Eifeldiplom 2023

Ist es tatsächlich acht Jahre her, dass wir das letzte Mal das Eifeldiplom gefahren sind? – Unglaublich: Nix wie hin!

Anfahrt [Freitag, 21. April 2023]

Pünktlich zum Tourstart nach dem Mittag hört’s auf zu meimeln. Da wir uns dennoch ins Regenzeug schälen, bleibt’s tatsächlich trocken und kaum haben wir Köln passiert, strahlt sogar die Sonne. Naja, zumindest bis wir kurz vor unserem Ziel auf eine fette, dunkelblaue Wolke zufahren, in der schelmisch diverse Blitze zucken.

Nach einer kurzen Erfrischung von oben erreichen wir die ehemalige Bergbaustadt Mechernich in der Nordeifel.

Der zum Kreis Euskirchen gehörende Ort ist mit knapp 28.000 Einwohner, verteilt auf 44 Ortschaften, relativ groß, aber irgendwie seelenlos.
Okay, es gibt einen Bahnhof, mit der “Grube Günnersdorf” ein Bergbaumuseum bzw. Besuchsbergwerk und im Außenbereich einen Freizeitpark mit Sommerrodelbahn, Quadbahn und Minigolf-Anlage. (>> www.erlebniswelt-eifeltor.de)


Besuchsbergwerk Grube Günnersdorf

Das war’s dann aber auch: Ortsteil “Satzvey” mit seiner gleichnamigen (Wasser-)Burg und “Kommern” mit seinem historischen Ortskern sind vermutlich idyllischer.

Eingebucht haben wir uns im Em Gardestüffje, einer urigen Eifelkneipe, in der noch fleißig “geschockt”* wird.

* Für alle Nicht-Westfalen/Rheinländer:
Normalerweise spielt man das Würfeltrinkspiel mit einem Würfelbecher und drei Würfeln und es gilt, eine möglichst hohe Zahl zu würfeln. Der Verlierer eines Durchgangs löhnt die nächste Trinkrunde. (In anderen Regionen kennt man’s auch unter dem Begriff “Knobeln”.)

Em Gardestüffje, Mechernich

Die Gaststätteninhaber vermieten über der Kneipe diverse Zimmer und Appartments.

Unsere Studio-Ferienwohnung liegt in der dritten Etage, direkt unter dem Dach und ist nur über eine schmale, steile Treppe erreichbar.

Als wir eintreten, sind wir von der geschmackvollen, modernen Einrichtung angenehm angetan:

Das Studio ist sehr geräumig, mit Laminat ausgelegt und hat einen minimal überdachten, kleinen Balkon mit zwei Stühlen.
Neben dem großen Boxspringbett (das sich als sehr bequem erweist), gibt’s einen Sessel, ein Mini-Sofa und einen Kleiderschrank. Außerdem eine Küchenzeile mit Senseo-Kaffeemaschine, einem Wasser- und einem Eierkocher.

Auf dem bereits gedeckten Frühstückstisch findet sich ein Schälchen mit portionsverpackter Marmelade und Nutella, zwei Äpfel und zwei Pic-up-Keksriegel und im Kühlschrank eine abgedeckte Platte mit verschiedenen Käsesorten, portionsverpackte Butter, Gurkenscheiben, zwei Mini-Tomaten und einige Weintrauben.
Frische Brötchen hängen bereits früh morgens an der Zimmertür.

Das große Bad hat ein Fenster und glänzt mit einer Regendusche, einem Föhn, einem Schminkspiegel sowie Seife und Shampoo-Proben.

Ein großer Parkplatz findet sich gegenüber und auf Nachfrage kann man Motorräder dort auch in einem verschlossenen Bereich parken.
Da wir allerdings bereits den kleinen Parkplatz hinter dem Haus angefahren hatten, begnügten wir uns damit.

 

  
>> www.ferienwohnungen-mechernich.de

Nachdem wir unsere Brocken in der Wohnung geparkt haben, lassen wir uns in der Kneipe nieder, ordern die Speisekarten und versuchen es mal mit Schnitzeln. Die gibt’s zum absolut fairen Preis und tatsächlich munden sie hervorragend.

Auf zum Eifeldiplom! [Samstag, 22. April 2023]

Anders als damals startet das Classic-Tour seit einigen Jahren am >> Hotel Finkenberg in Blankenheim (www.hotel-finkenberg.de)


Nach und nach trudeln die Teilnehmer ein und sammeln sich auf dem großen Hotelparkplatz

Wie gewohnt, ist das dortige Frühstück im Startpreis inklusive, so man nicht – wie wir – in der Umgebung übernachtet.

Wieder einmal hat Organisator “Hämi” eine hervorragende, kurvenreiche 150-Kilometer-Route ohne Ampeln mit exaktem Roadbook und Navi-Route ausklamüsert , die geeignet ist, sich nach längerer Motorrad-Abstinenz kräftig “einzuschaukeln”.

So geht’s in kleinen Gruppen kreuz und quer durch die Eifel mit Zwischenstopp im >> Bikertreff Haus Waldfrieden in Schuld (www.bikertreff-schuld.de), bevor wir schließlich wieder in Blankenheim eintrudeln.


Geräumiger Bikertreff Haus Waldfrieden in Schuld


Hier hat man ein Herz für Biker!

Anders als bei unseren letzten Teilnahmen ist das Mittagessen erst nach Tourrückkehr eingeplant und man hat die Wahl: Gemüsepfanne oder Schweinebraten.

Eifeldiplom

Über Hämis Eifeldiplom hatten wir seinerzeit bereits einen eigenen Beitrag verfasst:
>> www.motorrado.de/eifeldiplom-statt-sicherheitstraining

Tatsächlich können wir nicht anders, als die Teilnahme JEDER und JEDEM zu empfehlen!

In kommendem Jahr (2024) sind folgende Classic-Tour-Termine geplant:

  • Samstag, 20. April 2024 und
  • Samstag, 21. September 2024

Zusätzlich gibt es ein bis zwei Termine für die anschließende Master- bzw. jeweils einen Termin (im August) für die Professional-Tour.
Jene werden allerdings lediglich an die entsprechenden Classic- bzw. Master-Tour-Teilnehmer kommuniziert.

Dank Hämis “Gut-Wetter-Schalter” schaffen wir’s bis auf zwei Heimweg-Tröpfchen zurück nach Mechernich, bevor der abendfüllende Regen einsetzt. 😀

Heute Abend gibt’s in der Kneipe Live-Musik, drum haben wir vorsorglich einen Tisch reserviert.
Nach einem ordentlichen argentinischen Steak und Tagliatelle Bolognese lauschen wir dem Programm “Back to the roots” des – uns bislang unbekannten – Georg Kaiser und ergötzen uns an Oldies der 60er, 70er, 80er, Irish- und Scottish Folk. – Slainte! 😀

Way back home [Sonntag, 23. April 2023]

Einen konkreten Plan für die Rückfahrt haben wir nicht, drum lassen wir uns vom TomTom Rider fernab der gehassten Autobahn Richtung Heimat führen.
Jenes will allerdings partout durch die Kölner Innenstadt und den Pott. – Wir nicht.

Also entschließen wir uns zu einer etappenweisen Navi-Fütterung mit folgenden Zwischen-Zielen:

  • 1. Bedburg (einfach so…)
  • 2. Alpen (weil wir da schon immer mal hin wollten)
  • 3. Hamminkeln (da wir’s bislang noch nie zum Thunderbike Roadhouse geschafft haben<)
  • 4. Zurück in die Baumberge

Wir staunen, denn wir passieren direkt zwei dieser gruseligen Braunkohle-Tagebau-Anti-Orte:

Leider wird es uns erst spät bewusst. Unvorbereitet wie wir sind, treffen wir prompt die falsche Entscheidung und landen an einem nichtssagenden Aussichtspnkt, statt an einer dieser imposanten Abbruchkanten.

  
Falsche Entscheidung: Hier in Jülich an der Grubenrandstraße gibt’s eigentlich nix zu sehen.

Merker an uns selbst: Beim nächsten Mal besser den >> Skywalk Jackerath 15 Kilometer südlich anfahren!

Mal eben (in die) Alpen und zurück!

Schließlich passieren wir dieses Örtchen Alpen, ohne ihn näher zu erkunden.


Und wieder ein “Must-have-seen” unserer Bucket-List abgehakt 😀

Je näher wir Hamminkeln kommen, desto mehr dominieren Harleys das Straßenbild.

Thunderbike Roadhouse, Hamminkeln

Auch wenn man das Roadhouse von der breiten Hauptstraße aus sehen kann, sticht es einem nicht sofort ins Auge.
Möglicherweise sind wir blind? Oder es gibt tatsächlich keine Beschilderung zur Einfahrt?

Wer es besuchen möchte, muss es offenbar wirklich wollen, denn selbst auf der rückseitig verlaufenden, parallelen Nebenstraße fehlen richtungsweisende Hinweise. Darüber hinaus ist die Einfahrt eher unscheinbar und schmal.

Hätten wir nix von der Existenz gewusst, wären wir jedenfalls glatt dran vorbeigedüst…

Das Thunderbike Roadhouse ist recht groß und hat einen eigenen, mit dem Harley-Shop geteilten Parkplatz.
Man kann wahlweise drinnen oder draußen hocken; Die Speisekarte ist typisch amerikanisch, dürfte aber etwas abwechslungsreicher sein.
Unsere bestellten Burger waren zwar ncht weltklasse, aber trotzdem gut. Der Latte Macchiato verdient allerdings eine klare Empfehlung!
Wer das (freundliche) Personal nicht aktiv animiert, muss aber vermutlich nicht auf Bedienung hoffen.

 
Roadhouse in Hamminkeln: nett, aber nicht leicht zu finden

Im Harley-Shop ist der Showroom auch sonntags geöffnet.
Folglich lässt sich dort eine riesige Auswahl beeindruckender Maschinen bestaunen.

 
Interessant sind diese Harley-Böcke ja schon – haben würde ich sie allerdings nicht wollen.

Auf unserem weiteren Heimweg kreisen immer dunklere Wolken am Himmel, entladen sich aber netterweise erst zwanzig Minuten, nachdem wir unsere Moppeds zurück in den Stall gestellt haben.

Glück braucht der Mensch! 😀

 

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