Motorradtour Jossatal 2021

Lasst uns doch übers Wochenende auf Motorradtour? – Ok, und wohin? – Wie wär’s denn mal dem Jossatal?

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Nach all dem vergangenen Corona-Verdruss sehnen sich „unsere Großen“ nach einer zünftigen Wochenend-Motorradtour.
Richard hat geplant und da in seinem Wunsch-Basis-Ort Bebra nix mehr zu kriegen ist, bucht er uns kurzerhand in einer Butze im Jossatal ein.

 

Auf in den „Süden“! [Freitag, 24. September 2021]

Während die anderen Drei erst am frühen Nachmittag durchstarten und kaum umhin kommen, sich ein Stück weit über die Autobahn zu quälen, feiere ich meinen Entschluss, Urlaub genommen zu haben, um mich über Landstraßen nett kurvig gen Süden zu schrauben.

Anti-Wetter!

Früh am Morgen ist’s derart trüb, dass sich der Körper reflexartig zurück in die Koje verkrümeln möchte. Abwarten hilft nicht: Entgegen der Vorhersage der ach so dollen Handy-App bessert sich die Lage im Verlaufe des Morgens keinen Deut, im Gegenteil: Kaum hat sich am späten Vormittag der Frühnebel verflüchtigt, beginnt es prompt zu meimeln.
Na toll!

Nützt ja nix: Hopp auf’n Bock und los!


Höhe Möhnesee wird’s endlich trocken, aber der Blick ins Sauerland verheißt nix Gutes.

Noch sind die Straßen erstaunlich leer, aber just bei Anfahrt auf den netten Hirschberg schummelt sich ein überlanger Holzlaster vor meine Streety. #ByeByeKurvenspaß

Kaum ist das Monstrum überholt, dümpelt schon die nächste Wagenkolonne vor mir her. Erst hinter Meschede gibt’s kurzzeitig freie Fahrt.
*Haben-die-sich-abgesprochen-oder-was?*

Ok, es bleibt trocken, aber auch kühl und dank der kleinen Pisten kreuzt keine einzige Gaststätte meinen Weg. Ergo landet der Nett-inner-Eisbude-Einkehr-Plan spontan in der Tonne und ich werfe mir stattdessen beim Mäckes ’nen Kaffee ein.

Jossatal


(Viel zu früh) angekommen!

Diese Mini-Dörfer kennt man ja zur Genüge, aber DAS hier schlägt alles bislang Erlebte:
EINE Straße, einige Häuser und kurz vor Ende ein Hotel-Gasthof. *Willkommen im Großstadt-Dschungel!* 😉


Die wohl einzigen Lebewesen weit und breit?


Nostalgie pur in Oberjossa

Nun gut: Eben kurz das Hotelzimmer inspizieren, es für gut befinden, eine Tanke suchen und anschließend ein wenig durch die Gegend juckeln…
Letztendlich lande ich in Schlitz, dem offenbar einzigen Ort im Umkreis, in dem sich der unbändige Eishunger stillen lässt.


Sch… was aufs Wetter: Eis geht immer!

Mittlerweile beim Nachtisch-Cappuccino angelangt, gesellt sich ein echter Eingeborener an meinen Tisch und das Päuschen mutiert zu einer ausgedehnten Pause.
Sein uneigennütziges, nettes Angebot, uns morgen „eine schöne Insider-Strecke zu zeigen“ muss ich leider ablehnen:
Unsere Mitfahrer und sich freiwillig führen lassen? – Kannste knicken! *Augen-roll*


Stefans wunderschöne Bol d’Or: Wie aus dem Ei gepellt!

Dank des netten Plausches hat sich der Stadt-Rundgang-mit-Burgen-bestaun-Plan irgendwann von selbst erledigt, denn langsam wird’s Zeit für den Heimweg.


Endlich trudeln auch die Anderen ein.
Zack-vor-knirsch, aber immerhin noch rechtzeitig vor Küchen-Schluss
(der bereits für 19.30 Uhr angedroht wurde).

Oberjossa

Oberjossa ist ein 242 Seelen-Ortsteil der Gemeinde Breitenbach am Herzberg im hessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg.
Das Dorf tummelt sich auf 229 Höhenmetern am knapp 23 Kilometer langen Flüsschen Jossa und man ist förmlich von Hügelchen umzingelt:
im Norden das Knüllgebirge, im Osten die Rhön und im Südwesten der Vogelsberg.

Landhotel Gasthaus Jossatal

 
>> Landhotel Gasthaus Jossatal (www.jossatal.de)

Das Hotel bietet geräumige, ordentliche Zimmer und ein relativ gutes Frühstück, unter anderem mit gekochten Eiern, Rührei, Würstchen und Frikadellen.
Zum Glück kann man hier auch abends speisen, denn fußläufig gibt’s keine Alternative.
Im Restaurant selbst gibt’s nur wenige Sitzplätze, aber bei gutem Wetter wird auch auf der kleinen Außenterrasse gegenüber bedient.
Die Speisekarte ist sehr übersichtlich und besteht vorrangig aus Schnitzel-Gerichten, aber DIE sind wirklich fantastisch!

Obwohl die Gaststätte bereits um 21 Uhr schließt, muss hier niemand verdursten, denn im Nebengebäude steht ein Getränke-Kühlschrank, aus dem man sich zu fairen Preisen selbst bedienen kann.

Buchen lässt sich das Hotel beispielsweise über >> Booking.com

 

Rhön-und-so-Tour [Samstag, 25. September 2021]

Der Wetterfrosch verspricht für heute Sonne satt! *Juchhu!*

 
Vor dem Frühstück sieht’s noch nicht so dolle aus. (Bild links)
Danach gibt’s Hoffnung! (Bild rechts)

Wohin wohin?

Wie gut, dass wir nach dem Morgenmahl völlig unvorbereitet auf dem Parkplatz herumstehen, weil’s unserm Vorfahr-Experten daheim nicht gelang, die vorab per E-Mail verschickten Routen auf sein Uralt-TomTom zu ziehen. So heißt’s warten, bis er sein Navi mit den ersten Zwischen-Stationen gefüttert hat. *Gääähn*

Als wir endlich loskommen, hat sich der Nebel noch nicht vollends verzogen. Folglich beschlägt gnadenlos das ein oder andere Visier und obendrein gibt die tief stehende Sonne ihr Bestes, uns halb-blind durch die Gegend eiern zu lassen. #ElBlindo

MERKER an mich selbst:
Starte Ende September nie, aber auch wirklich NIEmals am frühen Morgen Richtung Osten!

Letztendlich hält sich das Elend in Grenzen: Die Route führt fix gen Süden, Richards antiquiertes TomTom findet endgeile Strecken und die Stimmung ist gerettet.

Die Rhön

Das Mittelgebirge „Rhön“ erstreckt sich über das Dreiländer-Eck Hessen, Thüringen und Bayern.

Höchste Erhebung ist die Wasserkuppe im Naturpark „Hessische Rhön“ mit immerhin 950 Metern, auf der nicht nur die Fulda, sondern weitere dreißig Bäche entspringen.

Übrigens: Neben einer Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes befindet sich hier oben die älteste Segelflugschule der Welt und mit etwas Glück genießt Ihr einen Mega-Rundum-Blick: über die Rhön bis zum Rothaargebirge und dem Hohen Meißner bis hin zum Taunus.

Wenn unser Vorfahrer EINS beherrscht, dann, absolut phänomenale Rastplätze zu erspähen! *seufz*

Pausenplatz Nummer 1


Wanderparkplatz in der Einöde – immerhin mit Bergblick.

Pausenplatz Nummer 2

… toppt alles bislang Erlebte.

 
Was hat unser Leit-Hammel bloß mit uns vor, dass er uns hier und jetzt zum Beten animiert?


Durch die Furt wollte dann doch keiner… *FEIGLINGE!*
(Ps: Nee, fragt nicht, welcher Filter sich da plötzlich in die Handy-Kamera geschlichen hat.)

Pausenplatz Nummer 3


Nach einer kleinen Schotter-Einlage (*DANKE-RICHARD!*) will sein Navi neu gefüttert werden…

Pausenplatz Nummer 4


Hurra, der erste gescheite Rastplatz!

Dank des Mega-Wetters ist’s auf der Wasserkuppe rappelvoll und da wir wenig Lust haben, uns in die lange Essens-Getränke-Ausgabe-Schlange zu reihen, suchen wir fix das Weite. Stattdessen verbringen wir die Mittagspause auf der Außenterrasse einer kleinen Pizzeria in Ehrenberg.

Von der anschließend befahrenen Hochrhönstraße mit einmaliger Top-Aussicht gibt’s leider keine Bilder, denn dort war „leider leider kein einziger Haltepunkt zu finden…“
(O-Ton unseres Leithammels) *GRRR*

Pausenplatz Nummer 5


Irgendwo im Nirgendwo auf bajuwarischem Boden.

Pausenplatz Nummer 6

Von diesem „wunderschönen“ Ort gibt’s ebenfalls kein Foto, aber jedenfalls frohlockt uns Natze, da dort ein imposanter, nagelneuer Trecker ausgestellt ist.

Unsere dolle Rhön-Tour

Letztendlich werden aus den ursprünglich angedachten 220 Tages-Kilometern etwas über 350 und die sind – Streety sei Dank – nachhaltig spürbar.
Tja… Je kurviger, desto Hintern!

Grobe Tour-Route

Oberjossa – Niederjossa – Geisa – Tann – Kaltennordheim – Erbenhausen – Fladungen – Bad Neustadt an der Saale (umfahren) – Bischofsheim an der Rhön (umfahren) – Gersfeld an der Rhön – Ehrenberg – Fladungen (ja… irgendwie erneut!) – Bischofsheim – Bad Brückenau – Schlitz – und von dort mit einem gefühlt endlosen Bogen durch die Wallachei zurück nach Oberjossa.

 

Let’s roll heim! [Sonntag, 26. September 2021]

Da Richard am frühen Morgen der Elan fehlt, sein Navi zu füttern, befiehlt er ihm kurzerhand, uns kurvig heim zu führen.

Bis auf den letzten Part kurz vor der Heimat gibt’s nix zu meckern: Die Schlängel-Pisten durch den Knüll, das Ederbergland und Waldecker Land sind erstaunlich nett!

Pausenplatz Nummer 1


Erneut ergötzen wir uns an der Idylle einer erklassigen Parkbucht. *Ironie-Modus-off*

Pausenplatz Nummer 2

Was passiert, wenn manFrau nach Kaffee kräht? – DAS:


Warum nicht praktisch denken und gleichzeitig auch die Moppeds betanken? *GRUMBEL*

War das schon alles?

Nach dem klasse Pappbecher-Kaff fahren wir selbstredend noch weitere „Rast-Plätze“ an und KLAR, haben die ähnlich viel zu bieten!

Immerhin führt er uns kurz vor Tour-Ende in ein Café in Herzfeld.
Dort ist’s allerdings extrem trubelig und Eis kann man anderswo ganz sicher ’ne ganze Spur besser!

 

Tour-Fazit

1. Fährste mit den „Großen“ auf Tour, kannste Dich über Langeweile kaum beschweren:
Schotter, Wiese… alles dabei!

2. Kein Bock auf Sight-Seeing und Natur-Staunerei jeglicher Art? –
Wenns einer schafft, jegliche Aha-Momente erfolgreich aus einer Tour auszublenden, ist’s definitiv „Uns-Richard“!
Merke: Anhalten iss halt Luxus!

3. Nicht-Dreibeinern oder solchen, denen es fremd ist, sich hemmungslos am nächstbesten Busch zu erleichtern, ist DIESE Art zu reisen nur bedingt zu empfehlen. Der Spaß wiegt’s letztendlich aber wieder auf.

4. Punkt 3 gilt gleichermaßen für Koffein-Junkies.

5. Hätten Norby und meinereiner dasselbe Ziel gewählt? –
Nachdem wir den Vogelsberg bereits vor Jahren erfolgreich abgegrast haben, vermutlich nicht. Stattdessen hätten wir uns eher ein Basis-Lager weiter östlich oder nördlicher ausgeguckt. DANN wäre uns aber definitiv was entgangen!

6. In Schlitz sollte man sich vermutlich mal näher umschauen: immerhin thronen über dem Ort gleich fünf imposante Burgen!
>> burgenarchiv.de/burg_schlitz_in_hessen
>> www.schlitz.de/tourismus/historisches-erleben/historischer-stadtrundgang

Tour-Fazit:
In der Rhön (ja, jetzt weiß ich auch, wo die liegt…) lässt sich’s wirklich TOP fahren:
Nicht zu voll, sehr nette Kurvenkombinationen, größtenteils hervorragender Straßenbelag und eine Bilderbuchlandschaft: Das macht Laune!

 

Tour-Vorschläge

 

Susy
Geboren "Anno Pief", im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft: Mit 16 zunächst an der unendlichen Macht ihrer Ernährer gescheitert, mit 18 dann endlich erfolgreich durchgesetzt. *YEAH!* Danach leider nie aktiv gefahren und den Virus erfolgreich verdrängt, bis er 2004 umso heftiger wieder ausbrach. Seitdem unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen. :-)
http://www.motorrado.de

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