Neulich mit dem Mopped an der Tankstelle… #Blogparade

Nach einem Tankstop-Planungs-Missgeschick hat der X_FISH >> eine Blogparade gestartet (www.600ccm.info) und fragt:
„Wo tankt ihr? Wie tankt ihr? Was tankt ihr?“

Wenn ich ans Tanken denke, kommen mir sofort die vielen bunten Fotos von den Touren mit „unseren Leuten“ in den Sinn. Tankstellen-Bilder gibt’s halt reichlich, wenn man mit kurvenzählenden Pausen-Verächtern unterwegs ist.


Mittlerweile hat selbst das letzte „Dreibein“ verinnerlicht, dass auch Langmähnen mittouren
und ein Waldstück als Pausen-Location immenses Gemotze nach sich zieht.
Das Anhalten an Tankstellen ist schon ein echter Fortschritt!

WIE tankt Ihr?

Dazu gibt’s nicht viel zu sagen: Rüssel rein und GO!

Selbstredend ist das Hockenbleiben auf dem Mopped während des Tankvorgangs an den meisten Tankstellen ziemlich verboten!
Aber: Muss mich eigentlich alles scheren? Zeigt mir, wie ich den Tank ohne Aufsitzen und Hauptständer rappelvoll kriege und wir können gern nochmal drüber reden!

Zu dieser merkwürdigen Vorschrift befragt, erklärte mir übrigens eine Dame an Tanke mit der Muschel, es sei nicht selten, dass Biker dank der Dämpfe mitsamt Motorrad umkippten, daher gehöre gefälligst abgestiegen! Wegen der Dämpfe… So-sooo…! *ich-schrei-mich-wech!* 😉

WAS tankt Ihr?

Stinknormales Super-Benzin halt, sprich ROZ 95.
Keinesfalls jedoch E10, da bin ich old-school. Sollen lieber die Anderen Langzeit-Tests mit dieser Öko-Plörre fahren!

WO tankt Ihr?

Ist die Mopped-Tankleuchte erstmal auf Krawall gebürstet und schlägt blinkend Daueralarm, interessiert mich das „WO“ nicht im geringsten: da nehm ich das, was kommt!

Allerdings fahre ich mit dem Mopped meist eh dort ran, wo es gerade passt. Anders als beim Dosen-Ausflug tangiert mich der angeschlagene Preis nur peripher…


Schnäppchen-Tanke? Glück gehabt!

In heimischen Gefielden rolle ich meist zu der Tankstelle, die einen digitalen „Säulenfüllmesser“ anbietet. Allerdings kommt’s selten vor, dass ich VOR einer Tour tanke, da ich es hasse, nach wenigen Metern schon wieder vom Bock zu steigen. Wenn’s irgendwie geht, belohne ich mein Möppi NACH dem Ausflug mit einem Dröppken Sprit.


Tankstellen mit Waschplätzen: seeehr praktisch!

WO aber echte Freude aufkommt…

… ist in einigen europäischen Ländern, in denen man dem fahrenden Volk noch wohlgesonnen ist.

Beispielsweise in Österreich:
Wohnt man in Grenznähe, lohnt sich durchaus der kleine Sprung ums Eck!

 

Links: Traumhafter Preis für Super-Benzin (wenn er daheim im Schnitt bei eins-fuffzig liegt).
Rechts: An einer SB-Tanke lernt man dann das wahre Frohlocken!

Ein ähnlicher Tank-Spaß-Kandidat ist Luxemburg.


Das Foto ist ein paar Jährchen alt, die Preise aber heute sicher ähnlich charmant!

Zollfrei-Gebiete
Wer im Dreiländer-Eck Österreich – Italien – Schweiz tourt, hat mindestens zwei kostengünstige Tank-Möglichkeiten:

  • >> Zollfreigebiet Samnaun am östlichen Nordrand des Kantons Graubünden (Schweiz)
  • Livigno in der Lombardei (Italien). Wählt man zur Anfahrt allerdings Ofenpass und Munt-la-Scherra-Tunnel, zahlt man allerdings drauf, denn jener ist mautpflichtig. (Kostenpunkt aktuell: 12 Euro bzw. 10 Euro als >> E-Ticket)


Tankparadies Livigno (Foto stammt aus 2013)

Empfohlen sei bei der Gelegenheit auch das Oilers69 im österreichischen Tirol, ganz in der Nähe des Timmelsjochs. Sprit gibt’s dort allerdings nur für menschliche Wesen.
Zudem lassen sich hier wahnsinnig leckere Burger einwerfen und im/ums Diner herum gibt’s ’ne Menge zu bestaunen!


Bei Oilers69 in Haiming tankt Ihr ’ne Riesenportion Nostalgie!

Andere Länder, andere Sitten!

Tanken in Italien

Wer in Italien tourt, braucht eine dicke Patte und muss sich mit eigenwilligen Tankstellen-Öffnungszeiten anfreunden. An Sonn- und Feiertagen haben die Kraftstoffbuden maximal vormittags geöffnet und während der ausgedehnten Mittagspausen läuft ebenfalls kein Sprit aus dem Zapfhahn.

Zumindest in Südtirol geben die Tankwarte ihren Rüssel übrigens nicht aus der Hand. Wer die Fremdbetankung genießt, zahlt auf jeden Fall mehr, als angepriesen.


Südtirol: Morgendlicher Stau an der einzigen Tanke weit und breit.

Ist eine Tankstelle verwaist, gibt’s mit etwas Glück einen funktionierenden Tankautomaten.


In Südtirol konnte man am Automaten auch mit Bargeld tanken, allerdings nur feste Beträge. 10 Euro war zu wenig, 20 – je nach Maschine – zuviel.
Da lohnt es, direkt eine zweite Maschine mit an die Zapfsäule zu schieben.

Tanken auf Sardinien

Ok, Sardinien ist ebenfalls Italien. Dennoch ticken die Uhren dort anders!


>> „How-to-Tank auf Sardinien“ oder: der Kampf mit der Zapfsäule! [KLICK!]

Tanken in Österreich

Giert das Mopped in Österreich nach Sprit, lacht das Herz:
Vor allem, wenn man eine der – meist in der Wallachei oder Industriegebieten angesiedelten – SB-Tankstellen anfährt.

Wie’s geht?
Ranfahren – EC-Karte in den Schlitz schieben – Karten-Pin eingeben – den Tankvorgang (meist bis zu 130 Euro) verifizieren – tanken – fertig!
Wer mag, kann sich im Anschluss eine Quittung ausdrucken lassen. (Trotz anfänglicher Zweifel wurde während unserer Kärnten-Tour übrigens korrekt abgebucht.)

Tanken in Frankreich

Mit dem vermeintlich letzten Tropfen Kraftstoff mitten in der Prärie ’ne Tanke suchen zu müssen, beschleunigt den Puls auf Hochtouren!

So geschehen in der Normandie, als sich die Autos an der Autobahn-Tankstelle bis zur Ausfahrt stapelten, wir keine Lust auf Anstehen hatten und meinten, „wird schon reichen!“

>> Tank-Drama in Frankreich! [KLICK!]

Luftdruck prüfen? An normannischen Tankstellen offenbar keine Chance! Stattdessen schickte man uns weiter zur nächsten Autowerkstatt…

Tanken in Belgien

… ist ebenfalls ein kleines Abenteuer für sich:


>> How-to-tank in Belgien [KLICK!]

Tanken in Deutschland

… kann hier und da auch sehr spannend werden.

Wenn Du denkst, der Tank ist leer, kommt irgendwo ’ne Zapfsäule daher…? – DENKSTE!

  • Im Schwarzwald versiegte pünktlich um 19 Uhr der Zapfhahn.
    Dumm, wenn bis dahin alle – außer man selbst – getankt haben. Das kratzt schon irgendwo am Ego!

  • In der Eifel ist „Dringend-tanken-müssen“ mitunter ebenfalls ein Krimi.
    Gleiches gilt für die Westerwald-Rhein-Gegend nach 20 Uhr!

Und sonst?

Neumodische Tankuhren schlagen Alarm, wenn der Sprit zur Neige geht.
Tja, da bricht schonmal Panik aus, wenn die Rest-Kilometer-Anzeige „NULL“ prophezeit!

Hach, wie gut wir’s doch heute haben?

Wisst Ihr noch? DAMALS…

Meine erste Maschine, die CB500, hatte weder eine Tankuhr, noch irgendwelchen anderen neumodischen Schnickschnack.

Bevor man losfuhr, galt es, den Sprithahn aufzudrehen. Im übrigen tat man gut daran, den Kilometerstand im Blick zu haben, um zu wissen, wann es Zeit wurde, nach Benzin zu betteln. Als sehr hilfreich erwies sich dabei der Tageskilometerzähler. (Zur Not: Tank öffnen und nachsehen!)

Wenn leer, hatte man in der Regel noch eine Chance: Immerhin gab es diesen Zauberhebel, mit dem man auf Reserve umschalten konnte. Fortan nuckelte das Gefährt die letzten Tropfen aus dem unteren Bereich des Tanks.

Aber wehe, man vergass anschließend, den Hebel wieder umzulegen!


Damals war alles besser…?

Bikerfreundliche Tankstellen

Noch vor einigen Jahren hatten diverse Tankstellen ein Herz für Biker.

  • Bei ARAL gab’s ein Visierputztuch dazu und es lagen Tourkarten im Miniformat aus.
    Außerdem ließen sich im Online-Shop nützliche Dinge ordern.

    Biker-Notfallset
    Praktisch: Blinkender Helmüberzug

  • An STAR-Tankstellen gab’s viele Jahre lang von April bis Oktober eine Biker-Kaffee-Aktion.
    Wer dort an Sonn- oder Feiertagen tankte, bekam einen Kaffee gratis und obendrein ein Visierputztuch. Manchmal sogar zusätzlich einen 10-Euro-Louis-Gutschein.

  • In Österreich gab es einst den BP Biker Club.

    Helmablage
    Praktische Helmablage auf dem Tankstellen-WC

  • TOTAL richtete in den Niederlanden vor zehn Jahren sogenannte Moto-Points ein, Tankstellen mit einer speziell auf Motorradfahrer angepassten Infrastruktur.
    Dazu gehörten Zapfsäulen mit kleineren Zapfpistolen und geringerem Kraftstoffdurchlass, um die Benzinmenge besser dosieren zu können.
    Zum Konzept gehörten auch spezielle SB-Boxen, ausgestattet mit Reifenfüllmesser, speziellen Bürsten und ein Niederdruck-Reinigungsgerät.
    Die Waschboxen wurden zudem mit einem wasserdichten Aufbewahrungsfach für Motorradhelm und Handschuhe bestückt.
    Angeblich gab es auch in Deutschland Moto-Points, so beispielsweise in Berlin (Ribnitzer Straße) und in Eschweiler (Dürener Straße).

Warum die Kraftstoff-Anbieter aufhörten, um die Gunst der Biker buhlen (oder ob sie das vielleicht noch immer tun?) entzieht sich meiner Kenntnis.

Bikertreff an der Retro-Tanke

Eine ist auf jeden Fall übrig geblieben: die AVIA-Tankstelle am Kniebis im Schwarzwald!
An der coolen Retro-Tankstelle wurden nicht nur Szenen des Kult-Films „25 km/h“ gedreht, sondern dort lassen sich auch die originalen Zündapp-Mofas mit Hochlenker, Sissybar und Fuchsschwanz bestaunen!
>> www.oest.de/tankstellen/news/detail/2019/5/3/25-kmh-ausstellung.html
>> www.facebook.com/AVIATankstelleKniebis/

Geschenkidee für Biker

Wenn der Biker-Kumpel sich zum Geburtstag mal wieder Kohle wünscht, macht sich diese Spardosen-Zapfsäule als Verpackung nicht schlecht.
Es gibt sie in rot oder blau und man kann seinen Farbwunsch angeben. (Hat bei uns übrigens einwandfrei funktioniert!)


>> Bestellbar beispielsweise bei Trendaffe/Amazon

Tank-Erlebnisse, die die Welt nicht braucht

Sorry, einen echten Motorrad-Tankstellen-Krimi haben wir nicht zu bieten!

Anders übrigens als der Kumpel, der beim Tanken auf einer Norddeutschland-Tour vergaß, den Seitenständer auszuklappen und sich anschließend stundenlang neben seinem ramponierten Mopped vergnügte, bis endlich der rettende Abschlepp-Anhänger eintrudelte…

Auf solch ein Erlebnis können wir gut und gerne verzichten!

Und was habt ihr so beim Tanken erlebt?

Teilt Eure Geschichte gern bei >> www.600ccm.info oder lest, was andere so erlebt haben!

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief", im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der unendlichen Macht ihrer Ernährer gescheitert, mit achtzehn aber (endlich!) erfolgreich. *YEAH!* Danach leider nie aktiv gefahren und den Virus eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt - Bis er 2004 umso heftiger wieder ausbrach. Seitdem irgendwie unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :-)
http://www.motorrado.de

2 thoughts on “Neulich mit dem Mopped an der Tankstelle… #Blogparade

  1. Hallo Susy, vielen Dank für deinen Beitrag zu meiner Blogparade. Die Tastaturen haben in den letzten Tagen bei einigen noch mal ordentlich geklappert und so sind es am Ende sieben Beiträge geworden. Mein eigener Beitrag ist noch in Arbeit, wird demnächst online gehen. Abschließend: Die AVIA-Tankstelle am Kniebis kenne ich. Bin aber nur daran vorbeigefahren – 4 oder 5 Mal bislang. Ein Mal davon hatte sie geschlossen (22 Uhr war durch). Die anderen Male war zu viel los. 😀 Wirklich spannend bei der Tankstelle: Ist noch gar nicht so lange her das sie im aktuellen Zustand eröffnet wurde: September 2016. Tatsächlich ist sie an dem Standort wohl schon über 60 Jahre lang zu finden (wie ein Schild vor Ort deutlich macht).

    1. Danke Dir,.X_FISH! … für das außergewöhnliche Thema und die gelungenen Zusammenfassungen! In den Beiträgen zur Blogparade sind echt interessante Erkenntnisse zusammengekommen: Man lernt doch immer wieder was dazu! 🙂
      Die Kniebis-Tanke haben wir bislang leider weder gesehen, noch besucht: Bei unserer letzten Schwarzwald-Tour war sie noch nicht umgebaut und selbst wenn, wäre unser kulturscheues Rudel sicher achtlos dran vorbeigebrakt. Holen wir aber ganz sicher nach, wenn’s uns mal allein zu zweit in die Ecke zieht!
      LG
      Susy

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