Fuhrpark-Zuwachs: ein Motorradanhänger!

Andere kaufen sich im Winter neue Moppeds. Wir hingegen sind ab sofort Besitzer eines Motorradanhängers.

Wie es sich gehört, hat der einfache Böckmann-(TPV-)Anhänger eine integrierte Auffahrrampe, Verzurr-Ösen und hat – theoretisch – für drei Motorräder Platz.
Bei zwei „ausgewachsenen Moppeds“, schrumpft das Platzangebot allerdings auf zwei…

Kennt Ihr doch längst?

Hey, super aufgepasst!

Tatsächlich hatten wir den Motorradanhänger sowohl im Frühsommer als auch im Herbst mit auf Tour. Bis dato war er jedoch nur ausgeliehen (wenngleich innerhalb der Familie).
Da ihm gerade das Schicksal von wegen gechasst, gehasst und ausgesetzt drohte, konnten wir nicht umhin, ihm Asyl zu gewähren. 😉

Motorradurlaub mit Anhänger ist ultimativ toll, oder?

Nö, ganz im Gegenteil!
Bei zwei Motorradurlauben mit Gespann wissen wir, dass Anhängerfahren nicht das Nonplusultra ist.

Aber natürlich hat es auch sehr viele

Vorteile

  • Fakt ist, dass längere Autobahn-Etappen mit einem Naked Bike alles andere als fetzt.
    Strecken, die Norbys Tiger Explorer locker mit links macht, bringen meine Streety (oder besser gesagt, ihre Besitzerin) sehr schnell an ihre Grenzen.
    Mit Motorradanhänger unterwegs zu sein ist auf jeden Fall die reifen- und hinternschonendere Variante!

  • Wind und Wetter werden plötzlich egal!

  • Auch nicht übel: ein Auto vor Ort zu haben. Zumindest immer dann hilfreich, wenn das Wetter vor Ort herumzickt.
    Zudem kannste großzügig packen und mitnehmen, was Dir gerade so in den Kopp kommt: vom guten deutschen Filterkaffee bis hin zu dicken Decken…

  • Trotz seiner Einfachheit sind wir von diesem Motorradanhänger begeistert, denn er läuft so leichtfüßig hinterher, dass er schnell in Vergessenheit gerät. (Was natürlich auch ein Nachteil sein kann, da man möglicherweise urplötzlich viel zu schnell unterwegs ist…)

Letztendlich überwiegen jedoch die

Nachteile

  • Anhängerfahren ist ja megaöde. Punkt!
    Die Fahrt zieht sich endlos, weil man maximal im Schneckentempo auf der Autobahn herumdümpeln kann.

  • Staut sich der Verkehr, steht man definitiv hinten an!

  • Auch nicht lustig, sich mit dem Gespann die Berge raufzuquälen.
    (Norbys Auto kam jedenfalls trotz seiner dreistelligen Pferdestärken schnell an seine Grenzen und pfiff aus dem allerletzten Loch!)

  • Willste auf nem Autobahn-Rastplatz halten, kommen nur Lkw- und Bus-Parkplätze in Frage. Sind diese gerade voll, sieht’s böse aus.
    Ist man über Land unterwegs, gestaltet sich die Parkplatz-Suche noch ’nen Tacken schwerer. Zum Glück gibt’s an vielen Ortsausgängen mittlerweile diese Bonsai-Industriegebiete, in denen sich für gewöhnlich ein-zwei Billig-Supermärkte und mindestens ein Café tummeln.

  • Eine echte Herausforderung ist und bleibt wohl die Suche nach geeigneten (Zwischenübernachtungs-)Hotels:
    Nicht jede Hütte verfügt über ein großzügiges Grundstück, das ausreichend Platz für ein Gespann bietet.
    Oft verweisen die Eigner auf öffentliche Parkplätze in der Nähe. Das beschert uns allerdings extreme Bauchschmerzen.
    Stell Dir vor, Du stehst morgens auf und der Anhänger mitsamt der Moppeds ist weg?

  • Gleiches gilt für die Basis-Unterkunft am Zielort, denn irgendwo muss der Anhänger ja untergestellt werden, ohne zu offensichtlich „nimm-mich-mit“ zu rufen?

  • Nicht zu verachten ist schließlich dieser elendige Auf- und Abladekrimi:
    Während die leichte Streety kein Problem darstellt, braucht es schon eine gute Portion Geschick und Kraft, die Großkatze umkippfrei rauf- und wieder runterzuhieven.
    Ein Restrisiko bleibt: Schießt im besagten Moment urplötzlich die „Hexe“ zu, war’s das!

  • Zuguterletzt sollte jeder wissen, dass Motorräder während des Transports NICHT versichert sind!
    Diesem Thema haben wir einen eigenen Beitrag gewidmet:
    >> „Motorradtransport: Wer haftet bei Schäden?“ (www.motorrado.de)


Um das Gespann bei Zwischenübernachtungen vor Diebstahl zu schützen,
hatten wir uns dieses Gedöhnse ausgeliehen.

Und nu?

Sollten wir häufiger mit dem Anhänger verreisen wollen, muss wohl auf Dauer ein absenkbares Exemplar her. Zumindest, solange Großkatze dabei ist…


Zunächst sind wir aber froh, überhaupt einen Motorradanhänger zu haben!
*YIPPIIE!*

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief", im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der unendlichen Macht ihrer Ernährer gescheitert, mit achtzehn dann endlich erfolgreich. *YEAH!* Danach leider nie aktiv gefahren und den Virus irgendwie erfolgreich verdrängt - Bis er 2004 umso heftiger wieder ausbrach. Seitdem unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :-)
http://www.motorrado.de

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