Petition: Staudurchfahrung für Motorräder – Zeichnet mit!

Während die Staudurchfahrung für Motorräder in anderen Ländern erlaubt ist, ist es in Deutschland nach wie vor verboten. Eine neue Petition will erreichen, dass das langsame Vorbeifahren im Stau legalisiert wird. Unterschreib auch Du!

Petition 91425: Legalisierung des langsamen Vorbeifahrens am Stau für Motorradfahrer

>> >> Download der Petition im pdf-Format

Die Zeit ist knapp!
Nur wenn innerhalb von 4 Wochen mindestens 50.000 Unterschriften zusammenkommen, erreicht die Petition das sogenannte „Quorum“.
Und nur dann hat der Petent (was derjenige ist, der die Eingabe macht) die Chance, sein Anliegen mit den Abgeordneten in einer öffentlichen Sitzung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zu diskutieren.

Jetzt ist DEINE Mithilfe gefragt

Zeichne die Petition bis zum 15. April 2019 mit!

>> Geht Dich nix an?

Warum?

Ein ganz normales Szenario

Freitag Nachmittag, 35 Grad. Rauf auf’s Mopped und ab zum See!
Trotz Hitze selbstredend mit Schutzkleidung, statt in kurzer Hose und Flip-Flops…

„Jetzt bloß nicht durch die Stadt und an jeder zweiten Ampel anhalten müssen. Lieber fix auf die Autobahn, wo der Fahrtwind für Abkühlung sorgt.“

Kaum aufgefahren, der Schock: Stau! Nächste Abfahrt in 20 Kilometern.

Hübsch hinten anstellen?
Prompt macht sich ein mulmiges Gefühl breit: „Werden die folgenden Autos das Stauende sehen?“ – Glück gehabt, sie schalten ihre Warnblinkanlagen ein.

Im Stau STEHEN ist das Eine, permanentes Stop and Go aber eine Hausnummer für sich, denn das Schritttempo geht an die Substanz:
Kupplung ziehen, loslassen, ziehen und halten, halten, halten. Pausenlos.
Schon nach kurzer Zeit meldet sich das linke Handgelenk mit einem leichten Ziehen, das nur wenige Minuten später zu einem heftigen Brennen mutiert.

Der Asphalt flimmert. Schweißperlen rinnen mein Gesicht herab und das Salz kribbelt in meiner Nase. Neidvoll werfe ich einen Blick in das neben mir stehende, klimatisierte Auto, in dem sich die Insassen gierig auf eine Wasserflasche stürzen. Hitzewallungen durchströmen meinen Körper.

29 Minuten später: „Yeah, nur noch 18 Kilometer bis zur Ausfahrt!
30 Minuten später: „Noch eiiin einziges Mal den Kupplungshebel ziehen, dann reißen die Sehnen meiner linken Hand! – Ganz bestimmt!“

„Ob ich die Handschuhe ausziehen soll?
Aaah Mist, geht ja gar nicht: Bremsen, anhalten, Leerlauf, Hände vom Lenker, Handschuhe aus, Reißverschluss des Tankrucksacks auf, Handschuhe rein, Reißverschluss zu und weiter dauert ganz sicher mindestens dreißig Sekunden. Keine Chance, die folgenden Vehikel fahren mich doch direkt zu Klump?“

„Oh, prima, endlich mal kurz stehen!“ Wenn da nicht dieser osteuropäischen Lkw vor mir wäre?
„Boah, was strahlt dieses Lkw-Kühlsysteme für ’ne Hitze aus?
Und warum um alles in der Welt muss er diese schwarzen, stinkenden Auspuff-Rußwolken gerade in MEINE Richtung schleudern?“

Noch zehn Kilometer bis zur Ausfahrt und nach wie vor kein Parkplatz in Sicht.
An den Schenkeln wird’s mittlerweile lecker heiß. Das Moppedgebläse gibt alles.
„Ob so ein Kühler auch platzen kann?“

Das Kennzeichen des Vordermanns flimmert vor meinen Augen. „Hey, war das etwa ein Sekundenschlaf?

Los, reiß Dich zusammen, jetzt bloß nicht umkippen!

Aaah, eine Wolke schiebt sich vor die Sonne! Dennoch bleibt’s unerträglich schwül. Der Fahrer des uralten Blechkarren nebenan hat seine Fenster sperrangelweit geöffnet und fächert sich mit hochrotem Kopf Luft zu.

Meine Beine fühlen sich an wie Pudding.

Als mir schwarz vor Augen wird, bin ich aus der Nummer raus.
Endlich…!

Sorry, liebe Kids im Auto nebenan: Vermutlich bekommt Ihr das Bild NIEMALS mehr aus dem Kopf…
Wie das Motorrad kippte, der übermüdete und abgelenkte Fahrer des folgenden Lkw nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und alles vor ihm Liegende plattwalzte…

Gut, sowas ist zum Glück noch nie passiert.
Und warum? – Weil KEIN MENSCH sowas aushält!

Aber natürlich werdet auch Ihr, liebe Verkehrsminister der Länder, auch weiterhin dafür plädieren, dass es KEINE Ausnahmen für Motorradfahrer geben darf!
Viel zu gefährlich! Und… was fahren die auch auf die Autobahn???
Oder wie sagte einst der französischer Verkehrsminister? – „Sollen sie doch die Metro nehmen!“

Hallo, wach(rüttel)!

Nicht nur Lkw und Busse stoßen Ruß aus und Dieselabgase fördern Krebs. Feinstaub gelangt in die Lunge und den Blutkreislauf.
Somit gibt’s für Motorradfahrer im Stau einen hübsch-schädlichen Gratis-Cocktail aus Benzol, Kohlenmonoxid und Dieselruß!

Solange das „Durchschlängeln“ nur hier und da mit viel gutem Willen geduldet wird und es der Polizei obliegt, ein Auge zuzudrücken, wird es weiterhin uneinsichtige Autofahrer geben, die die Motorradfahrer bewusst gefährden.

Die rechtliche Seite

Das Durchschlängeln im Stau ist teuer. Immerhin handelt es sich um unerlaubtes Rechtsüberholen und wird sogar strenger geahndet, als das Befahren des Seitenstreifens!

Weitere Infos:
>> Beitrag „Im Stau: Überholen mit dem Motorrad erlaubt?“ (DeutscheAnwaltsauskunft – www.anwaltsauskunft.de)
>> Beitrag „Euer Recht: Teure Rettungsgasse?“ (www.motorrad.net)

Nicht der erste Versuch

Es ist nicht das erste Mal, dass versucht wird, das Durchschlängeln im Stau zu legalisieren.

Im Juli 2009 forderte die BAGMO (Bundesarbeitsgemeinschaft Motorrad) die Verkehrsminister von Bund und Ländern auf, die Rettungsgasse auf Autobahnen bei Staus für Motorräder (und -roller) freizugeben. Leider scheiterte der Versuch.

>> Wer gehört der BAGMO an? (www.ifz.de/bagmo)
>> Positionspapier der BAGMO (pdf-Download – www.ifz.de)
>> Positionspapier des ADAC (pdf-Download – www.adac.de)

2015 erbarmte sich Dieter Balboa und startete eine Online-Petition:
>> Online-Petition „Staudurchfahrung für Motorräder per Gesetzesänderung legalisieren“
Insgesamt kamen 125.404 Unterschriften (aus Deutschland) zusammen, die im Beisein der Fachpresse am 21. September 2015 in Berlin übergeben wurden.
Letztendlich beriet der Deutsche Bundestag zwar über die Petition, lehnte sie aber am 17. März 2016 ab.

 

Geht Dich nix an?

In Deutschland gibt es über 4 Millionen zugelassene Motorräder.
Wie kommt es, dass bei der letzten Petition gerade mal etwas über hunderttausend Unterschriften zusammen kamen?

Was ist los, liebe Biker?
Was hindert Euch daran, zu unterschreiben?
Ist es einer der folgenden Gründe? (Hinterlasst gerne einen Kommentar!)

  • Hey, ich fahre doch eh nie Autobahn, ist doch öde!
  • Internet? Son neumodisches Zeugs hab ich nicht!
  • Was schert’s mich? Ich mach doch eh, was ich will!
  • Nä, ich registrier mich nirgends, das ist mir suspekt. Außerdem weiß ich gar nicht, wie das geht.
  • Ich fahre ne dicke GS oder ein sonstiges Dickschiff. Wenn schon Autobahn, bin ich mit ausladend-breiten Koffern unterwegs. Da ist eh nix mit Durchschlängeln.
  • Ich reise eh stets mit Auto und Motorradanhänger.

Nicht jeder hat ein Kurvenparadies vor seiner Haustür!

Hey, auch wenn Ihr selbst nie auf der Autobahn fahrt: Wie wäre es denn mal mit einer Spur Solidarität?

Immerhin bleibt vielen Biker-Kollegen kaum was anderes übrig, wenn sie ein wenig Fahrspaß haben möchten:
Wer auf dem flachen, kurvenarmen Land wohnt, muss häufig mindestens 200 Kilometer abreißen, um auch nur annähernd ein Kurvenparadies zu erreichen. Da ist nicht mehr der Weg das Ziel, sondern man will doch einfach nur schnell dort ankommen, um endlich Fahrspaß zu haben?

>> ZEICHNE BITTE auch DU die Petition MIT!

Tut nicht weh, ist total einfach und geht auch, ohne Deinen Namen veröffentlichen zu müssen!

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief", im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der unendlichen Macht ihrer Ernährer gescheitert, mit achtzehn aber (endlich!) erfolgreich. *YEAH!* Danach leider nie aktiv gefahren und den Virus eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt - Bis er 2004 umso heftiger wieder ausbrach. Seitdem irgendwie unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :-)
http://www.motorrado.de

4 thoughts on “Petition: Staudurchfahrung für Motorräder – Zeichnet mit!

  1. Es wird endlich Zeit, dass es von unserer Politik zugelassen wird, dass Motorradfahrer bei Stau langsam/mit angemessenem Tempo durch die Mitte fahren dürfen (Rettungsgasse nicht behindern versteht sich von selbst) und nicht in der Hitze schmoren müssen.

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