Motorradtour: Oberbayern/Tirol 2017

„Die deutschen Alpen sind unspektakulär und ruckzuck abgefrühstückt. Auf jedem Pass zahlst Du Maut und und hinter jeder Kurve lauert die Polizei. Und überhaupt kannst Du eher einen Italiener verstehen, als einen dieser Lederhosen-Fuzzis“ – Soweit die Vorurteile. Aber stimmt das tatsächlich?

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So ’ne Wochentour will vorab geplant werden… bla-bla-bla…

Wenn im Herbst des Vorjahres die ersten Planungen für unsere jährliche Wochentour starten, wird’s spannend:
Wer fährt mit? Wann soll’s losgehen? Und vor allem wohin?

Die letzten beiden Jahren im Schwarzwald waren echt nett.
Im neuen Jahr wird’s aber Zeit, endlich mal wieder klare Bergluft zu schnuppern und Pässe zu sammeln, was das Zeug hält!

Ein lohnenswertes Kurventerrain zu finden, das möglichst jeder – notfalls auch binnen einer Tagestour – entspannt und flexibel erreichen kann, ist nicht leicht, zumal unser geliebtes Südtirol damit direkt aus dem Raster fällt. Aber HEY: Berge gibt’s doch auch im deutschen Voralpenland? – Gebongt und alle rufen „YEAH“! – Mit etwas Glück hat man auch Ende Mai gute Chancen auf ideales Moppedwetter und so wagen wir es, unsere Tour ausnahmsweise VOR diese – tourplanungstechnisch völlig deplazierten – bayerischen Pfingstferien zu legen.

Unser Ziel: Reit im Winkl im Chiemgau, knapp 800 Kilometer von unserer Heimat entfernt.

Wer fährt mit?

Auch in diesem Jahr herrscht kaum Schwund und fast alle interessierten Leuts sind letztendlich dabei:
Unser Dreamteam Helmi und Jochen – unsere Lästerschwestern Richard und Natze – Andreas und Heinrich, deren bessere Hälften sich kurzfristig umentscheiden und uns doch nicht begleiten mögen – und natürlich „Schatzi und Mausi“ (Blomy mit Sozia Anja).

Kurz vor Tourstart gibt’s sogar noch Zuwachs: Kurzentschlossen-Lutz findet tatsächlich noch ein Plätzchen im selben Hotel. Kumpan Christoph und die Nachreisenden (Reinhard mit Sozia Mecki) müssen auf eine andere Unterkunft ausweichen.

Da es gerade so gut passt, habe ich vorab eine Alpentrainingstour bei >> „Rookie-Tours“ mit Basisort „Wallgau“ gebucht. Netter kann man sich doch gar nicht einschaukeln?
(>> „Ausprobiert: Mit Rookie-Tours in den Alpen“ [==> KLICK!])

Während Norby und meinereiner sich am Dienstag auf den Weg machen, startet der Rest der Mannschaft am Freitag nach Himmelfahrt.

 

Anfahrt Teil 1: Dienstag, 23. Mai 2015 // LH – Vogelsberg

Bevor’s am frühen Nachmittag los geht, buchen wir uns fix telefonisch in einem Hotel im Vogelsberg ein.

Wie immer verläuft der erste Teil stupide über die Autobahn (A45), um möglichst schnell dem staulastigen Ruhrpott zu entfliehen. Kurz vor Gießen wechseln wir auf die Landstraße und erfreuen uns an den ersten netten Kurven bis zum ersten Etappenziel: der mittelhessischen Kleinstadt >> Laubach.

Wenn’s geht, meiden wir diese besonders angepriesenen „Bikerhotels“: Nicht selten liegen jene fernab vom Schuss und kommen – gerade im mittelpreisigen Segment – ein wenig usselig daher. Diesmal sind wir angenehm überrascht: Unser Zimmer ist sauber und hat sogar einen Balkon! Als wir am Hotel eintreffen, empfängt uns bereits ein Mitarbeiter und lotst uns zur Garage in einer Nebenstraße.


Eine Empfehlung wert: Das Hotel „Alt Laubach“ in Laubach!

Zum Essenfassen wechseln wir gern die Stellung, um unsere anfahrtstechnisch eingerosteten Haxen zu entspannen. Heute pfeifen wir allerdings darauf, strecken unsere Knochen im gemütlichen Biergarten aus und ordern direkt die Speisekarte.

Nach dem leckeren Essen verharren wir glücklich, satt und megafaul auf unseren Stühlen, bis das Sandmännchen kommt.

 

Anfahrt Teil 2: Mittwoch, 24. Mai 2015 // Laubach – Röfingen

Unterwegs gut zu schlafen ist viel wert. Nicht weniger wichtig: ein ordentliches Frühstück!
Zum Glück passt hier beides. – Was will man mehr?


MEHR gibt’s beim Frühstück:
Auf unseren Tellern erwartet jeden von uns zwei beiden eine Vogelsberg-Biker-Karte. – Nette Geste!

Auf der Terrasse füttern wir unser Navi (TomTom Rider 400) bei ’nem Pott Kaff und Zigarettchen mit seinem nächsten Etappenziel. Offenbar hat jenes einen Narren an Würzburg gefressen und will uns unbedingt durch diese große Ansiedlung am Main führen. Wir sind gegen eine Stadtdurchfahrt dagegen und ändern das Endziel kurzerhand von „Wallgau“ auf „Wertheim“. Immerhin scheint uns die nördlichste Stadt Baden-Württembergs strategisch gut platziert, um kurvenreich, aber dennoch möglichst direkt nach Wallgau cruisen zu können.

In Wertach angelangt, parken wir in Nähe des Schiffsanlegers, wo es vor Cafés und Restaurants nur so wimmelt. Hübsch hier!
Für einen Gang durch die mittelalterlichen Gassen, Besichtigung der Burg und all der denkmalgeschützten Fachwerkhäuser bleibt keine Zeit, denn spätestens hier will das nächste Nachtlager gesucht werden.

Bei Kaffee und Suppe befragen wir unsere Papier-Landkarte nach möglichen Zielorten und stoßen auf das 40 Kilometer westlich von Augsburg liegende „Burgau“.
Klingt doch nett, oder?
Der eingeläutete Hotelcheck schockt: Offenbar steigen im Schwabenland die Übernachtungspreise mit jedem weiteren Dorfeinwohner. Möglicherweise liegt’s aber auch an der räumlichen Nähe zum „Legoland“ in Günzburg?

Kaum haben wir die Suche auf den Umkreis ausgeweitet, spuckt das Hotelportal ein freies Zimmer im Nachbarort Röfingen aus. Schnell telefonisch reserviert und weiter geht’s.

Das Örtchen stellt sich als Tausend-Seelen-Minikaff heraus. Einige Eigenheime, eine Kirche und zwei Gasthöfe, von denen einer heute geschlossen hat. Und inmitten dieses großartigen „Nichts“ unsere Bleibe, der >> Gasthof Zahler.

Zu meckern gibt’s sonst allerdings nix:
Unser Doppelzimmer ist geräumig und sauber. Theoretisch hätten wir unsere Moppeds sogar in einer Scheune parken können. Praktisch sehen wir dafür keine Notwendigkeit und begnügen uns mit einem geschützten Hinterhof-Parkplatz im Freien, denn das Dorf macht kaum den Eindruck, als sei man hier auf Krawall gepompft…

Der Gasthof bietet auch Essen an. Schmeckt! – Glück gehabt: Alternativen hätte es hier vor Ort auch nicht gegeben!

Kaum sind wir zu unserem Abendspaziergang aufgebrochen, ist der winzige Ort bereits komplett durchstreift. Just als wir hadern, welches der umliegenden Käffer wir als nächstes ansteuern sollen, beginnt es zu tröpfeln. Also fix zu unserer Unterkunft zurückgeflitzt und Schutz unter der überdachten Außenterrasse gesucht.
Dort schlabbern wir genüßlich unser Pilsbier und wundern uns, wie viele Durchreisende es zu später Stund tatsächlich noch zum Einchecken in diese Unterkunft fernab der Zivilisation zieht…

 

Anfahrt Teil 3: Donnerstag, 25. Mai 2017 (Vatertag) // Röfingen – Wallgau

Das Frühstück ist klasse. Das Wetter weniger: Aktuell ist’s trocken, sieht aber schwer nach Regen aus.

Wir trödeln. Ok, wir können’s uns leisten, denn laut Google-Maps ist Wallgau im Werdenfelsener Land gerade mal 170 Kilometer entfernt.

Bevor wir aufbrechen, freuen wir uns ’nen Wolf über die Hotelrechnung, die wesentlich günstiger ausfällt, als „dieses Internet“ am Vortag prophezeite.
Hat doch immer wieder Vorteile, NICHT über eins dieser Hotelportale zu buchen!

Warum uns unser Navi kurz nach dem erneuten Angasen über Augsburg lotst, werden wir wohl nie erfahren. Auch die grottig-öde Fahrt über die B17, einer viel zu gut ausgebauten Kraftfahrstraße, löst keine Begeisterungsstürme aus.

Zu gern wären wir über den >> Kesselberg angereist. Aber Mist: Die Strecke ist doch an Wochenenden und Feiertagen für Moppedfahrer gesperrt…?
So wechseln wir hinter Peiting auf die unspektakuläre B23 Richtung Garmisch-Patenkirchen, verlassen kurz vor Mittag die olle Bundesstraße und machen einen Abstecher nach Unterammergau.

Während wir unseren Kaffee schlürfen, wird’s Zeit, nach einer Bleibe für Norby zu suchen.
Während meinereiner sich bis Samstag in Wallgau vergnügt, wollte er ursprünglich irgendwo in der Nähe übernachten, um dann am Freitag vorzeitig in unser „Gruppenhotel“ in Reit im Winkl umzusiedeln. Die Zimmerpreise rund um Garmisch sind allerdings nix für Sparfüchse. Kurzentschlossen fragt er in unserem Hotel in Reit an, ob unser Zimmer vielleicht heute schon frei ist und… hat Glück!

Weiter geht’s. Die Feiertags-Ausflugs-Dosen nerven, aber egal: Kaum haben wir Garmisch-Patenkirchen und Krün durchquert, schlagen wir bereits in Wallgau auf. Hier trennen sich unsere Wege. – Während sich meinereiner vor Ort häuslich einrichtet, macht sich Norby auf in Richtung Chiemgau.

Tragisch, wenn man sich vorab zwar informiert hat, aber offenbar nicht ausreichend: Auf seinem Weg nach Reit passiert Norby problemlos den Walchensee und Kochel.
Kein Wunder: Denn die Durchfahrt ist ausschließlich in Nord-Süd-Richtung verboten! – Dumm gelaufen!

>> Infos zur Streckensperrung für Motorräder Kochel-Walchensee (www.walchensee.de)

 

Freitag, 28. Mai 2017/Samstag, 29. Mai 2017 // Königssee und Co

Während ich Wallgau und Umgebung erkunde [>> Rookies-Tours-Bericht [==> KLICK!] ], vergnügt sich Norby am Freitag – unter anderem – am Königssee.
Sein Fazit: Hübsch anzuschauen, aber doch seeehr überlaufen!


Für eine Bootsfahrt sollte man schon ein wenig Zeit einplanen…
Man munkelt, man müsse schon mit dem Boot zur Halbinsel Hirscha fahren, um dieses legendäre Postkartenmotiv
„Wallfahrtskirche vor 1.900 Meter hoher Watzmann-Ostwand“ auf seine Speicherkarte bannen zu können.

>> Bootsfahrplan Königssee

Am Samstag verschlägt es Norbynach Aschau. Anschließend nimmt er die Ratzinger Höhe, unweit des >>Simssees unter die Räder.


Allein – allein… Einsames Cruisen auf der Ratzinger Höhe
Wer mag, erklimmt dort den sechzehn Meter Hohen Aussichtsturm und ergötzt sich am Ausblick.
Bei gutem Wetter erspäht man nicht nur diverse Alpen-Hügelchen, sondern auch Chiemsee, Tegernsee und Salzburg.

 

 

Samstag, 27. Mai 2017 // Allgemeiner Anreisetag

Basisort für unsere Wochentour ist >> Reit im Winkl, ein Höhenluftkurort im lieblichen Chiemgau (Oberbayern).
Fährt man nur einen Ort weiter – nach Kössen – ist man bereits im österreichischen Tirol.

Als ich nach einer schönen, letzten Tagestour mit den netten >> Rookie-Tour-Teilnehmern dort aufschlage, bin ich – abgesehen von Norby – nicht die Erste:
Anja und Blomy haben just ihre niegelnagelneue Thruxton vom Mopped-Anhänger abgeladen, während Lutz längst selig duselnd auf seinem Zimmer chillt.

Hummeln-im-Hintern-Blomy hat selbstredend nix Besseres zu tun hat, als seinem Maschinchen die örtlichen Kurven zu zeigen.
Kein Wunder: Ist er doch schließlich der Einzige, der bislang noch keinen Meter auf dem Mopped gerissen hat…

Anja, Norby und meinereiner nutzen die Wartezeit, um den bayerischen Kaffee nebst Pilsbier zu kosten… Lecker!

Stunden später kehrt Blomy zurück.
Aber was ist das? – Ein glücklicher Münsterländer im Kurvenparadies sieht eigentlich anders aus?
Tja… Irgendwie hatte er sich die Kurvenschlängelei mit seinem – daheim gerade eingefahrenen – neuen Maschinchen wohl schnittiger vorgestellt und mehr Hoffnungen in diesen dollen „Sportmodus“ gesetzt, als jener ihm letztendlich bieten konnte…

Kurze Zeit später trudeln auch Helmi, Jochen, Andreas, Richard und Natze ein.
Prima – (fast) alle da – Möge der Tour-Spaß beginnen! 🙂

Unsere Unterkunft

Reit in Winkl strotzt nur so vor Unterkünften. Von daher der ideale Basisort für Touren, denen sich auch Kurzentschlossene noch anschließen möchten.
Vermutlich sind allesamt auf ihre Art und Weise recht nett. Unsere Bleibe jedenfalls war ganz sicher ein echter Glücksgriff:

Das >> Gästehaus Angerer wusste nicht nur zu versprechen, sondern auch zu halten:

Alle gebuchten Zimmer sind ordentlich, geräumig und haben einen Balkon. Jedes Einzelzimmer ist ursprünglich ein Doppelzimmer.
Blomy und Anja haben sogar einen Balkon über Eck. Perfekt für Früh-Heimkehrerin Anja, die sich so nach der Tour sonnen kann.

Im Keller locken eine finnische Sauna und eine Infrarotkabine. Keine von beiden haben wir angetestet. Beide sehen jedoch sauber und einladend aus.

Ums Frühstück kümmert sich der junge Hausherr persönlich. Auch sonst ist er extrem gut drauf und hilft, wo er kann.

Im Erdgeschoss des Gästehauses hat sich das italienische Restaurant „Porto Bello“ (mit Biergarten) angesiedelt. Das Essen mundet uns extrem gut!
Neben Speisen aus der Standardkarte gibt’s dort täglich wechselnde Menüs.
Das Personal verbreitet gute Laune, ist extrem aufmerksam und jede(r) uns passierende Kellner/in denkt (und kümmert sich) um unseren Durst. –
Besser geht’s nicht!

Leider schließt das Lokal pünktlich um 22:00 Uhr. Verdursten muss aber dennoch niemand:
Entweder verpflegt man sich vorab beim Einkaufsladen (Edeka) um die Ecke oder profitiert vom Gästekühlschrank.
Die Abrechnung erfolgt übrigens völlig unkompliziert per Strichliste und die fairen Getränkepreise machen es leicht, diesen bequemen Weg zu wählen.

Alles easy?
Ok – eine Garage hatten wir nicht. Allerdings haben selbst diejenigen nicht danach gekräht, deren Maschinchen just im Frühjahr frisch vom Band gelaufen sind. Davon ab hat auch keiner von uns nachgefragt…

Fazit:
Erst, wenn AUSSCHLIESSLICH ALLE Mitfahrer zufrieden waren, war es eine gute Adresse: Und siehe da?
Noch heute schwärmen allesamt von dieser netten Unterkunft. – Soviel Lob auf einem Haufen hat bei unserer Truppe echt Seltenheitswert.
Daher gibt’s von uns ganz klar eine 1A-TOP-EMPFEHLUNG!

 

Sonntag, 28. Mai 2017 // Wandertag

Der erste Morgen ist immer ganz besonders: Extrem heiß auf die ersten Kurven schnattern unsere Mitfahrer ihr Umfeld beim Frühstück regelmäßig in Grund und Boden…
Sorry, liebe Mitgäste! 😉

Trotz allerbester Voraussetzungen haben Norby und meinereiner kaum ein Auge zugetan und schleppen uns völlig gerädert zum Frühstückstisch.
Vielleicht keine so schlechte Idee, künftig auf doppelte Espressos nach einem späten Abendmahl zu verzichten?

Während die anderen zu ihrer ersten Tour aufbrechen, wühlen wir uns beinahe einnickend durch das umfangreiche Infomaterial auf unserem Zimmer, checken die in Frage kommenden Wanderwege ab und brechen per pedes auf zu einer Alm.

Dummerweis verpennen wir zu prüfen, ob die ausgewählte „leichte Nording-Walking-Strecke“ – unterwegs eine Einkehrmöglichkeit bietet. – Tut sie natürlich nicht! – So ziehen wir uns bei brüllender Hitze 20 Kilometer an zwei kleinen Null-Fünf-Wasserfläschchen hoch und staunen nicht schlecht, dass so ein „leichter Wanderweg“ auch beinhaltet, einen steilen Berghang hochkraxeln zu müssen. Wie sind DIE denn dort drauf???

Endlich oben angekommen, treffen wir auf eine per Viehgatter gesicherte Alm. Kaum haben wir jene betreten, erspähen wir eine Horde behörnter Rindviecher, die sich zum Glück einen Sch… für uns interessiert und es vorzieht, sich tiefenentspannt in das Almgras zu kuscheln.

Schließlich durchqueren wir eine – aktuell ausgetrocknete – Klamm und staunen nicht schlecht, mit welcher Energie vier mindestens 75-Jährige mit Seniorenheim-Käppi behände durch die Schlucht hopsen, während wir unsere strapazierten Füße vorsichtig von Stein zu Stein lotsen.

Soviel Wanderei schreit nach einer Belohnung: Zurück im Ort entern wir die örtliche Eisdiele. Dabei nehmen irritiert zur Kenntnis, dass man sich seinen Krams hier in Bayern offenbar selbst von der Theke abholen muss…?

Einen kleinen orientierenden Rundgang durchs Dorf und einen Kaff später schlendern wir schließlich heim, wo uns Anja freudestrahlend begrüßt (die sich vorzeitig wegen „Rücken“ am Hotel absetzen lassen musste). Auch der Rest der Mannschaft kehrt – wider Erwarten – erstaunlich früh zurück. Wir machen uns ernsthafte Sorgen: Werden die Jungs etwa alt?

Kurz vor Küchenschluss trudelt auch Nachzügler Heinrich ein. Er ist in einem Rutsch durchgefahren und ziemlich gerädert: Unmittelbar nach seinem Start im Münsterland ärgerte ihn ergiebiger Sommerregen. – Sicher gibt’s Netteres, als unter solchen Bedingungen in seinen Regenkombi schlüpfen zu müssen!

 

Montag, 29. Mai 2017 // Großglockner-Tour

Für heute meldet die Wetterapp noch Top-Wetter. Ab morgen wird’s angeblich mies…

Ursprünglich hatte ich mir für unsere erste Tour den „Gerlospass“ ausgeguckt. Jener ist allerdings längst abgefrühstückt (>> siehe „Rookies-Tours-Bericht“ [==> KLICK!]).

Die anderen wollen heute zum Großglockner. Nachdem wir im letzten Jahr „genötigt“ wurden, an aussichtsarmen, öden Berghängen entlangzukraxeln (der Mopped-Navis unserer Mitfahrer sei Dank!), fahren wir in diesem Jahr lieber getrennt. (>> Schwarzwald-Tour 2016 [==> KLICK!])
Als Heinrich, Norby und meinereiner gerade abfahrbereit an unseren Moppeds stehen, ist der Rest der kurvengeilen Mannschaft längst über alle Berge…

Okay, nicht alle: Lutz, Christoph und Anja seilen sich ebenfalls ab und starten ihre ultimative Seen-Tour.
Und die geht so: Circa 100 Kilometer Kurven schrubben, dann anhalten und stundenlang schwimmen. Genau Anjas Ding! So hüpft sie erwartungsfroh auf Christophs Soziaplatz, statt sich ihren hübschen Hintern auf der neuen Thruxton ihres Männes plattzusitzen.

Kann’s also direkt losgehen, oder? – Pustekuchen: >> Mein dummes Navi streikt mal wieder! [==> KLICK!]
AAAAAAAAH! – Hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich vor der Tour Taaage damit verbracht habe, schöne Routen herauszusuchen und diese genau so umzuplanen, dass sie sich einwandfrei von unserem Basisort aus anfahren lassen? – GRRRR…

Zum Glück erbarmt sich Heinrich, die Führung bis zum Großglockner zu übernehmen:
Die erste Wegstrecke bis Zell am See ist landschaftlich ganz nett, fahrtechnisch allerdings völlig unspektakulär.

Als Heinrich vor dem Ort in einem Tunnel verschwindet, werfen Norby und meinereiner abrupt den Anker und uns sodann verzweifelte Blicke zu:
S.O.S. – die Straße ist doch als Kraftfahrtstaße ausgezeichnet und wir sind in Österreich… – ER hat ’ne Mautplakette – WIR jedoch nicht – Was nun?

Unser erster Gedanke „Lass uns einfach wenden!“ verpufft im Nirwana, als wir feststellen, dass just hinter uns eine fest installierte Kamera den Verkehrsfluss überwacht.
Hmmm… Was iss’n wohl bußgeldtechnisch günstiger? Durchfahren eines Mautstücks ohne Plakette oder unerlaubtes Wenden auf einer Schnellstraße?

Keine Ahnung! – Wir durchqueren den bescheuerten langen Tunnel und halten unmittelbar an der ersten Tanke, um uns schnellstmöglich Vignetten zu besorgen. Blöderweise ist jene gerade leergekauft und wir ergattern gerade mal EINS dieser Prachtexemplare. Na gut: erstmal in Ruhe eine qualmen und mit Heinrich telefonieren: Jener hat uns natürlich längst vermisst, den Tunnel erneut durchquert und steht gerade auf der anderen Seite…

Wir verabreden uns für die zweite Tanke hinter dem Tunnel, wo wir die noch fehlende zweite Autobahn-Vignette ergattern. Unsere Panik war übrigens genauso über wie der Vignetten-Kauf, denn der Tunnel darf mautfrei passiert werden. Hinterher ist man halt immer schlauer!

Über Fusch geht’s weiter auf die Großglockner Hochalpenstraße. Die ersten fünfzehn Kilometer ist die Straße mautfrei befahrbar. An der Kassenstelle Ferleiten wird’s allerdings ernst und wir lassen ein kleines Vermögen.

Irgendwie doof, dass wir nicht daran gedacht haben, unsere „Louis-Funcards“ zu zücken. Immerhin hätte jene den Mautpreis glatt um zwölf Prozent geschmälert!
>> Tipps zum Maut-Sparen und anderes Wissenswertes über die „Großglockner Hochalpenstraße“ [==> KLICK!]

Kurz vor dem ersten Passübergang „Fuscher Törl“ biegen wir links ab zum >> Restaurant Fuschertörl, werfen den Anker und bestaunen die Landschaft. Just haben wir unsere Kameras gezückt, kommt eine Horde Moppedfahrer von der Edelweißspitze kommend geradewegs auf uns zugeheizt. Sind die doof?


Große Überraschung: Ääääh – Was macht Ihr denn hier? 😉

Wie gewohnt, zeigen sich unsere kurvenhungrigen Mitreisenden absolut pausenresistent und machen sich eher vom Acker, als wir das Wort „Kaffeepause“ auch nur aussprechen können. Wir drei lassen lassen es hingegen völlig relaxt angehen: Nach dem Erkunden des höchsten Punktes der Großglocknerstraße, der Edelweißspitze, latschen wir hoch zum Restaurant und schlabbern dort völlig tiefenentspannt Kaffee beziehungsweise Suppe.
>> Großglockner: Wissenswertes für Motorradfahrer

Auf dem weiteren Weg liegen gefühlt mindestens tausend lohnenswerte Haltepunkte. Einer landschaftlich sicher schöner als der andere…
Dumm nur, wenn man einmal in den ultimativen Kurvenrausch gerät: In diesem Zustand ist „eben-mal-anhalten“ schier unmöglich!

Kaum haben wir den Obertor-Tunnel passiert und somit die Kärntner Seite des Großglockners erreicht, wird es feucht auf den Straßen:
Schnee schmilzt halt bei Wärme und fließt dann auch schonmal die Straße herunter…
Aaaaah! Habt Ihr ’ne Ahnung, wie sehr sich so ein Naked Bike einsaut, sobald es nasse Straßen auch nur wittert?

Am letzten Kreisverkehr ignorieren wir die Ausfahrt zur Mautstelle-Süd (Heiligenblut) und nehmen Kurs auf die Gletscherstraße „Kaiser-Franz-Josefs-Höhe“.

Den Blick auf den Pasterzengletscher können wir nicht wirklich genießen:
Parken in der – von außen ziemlich hässlichen – Tiefgarage kommt für uns nicht in Frage. Stattdessen stellen wir unsere Moppeds kurzerhand in erster Reihe auf einem „Taxiparkplatz“ ab, wagen uns aber nicht viel weiter weg, als wir jene noch sehen können. Überhaupt ist es uns hier heute – den diversen Bauarbeiten sei Dank – viel zu rummelig und wir machen uns fix auf den Rückweg.

Mittlerweile ist es kurz nach Mittag. Keine guten Voraussetzungen: Prompt bremsen uns diverse Touri-Busse aus. Boah wie doof, wenn man den richtigen (kurzen) Moment verpennt, jene überholen zu können! – Ganz nebenbei: Habt Ihr schonmal mitten in einer Kehre halten müssen und Euch gewundert, wie kurz „kurze Beine“ in dem Moment tatsächlich werden können?

Völlig angenervt werfen wir auf einem Parkplatz kurz hinter dem Fuscher Törl den Anker, um dem vor uns hergurkenden Bus ausreichend Vorsprung zu lassen.

Und wer kommt nach einer Zigarettenlänge plötzlich auf uns zugeheizt, während wir dumm in der Landschaft herumstehen? – Andreas! (der Jochen abholen will, der sich angeblich die „Auto- und Motorradausstellung“ im Besucherzentrum der Franz-Josefs-Höhe anschauen wollte, dort aber zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr ist, wie sich später herausstellt…)

Kaum ist Andreas hinter der nächsten Kehre verschwunden, bestaunen wir einen klamottentechnisch atypisch gekleideten Thruxton-Fahrer, der offenbar noch sehr damit beschäftigt ist, eins mit seinem Maschinchen zu werden. Ähhh – Ist das nicht Blomy? – Jo! – Vor lauter Konzentration bemerkt er uns nicht einmal… 😀
Auf unserem weiteren Weg nach unten erspähen wir die „Altherren-Riege“ (Richard, Helmi und Jochen), wie sie von einem Parkplatz aus gebannt auf die unter ihnen liegenden Kehren starren und sich erst nach einem wiederholt energischen Hupsignal bequemen, ihre grazilen Schädel in unsere Richtung zu drehen.

Drei fuhren rauf – zwei kamen runter…
Hinter der Kassenstelle in Ferleiten lassen Heinrich und meinereiner unsere Moppeds auf dem Parkplatz des >> Restaurants vor der Maustelle ausrollen.
Aber: Wo ist Norby???

Wenige Minuten später trudelt auch er ein. Im Schlepptau: Natze!
Offenbar haben ihn die anderen mutterseelenallein kurz hinter der Mautstation „abgestellt“. Vermutlich, damit ihnen seine großartige „Adventure“ nicht gefährlich werden konnte…? (Vorsicht, „Insider!“)

Kaum haben wir Kaffee und Eis bestellt, trudelt auch der Rest der Mannschaft ein und treibt die „Bedienung“ unschuldig-dreinblickend beinahe in den Wahnsinn…

Nach einem kurzen Blick in die Karte schlägt Jungspund Blomy vor, auf dem Weg Richtung Heimat doch gleich noch den >> Iselsbergpass und den >> Felbertaubern-Tunnel mitzunehmen. Kaum hat er ausgesprochen, fallen die anderen förmlich über ihn her. Tja, dumm, wenn selbst der technikresistenteste Tour-Opa mittlerweile mit ’nem Navi um kann und eher die Restentfernung zum Hotel gecheckt hat, als der „Kleine“ überhaupt das Wort „Passüberquerung“ ausgesprochen hat?

Nach ausgedehntem Dummschwatz trennen sich erneut unsere Wege: Während Heinrich, Norby und meinereiner über Zell am See auf die B164 Richtung Leogang und über Fieberbrunn nach St. Johann fahren, machen die anderen einen Schlenker über Berchtesgaden.

Kurz vor St. Johann hängen wir eine gefühlte Ewigkeit in einer ampelgesteuerten Großbaustelle fest. Hinter dem Ort halten wir entnervt an der
>> Schaukäserei „Wilder Käser“ (www.wilder-kaeser.at) .


Aber die Aussicht ist klasse!
Tourstopp mit grandiosem Blick auf den „Wilden Kaiser“!

Und wer belagert uns, kaum, dass wir die ersten Fotos im Kasten haben? – Die anderen schon wieder! – Lassen wir den Nachzüglern lieber mal ein wenig Vorsprung… 😉

Über die B176 geht’s von Schwendt Richtung Kössen. Eben noch zur Tanke, um unsere Moppeds und unsere Geldbörsen mit günstigem Sprit zu beglücken und dann weiter über die schöne B172 nach Reit im Winkl.

 

Dienstag, 30. Mai 2017 // Roßfeld-Chiemsee-Tour

Die Wettervorhersage klingt nicht gut: Angeblich soll’s heute spätestens ab Mittag in der gesamten Region scheppern!

Uns erst einmal egal. Noch ist’s trocken und Hauptsache, wir sehen die Roßfeld-Panoramastraße!

Unser TomTom Rider bestreikt uns nach wie vor.
Da Heinrich keine Lust auf’s Vorfahren hat, schließt er sich den anderen an. So starten Norby und meinereiner erst einmal allein zu zweit.

Die erste Etappe klappt auch ohne elektronischen Wegweiser: immerhin führt die B305 über Ruhpolding direkt weiter Richtung Schneizlreuth.

Dank einer vor uns herschleichenden, nicht überholbaren „Wanderbaustelle“ wechseln wir kurz vor dem Ort auf die ST2101 Richtung „Bad Reichenhall“.
Knapp drei Kilometer vor dem Städtchen stoßen wir linkerhand auf den kristallklaren Thumsee, wo wir uns ein Päuschen gönnen.


Ist irgendein bekannter See in Oberbayern klarer als der Thumsee? – Glauben wir kaum!

In Bad Reichenhall nehmen wir die B20 Richtung Bayerisch Gmain und fahren über Bischofswiesen zurück auf die B305, um am Ende der Straße auf die Roßfeldstraße (B319) wechseln.

Vorab treibt uns das TomTom allerdings beinahe in den Wahnsinn: Will es uns doch tatsächlich durch eine für Motorradfahrer tagsüber gesperrte Straße lotsen und führt uns – egal, welchen Weg wir auch einschlagen – immer wieder dorthin zurück! ARGHH

Rossfeld Panoramastraße

Das Befahren der Rossfeld Panoramastraße kostet. Zwar nicht die Welt, aber immerhin 4,50 Euro.

Wie lautet die Höchststrafe für Moppedfahrer?

Richtig: an eine unbemannte Mautstelle zu geraten!

Denn dort heißt es dann:

  • Mopped abstellen
  • zum Kassenautomaten laufen
  • Mautticket ziehen
  • wieder aufsitzen
  • zur Schranke vorfahren
  • Mautticket in den Automaten schieben
  • Handschuhe anziehen
  • Hoffen, dass sich die Schranke währenddessen nicht wieder schließt – durchfahren und auf den Hintermann warten.

Echt lästig!

Damit sich der Eintritt auch lohnt, fahren wir einmal rauf, runter, drehen um und überqueren die Straße in Gegenrichtung erneut.
Macht – dank Mittagszeit – sogar Laune, denn momentan ist’s noch angenehm leer auf der Höhenringstraße.

Oben am Roßfeld-Kiosk werfen wir einen Kaffee ein. Für weitere Besichtigungen fehlt uns die Muße.

Anschließend geht’s wieder bergab.
Interessanterweise ist die Strecke NACH der Mautstelle Richtung Berchtesgaden kurventechnisch wesentlich spannender, als die Panoramastraße selbst!

Kurz denken wir darüber nach, die ursprünglich geplante große Tour Richtung Süden (durch’s Salzachtal bis Bischofshofen, vorbei am Hochkönig, dem Steinernen Meer und zurück) zu Ende zu bringen. Dank der Wettervorhersagen siegt die Vernunft. So halten wir uns nördlich, passieren Bad Reichenhall und fahren über Teisendorf und Traunstein nach Chieming.

Am Chiemsee gönnen wir uns einen überteuerten Latte Macchiato und fahren schließlich weiter nach Marquartstein.

Kurz hinter dem Ort verlassen wir die B305 und nehmen die B307 Richtung Schleching, die im weiteren Verlauf zur L196 mutiert und letztendlich nach Kössen führt.
Echt nette Kurvenstrecke und das letzte Teilstück erinnert landschaftlich tatsächlich an meinen heißgeliebten >> Mendelpass! 😉

Als wir unseren Basisort erreichen, klatschen wir Beifall: Angesichts der Tatsache, dass die umliegenden Berge in einer riesigen Wolke verschwunden sind, war es offenbar eine großartige Idee, auf die große Runde Richtung Süden verzichtet zu haben.

Abends können wir leider nicht auf unsere Stamm-Pizzeria zählen, da Ruhetag. So weichen wir auf das „Landhaus Lenzenhof“ aus. Als wir losschlendern, setzt der Regen ein. Hmmm… Hat sich der Biergarten-Hock wohl erledigt…

Statt freudigem Empfang erwartet uns im Gasthaus ein Nackenschlag à la „Warum habt Ihr vorher nicht reserviert?“ und man verfrachtet uns in einem Nebenraum. Nach einer gefühlten Ewigkeit klappt’s dann endlich auch mit der Getränkeversorgung nebst Essensbestellung. Okay – Wir haben ja Urlaub und damit – eigentlich – alle Zeit der Welt?
Im Gegensatz zu den Getränken kommt das Essen verhältnismäßig flott. Naja… bis auf meinen Salat! Hey, iss doch auch logisch bei einem derart „aufwendigen Gericht“: Diese widerspenstigen Salatblätter gehören immerhin erst einmal eingefangen. Das dauert halt! – *Ironie-Modus-off*

Als die anderen längst vor ihren leergeputzten Tellern hocken (und – zumindest unsere „Großen“ noch mit sich hadern, ob sie überhaupt satt geworden sind?) – bekomme auch ich endlich mein Grünzeug. Schmeckt eigentlich ganz gut… – Hatte ich eigentlich erwähnt, wie sehr ich es hasse, zu essen, während mir alle anderen auf den Teller starren?

Den Rest des Abends vergnügen wir uns – den Gästekühlschrank plündernd – auf unseren Balkons.

 

Mittwoch, 31. Mai 2017 // Samerberg – Sudelfeld – Tatzelwurm

Das Wetter zickt! – … Positiv denken!
Sooo cool, dass wir bereits wissen, dass sich all die schönen Berge um uns herum tummeln: Zumindest Richtung Österreich lassen sich jene heute nur noch erahnen…

Aber wir sind ja flexibel: Fahren wir halt Richtung Norden…

Über die B172 geht’s Richtung Kössen und am Walchsee vorbei. Vor Sebi biegen wir ab auf die B175 Richtung Wildbichl und Aschau.
Endgeile Straße mit Megaspaß-Faktor, wenn da nicht dieser blöde Lkw wäre, der straßenzuparkend vor uns herdümpelt…

Wir durchqueren Aschau (hübsches Örtchen!) und Frasdorf und nehmen Kurs auf die R09 Richtung Samerberg.
Toll: Sooo viele tolle Kurven und alle für uns ganz allein!

Nach einem Schlenker über Nußdorf am Inn und Bad Feilnbad schlagen wir in Bayrischzell auf. Gegenüber des Hotels „Alpenrose“ finden wir eine Metzgerei mit einer großen Auswahl an Mittagsgerichten. Norby probiert das Gulasch und ist schier begeistert!

Nachdem wir das verschlafene Nest im Leitzachtal verlassen haben, geht’s weiter über das Sudelfeld im Mangfallgebirge: Hätte wirklich schön werden können: Leider hat man die nette Strecke auf 60 km/h geschwindigkeitslimitiert und warum man sie mit Rüttelstreifen verschandelt hat, können wir kaum nachvollziehen…?
Trotz all der Herumschleicherei übersehen wir das ehemalige „Cafe Kotz“ am „Unteren Sudelfeld 7“, das heute als „Schnauferl Wirt 1123“ bekannt ist
( Die Ziffern stehen angeblich für die Höhenmeter auf dem Pass…)).

Unten angekommen halten wir am „Großparkplatz Tatzelwurm„.
Ganz in der Nähe liegt der gleichnamige Wasserfall, der sich nach einer kurzen Wanderung bestaunen lässt. Benannt wurde er übrigens nach einem einst hier hausenden Drachen…

Wir schenken uns den Wanderpfad und nehmen nach einem kurzen Fotoshooting erneut Fahrt auf:
Verwuselte Wege führen uns runter Richtung Inntal: Über Seebach und Wall geht’s nach Auerdorf. Wer mag, kann sich dort links halten Richtung Brannenburg, einen dunklen Tunnel durchqueren und dafür Maut zahlen. Wir halten uns stattdessen rechts und erreichen zirka zwei Kilometer Oberaudorf. Auch dieses Städtchen gefällt!

Zurück auf der B172 geht’s über Sebi auf die B175 Richtung Wildbichl und dort erneut auf die St2093 hoch nach Aschau (weil’s so schön war und wir die Strecke auchmal OHNE ausbremsenden Lkw genießen möchten…)

Nächster Halt: eine Eisdiele in Bernau am Chiemsee (wo uns erneut diese merkwürdige „Selbstbedienung“ überrascht…)

Nach einem Kaffee geht’s weiter über Grassau und Marquartstein.
Kurz hinter dem Ort nehmen wir erneut den Abzweig zur B307 nach Schleching und fahren von dort aus über die B176 weiter nach Kössen.

Eben noch fix vergünstigt in Österreich tanken und zum krönenden Abschluss auf die spaßmachende B172 nach Reit im Winkl. Aber auch heute ist uns keine freie Fahrt gegönnt: Diesmal klemmen wir hinter einem blöden Bus und folgen ihm notgedrungen, bis die Straße zu unserem Hotel abzweigt.

Obwohl wir auf den letzten Metern mit nassen Füßen rechnen, bleiben wir netterweise verschont. Am Hotel treffen wir erneut auf „Früher-abgesetzt-Anja“.

Der Rest unseres Trupps lässt heute länger auf sich warten: Erstaunlicherweise nicht, weil sie sich gnadenlos im Kurvenparadies verfranst haben. Sondern eher, weil sie verzweifelt nach einer Werkstatt suchen, die gewillt ist, dem luftleeren 800er-GS-Reifen von Andreas auch nach 17 Uhr neues Leben einzuhauchen.

Als die Jecken lautstark zurückkehren, sind wir längst satt und lauschen tiefenentspannt den haarsträubenden Schilderungen unserer „Märchenonkel“…

 

Donnerstag, 1. Juni 2017 // Heimfahrt Teil 1 (Oberbayern bis Altmühltal)

Die anderen haben noch zwei Fahrtage vor Ort. Für uns hieß es bereits gestern „Koffer packen“.

Unser ursprünglicher Plan war gar nicht doof.

So sah er aus:

Donnerstag:
Über das 154 Kilometer entfernte Sterzing schrauben wir uns über den „Jaufenpass“ (oder das „Penser Joch“) hinauf zum >> „Timmelsjoch“ und werfen auf österreichischer Seite einen Blick ins >> höchstgelegene Motorradmuseum. Anschließend übernachten wir irgendwo im Ötztal…

Freitag
Vom Ötztal geht’s durch das Paznauntal bis Galtür. Dort erklimmen wir (endlich mal) die >> „Bielerhöhe“ („Silvretta Hochalpenstraße“), genießen die 34 Kehren auf knapp 23 Kilometer, schießen tolle Fotos (was angeblich besonders gut vom Parkplatz zwischen Kehre 22 und 23 gelingen soll) und wuseln uns in Bodensee-Nähe weiter bis nach Konstanz. – Passt besonders deshalb ganz hervorragend, weil die Hochalpenstraße angeblich just heute endlich wieder ihre Pforten öffnet!

Samstag
Von Konstanz geht’s bis zum Schwarzwald und nach ein/zwei Übernachtungen langsam Richtung Heimat (wobei das lange Pfingst-Wochenende ausreichend Luft für Trödeleien bietet…)

Schön, wenn man noch Pläne Träume hat!

Als wir aufstehen, meimelt es. Während des Frühstücks regnet es sich so richtig ein und alle verfallen in einen transusigen Slo-Mo-Modus…

Auch mit viel gutem Willen müssen Norby und ich unser Zimmer spätestens um 11 Uhr räumen.
Nützt ja allet nix: Also fix die Regenpelle übergestülpt, „bye-bye“ gewunken und auf geht’s!

Vorab ändern wir fix unsere Pläne und beschließen, durch das Altmühltal zu fahren. Wollten wir schließlich schon immer mal hin…
Nennt uns EINEN MOPPEDFAHRER, der freiwillig bei Regen, Gewitter und maximal 7 bis 9 Grad durch die Berge tourt, wenn er stattdessen im Norden Bayerns freundlichstes Motorradwetter Grad genießen kann?

Über Kössen und Schlechting fahren wir Richtung Marquartstein. Kaum in Prien, am nördlichen Teils des Chiemsees, angekommen, schließt sich die Schlechtwetterschleuse. Hmmm… Auch dieser Ort reißt uns irgendwie nicht vom Hocker – Möglicherweise sind der Chiemsee und wir nicht kompatibel?

Mangels Alternativen lassen wir uns von unserem „TomTom Rider“ führen und werden angenehm überrascht: Das Teil führt uns kreuz und quer über einsame Wege, fernab jeglicher Cafés und Gaststätten… Prima – die Streckenführung macht echt Laune!

Erstes Etappen-Ziel war eigentlich „Altdorf“. Obgleich wir uns jedwede Stadtdurchfahrt verbeten hatten, führt uns das Navi in ein Industriegebiet nördlich von Landshut. Soweit alles gut: Wenn da nicht diese Baustelle mit einhergehender Straßensperrung wäre. Ganz gleich, was wir auch anstellen, führt uns das Navi dauerhaft im Kreis herum und laufend zu demselben Punkt zurück. Gar nicht nett bei 28 Grad!
Immerhin lässt sich das Teil mit einer Portion Ignoranz überlisten und im Anschluss geht’s endlich wieder kreuz und quer über kurvige Straßen.

Wirklich toll und schön – es gibt nur einen Haken: Was nützt es, wenn man seinem Ziel nicht bedeutend näher kommt? Nach stundenlangem Schwindeligfahren vergeht uns jedenfalls die Lust. So greifen wir kurzerhand korrigierend ein und befehlen unserem Navigationsgehilfen, uns nach Dietfurt im Altmühltal zu führen.
Immerhin soll es dort – im Gegensatz zur Umgebung – freie und zudem bezahlbare Hotelzimmer geben…

Als wir „Riedenburg“ passieren, bedauern wir kurzzeitig, dort nicht bleiben zu können: Das Städtchen macht wirklich einen netten Eindruck.

Tipp:
Über dem Städtchen Riedenburg thront das „Schloss Rosenburg“, das diverse Greifvögel (Adler, Bussarde, Falken, Geier und Milane) beheimatet. Während der Saison (Ende März bis Mitte Oktober) kann man sich zweimal täglich (außer montags) an einer Falken-Show ergötzen.
>> www.falkenhof-rosenburg.de/flugvorfuehrung.php

Schließlich erreichen wir die „Sieben-Täler-Stadt“ Dietfurt, deren Einwohner sich selbst als „Chinesen“ bezeichnen. (>> Warum das so ist… )

Während wir in der Eisdiele inmitten der City einen Kaffee schlürfen, entdecken wir nebenan ein Hotel. „Fragen kostet ja nix?“ – Tatsächlich haben sie gerade ein Zimmer frei und wir checken ein: >> Gasthof zur Post (zur-post-dietfurt.de)

Das Zimmer selbst ist nicht der Bringer: Das Bad ist recht klein und vom Zimmer blicken wir direkt auf die Küche des gegenüberliegenden Hauses. – Macht nix: Für eine Nacht ist dies völlig ok, zumal unsere Moppeds in einer Garage im Hinterhof parken dürfen. Top: Damit können wir die Hälfte des Gepäcks auf der Tiger zurücklassen!

Aus Bequemlichkeit speisen wir auf der Terrasse des Hotels. Gutbürgerliche Hausmannskost, die nicht länger in Erinnerung bleibt, aber es schmeckt.
Leider schließt das Restaurant bereits gegen 22 Uhr. Reine Gaststätten scheint es hier offenbar nicht zu geben? So landen wir auf der Terrasse einer nahegelegenen Pizzeria , nehmen dort noch einen Schlaftrunk und fallen nach Rückkehr ins Hotel in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

In dieser Region geben sich die Länder oder besser gesagt Regierungsbezirke die Klinke in die Hand:
Eben noch in Niederbayern (Riedenburg), befindet sich Dietfurt bereits in der „Oberpfalz“.
Ein Ort weiter (in „Beilngries“), steht man plötzlich auf „oberbayerischem“ Boden, um nur wenige Kilometer weiter mit „Solnhofen“ Mittelfranken zu erreichen.
 

Freitag, 2. Juni 2017 // Altmühltal – Kinzigtal

Das Frühstück ist kein Highlight, macht aber satt. Für den Schnäppchenpreis von gerade mal 59 Euro (für zwei Personen!) gibt’s jedenfalls absolut gar nix zu meckern.
Per Hotelportal wären übrigens 63 Euro fällig gewesen. Ein Grund mehr, lieber direkt zu buchen!

Bei angenehm warmen T-Shirt-Temperaturen cruisen wir durchs anmutige Altmühltal Richtung Eichstätt. Spätestens hier knubbelt sich der Verkehr. Kurz nach Ortsausgang haben wir wieder freie Fahrt und nehmen die St2230 Richtung Dollnstein.

Auf der Suche nach den „12 Aposteln“…

Als ich dieses wunderschön anmutende Altmühltal-Landschaftsbild im Buch >> „Die schönsten Motorradtouren in Deutschland: 40 Touren von den Alpen bis an die Nordsee“ entdeckt hatte, wusste ich, dass ich dort unbedingt einmal hin musste…


Buch „Die schönsten Motorradtouren in Deutschland: 40 Touren von den Alpen bis an die Nordsee“
(von Rudolf Geser, Heinz E. Studt, Markus Golletz und Jo Deleker)

Tipp: Kurz VOR Dollnstein – Augen rechts!

Just hier tummeln sich hellgraue Felsen oberhalb eines Almenhangs!
Wer schlau ist, zögert nicht und fährt in die winzige Haltebucht, um die Bilderbuchlandschaft auf ein Foto zu bannen.
Wer’s vermasselt – wie wir – passiert bereits wenige Sekunden später den Ortseingang, kann dort aber zumindest mal eben fix tanken…

Als sich rechterhand die 12-Apostel-Felsen zwischen dem Solnhofener Ortsteil Eßlingen und Solnhofen vor uns auftun, erspähen wir auf der Straße nicht eine einzige Haltebucht. Statt Fotos bleibt uns somit nur die Erinnerung an diese imposanten Felsgebilde!

Was wir zu jener Zeit nicht wussten:

Unmittelbar vor dem Juratrockenhang mit der interessanten Felsgruppe liegt das Restaurant
>> 13. Apostel (www.dreizehnter-apostel.de) [Adresse: Esslingen 1, 91807 Solnhofen], erreichbar über die St2230.


Und so sehen die prachtvollen Felsen aus – Toll, oder?
(Offenbar wurde das Bild vom Wanderradweg aus geknipst…
[Copyright Foto: © Von User: Tine auf wikivoyage shared, CC BY-SA 3.0, Link]

Weiter geht’s Richtung Pappenheim. Ja… Genau hier wohnen die besagten >> Pappenheimer! (==> Klick: Wie es zu dem Begriff kam)

Über Treuchtlingen fahren wir Richtung Gunzenhausen, wo wir uns den Altmühlsee anschauen wollen. Eine Baustelle verwehrt uns die direkte Anfahrt. Als wir Gunzenhausen endlich erreichen, haben wir derart viele kurvige Schleifen gedreht, dass wir uns aus zeitlichen Gründen einen Stopp klemmen.

Spätestens hinter dem großen, verkehrsreichen Städtchen Ansbach wird es Zeit, unser Navi neu einzunorden, denn offenbar will es uns erneut direkt durch Würzburg führen. Nichts gegen die Stadt, aber an einem Freitag Nachmittag muss man sich das nicht unbedingt antun!

Das TTR lotst uns über erstaunlich tolle Strecken um sämtliche größere Orte herum. Unsere grobe Richtung: Bad Mergentheim – Lauda-Königshofen – Tauberbischofsheim – Lohr am Main – Framersbach.

Eigentlich wollten wir es bis Schotten am Vogelsberg schaffen. Die schönen Kurven und die zahlreichen Schlenker unterwegs halten aber länger auf, als geplant. Spätestens in einem Waldcafé hinter Flörsbachtal wird’s Zeit, ein Hotel zu suchen.

Bad Solden-Salmünster

Bis „Schotten“ sind’s noch locker 70 Kilometer. Zu viel, wenn man bedenkt, dass wir uns gerade zum Kaffeetrinken hingehockt haben und die Uhr bereits halb sechs schlägt.
Nachdem wir das Hotelportal befragt haben, entscheiden wir uns für eine Bleibe in der Nähe und finden ein preislich annehmbares Zimmer in Bad Soden-Salmünster im Kinzigtal.

Im Zielanflug auf das Doppelstädtchen, steuern wir geradewegs auf die einzige dunkle Wolke im gesamten Umkreis zu. Diese lässt natürlich glatt Wasser… GRRR
Als wir den Ort erreichen, verlässt uns nicht nur der Regen, sondern auch die Begeisterung: Der Ort erscheint uns zu riesig und anonym, als dass wir uns hier wohlfühlen könnten.

Unsere Zweifel werden lauter, als uns das TTR eine verkehrsberuhigte Zone führt – „Durchfahrt für Motorräder verboten“! und spätestens beim Anblick der diversen Kurkliniken müssen wir kräftig schlucken…

Nach Erklimmen einer kleinen Anhöhe haben wir laut Navi „unser Ziel erreicht“.
Gut: Wir stehen offenbar tatsächlich auf dem Hotelparkplatz des >> „Birkenhofs“.
Als wir den riesigen Kasten und das Hotelschild mit dem Zusatz „Kurhotel“ entdecken, klappen unsere Kiefer tiefer! Was nun? Kehrtmachen und woanders eine Bleibe suchen? – Hmmm… Dafür ist es jetzt wohl zu spät!

Die Rezeptionistin – offenbar die Inhaberin selbst – macht unsere Zweifel mit ihrer herzlichen Art allerdings schnell wett (auch wenn es hier keine Garage gibt…) Aus dem vorgebauten Seniorenheim wird sicher niemand auf die Idee kommen, unsere Moppeds zu entwenden, oder? Allerdings bedeutet das auch, das komplette Gepäck von Norby’s Großkatze zu schnallen! Wenn zwei Motorradkoffer, zwei Tankrucksäcke, ein Packsack und zwei Helme zu schlören sind, wird selbst der kürzeste Weg lang…

Memo an uns selbst: Das mit dem Gepäck müssen wir dringend nochmal üben!

Als wir unser Zimmer betreten, sind wir geflasht: der reinste Tanzpalast!
Selbst das Bad ist riesig, die Dusche ebenerdig und blaue LEDs an der Decke verbreiten Sternenhimmel-Stimmung.
Der Balkon: groß mit einer Rattan-Liege und einem ebensolchen Sessel. Nobel, nobel: So kann man’s aushalten!

Nach dem Duschen machen wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Futterstelle. Auf Rat unserer Gastgeberin durchqueren wir den weitläufigen Kurpark und steuern linkerhand den „Griechen“ an, statt rechterhand nach Salmünster zu wandern (wo es eine nette Altstadt geben soll).

Liebe Verantwortliche in „Bad Soden-Salmünster“,
die Beschilderung im Kurpark ist echt ausbaufähig: Ohne Smartphone-Navi wären wir mangels Wegweiser garantiert im Kreis gelaufen!

Im >> „Alt Athen“ haben wir Glück: Bereits nach kurzer Wartezeit ergattern wir einen Platz auf der rückseits liegenden kleinen Terrasse. – Hier hat’s uns übrigens geschmeckt.

Vor’m endgültigen Dusterwerden zieht es uns wie magisch zurück zum Hotel. Nicht, weil wir müde wären, nööö. Aber wer weiß, ob wir den Rückweg durch den möglicherweise stockfinsteren Kurpark finden?

Zurück in der Kurklinik-Area lassen uns auf der Terrasse einer winzigen Minigolf-Gaststätte nieder. Noch steht knapp eine Handvoll Leute vor dem Tresen und wir genießen zwei große, frisch gezapfte Pilsbier Hmmmm, tut das gut nach all diesem merkwürdigen Bayern-Bier-Gesöff! Urplötzlich verkrümelt sich die kleine Besucherschar. Um dem Wirt seinen wohlverdienten Feierabend nicht zu vermasseln, erstehen wir bei ihm ein weiteres Flaschbier und lassen den Abend bis zur nötigen Bettschwere auf unserem Balkon ausklingen, den lieblichen Klängen der über uns kreisenden Flieger lauschend.

 

Samstag, 3. Juni 2017: Spessart – Vogelsberg – Münsterland

Als wir den geräumigen Frühstücksraum betreten, schwebt uns eine lächelnde Service-Fee entgegen und erfragt unsere Wünsche: Kaffee oder Tee? Rührei? Spiegelei? Mit oder ohne Speck/Bohnen…? Uiiih – Sooo viele Fragen am frühen Morgen!
Das Frühstück ist bombastisch und die Auswahl fällt angesichts des riesigen Buffets schwer.

Beim Auschecken dann die Überraschung: Aus den – im Hotelportal angegebenen – 79 Euro werden 86. Frühstück kommt extra.
Unser Fehler: Schließlich haben wir auch hier telefonisch gebucht und den Preis nicht erfragt. So brachte man uns in einem „Business-“ statt in einem „Standard-Zimmer“ unter. Egal – Uns hat’s ziemlich gut gefallen und allein das Frühstück (mit 15 Euro für zwei Personen sogar günstig) war es alle Male wert!

Als wir starten, sind wir weniger entspannt: Prophezeit der elektronische Wettergott auf dem kompletten Heimweg schwere Gewitter und Unwetter…
Wenn wir aber schonmal im Vogelsberg weilen, lassen wir jedoch all die dollen Kurven kaum entgehen. Erst beim Tanken in Nidda stellen wir das Navi um: „Führe uns bitte fortan „umweltfreundlich“ statt „kurvig“. Nach einem weiteren Kurven-Gastspiel über Hungern, Münzberg und Langgöns landen wir schließlich auf der elendigen A45.

Kaum auf der Bahn, beginnt es leicht zu tröpfeln. Lieber feige, als nass: So steuere ich den nächsten Parkplatz an, um in mein Regenzeug zu schlüpfen. Norby traut seinen Klamotten offenbar wesentlich mehr zu und bleibt „Held“.

Statt sintflutartigem Unwetter erreichen uns nur wenige Tropfen und kurze Zeit später ist der Spuk vorbei. Also ab auf den nächsten Rastplatz, raus aus der viel zu warmen Regenpelle und – wenn wir schonmal da sind – gleich einen Kaffee getankt…

Als wir gerade wieder durchstarten wollen, spricht uns ein Ehepaar an, das sich aus einer gerade eingetroffenen Dose schält. „SOWAS habe sie ja noch nie erlebt!“, sprudelt es aus der Dame heraus und sie berichtet, dass es auf der Autobahn urplötzlich so geschüttet habe, das sie rechts ranfahren und anhalten mussten. Danach seien sie im Schritttempo bis zur Raststätte gefahren. Wieder mal Glück gehabt!

Auch den letzten Rest unseres Heimwegs bringen wir trocken hinter uns, auch wenn der Himmel dauerhaft ausschaut, als gäbe es gleich fürchterlich einen auf den Latz!

 

Fazit:

Hin- und Rückfahrt in mehreren Etappen zu steppen, war nicht nur entspannt, sondern auch erlebnisreich. Schade, dass das Wetter uns auf dem Rückweg einen Strich durch die Rechnung machte, aber egal: Auf über dreitausend Kilometern nur einmal kurz nass zu werden, ist ein verdammt guter Schnitt!

Wie immer hätten wir eigentlich wesentlich öfter stoppen müssen, um die großartige Landschaft in uns aufzusaugen und vielleicht das ein oder andere Bild auf der Speicherkarte festzuhalten…

Schöne Theorie – in der Praxis aber so gut wie nicht umsetzbar: Einmal im Flow, fällt das Anhalten schwer. Was das betrifft, wäre es für uns vielleicht doch die beste Lösung, uns eine Webcam anzuschaffen, mit der man auf Knopfdruck auch das ein oder andere Foto schießen könnte.

Wenn dieses neue NUVIZ Headup-Display nicht so klobig und teuer wäre und tatsächlich genauso gut funktioniert, wie es beworben wird, könnte es eine für uns perfekte Lösung sein: >> NUVIZ Headup-Display im Test (www.motorrad-magazin.at) (Kaufen kann man das Teil übrigens momentan bei >> Louis)

Und sonst?

Straßentechnisch kennt man in Bayern offenbar weniger Schilderwahn à la 70 – 50 – 70 kennt. Zumindest nicht auf den von uns befahrenen Strecken. Sehr angenehm!
Auch der Straßenbelag war durchweg in Ordnung und keinesfalls so mies geflickt, wie es bei uns in NRW oft der Fall ist.

So hübsch es sich im Altmühltal auch fahren ließ: die Altmühl selbst zeigte sich uns als unansehnliche dunkelbraune Brühe. Absolut kein Vergleich zu all den schönen türkisfarbenen Bächlein und Seen, die wir vorab in Oberbayern und Tirol bestaunen durften!

Verpasst, da nicht gewusst…
Das erst 2016 fertiggestellte, dreißig Meter hohe, begehbare >>Jakobskreuz, auf dem Gipfel des 858 Meter hohen Gipfels der „Buchensteinwand“ bei Sankt Ulrich am Pillersee (Bezirk Kitzbühel) hatten wir leider nicht auf dem Schirm. Man erreicht es über die B164 mit der Pillerseebahn (N47 30.106 | e12 34.283). Tolle Bilder findet Ihr auf den Seiten von
>> Gery (www.rcgery.at)

Beim nächsten Ausflug auf die Großglockner Hochalpenstraße
werden wir ganz sicher mehr Zeit einplanen und wesentlich früher anreisen. Dort gibt es einfach sooo viel zu sehen, dass man sich locker einen kompletten Tag dort aufhalten kann!
Außerdem ärgert’s mich jetzt noch, kein einziges Murmeltier erblickt zu haben, obwohl die Chancen theoretisch sehr gut sind…

Unser Navi: wieder mal Ärger unterwegs… *MI-MI-MI-MIII!*

Eigentlich dachte ich, uns diesmal navitechnisch doppelt und dreifach abgesichert zu haben. – War leider ein Satz mit X!

Dabei hatte ich vor der Tour extra aufgerüstet:

  • Auf dem zusätzlich besorgten Smartphone installierte ich die >> Motorrad-App Calimoto, die unter anderem das Planen genialer Rundstrecken erlaubt.

  • Die App benötigt grundsätzlich keine aktive Datenverbindung, da die Karten direkt auf dem Gerät gespeichert sind.
    Vorsichtshalber spendierte ich dem Smartphone eine >> Callya-Prepaid-Karte, um notfalls auch im benachbarten Ausland kostengünstig im Internet unterwegs sein zu können. [>> „Vodafone CallYa im Praxis-Test: Deutsche Prepaid-Karte als Reise-SIM“ (www.computerbild.de)]

  • Da sich die vorab besorgte Smartphone-Halterung als Flop erwies, investierte ich in einen >> kleinen Tankrucksack von Wunderlich.
    Um das Teil auch unterwegs laden zu können, suchte ich die Werkstatt auf, um an meiner F 800 R eine USB-Bordsteckdose verbauen zu lassen.
    Da die Chancen gering waren, die Calimoto-Routen-Anzeige auf dem im Tankrucksack plazierten Navi auch nur annähernd vernünftig sehen zu können, gönnte ich mir zusätzlich Ohrstöpsel: >> Scala Rider Qz.

Trotz alledem lief es einfach nicht rund: >> Was mit dem Navi unterwegs alles schiefgehen kann!

Dummerweise hatte ich die Routen daheim nicht zusätzlich auf’s Tablet kopiert, in der irrigen Annahme, dies ließe sich vor Ort jederzeit nachholen.
Ohne vernünftige Internetverbindung bzw. laufend abbrechende WLAN-Verbindung läuft da allerdings GAAAR nix!

Auch war es leider nicht möglich, uns von der Calimoto-App führen zu lassen, denn:
Zum Eingeben der Ziele benötigt man einmalig eine aktive Datenverbindung.
Da diese just schwächelte, als wir sie brauchten, mussten wir die Möglichkeit leider abhaken.

Davon ab gab es zum Zeitpunkt unserer Tour eine weitere App-Beschränkung: Ziele ließen sich ausschließlich in EINEM Land suchen.
Blöde, wenn man sich – wie wir – gerade an einem Ländereck weilt…

Glücklicherweise sind die App-Entwickler von Calimoto fix dabei: Kurz nach unserer Rückkehr veröffentlichten sie ein Update. Seitdem kann man nicht nur Grenzorte anfahren, sondern zusätzlich eine Alpenkarte herunterladen, die das Problem löst.

 

Bücher und Kartenmaterial

Bei der vorbereitenden Tourplanung verwenden wir unterschiedliche Motorradkarten.
Besonders lieb sind uns die Karten der diversen Hotelbetriebe, die man dankbarerweis kostenlos auf Motorradmessen mitnehmen kann.

Auch die Karten der Motorradzeitschrift >> „Motorrad Freizeit“ lassen uns frohlocken: Endlich braucht man keine Lupe, um jene lesen zu können!

Für den groben Überblick setzen wir auf die tollen ADAC-Tourenkarten. Diese bekommt man kostenlos auf Motorradmessen oder in den ADAC-Geschäftsstellen. Wer es papierlos mag, kann sich die Karten auch auf der ADAC-Seite im pdf-Format herunterladen:

In der Vorplanungsphase decken wir uns regelmäßig ganz „oldschool“ mit diversen Büchern und Karten ein. Ganz einfach deshalb, weil es die Vorfreude ungemein steigert! 😉


Kurvenfieber Oberbayern:
Die schönsten Touren von Bikern für Biker

100 Alpenpässe mit dem Motorrad:
Die schönsten Kurven in den Ost- und Westalpen

100 neue Alpenpässe mit dem Motorrad:
Die schönsten Kurven in den Ost- und Westalpen


MARCO POLO Karte
Deutschland Blatt 13 Bayern Süd 1:200000

PUBLICPRESS Motorradkarte
Südostbayern – Österreichische Alpen 1:200000
 

Touren-Download

Vor der Tour hatte ich GPS-Touren diverser Anbieter heruntergeladen; unter anderem auch von diversen Motorradzeitschriften. Leider waren sie durchweg untauglich!
Warum? – Macht man sich mal die Mühe, die Wegpunkte heranzuzoomen, kann man nur bittere Tränen weinen: Unter anderem führen die Routen mitten durch belebte Orte, die man erst nach mehren Schleifen wieder verlassen kann.

Dank der – offenbar lieblosen Planung – ließ sich jedenfalls nicht eine Route übernehmen, ohne vorab korrigierend eingreifen zu müssen! Insgesamt konnten wir uns des Eindrucks nicht erwehren, als habe man mal eben „ein-zwei-drei Touren zusammengezimmert“, um auch mal „sowas in der Art“ anbieten zu können… Schade!!!

Unten findet Ihr unsere geplanten und nachbearbeiteten Oberbayern-Touren. Dabei habe ich mich bemüht, sie so zu gestalten, dass jedwede Orte tatsächlich umfahren werden.

Bitte beachten:
Leider konnten wir keine der Routen abfahren. Daher können wir nicht gewährleisten, dass sie tatsächlich einwandfrei funktionieren!
Solltet Ihr eine der Routenvorschläge nutzen, gebt doch bitte kurz Bescheid, ob alles einwandfrei funktioniert hat…?

Habt Ihr weitere Tipps?

Haben wir möglichweise irgend etwas verpasst?
Wir freuen uns über jegliche Hinweise und Tipps!

 

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

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