Ergo trödeln wir wenig ambitioniert herum und verquatschen uns mit unserem Vermieter.
Als es am frühen Nachmittag endlich aufklart, satteln wir unsere Engländerinnen und machen uns auf ins Seegebiet Mansfelder Land.

Süßer See

Einmal quer durch Eisleben, ein kurzes Stück Richtung Norden und dann rechts ab. Kaum haben wir hinter Hedersleben die L160 Richtung Dederstedt verlassen, wird die Straße zur reinsten Zumutung.

Erst kurz vor Seeburg finden wir ein paar tolle Kurven, allerdings ist die Teilstrecke – nur für Motorradfahrer – auf 30 (!) Stundenkilometer begrenzt.
Was soll der Sch…?

  
Süßer See in Seeburg:
Anders als sein Name verheißt, ist er salzig.

Über dem Ort thront ein Schloss und laut Touri-Werbetafel am See befinden wir uns gerade im „nördlichsten Weinanbaugebiet der Welt“.

Logisch, dass uns auf der weiteren Wegstrecke mal wieder eine Umleitung in die Tourplanung grätscht.
Ergo ignorieren wir die Navi-Ansagen und fahren frei nach Schnauze, immer hübsch die Nasen gen Süden. Aber je weiter „unten“, desto mieser das Wetter.
Just als wir unzweifelhaft auf ein Gewitter zusteuern, haken wir den Besuch in Nebra an der Unstrut ab und machen kehrt. Lieber feige als nass!

Neues Ziel: der Geiseltalsee.

Pfännerhall im Geiseltal

Nie zuvor davon gehört? – Keine Sorge, wir bis zum Morgen-Plausch mit unserem Vermieter auch nicht.

Über Mücheln geht’s nach Braunbedra am Geiseltalsee.

Geiseltalsee

Mit etwas über sieben Kilometern Länge und dreieinhalb Kilometer Breite ist der Tagebau-Restsee im Saalekreis einer der größten künstlichen Seen Deutschlands. Rundherum führt ein Radweg auf fünfundzwanzig Kilometer Länge und auch sonst lohnt vermutlich ein länger Aufenthalt.

Was gibt’s zu sehen?

  • In Mücheln-Stöbnitz kann man einen fünfzehn Meter hohen Aussichtsturm namens „Pauline“ erklimmen.
  • Ihr beinah so hoher Bruder „Leonhardt“ steht im Nachbarort Braunsbedra.
  • Sonnen und plantschen könnt Ihr am Stöbnitzer Strand und
  • in Mücheln erwartet Euch neben der Marina auch eine Seebrücke.

Übernachten
Wer mag, kann an der Marina Mücheln ein Hausboot in diversen Ausstattungsvarianten mieten, von schlicht bis klassisch.
Was Ihr Euch auch aussucht: Alle verfügen über ein Wohnzimmer, Dusche und WC, eine Terrasse auf dem Vorschiff und eine Sonnenterrasse auf dem Oberdeck.
Einige bieten sogar WLAN, Lounge-Möbel oder ein Wasser-Spaßgerät (Kanu, Kajak, SUP-Brett).

Zudem lassen sich über >> www.mammutfloss.de verschiedene Flöße mieten, unter anderem ein Sauna- oder Badefloß.

Ein kurzer Blick auf die Uhr und wir ahnen’s schon: Für den See bleibt keine Zeit.
Stattdessen steuern wir direkt die „Zentralwerkstatt Pfännerhall“ in Braunsbedra an.

Jene liegt ein wenig versteckt hinter einem Wohngebiet und die Beschilderung ist mau.
Just als wir glauben, wir hätten uns völlig verfranst, erspähen wir in der Ferne den riesigen roten Elefanten.

 
>> Zentralwerkstatt Pfännerhall im Geiseltal (www.pfaennerhall-geiseltal.de)


Ein Fitzelchen Kultur tut nicht weh!

Die wissensreiche Ticketverkäuferin gibt uns zwei-drei Tipps mit auf den Weg und los geht’s in die Hallen.

Pfännerhall-Ausstellungen

In den Hallen erwarten Euch bunt gemischte Ausstellungen:

  • Dauerausstellung „Bergbau im Geiseltal“ mit Wissenswertem zur Entstehung der Braunkohle und zum Braunkohle-Abbau.
  • Dauerausstellung „Fundort Pfännerhall“ mit Geiseltal-Urpferd, weiteren Fossilien und natürlich dem Alt-Elefanten.
  • Wechselnde Sonderausstellungen: Zur Zeit kann man die „Abora“ bestaunen und sich an einem Film über das Projekt ergötzen.

Besonders beeindruckt uns das riesige Abbild des Pfännertal-Mammuts, dessen Knochen 1953 zufällig bei Baggerarbeiten entdeckt wurden. Jener steht auf einer Drehscheibe mit sechs Metern Durchmesser und stößt beeindruckende Urschreie aus!

 
Links: der possierliche Alt-Elefant
Rechts: Bergbau-Stuff

Auch das Schilfboot Abora, mit dem Dominique Görlitz Expeditionen ins Mittelmeer und Nordatlantik unternahm, ist sehr sehenswert.
Wer Zeit und Lust mitbringt, hockt sich in eine Kabine und lässt sich von einer Doku über die Reisen berieseln: >> Abora (www.abora.eu)


Reizt enorm, ist aber schwer verboten: rumklettern auf dem Boot!

Bei angenehm warmen Temperaturen geht’s heim, wo wir uns am Kessel-Dosen-Gulasch mit Nudeln ergötzen.
Genau DAS gibt unsere Zwei-Platten-Herd her. (Abgesehen davon könnten wir als Kochlegastheniker auch kaum mehr zaubern…)


Das Kesselgulasch tut’s wohl, ist sehr würzig
und enthält neben Fleisch auch kleingeschnibbelte Kartoffeln.

Abends dann Erstaunen pur:
Während wir gestern noch in dicker Jacke auf der Veranda fröstelten, tut’s heute ein Shirt plus Sommerfleece bei immer noch angenehmen 19 Grad.
Darf gerne so bleiben!

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>> Link zur ursprünglich geplanten Tour

 

Dat-war-wohl-nix-Tour – Tag 8 [Samstag, 05.09.2020]

Es ist sch… kalt und dauerbewölkt.
Während die Wettervorhersage 17 Grad orakelt, zeigt das Außenthermometer schlappe 11. Und immer wieder Nieselregen.
Doof-jetzt, denn Eisleben ist wirklich nicht der ideale Ort, um sich an einem Schlecht-Wetter-Tag zu vergnügen! *seufz*

So laufen wir, was unsere Schuhsohlen hergeben.

Den ganzen Tag ist’s öde und trist, dann jedoch ein Lichtblick:
Immerhin ergattern wir in einem Dekoladen ergattern eine kuschelige Sternendecke. Haha, der nächste kalte Abend ist gerettet!

Der Besuch im riesigen Supermarkt ist allerdings weniger lustig und macht Angst:
Menschen, die keinen Abstand kennen, Leute, deren Maske ihnen lustig um den Hals herumbaumelt und zahlreiche andere, mit schamlos entblößtem Riecher!

Nachdem wir den Nachmittag erfolgreich verbummelt haben, speisen wir erneut beim Italiener.
Die Pizza letztens war ja klasse, die Lasagne könnte aber ’nen Tacken mehr Pfiff vertragen.

Café Pucci

Hä???
Als Nachtisch servierte man uns mit der Rechnung stets ein Gläschen warmen Alkohol mit Sahne.
Angeblich schimpft sich das Tüchs „Café Pucci“ und ist eine Mischung aus erhitztem Amaretto plus Rum plus Zucker plus Espresso.
Nett dekoriert mit Sahnehäubchen und mit einem Strohhalm serviert.
(Echt saulecker!)

 

Ein Hauch von Toskana und ein bisschen Provence – Tag 9 [Sonntag, 06.09.2020]

Das Thermometer schwankt zwischen 18 und 19 Grad, aber der stetige Wind lässt zu Funktionsunterbüx und Merinoshirt greifen.
Ganz sicher nicht zu warm!

Als wir Richtung Halle starten, beschleicht uns eine kurze verschämte Grins-Attacke, denn der „Süße See“ liegt eigentlich gleich um die Ecke, in schlappen zwölf Kilometern Entfernung. *Haha*

Erstes Etappenziel: Freyburg an der Unstrut

Fahrtechnisch ist der Weg dorthin eher mau:
Immer wieder rattern wir über üble Schlagloch-Pisten und schnurgerade Flachkopfsteinpflaster-Wege.

Das Städtchen im Burgenlandkreis scheint jedoch eine intensivere Betrachtung wert zu sein.
Bewundern lässt sich hier beispielsweise

  • die Altstadt mit seiner historischen Stadtbefestigung
  • das Schloss Neuenburg
  • eine aktive Wassermühle mit Restaurant (Zeddenbachmühle) oder
  • die Kelleranlagen der Rotkäppchen Sektkellerei mit ihrem historischen Hauptgebäude

Wir ziehen allerdings das Fahren vor und begnügen uns mit einem kurzen Halt vor dem hübschen Weinberg-Panorama:

  
Klar, warum man Freyburg auch mit „Toskana des Ostens“ betitelt, oder?

Weiter geht’s nach Laucha, um nach dem von der Presse hochgejubelten, ausgebüxten Krokodil zu schauen.
Also wir sichten es jedenfalls nicht!

Sodann passieren wir Nebra.

Himmelsscheibe Nebra

Die berühmte Himmelsscheibe liegt nicht mehr hier am Fundort auf dem Mittelberg in Nebra, sondern im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle an der Saale.
Wer Zeit mitbringt, kann sich aber an der Arche Nebra erfreuen, einem Besucherzentrum mit Planetarium.

Weitere Infos zur Himmelsscheibe findet Ihr hier: >> www.himmelsscheibe.de

Eine Straßensperrung weiter mogeln wir uns kreuz und quer durchs Land, folgen sodann den Straßenschildern und finden zum nächsten Etappenziel.

Tour-Wendepunkt: Sömmerda (Schweden oder wie?)

Keine Ahnung, was genau wir hier erwarteten – der Name klang wohl einfach witzig.

Auch wenn die Stadt nur etwas über 20.000 Einwohner, ist sie eine Kreisstadt. Möglicherweise gibt’s hier nette Ecken und einen echten Stadtkern.
Das einzige, das wir entdecken ist jedoch nur ein Geflecht aus viel zu breiten Straßen, aber ein Café? – Fehlanzeige.
Zugegebenermaßen geben wir uns aber auch keine große Mühe, sondern haken den Ort fix ab und flüchten lieber nordwärts in die freie Prärie.

Je näher wir dem Kyffhäuserland kommen, desto Fahrspaß!

 
Provence-Feeling an der L2290 am Muschelkalk-Höhenzug Hainleite

Auch die L1035 von Sondershausen nach Bad Frankenhausen ist zwar nicht spektakulär, aber durchaus fahrenswert.

Na, wenn wir schonmal dort sind, können wir doch gleich nochmal im „Fertigungsbereich VI“ speisen?
Wow: Der „Bunsenbrenner“ (Burger mit Chili-Cheese-Soße) ist genau mein Ding! 🙂

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Und sonst?

Der Rückweg nach Eisleben ist schnell gemacht.

Kaum daheim, überrascht uns unsere Wirtin mit einem riesigen Topf Gulasch mit Kartoffeln, Erbsen und Möhren.
Der muss allerdings bis morgen warten, denn heute sind wir (leider) schon pappsatt.
Hach, was sind unsere Vermieter doch zwei Seelen von Menschen! *völlig-gerührt-dreinschau*

 

Südafrika lässt grüßen! – Tag 10 [Montag, 07.09.2020]

Wie kann ein Tag perfekter beginnen, als auf der Sonnen-Terrasse frühstücken zu können?

Just als wir aufbrechen wollen, spendiert uns der Wetterfrosch von jetzt auf gleich eine Portion Regen. Knappe zwei Stunden später hat sich’s ausgeschauert und der Himmel zeigt soch strahlend blau, als sei nix gewesen.

Einmal kurz den Kopf in alle Himmelsrichtungen gedreht und wir planen um: Der Hexentanzplatz in Thale muss warten! – Stattdessen geht’s Richtung Süd-Westharz.

Nach einem kurzen Stückchen Landstraße schlagen wir uns freiwillig – die Kreisstadt Nordhausen umfahrend – auf die Autobahn.

Die B243 Richtung Bad Sachsa kannten wir bislang nur von verlängerten Wochenend-Touren und fanden sie eigentlich recht nett. Heute reiht sich allerdings ein Lkw an den nächsten und wir dümpeln abgasschnüffelnd hinter dem Tross her.

Erster Halt: Grenz-Erfahrung Bartolfelde

Wenn wir schonmal in der Gegend sind, ist die coole Etappe von Bad Sachsa nach Zwinge natürlich ein Muss, genau wie der Stopp am alten Grenzturm.

  
Der Grenzturm an der L1013 zwischen Bartolfelde und Bockelnhagen
markiert die Grenze zwischen Niedersachsen und Thüringen
und somit auch zwischen einstiger BRD und DDR.

 
Walachei-Kunst, die begeistert!

Laut Google hat der Landgasthof mit dem interessanten Namen „Endstation“ in der Deichstraße in Duderstadt-Brochthausen heute wegen Ruhetag geschlossen.
Da wir nur glauben, was wir auch sehen, prüfen wir das mal, müssen es aber leider als „wahr“ abhaken. So fahren wir kaffee-süchtelnd weiter über Zwinge und Teichmühle nach Jützenbach.

Abstecher-Tipp:

Ganz in der Nähe liegt die Rhumequelle des Flüsschens Rhume, die mit ihrer türkisen Farbe besticht.
[Adresse: An der Rhumequelle in Rhumspringe]

Lust auf eine Erfrischung, also einfach mal reinhopsen?
Kann man machen, aber seid gewarnt:
Die Wassertemperatur liegt ganzjährig bei molligen 8 – 9 Grad!

Kali-Bergwerk Holungen

Hält man sich Richtung Holungen, hat man einen tollen Ausblick auf den imposanten Kaliberg, der bei Sonnenlicht rot-orange-braun schimmert.
Das sehen wir allerdings nur aus dem Augenwinkel heraus und folgen stattdessen stur der geplanten Route. Leider!

Als wir nach der kleinen Schleife über Worbis und Großbodungen in Bischofferode aufschlagen, müssen wir zugeben, dass wir uns jene hätten klemmen sollen:
Weder lohnte sie sich kurventechnisch, noch wurde was aus dem erhofften Halden-Blick.

Natürlich schauen wir uns das Teil aber nochmal aus der Nähe an.


Gleich neben der Kali-Halde liegt das Bergbaumuseum Thomas Müntzer (Schachtstraße in Holungen)
„In echt“ ist die Abraumhalde übrigens wesentlich höher, als sie auf dem Foto wirkt.

Abstecher-Tipp

Keine 40 Kilometer südlich von Worbis-Leinefelde liegt das kleine Örtchen Lengenfeld unterm Stein im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal.
Unter anderem ist dort das unter Denkmalschutz stehende Brückenbauwerk Lengenfelder Viadukt verortet.

In der Bahnhofstraße 43 könnt Ihr Fahrrad-Draisinen mieten und damit sowohl über das Viadukt als auch durch den mehr als einen Kilometer langen „Küllstedter Tunnel“ strampeln.
>> „Erlebnis Draisine“ (www.erlebnis-draisine.de).

Um die 4- oder 5-Personen-Draisine zu bewegen, braucht Ihr mindestens zwei tretfreudige Personen.
Finden sich mindestens drei Pedalritter, kommt stattdessen die 6er- oder 7er-Draisine in Frage.

Generell habt Ihr die Wahl zwischen drei verschiedenen Strecken:

  • Für Leute mit wenig Zeit und/oder Lust empfiehlt sich die Route 2:
    Jene misst entspannte 3,5 Kilometer, führt aber nicht über’s Viadukt.

  • Wer übers „Lengenfelder Viadukt“ radeln möchte, wählt hingegen die Route 1:
    Sie erstreckt sich one way über 13 Fahrkilometer und führt durch fünf Tunnel, bevor sie am Bahnhof Küllstedt endet.

  • Bei Route 3 geht’s darüber hinaus nach Dingelstädt.
    Diese 20 Kilometer lange Sonderfahrt muss aber vorab angefragt werden.

Der Rückweg ist zwar etwas lahm, da wir irgendwie parallel zur Autobahn fahren, landschaftlich aber ganz nett.

Abraumhalde Sondershausen

Bereits von weitem erblickt man die riesige Abraumhalde in Sondershausen.


Ja sind wir denn hier in Südafrika?

Kaliwerk „Glückauf“ in Sondershausen

Noch immer wird hier Steinsalz gefördert, das unter anderem als Streusalz Verwendung im Winterdienst findet.

Daneben fungiert das Werk als >> Erlebnisbergwerk (www.erlebnisbergwerk.com).

Was kann man dort erleben?

  • An jedem dritten Sonntag im September wird anlässlich des „Tages des Geotops“ eine Haldenführung angeboten. Teilnehmende sollten allerdings „wanderfest“ sein. Ganz so wild ist’s dann aber doch nicht, denn Ihr wandelt auf einem speziell angelegten „Highway“, der mit Schotter aus den Bahngleisen befestigt wurde.
  • Im Konzertsaal erwarten Euch über’s Jahr hindurch diverse Konzert-Veranstaltungen.
  • Wer mag, kann eine Kahnfahrt auf einem Salzlaugen-Rundkurs unternehmen, bei dem original Spreewald-Kähne mit akkubetriebenen Außenbordmotoren zum Einsatz kommen.
  • Bei der Museumsfahrt geht’s auf einem offenen Lkw über die Untertage-Straßen.
  • In 600 Metern Tiefe könnt Ihr Euch per Tunnelrutsche binnen vier Sekunden 28 Meter tiefer katapultieren lassen.
  • Zudem lassen sich Untertages-Radtouren buchen, wahlweise mit dem eigenen oder einem Leih-Rad.

Abends verspeisen wir den Pott Gulasch und das ist einfach nur saulecker! *schwärm*

Merker an uns selbst: Ab sofort sollten wir zusehen, VOR 20 Uhr zu Hause zu sein, denn um 8 ist’s bereits duster.

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>> Link zur geplanten Tour

 

Der-Harz-ist-voll-Tour – Tag 11 [Dienstag, 08.09.2020]

Abermals fahren wir über Sangerhausen nach Passbruch. Nicht weil’s so schön ist, sondern weil das Navi es so will..

Spätestens dort wird’s spaßiger, denn die Route über Rottleberode, Stolberg, Breitenstein nach Friedrichshöhe ist nicht sooo übel. *breit-grins*
Schließlich fahren wir über Stiege weiter nach Hasselfelde und von dort zur Rappbodetalsperre.

Rappbodetalsperre

Fährt man über die Staumauer, fällt der Blick unmittelbar auf die direkt daneben schwebende Hängebrücke Titan-RT.
Sie wurde 2012 eröffnet und wer sie passieren möchte, muss 6 Euro latzen.
Weitere Infos unter: >> www.titan-rt.de

Daneben bietet „Harzdrenalin“ weitere mehr oder weniger kostspielige Attraktionen:

  • Megazipline: Schonmal 120 Meter über dem Abgrund geflogen? Gegen 39 Euro könnt Ihr’s antesten.
  • Giggswing: Entweder erfreut Ihr Euch allein oder zu zweit am 75-Meter-Pendelsprung. (Kostenpunkt: 79 Euro)
  • Wallrunning: Wem danach ist, die 43 Meter hohe Staumauer runter zu laufen, ist mit 49 Euro dabei.

Weitere Infos unter: >> www.harzdrenalin.de

Für Spaßbremsen, die stattdessen lieber auf ihre Leute warten wollen, ist ebenfalls gesorgt:
Am Nordende der Staumauer gibt’s eine Kaffee-Bar: >> Coffee Bike Harzdrenalin (coffee-bike.de)

Als wir an der Talsperre aufschlagen, hat sich die Sonne komplett verkrümelt. Darüber hinaus knubbeln sich auf der Brücke Besucher-Scharen, wie man sie sonst nur beim Einlass ins Fußballstadion kennt. Schnell weg hier!

Die Strecke bis Rübeland und von dort nach Hütterode macht unter normalen Umständen vermutlich Laune. Allerdings nicht heute, denn wie’s scheint, hat ein Seniorenheim eine komplette Wohnmobil-Flotte gekapert und schnarcht vor uns her.

Auch von Altenbrak nach Treseburg wird’s nicht besser und so verhungern wir förmlich hinter einer Horde unüberholbarer Landschaftsbewunderer. *GRRRR*
Allerhöchste Zeit, den Schlafmützen einen satten Vorsprung zu gewähren!

Märchenhaftes Bodetal

In Treseburg überlassen wir unsere Moppeds einem Parkstreifen und wabern über die Brücke, um Kaffee zu fassen.

 

  
Ist das nicht märchenhaft?
(Gilt übrigens nicht für den uns servierten Kaffee!)

Der weitere Plan sieht eigentlich vor, südlich über die L93 entlang der Luppbode zu fahren und schließlich über Friedrichsbrunn nordwärts nach Thale.

Soll aber nicht sein und so geht’s dank Streckensperrung frei nach Schnauze: Tolle Felsen, geile Kurven und kein Auto weit und breit! *YIPPIE!*
Logisch, dass just in dem Moment der GoPro-Akku schwächelt, oder?
*Irgendwas-iss-halt-immer!*

Hexentanzplatz Thale

Irgendwie finden wir dann doch noch nach Thale. – Nix wie hoch zum Hexentanzplatz!

Bevor man uns Einlass zum geräumigen Parkplatz gewährt, heißt’s zunächst „Ticket ziehen“.
Mittlerweile ist es kurz nach 5 und über Parkprobleme lässt sich’s dank des bescheidenen Wetters kaum klagen.


HEX-HEX…!

 
Das „schiefe Haus“ und andere reizende Kreaturen am Hexentanzplatz in Thale

Im Schnelldurchlauf erkunden wir auch die weitere Umgebung.


Juchhu – endlich ein zünftiges Hexen-Souvenir ergattert!

 
Danach noch ein wenig die grandiose Aussicht genießen…

… fix das Park-Ticket latzen und weiter!


Na wenn DAS mal kein echtes Park-Schnäppchen ist…?

Als wir das Gelände verlassen, staunen wir nicht schlecht: Öffnet sich doch die Parkplatz-Schranke, ohne das Ticket einführen zu müssen.
Hätten wir DAS menn vorher gewusst! *Augen-roll*

Auf der Rücktour nach Eisleben setzen wir auf die „kurvige Route“ unseres „TomTom Riders 400“.
DAS hat allerdings nix Besseres vor, als uns ein weiteres Mal über die B242 von Harzgerode über Saurasen und Mansfeld zu führen.
*Verflixt-ich-kann-und-will-diese-Piste-nicht-mehr-sehen!*

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Läuft-nicht-gut-Tour – Tag 12 [Mittwoch, 09.09.2020]

Die Tour beginnt vielversprechend:
Kaum haben wir die Hauptstraße verlassen, ergötzen wir uns Richtung Wippra an einem megaschönen Kurven-Gewimmel!

Eigentlich soll’s danach über Ponsfelde zur Burg Falkenstein gehen, aber erneut stört eine Umleitung unseren Flow.

Als wir registrieren, dass uns jene abermals über die Bundesstraße nach Mansfeld führen will *NO-GO!*, biegen wir einfach linkerhand in den nächstbesten Weg ein und landen damit in einem nicht mehr korrigierbaren Gewusel.

Links, rechts, kreuz und quer und irgendwie völlig verkehrt, aber immerhin erspähen wir eine ansehnliche Burgruine:

 
Burg Arnstein zwischen Harkerode und Sylda.

Obwohl wir irgendwann auf den vermeintlich richtigen Weg zurückkehren, bleibt die Museumsburg Burg Falkenstein verschollen.
Haben wir gar ein Hinweisschild übersehen?

Im Freiflug geht’s nach Ballenstedt: Die Straßen sind knatschvoll und weder erspähen wir einen Ortskern, noch ein Café.
Auch in Gernrode steppt verkehrstechnisch der Bär. *Pisten-die-die-Welt-nicht-braucht*

Als wir schließlich in Thale aufschlagen, sind wir vollends angenervt.
Also erstmal den Anker werfen und bei grottig lahmer Internetverbindung Tante Google nach ’nem Eiscafé fragen und schauen, wie man von diesem blöden Schotterparkplatz wieder fort kommt, ohne dass man dank der ollen Schuhsohlen wegrutscht…

Tatsächlich finden wir an der vorgeschlagenen „Milchbar an der Bode“ auf Anhieb einen Parkplatz. Nützt nur wenig, da der Laden keine Außenterrasse hat.
Also auf zum nächsten Vorschlag. Der ist immerhin top!


Das Eis im >> „Eiscafé Asgard“ ist einfach göttlich!
(Ja, da wagt sich sogar die Sonne kurzzeitig megabreit-grinsend aus ihrem Versteck!)

Durch Umleitungen und volle Straßen haben wir viel Zeit verloren. Drum streichen wir die Weiterfahrt nach Wernigerode und nehmen Kurs auf die Heimat.

  
Unweit der ollen Bundesstraßen verstecken sich echte Asphalt-Perlen!

Zum krönenden Abschluss gönnen wir uns noch einen Abstecher über Helbra und gut iss.

 
Ein Förderverein kümmert sich um den ehemaligen Schmid-Schacht und bietet dort Führungen an.
>> www.erlebnisweltkupfer.de

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Abschluss-Tour – Tag 13 [Donnerstag, 10.09.2020]

Irgendwann ist mal die Luft mal raus!
Nichtsdestotrotz gönnen wir uns zum Abschluss eine kleine Runde über den Kyffhäuser; diesmal jedoch von der anderen Seite.

Bikertreff Kyffhäuser

Nach der Anfahrt über Bad Frankenhausen fragen wir uns, wie wir letzte Tage überhaupt den Abzweig zum Kyffhäuser-Denkmal verfehlen konnten?

 
Am Bikertreff gibt’s kostenlose Parkplätze.


Verhungern oder verdursten muss hier niemand nicht…


Kunst am Wegesrand

Laut Info-Schilder sind’s schlappe 300 Meter bis zum Denkmal. In Moppedstiefeln gefühlt eher 500!

Oben angelangt, macht sich prompt Enttäuschung breit:

 
Irgendwie iss so gut wie nix zu sehen?


Wer mehr will, muss Eintritt zahlen und das nicht zu knapp!

Soviel Geld für einmal kurz gucken? – Nee, das lass menn!

Weiter geht’s Richtung Kelbra, aber bergab erwartet uns ein Fiasko: Meint doch ein steinalter Herr, seine Schleuder mit rasanten 30 km/h um die schönen Kurven tragen zu müssen, während er sich von zwei mindestens gleichaltrigen Mädels feiern lässt!
Warum beschleicht uns nur das Gefühl, dass diese Silberrücken ständig an begehrenswerten Strecken darauf lauern, unmittelbar VOR uns einscheren zu können? *seufz*
(Naja, zumindest werden sie uns heute kaum blitzen können!)

  
An sich sind die Kyffhäuser-Kurven schon echt nett!

Nächster Halt: Stolberg

 
Am Ortseingang parken wir beim >> Schnapper-Zacker
und schlendern von dort aus zum einen Kilometer entfernten Ortskern.

Ausflugs-Tipp:

In der Pension „Alte Posthalterei“ kann man verschiedene Postkutschen-Fahrten buchen.
In den überdachten gelben Vehikeln haben sechs Personen Platz.
>> www.erlebnis-suedharz.de [Niedergasse 50, Südharz]

  
Zauberhaftes Stolberg im Harz!

Park-Tipp in Stolberg

Aus Richtung Rottleberode kommend liegt kurz vor dem Markt rechterhand das Eiscafé „Feuer und Eis“.
Unmittelbar dahinter geht’s zum Parkplatz. Von hier aus sind’s nur wenige Meter bis zum Marktplatz.


Aus entgegengesetzter Richtung sieht man die Schilder besser.


Hier sind gleich sechs Parkplätze für Motorradfahrer reserviert.

Als wir kaffeeschlürfend am Stolberger Markplatz hocken, kontrolliere ich vorsichtshalber die restliche Route.
Glück gehabt, denn diese hätte uns blöderweise SCHON WIEDER über Harzgerode geführt.

So routen wir fix um und nehmen stattdessen lieber noch einmal die nette Piste über Wippra mit.

 
Balsam für Augen und Seele und ein Mordsgaudi für Kurvenfans!

Zuguterletzt halten wir zwischen Wimmelburg und Eisleben ENDLICH mal am Krughütten-Denkmal, das wir bislang sträflich vernachlässigt haben.

 
Nach mehr als hundertjährigem Betrieb wurde die Krughütte 1972 stillgelegt.

Krughütte

Am Ortsausgang von Wimmelburg Richtung Eisleben erhebt sich eine riesige schwarze Abraumhalde. Jene entstand zwischen 1865 und 1911 durch den Abraum aus den Förderschächten Otto I und II. Seit 1994 ist das Areal denkmalgeschützt und mittlerweile führt ein Wanderweg durch die Haldenlandschaft der Otto-Schächte.

Noch immer lagert auf dem Gelände der ehemaligen Krughütte wertvolle Kupferschlacke, die einst bei der Verhüttung von Kupfererz entstand.
Heute kümmert sich eine Firma um die Aufbereitung, bricht sie auf und verarbeitet sie gesiebt zu Splitt, der sodann zum Pflastern oder als Drainage-Material verwendet werden kann.

Seit 2012 befindet sich auf dem ehemaligen Gelände zudem ein riesiger Solarpark.


„Millionenbrücke“ kurz vor dem Ortseingang in Eisleben.

Nach der Tour fahren wir direkt in den Ort und speisen im griechischen Restaurant-Hotel „Athen“. Ganz lecker!

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Zurück-in-die-Heimat-Tour – Tag 14 [Freitag, 11.09.2020]

Die erste Etappe mit Navi-Option „Autobahn vermeiden“ erweist sich als reinste Katastrophe:
Statt nett über die alte Bundesstraße (über Scharzfeld) zu kurven, führt sie uns über die abtörnend breite B243.

Obendrein schwächelt die Tiger:


Dat Schätzken tropft mal wieder!
Böse Zungen munkeln, der Behälter sei leicht mau befüllt.

So beschließen wir einen Shopping-Stop bei ATU in Osterode, um der Großkatze ein wenig Kühlflüssigkeit zu spendieren.

Die B241 von Hardegsen nach Uslar nach Beverungen macht Laune.
Gönnt uns das TomTom aber heute nicht und zeigt uns stattdessen eine dröge Strecke über Einbeck nach Stadtoldendorf.

PS-Speicher Einbeck

Wer Zeit mitbringt, sollte einen Blick in den PS-Speicher werfen.
An gleich fünf Standorten erwarten Euch 2.500 Exponate aus der Welt der Motoren.

Unter anderem lockt die historische, ehemaligen Einbecker Tapetenfabrik „Vereta“ mit einer großen Motorrad-Ausstellung auf drei Etagen.
www.ps-speicher.de
[Tiedexer Tor 3, Einbeck (Zufahrt über Jahnstraße)]

Spätestens hier haben wir die Faxen vom Bundesstraßen-Gegurke dicke und planen eine „spannende“ Route Richtung Heimat.

Spannend wird’s ohne Frage:

Gierseilfähre Polle

Nachdem wir diverse Hügelkäffer passiert und „Ätsch-bitte-wenden“-Ansagen hingenommen haben, landen wir prompt an der Weserfähre in Polle!
Hurra, endlich mal wieder Schifffahren! *megabreit-smile!*

 

 
Mit 3 Euro für 2 Moppeds sind wir dabei.

Als schließlich der Köterberg ausgeschildert ist, gibt’s kein Vertun:
Da müssen wir hoch!

Köterberg

Jetzt, am frühen Nachmittag hält sich die Besucher-Schar in Grenzen und noch ist die hübsche Auffahrt knieschleifidiotenfrei-befreit.

 
Auf dem Monte Wau-Wau erfreut sich Norby an Erbsensuppe mit kostenlosem Nachschlag,
während sich meinereiner an der Aussicht ergötzt.

Anschließend fahren wir über Nieheim nach Langeland und nehmen die L755 nach Altenbeken.
Frecherweis ist die Strecke noch immer (nur!) für Motorradfahrer auf 70 km/h begrenzt und die beinahe unsichtbaren Drempel, vor denen lediglich die 50-km/h-Schilder warnen, finden wir einfach grob fahrlässig!

Nächste Station: Paderborn. Statt uns auf direktem Weg durch die Stadt zu führen, meint „kurvenreich“ wirklich kurvenreich.
So erfreuen wir uns am allerschönsten Freitags-Nachmittags-Stillstand-Feierabend-Verkehr. Stop – Go – Stop – Go – Stop… *GRRR*

Wie immer, steuern wir auch diesmal das Eicafé Roma im Paderborner Vorort Elsen an.


Vermutlich eine der besten zehn Eisdielen Deutschlands, oder?
(Die Moppeds lassen sich übrigens schräg gegenüber auf dem Supermarkt-Parkplatz abparken.)

Obendrein hat Elsen noch andere Qualitäten: So liegt ganz in der Nähe der Nesthauser See, auf dem man unter anderem Wasserski fahren kann.


Beinah zurück in der Heimat noch ’ne Spur Industriekultur…

… und dann war’s das auch mit Urlaub.

Schade eigentlich!

 

Taugt Eisleben als Basislager?

Schon seit 1946 trägt das 23.000-Seelen-Städtchen Eisleben den Beinamen „Lutherstadt“. Auch wenn sie einwohnertechnisch als Kleinstadt zählt, ist sie nach Sangerhausen die Zweitgrößte im Landkreis Mansfeld-Südharz.


Bonsai-Schloss in Lutherstadt Eisleben.

Da der Ort in einem Talkessel liegt, sollte man einigermaßen gut zu Fuß sein, so man außerhalb der Kernstadt wohnt.

Speisen und Shoppen

Zwar gibt’s in Eisleben ausreichend Lokale, aber eher wenige mit Außenterrasse.

Die Supermärkte im Ort haben werktags bis 20 Uhr geöffnet (z.B. Aldi, Netto, NP-Markt, Edeka und Rewe). Wer später anreist, sollte direkt zu Kaufland fahren.
Der Markt ist für den schnellen Erst-Einkauf definitiv überdimensioniert, schließt aber wochentags erst um 22 Uhr und samstags um 20 Uhr seine Pforten.

Freizeit-Spaß in Eisleben

Freizeittechnisch gibt’s in Eisleben ohne fahrbaren Untersatz nicht sooo viele Möglichkeiten. Gilt nicht für Kultur-Freaks!
Anders als an der >> Mosel [KLICK!] gestalten sich moppedfreie Tage etwas schwierig.

In der näheren Umgebung findet Ihr

Immerhin ist Städte-Hopping per Zug möglich: Am örtlichen Bahnhof halten die Regionalbahnen nach Halle, Kassel mit Zwischenhalt in Sangerhausen und Nordhausen, Leinefeld und Sangerhausen. (Fahrzeiten: Sangerhausen 20min – Halle 30 min – Leinefeld 1.5h – Kassel 2.5h)

Für Leute mit Vehikel finden sich zahlreiche Ausflugsziele in der näheren Umgebung, zum Beispiel:

  • Süßer See in Seeburg (in zirka zwölf Kilometern Entfernung).
  • Kanufahren auf der Unstrut oder Saale
  • Erkundung der zahlreichen Museen, Schlösser und Burgen in der Umgebung.

Aktivitäten am Süßen See in Seeburg

  • Am Nordstrand gibt’s einen Tretboot-Verleih.
  • Wer ein Boot mieten möchte, wird sowohl am Nord- als auch am Südstrand (Gaststätte Seeterrassen) fündig.
  • Außerdem lassen sich Ruder- und Elektroboote mieten und Stand-up-Paddling ist ebenfalls möglich.
  • Beim Touristen-Center lassen sich Räder ausleihen und – nach vorheriger Anmeldung – zudem Fahrten mit der Kutsche, Tschutschu-Bahn oder See-Kreuzfahrten buchen.

Unser Ferienhaus Elfi in Lutherstadt Eisleben

Mit unserem Ferienhaus hatten wir echt Glück!


Ferienhaus Elfie: Wohlfühl-Oase nicht nur für Hunde-Besitzer!

Unser Vermieter-Ehepaar war unglaublich herzlich und verwöhnte uns ohne Ende:
Los ging’s schon damit, dass die Frau des Hauses uns bei Ankunft eine Kanne Kaffee gekocht hatte, die wir freudestrahlend annahmen.

Die Betten waren bezogen, Ersatzbettwäsche lag bereit und unsere Vermieterin wies direkt darauf hin, dass wir nicht mit einem Handtuch auskommen müssten. (Die Schubladen waren so voll, so dass wir mindestens jeden zweiten Tag die Handtücher hätten wechseln können).

Die Küche war mit dem Notwendigsten ausgestattet: Auf zwei Herdplatten kocht man nicht die Welt, aber das hatten wir weder vor, noch sind wir begnadete Köche!

 

 
Weitläufiges Gelände, Sonnen-Terrasse und Wohlfühl-Veranda bei Nacht…

Erstaunlicherweise hatten wir das großräumige, umzäunte Gelände komplett für uns allein und unsere Moppeds ratzten friedlich im Schuppen am Ende unserer Hazienda.


Rechts neben der Streety sieht man die Tür zur „Garage“.

 
Beherbergt man Motorradfahrer und liegt die „Garage“ am Ende des Wegs,
ist ein feinsäuberlich geharkter Kies leider ruckzuck fratze. (Sorry dafür!)

 

Tourlaub-Fa(hr)zit

1. Motorradtouren

Als Ausgangspunkt für Harz-Touren ist Eisleben nicht ganz so günstig, da die Anfahrtswege eher fad sind und wenig Abwechslung bieten.
Vor allem wer den Westharz unter die Räder nehmen will, ist woanders definitiv besser aufgehoben.

Allerdings kann man ab Mansfeld-Südharz hervorragend in alle möglichen Himmelsrichtungen ausschwärmen und profitiert von der laufend wechselnden Landschaft: Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, alles kein Problem. #Bundeslandhopping

Generell gilt: Je weiter gen Osten, desto holpriger die Wege. (Nix für die Streety!)

Die Sache mit der Schraube

Daheim hatten wir das Streety-Kennzeichen vorsorglich mit einer weiteren Schraube fixiert.

Quirlige Moppeds versuchen schonmal,
sich klammheimlich ihres Kennzeichens zu entledigen…

Glück gehabt, denn angesichts der Urzeit-Pisten im östlichen Teil der Republik wäre es der Streety sicherlich auch gelungen!

2. Dreitausend

Knapp 3.000 Kilometer in 14 Tagen sind nicht die Welt und viele werden die Kilometer-Leistung maximal belächeln.
Für meinereiner hat’s definiv gereicht und nach unserer Rückkehr war mein Bedarf am Moppedfahren erstmal gedeckt.
*Schon-sch…-wenn-man-alt-wird!*

3. Verkehr

Wer hätte gedacht, dass es im Harz Anfang September an einem trüben Tag voller sein könnte, als an einem sonnigen Pfingstwochenende?
Lag es an den noch andauernden Sommerferien in Rheinland-Pfalz oder gar an der Covid19-bedingten Deutschland-Reiselust?

Während sich sowohl im Ost- als auch im Westharz die Vehikel knubbelten, genossen wir das Touren auf einsamer Flur im Südosten.
Hätte dort nicht ständig dieser dunkle Wolkenvorhang rumgelungert, hätte es uns sicherlich öfter Richtung Thüringen verschlagen!

Blitzer?
In Sachsen-Anhalt sind die Tempo-Limit-Schilder offenbar nur Zierde. Oder hat man dort auf Radar-Kontrollen einfach keinen Bock?
Obwohl wir ganz sicher nicht im Schleich-Modus umherkurvten, wurden wir mehr als einmal mit gefühlter Schallgeschwindigkeit überholt. Von Dosen!

4. Städte-Hopping

All die umliegenden Städte haben schon sehr gereizt: Auswahl gab’s ja genug und viele interessante Orte waren keine hundert Kilometer entfernt.
Halle (35km) – Weimar (82km) – Erfurt (92km) – Magdeburg (75km) – Jena (90km) – Eisenach (133 km) und selbst Dresden ist mit gerade mal 177 Kilometern durchaus noch per Tagestour erreichbar.

Andererseits: Was willste mit dem Mopped schon in ’ner Großstadt?

Sich durch volle Straßen wuseln, die Schätzken mutterseelenallein auf einem Großstadt-Parkplatz zurücklassen oder in voller Montur mit Motorradhelmen durch die Gassen schlendern? – Nö! Macht zumindest uns nicht wirklich Spaß!
Davon ab ist’s für Menschenansammlungen wohl gerade nicht die richtige Zeit!

5. Jahreszeit

Keine Ahnung, wie es sonst ist. Im September war es jedenfalls abseits der Ballungszentren problematisch, ein Café mit Außenterrasse zu finden, auf der man gepflegt ’nen Kaff schlürfen konnte.

Großer Nachteil von Herbst-Touren ist die Tatsache, dass es zur Mitte hin schon gegen 20 Uhr zappenduster ist.

Leider war das Wetter durchwachsen und motorradklamottentechnisch hatte ich voll daneben gegriffen:
Bei 18 Grad und viel Wind ist die luftdurchlässige Sommerjacke trotz eingezogener Membrane die falsche Wahl, denn einen vernünftigen Zwiebel-Look kannste damit definitiv vergessen.

Merker an mich selbst: Kurzarm-Shirt plus Merino-Jack passen gerade noch drunter, aber mit einer Fleece-Jacke wird’s einfach zu eng.
Interessant auch, dass Langarm-FLM-Funktions- oder Langarm-Merino-Shirt genauso warm kühl sind, wie eine Kombi aus Kurzarm-Shirt und Rukka-Softshelljacke.

6. Verpasst!

Nach dem ersten Versuch verfrachteten wir alle geplanten Touren Richtung Westharz in die hinterste Ecke. Dafür hätten wir uns einfach früher aufraffen müssen, was wiederum mit unserem Verständnis von einem gelungenen ToUrlaub kollidiert.

Auch die Tour über Niederorla und Creuzburg nach Eisenach mussten wir notgedrungen streichen. Ergo will die Wartburg wohl ein anderes Mal bestaunt werden.

Ohnehin reichen vierzehn Tage keinesfalls aus, um ALLES sehen zu können, was sich im Harz anzuschauen lohnt.
Aber wie sooft, muss man sich halt entscheiden: fahren oder gucken? Was regelmäßig gewinnt ist klar, ne?

Kleiner Auszug der möglichen Tourziele:

7. Tierwelt

Die Natur-Vielfalt in diesem Strich Landschaft ist wirklich beeindruckend:
Majestätische Störche stehen seelenruhig auf den Feldern herum. Hier und da hockt ein Falke beute-spähend am Wegesrand. Greifvögel schwirren durch die Lüfte.
Und wenn es nicht gestorben ist, plantscht dieses angeblich ausgebüxte Krokodil noch immer lustig in der Unstrut herum!

 

Tourplanung und Kartenmaterial

Zur Tourplanung vorab nutzten wir – wie eigentlich immer – die tolle Karte von >> www.motorradschutzgebiet.de.
Dahinter steckt Matthias „Matze“ Schmidt, der unter anderem einen Bell-Shop mit Helmen, Shirts und Jeans in Osterode betreibt (Förster Straße 87).
Ganz nebenbei könnt Ihr bei ihm auch E-Motorräder kaufen, denn seit einigen Jahren ist er offizieller Importeur von Energica- und Tacita-Bikes.


Hier könnt Ihr die Karte gegen einen kleinen Obulus bestellen:
>> www.motor-touren.de/harzkarte.htm

(Alternativ bekommt Ihr sie kostenlos bei den Hotelbetrieben, die auf der Karte Werbung geschaltet haben.)

// Werbung //


Harz-Reiseführer
Michael-Müller-Verlag
(www.amazon.de)


Kurvenfieber Harz:
Die schönsten Motorradtouren mit GPS-Tracks
(www.amazon.de)


Thüringen-Reiseführer
Michael-Müller-Verlag
(www.amazon.de)


Motorradkarte Harz:
mit Ausflugszielen, Einkehr- & Freizeittipps
und Tourenvorschlägen (1:150:000)
(www.amazon.de)


Luchskarte Harz
Auto & Motorrad:
Die schönsten Ausflugsziele
(www.amazon.de)


FolyMaps Harz Weserbergland
Straßen- und Tourenkarte
1:250 000
(www.amazon.de)

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief", im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der unendlichen Macht ihrer Ernährer gescheitert, mit achtzehn dann endlich erfolgreich. *YEAH!* Danach leider nie aktiv gefahren und den Virus irgendwie erfolgreich verdrängt - Bis er 2004 umso heftiger wieder ausbrach. Seitdem unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :-)
http://www.motorrado.de

2 thoughts on “Motorradurlaub im Harz 2020

  1. Hallo Susy,
    normalerweise lese ich keine Tourberichte, da es mich nicht interessiert, dass jemand von hier über da vorn nach da hinten gefahren ist. Eure Tour der Pleiten, Pech und Pannen ist vermutlich einem großen Teil der unzureichenden Tourenplanung geschuldet und den Unzulänglichkeiten des TT Rider. Für das Wetter konntet ihr nichts. Allerdings finde ich den Harz an sich sehr klein und ein verlängertes Wochenende reicht, um die schönsten Strassen zu erkunden. (Also der kurvige Harz um den Brocken, nicht das flache Umland.)
    Kleine Anmerkung, die Hängebrücke wurde 2017 eröffnet und ich war über Christi HImmelfahrt dort. Auf der kompletten Staumauer nur Stopp and Go in beide Fahrtrichtungen. Das Geld für die Besichtigung des Kyffhäuser Denkmals hättet ihr ruhig investieren können. Es hätte sich gelohnt. Ich fand den Aufblick einfach grandios. Und die kostenlose Taxifahrt, die vom Parkplatz hoch und runter geboten wird, ist ein nettes Schmankerl.

    Gruß Thom (der jetzt seine 900er Tiger hat)

    1. Hallo Thom,
      erstmal herzlichen Glückwunsch zur Tiger! (Taugt sie?)
      Fühle mich beinahe ein wenig gebauchpinselt, dass Du den Beitrag trotz Deiner Tourberichts-Aversion gelesen hast 😉
      Stimmt schon: den kurvenreichen Teil des Harz hat man eigentlich ratzfatz durch. Was das betrifft, war unser Basisort auch eher schlecht gewählt. Nichtsdestotrotz hat’s uns – angesichts der sehr abwechslungsreichen Landschaft und des coolen Ferienhauses- echt gut gefallen.
      Das mit dem Kyffhäuser-Denkmal hängt mir jetzt schon ein wenig nach. Allerdings fehlt uns während einer Moppedtour einfach die Muße für längere Besichtigungen: Liegt wohl am künstlichen Stress im Nacken, denn immerhin könnten wir ja ein-zwei-drei Kurven verpassen? 😉
      LG
      Susy

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