Lang von geträumt, endlich gemacht: Motorradurlaub in Andalusien. – Kurventraum Deluxe oder doch nur viel heiße Luft?
[Tag 1] Landung im Kurvenparadies: Hola Andalucía!
[Mittwoch, 9. April 2025]
Seit Mitternacht auf den Beinen, landen wir frühmorgens in Malaga und hüpfen leicht verknittert in den Transferbus.

Landeanflug auf Malaga:
Was mag uns in dieser surrealen Landschaft wohl erwarten, Elfen, Zwerge und Einhörner?
Als wir nach sechzig Kilometern unsere Unterkunft erreichen, ist die Müdigkeit ratzfatz verflogen.

Strandidylle direkt vor der Haustür.

Die andalusische Sonne grinst schelmisch vom Himmel, die Mittelmeer-Wellen plätschern gemächlich an den Strand und…

… unsere Moppeds scharren startbereit mit den Hufen.
Kann’s uns besser gehen, als heute?
Und nu? – Ankommen, durchatmen, aufsatteln!
[Tag 2] Stiere, Steilwände und Schiffsriesen
[Donnerstag, 10. April 2025]
Nach einem kurzen Stück Autobahn (A-7) geht’s bei Velez-Malaga auf die A-356.
Etwa zehn Kilometer weiter erreichen wir den Stausee “Vinuela”, jedoch hat man dem offenbar die Farbe geklaut. Ähnlich einheitsgrau zeigt sich der Himmel und je weiter wir uns Richtung Westen bewegen, desto ruppiger wird’s entlang der einsamen, aber unspannenden Piste. Gut, wenn man ein Jäcksken dabei hat.
Tour-Highlight 1: Toro de Osborne – Stier-Legende bei Casabermeja
Plötzlich ragt er vor uns auf, dieser überdimensionale schwarze Stier, majestätisch und unübersehbar auf einem Hügel platziert.
Keine Frage: Der Toro gehört definitiv aus der Nähe bestaunt!

Einer der noch wenigen existierenden Osborne-Stiere
[Standort: an der A-45 bei Casabermeja]
[Anfahrt: Über die A-45, Ausfahrt 124 oder die A-356 und die MA-3100]
Warum stehen in Spanien riesige Stiere auf den Hügeln?
Mitte der 1950er Jahre ließ Spirituosen-Hersteller “Osborne” für eine Brandy-Werbung einen Stier entwerfen, bannte ihn auf vierzehn Meter hohe Werbetafeln und platzierte sie an Fernstraßen und Autobahnen. Als ein Gesetz 1988 derartige Werbung verbot, entfernte Osborne den Markenschriftzug. Das Verkehrsministerium bestand jedoch auf den kompletten Abbau und klagte. Letztendlich ist es einer Entscheidung des obersten spanischen Gerichtshofs zu verdanken, dass uns die besondere Straßenkunst erhalten blieb.
Von den ursprünglich 500 Toro-Exemplaren existieren heute nur noch an die 90. Hinweise zu den exakten Standorte der noch verbliebenen “Toros de Osborne” findet ihr auf den folgenden Webseiten.
Quellen:
>> www.osborne.de/ueber-osborne/toro-de-osborne/
>> www.toroenmoto.com
>> www.andalusien360.de/kultur/traditionen/osborne-stier
Fertig mit der Knipserei passiert’s: Statt zur ursprünglichen Route zurückzukehren, nehmen wir die Auffahrt zur Autobahn, nicht ahnend, dass wir sie erst bei Antequera wieder verlassen können. Klar findet uns TomTom derart eigenmächtige Routenänderungen gar nicht lustig und plärrt mir dauerhaft “bitte wenden” ins Ohr.
Na, da sind wir wohl erstmal auf uns allein gestellt?
Funktioniert leider nur semigut, denn prompt landen wir in den steilen Gassen Antequeras. ARGHHH!
Einen halben Herzinfarkt später findet sich endlich der Ortsausgang und im weiteren Verlauf der A-343 auch wieder die ein oder andere schöne Kurvenkombi.
Doch dann der Supergau: Eine temporäre Straßenverengung in Valle de Abdalajis zwingt uns zu warten.
Alles steht. – Nur einer nicht: unser antiker Vordermann in seinem vierrädrigen Vehikel. Der denkt sich offenbar, Rückwärtsfahren ist gerad eine Mega-Idee.
Das macht der jetzt nicht wirklich, oder?!
Doch, macht er und ehe ich mich verseh, knallt er mir mit Schmackes vors Motorrad! *Grrr…*
Zum Glück hab ich ihn kommen sehen. So bleibt mir der Stunt erspart und der Vorderreifen der Streety steckt’s erstaunlich locker weg.

Gute-Laune-Route (MA-4401/MA-5403) Richtung El Chorro
Tour-Highlight 2: Caminito del Rey
Der Endpunkt des Caminito del Rey bei El Chorro wirkt verwaist und nur die voll belegten Parkplätze weisen auf Leben hin.
Keine Chance, ein Plätzchen für unsere Moppeds zu finden und nen Kaffee im Restaurant “La Garganta” zu schlürfen.
Hinter dem Staudamm Tajo de la Encantada sind wir geflasht: Hoch oben im Fels klebt der berühmte Wanderweg, der Caminito del Rey, während unten der türkisfarbene Fluss in der Sonne leuchtet.
Nur zu gern hätten wir unterwegs angehalten, um ein-zwei Fotos zu schießen, aber selbst der inoffizielle Aussichtspunkt ist bis auf den letzten Zentimeter zugeparkt.
[Standort auf Google-Maps: W66M+44, 29550 El Chorro]
Nächste Haltemöglichkeit ist der kleine Parkplatz vor der Bar “El Pilar”. Zu dumm, dass just hier diverses Grüngewächs die gigantische Felsenbrücke verdeckt, aber zumindest hat unsere GoPro unterwegs einige Bilder eingefangen:
Caminito del Rey: einst Nervenkitzel, heute Abenteuer light
Lange Zeit galt der Caminito del Rey als gefährlichster Wanderweg der Welt, unter anderem wegen fehlender Geländer und löchrigem Boden.
Seit seiner Renovierung 2015 ist der eng am Fels gebaute, schmale Pfad, hundert Meter über dem Fluss jedoch vollständig gesichert und hat damit seinen Schrecken verloren.
Wo beginnt der Caminito del Rey und wo endet er?
Der berühmte Wanderweg ist ein reines Einbahnstraßen-Abenteuer mit Start im Norden und Zieleinlauf im Süden.
-
Startpunkt im Norden: Restaurant “El Kiosko” nahe Ardales.
Von dort führen zwei Fußwege zum offiziellen Eingang in die Gaitanes-Schlucht:- Kurze Strecke (“Pista de Gaitanejo”): 1.7 Kilometer
- Lange Strecke (“Senda de Gaitanejo”): 2.7 Kilometer
-
Endpunkt im Süden: Nähe “El Chorro”, etwa anderthalb Kilometer vom Bahnhof “El Chorro-Alora” entfernt.
Wer nicht zu Fuß zurück möchte, kann den (kostenpflichtigen) Shuttle-Bus nutzen.
Wichtige Hinweise zur Planung:
Der Zugang zum Caminito del Rey ist stark limitiert und Tickets auch außerhalb der Hauptsaison schnell ausverkauft. Wer sich das Abenteuer gönnen möchte, sollte sein Ticket daher frühzeitig online reservieren.
Was kostet der Caminito del Rey?
- Eintritt: 10 Euro
- Geführte Tour: 18 Euro
- Parkplatz “Caminito del Rey Reception Center”: 2 Euro pro Tag
- Bus-Shuttle: 2.50 Euro (Im Bus nur Barzahlung möglich)
Detaillierte Infos findet ihr auf der offiziellen Webseite, auf der ihr auch eure Tickets reservieren könnt.
>> www.caminitodelrey.info
Tipp für Malaga-Urlauber:
Vom Bahnhof “Maria Zambrano” in Malaga fahren mehrmals täglich Nahverkehrs- bzw. Regionalzüge der Eisenbahngesellschaft “Renfe” zum Bahnhof in El Chorro. Die Fahrtzeit beträgt knapp eine Stunde.
Hier geht’s zum >> Fahrplan (www.renfe.com)
>> Zur Ticketbuchung (www.renfe.com)
Alternativ nehmt den Hochgeschwindigkeitszug “AVE” nach Antequera und fahrt von dort weiter nach El Chorro.
Unmittelbar hinter dem Kreisverkehr des Embalse del Conde de Guadalhorce liegt der großräumige Besucherparkplatz.
Wir fahren jedoch direkt weiter zum knapp drei Kilometer entfernten “Restaurante El Kiosko”.
Auch hier gibt’s einige wenige Parkplätze, aber die sind derart beliebt, dass wir selbst mit unseren Moppeds nur mit Glück eine Lücke finden.

Angeblich schimmert Stausee ja betörend türkis, aber heute…?
Das Restaurant ist abtörnend voll, drum ignorieren wir unseren Kaffee-Durst und sehen zu, dass wir weiter kommen.
Tour-Highlight 3: Malaga Hafen – große Pötte, kleine Bars und jede Menge Meerluft
Die A-357 Richtung Süden ab Ardales MUSS man sich nicht geben, es sei denn, man steht auf überbreite Pisten. Allerdings ein Traumroute für feine Näschen, denn dank der riesigen Zitronen-Plantagen im fruchtbaren Guadalhorce-Tal duftet’s überall nach “Nivea” 😉
Darüber hinaus ist die Autobahn nicht die schlechteste Idee, wenn man einen Abstecher zu Malagas Hafen plant, denn so gelangt man stressfrei zur daran vorbeiführenden Nationalstraße.
Was macht die spanische Küstenstraße N-340 so legendär?
Die Nationalstraße führt über eintausend Kilometer an der Mittelmeerküste entlang – von Cadiz im Südwesten nach Barcelona im Nordosten Spaniens. Sie bietet spektakuläre Ausblicke aufs Meer, jedoch allerdings gelten einige Abschnitte dank kurvenreicher Streckenführung als sehr unfallträchtig.
Wer sich den Kurvenspaß entgehen lassen möchte oder es eilig hat, nimmt alternativ die Autobahn A-7 bzw. AP-7.
Wir verlassen die Küstenstraße am Pier 1 (Muelle Uno), umkreisen den Leuchtturm “La Farola” und folgen der Landzunge bis zum Ende.

Am Cruise-Terminal gibt’s massig Parkplätze und just heute ankert hier ein Mega-Kahn.
Am riesigen Kreuzfahrtschiff satt gesehen, ist der nächste Halt nicht weit:
Direkt ums Eck, am “Playa de la Malagueta” reihen sich diverse Bars aneinander und praktischerweis finden sich direkt gegenüber Motorradparkplätze.
Schließlich geht’s nach einem kurzen Stück über die – in diesem Bereich nervige – Küstenstraße freiwillig auf die Autobahn und zurück zum Hotel.
[Tag 3] Wetterzoff, Technikfrust und ein Canyon zum Verlieben
[Freitag, 11. April 2025]
Keine halbe Stunde unterwegs, überredet uns eine überraschend auftauchende Regenfront zur spontanen Umkehr.

WOW, Dreck-Deluxe auf Andalusiens Straßen!
Ok, dann halt Plan B:
Der führt uns direkt Richtung Osten, ohne den zünftigen Schlenker durch nord-westliche Gefielde.

Mega-Panorama am “Mirador de Guilche” zwischen Torrox-Costa und Nerja.
(Praktischerweis gibt’s dort auch ein Restaurant.)
Zu dumm, dass das Sena-Headset heute nicht mit mir spricht…? *Sch… TomTom-Update!*
Prompt verpassen wir einen wichtigen Abzweig, haben die Faxen dicke und fahren fortan der Nase nach.
Und siehe da, auch so entdecken wir kleine Spaßmacher-Straßen und landschaftliche Highlights.
Tour-Highlight 1: Fotospot in der Guadalfeo-Schlucht
Auf dem Weg von seiner Quelle in der südlichen Sierra Nevada zum Mittelmeer durchfließt der Fluss Guadalfeo eine spektakuläre Schlucht, den “Cañón del río Guadalfeo”.
Die durchführende Straße ist erstaunlich breit und bietet mehrere Haltepunkte, unter anderem hier:
Schließlich geht’s ab Alumenecar per Küstenstraße nach Nerja und wir erfreuen uns am Kurvenreichtum der Etappe.
Einkehr-Tipp: Moto Rock Bar HS
Auf dem Weg von La Herradura nach Nerja findet sich rechterhand die “Moto Rock Bar HS”.
Aber aufgepasst: Nehmt am Kreisverkehr unmittelbar VOR der Bar die erste Ausfahrt, denn ansonsten seid ihr – wie wir – längst dran vorbei.
[Adresse: Carretera de Almeria, 29780 Nerja]
Spätestens in Nerja ist’s mit dem Fahrspaß vorbei und die Stadtdurchfahrt grenzt an eine kleine Strafe.
Tour-Highlight 2: Aquädukt bei Nerja
Immerhin erwartet uns am westlichen Ortsausgang ein pompöses Gebilde mit enormen WOW-Effekt und praktischerweis gibt’s unmittelbar hinter der Brücke eine Parkbucht.

Vierstöckiges, historisches Aquädukt im Mudéjar-Stil mit Wetterhahn-Turm.
Mudéjar-Stil: Wass’n das?
Wie aus Tausendundeiner Nacht:
Das “Acueducto del Aguila” bei Nerja ist mit seinen verspielten Bögen und maurisch angehauchten Formen ein echtes Schmuckstück.
Wen wundert’s? Immerhin war Spanien in grauer Vorzeit fest in maurischer Hand und folglich entstanden jede Menge Bauwerke im typisch orientalischen Stil.
Als die christlichen Königreiche während der “Reconquista” (711 – 1492) die Maurengebiete zurückeroberten, blieben viele muslimische Handwerker im Land. Die bauten fortan für christliche Auftraggeber und so wurde aus orientalischer Baukunst und christlichem Einfluss ein spannender Mix: der Mudejar-Stil halt.
[Tag 4] Malaga ruft: Regen, Rumgelatsche und Riesenbäume
[Samstag, 12. April 2025]
Iiih, Regen!
Während der Wetterfrosch zunächst nur bis 13 Uhr mieses Wetter prophezeit, dehnt er sein Vorhaben weiter aus und droht, unseren Basisort nebst Umgebung ganztägig zu berieseln.
Ok, dann halt rein in den Bus und auf nach Malaga.

Gute Entscheidung, denn während es in Torrox-Costa ganztägig gnadenlos meimelt, wird’s in Malaga zunehmend trocken.
Busfahren in Andalusien: günstig aber mit Tücken
Das andalusische Busnetz ist gut ausgebaut und die Fahrten sind relativ preiswert. Größter Anbieter ist “ALSA”.
Wer sicher gehen möchte, einen Platz im Bus zu ergattern, tut gut daran, sein Ticket vorab über die ALSA-Webseite zu buchen.
Zahlen könnt ihr per Kreditkarte oder Paypal und bei Auswahl eines “Flex-Tarifs” bei Bedarf einfach einen früheren Bus nehmen.
Falls ihr spontan und ohne Vorbuchung zusteigen wollte, denkt daran, dass im Bus nur Kartenzahlung möglich ist.
An den Bushaltestellen steht man erstmal rum wie Falschgeld, denn auf den Anzeigetafeln ist nix zu sehen. Null Infos, nada.
Man erfährt weder, wo der ALSA-Bus hält, geschweige denn, wann er abfährt.
Tipp: Checkt die Abfahrtszeiten besser auf der Webseite oder installiert die ALSA-App.
>> www.alsa.com
Wir durchstreifen Malagas enge Altstadt-Gassen, entdecken aber auch große, gepflegte Plätze und kunstvoll verzierte Bauwerke. Besichtigen? – Ach nö.
Wer hat schon den Elan, sich in lange Besucherschlangen einzureihen?

Eine der vielen, pompösen Kirchen Malagas

Alcazaba: maurische Festung aus dem 11. Jahrhundert
Auf der Rückseite der “Alcazaba” haben wir eigentlich die Festung “Castillo de Gibralfaro” auf dem Schirm.
Als wir erkennen, dass jene auf einem Hügel liegt, verabschieden wir uns von dem tollkühnen Plan und laufen stattdessen abwärts, durch den prächtig blühenden Stadtpark.

Gartenpracht in Malaga:
Links: Kein “Stachelbaum”, sondern ein südamerikanischer Kapokbaum, der im Herbst seine pinkfarbene Blütenpracht entfaltet.
Rechts: Der Feigen-Wunderbaum verwandelt seine runterhängenden Luftwurzeln zu stützenden Stämmen im Boden.

Links: “Auditorio Eduardo Ocon” in Malagas Stadtpark (“Parque de Malaga”)
Rechts: Am Pier Eins (Muelle Uno) ankert die “Galeón Andalucía”, Nachbau einer spanischen Gallone aus dem 17. Jahrhundert.
Tipp: Sehr empfehlenswerten Latte Macchiatio gibt’s in “Roy’s After-Work Cafe + Coctail Bar”, gegenüber der Busstation “Malaga Puerto” (an der N-340).
Von hier ist’s nur ein Katzensprung ins historische Zentrum mit all seinen kleinen Gassen, Bars und Läden.
Tipp für Hardrock-Café-Fans
In Malaga gibt’s nicht nur ein Hardrock-Café (am Hafen), sondern auch einen Fanshop inmitten der City.
Parkmöglichkeiten finden sich in der Tiefgarage des Centre Pompidu, dem Museum für zeitgenössische Kunst oder auf einem der zahlreichen Motorradparkplätze entlang der “Muelle Uno”-Straße.
[Tag 5] Kurventanz, Rumpelpiste und Knallerblick: Zafarraya trifft Ziegenstraße
[Sonntag, 13. April 2025]
Wieder einmal geht’s über Velez-Malaga zum Vinuela-Stausee. Dort biegen wir jedoch direkt rechts ab und entdecken – eher zufällig – das erste Highlight des Tages.
Tour-Highlight 1: Boquete de Zafarraya – unerwarteter Kurventanz
Die A-402 führt vom Embalse de Vinuela über 15 Kilometer über den Pass “Boquete de Zafarraya” nach Ventas de Zafarraya.
Naja, eigentlich ist’s kein echter Pass, sondern ein natürliches Gebirgstor zwischen der Sierra de Alhama und der Sierra de Tejeda.
Aber egal, denn schließlich erwartet uns eine – bis auf einen schleichenden Sonntagsfahrer – einsame Piste mit überraschend genialer Streckenführung.
In Ventas de Zafarraya folgen wir der abknickenden Straße Richtung Osten und zunächst herrscht gähnende Langeweile. Wir wechseln auf die A-4150/GR-3302 Richtung Arenas del Rey, vorbei an der Südspitze des Embalse de los Bermejales. Aber auch die Strecke ist fahrtechnisch nicht der Hit und obendrein erhascht man nur hier und da einen Blick auf den Stausee.
Routen-Alternative zum Bermejales-Stausee:
Möglicherweise ist folgende Route die bessere Variante, um den Bermejales-Stausee zu bestaunen:
- GR-4303 in nördliche Richtung über die A-338 Richtung Staumauer (“Pantano de los Bermejales”) fahren.
Alternativ: Der A-402 bis Alhama de Granada folgen und über die A-338 zum Bermejales-Staudamm.
(Drei Kilometer südlich des Ortes liegt das gleichnamige Thermalbad, dessen Wasserbecken schon seit der Römerzeit zu Heilungszwecken genutzt werden.) - Hinter der Staumauer führt sodann ein Abzweig zur GR-3307 nach Fornes.
Hinter Fornes und Jayena geht’s zum Bergkamm “Alto del Legionario”, wo die Straße schließlich in die A-4050 mündet.
Tour-Highlight 2: Die Ziegenstraße – störrisch, wild und wunderbar
Auf den ersten fünfzehn Kilometern macht die “Carretera de la Cabra” (Straße der Ziegen) ihrem Namen alle Ehre, denn es handelt sich um eine bockige, wellige Holperpiste.
Macht aber nix, denn so bleibt mehr Zeit, die gigantische Felslandschaft zu bestaunen.

Alter Felstunnel auf der Ziegenstraße
Erst einmal oben, am Mirador de la cabra angelangt, wird der Straßenbelag abrupt besser und die einsame Abfahrt über Jete zur Costa Tropical bringt definitiv das Grinsen unterm Helm zurück.

Aussichtspunkt am Mirador de la cabra: Weiter Blick bis zum Mittelmeer

Die Ziegenstraße führt durch die Alpujarras, einer Gebirgsregion südlich der Sierra Nevada.
Zeit für ‘nen Kaff!
Alumenecar ist uns allerdings zu trubelig, drum machen wir einen Abstecher nach La Herradura und chillen dort kurz an einer Strandbar, bevor es über die Küstenstraße heimwärts geht.
[Tag 6] Zwischen Felsentheater und Farbkino: Von El Torcal nach Klein-Ariozona
[Montag, 14. April 2025]
Ein weiteres Mal geht’s am Vinuela-Stausee vorbei und auch diesmal wird’s – oh Wunder – empfindlich kühl.
Hinter Casabermeja wechseln wir auf die MA-3404, fahren über Arroyo Coche zur A-7075 und dann nordwärts nach Villanueva de la Concepcion.
Zirka fünf Kilometer hinter dem Ort findet sich linkerhand der Abzweig nach El Torcal.
Tour-Highlight 1: Das Felslabyrinth “El Torcal”
Die Bergspitzen sind in Dunst gehüllt und je höher wir kommen, desto nebliger wird’s, aber dennoch ist bereits die Anfahrt durch das steinerne Meer ein Erlebnis.

Dicke Nebelschwaden hängen über den Bergen
Wir haben Glück, denn plötzlich klart es auf und so können wir uns auf den anderthalb Kilometer langen Wanderweg durch den wundersamen, bizarren Felsenpark wagen.
Mehr Kraxeln als wandern…
Von wegen “Wanderweg”: Für meinen Geschmack hat er eher was von einem Klettersteig, denn es geht durch unebenes, felsiges Gelände, durchsetzt mit großen Felsstufen und Wegmarkierungen finden sich in dem wilden Terrain eher sporadisch.

Was für eine gigantische Felslandschaft! *schwärm*
El Torcal: Naturwunder aus Kalkstein
Das riesige Naturschutzgebiet El Torcal liegt auf 1.200 Metern Höhe, südlich von Antequera.
Durch Wind und Wasser entstanden hier über Millionen von Jahren bizarre Felsformationen und erstaunlicherweis parkt und wandert man trotz der phänomenalen Umgebung kostenlos.
Es gibt drei markierte Wanderwege mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad:
- Die anderhalb Kilometer lange grüne Route (Ruta Verde) wird als “leicht” beschrieben. *HAHA!*
- Als “moderat” ausgewiesen ist hingegen die zirka drei Kilometer lange gelbe Route, die die Fortsetzung der grünen Route bildet.
- Wer es wirklich wissen will, wählt hingegen die etwas über vier Kilometer messende rote Route.
Im kleinen Souvenir-Bereich des Besucherzentrums kann man unter anderem wetterfeste und wärmende Kleidung kaufen und es sich im Restaurant mit Außenterrasse gut gehen lassen. Schließfächer sucht man leider vergeblich, jedoch durften wir Motorradhelme und Tankrucksäcke netterweise am Info-Schalter parken.
Nach der Wanderung gönnen wir uns noch kurz einen Kaffee auf der sonnigen Restaurant-Terrasse und erlösen unsere Moppeds vom gelangweilten Herumstehen.

Rückfahrt durch die zerklüftete Mondlandschaft
Tour-Highlight 2: Klein-Arizona auf der A-7075
Zurück auf der A-7075 geht’s in südliche Richtung.
Kaum haben wir die Bergregion von El Torcal hinter uns gelassen, ändert sich das Landschaftsbild drastisch und wir staunen angesichts des roten Gesteins und des gleichfarbigen Sands. Fast könnte man meinen, irgendwer habe der Landschaft einen übertriebenen Farbfilter verpasst?
All die unterspülten Straßen können jedoch kaum verhehlen, dass es hier erst kürzlich heftigst geregnet haben muss.

Klein-Arizona? – Roter Sand und rötliches Gestein auf der einsamen A-7075
Schließlich erreichen wir Puerto de la Torre, einem der elf Distrikte Malagas und wollen das Hauptstadt-Zentrum eigentlich nur möglichst elegant umfahren.
Wird aber nix draus, denn prompt erwischen wir die falsche Autobahn-Auffahrt, landen inmitten der Großstadt und verirren uns in einem steilen Einbahnstraßen-Labyrinth. *KREISCH*
Endlich der Vorstadt-Hölle entronnen, sind wir derart genervt, dass wir alle weitere Schlenker streichen und schnurstracks den Heimweg antreten.
Tour-Highlight 3: Und noch ein Stier (bei Torre del Mar)
Immerhin reicht’s noch für einen kleinen Abstecher zum zweiten Osborne-Stier in unserer Umgebung.

Toro-Location:
Peilt einfach den “Torre Alta de la manganeta”, zwischen Almayate und Torre del Mar an.
[Tag 7] Montes de Malaga: Panorama statt Prozession
[Dienstag, 15. April 2025]
Huch, wir befinden uns inmitten der Karwoche und spätestens seit Palmsonntag steppt in Spanien angesichts der “Semana Santa” der Bär.
Folglich ist – nicht nur in Großstädten – mit diversen Prozessionen zu rechnen.
Können wir es trotzdem wagen, die “Montes de Malaga” in Angriff zu nehmen? – Wir finden: “ja”!
Semana Santana (spanische Karwoche)
In Spanien gilt die Woche vor Ostern als “heilige Woche”. Sie startet am Palmsonntag, nimmt ab Gründonnerstag Fahrt auf und erreicht ihren feierlichen Höhepunkt am Karfreitag.
In vielen Städten ziehen täglich mehrere Prozessionen durch die Gassen. Mit dabei: die “Nazarenos” bzw. “Capuchones”, Kapuzenmänner in bodenlangen Gewändern und spitzen Hauben. Sie begleiten die “Pasos”, riesige, kunstvoll verzierte Plattformen mit Heiligenfiguren oder Kreuzweg-Szenen. Die tonnenschweren Teile werden von den “Costaleros” getragen, die komplett unsichtbar unter dem Aufbau laufen.
Täglich rollen fünf bis zehn Umzüge durch die Orte, meist ab 15 Uhr bis spät in die Nacht. Viele Läden haben währenddessen geschlossen und die Innenstädte sind voll.
Tipp für Biker: Rechnet mit ordentlich Trubel und gesperrten Straßen!
Mittlerweile fahren wir die Route über Velez-Malaga nach Colmenar wie im Schlaf. So überrascht’s uns kaum, dass hinter dem Stausee Pulli und Heizgriffe gefragt sind.
Tour-Highlight 1: Montes de Malaga
In Colmenar wechseln wir auf die A-7000, die uns direkt in den kurvenreichen “Parque Natural Montes de Malaga” führt.
Wenngleich die Piste sich heute einsam zeigt, sind die Parkplätze an der “Fuente de la Reina” komplett belegt. Ok, dann kein Kaffee in der Bar.
Dafür finden wir einen alternativen Haltepunkt mit Wahnsinns-Ausblick:

Montes de Malaga: WAS für eine Aussicht auf die Küstenstadt!
Tour-Highlight 2: Castillo de Colomares – Märchenschloss bei Benalmadena
Ursprünglich sollte es ab Malaga weitergehen nach Benalmadena, denn hier soll das Märchenschloss “Castillo de Colomares” stehen.
Das Navi sagt allerdings “nö” und führt uns – ehe, dass wir uns versehen – zurück Richtung Heimat.
Blöd jetzt, aber irgendwie fehlt uns der Nerv umzudrehen, denn schließlich war’s in Malaga gerade schon nervig voll.
So geht’s ab Benajarafe über die Küstenstraße zurück nach Torrox und wir schaffen’s vor dem großen Regen tatsächlich noch trocken nach Haus.
[Tag 8] Orgiva-Tour: Stausee und Sierra-Blick
[16. April 2025]
Hurra, heute geht’s zur Abwechlung mal Richtung Osten.
Bei Salobrena nehmen wir die N-323a, cruisen über La Bernadilla nach Velez de Benaudalla und weiter auf die A-346, am leuchtend türkisfarbenen Stausee Guadalfeo vorbei.

Hier waren wir doch letzte Tage schonmal?
Anschließend wechseln wir auf die A-348 nach Orgiva, fahren über Lanjaron nach Tablate und erhaschen unterwegs immer mal wieder Blicke auf die schneebedeckte Sierra Nevada.
Eigentlich eine nette Route, aber die vor uns rumdümpelnden Vehikel spielen offenbar Kaffeefahrt und zu allem Überfluss klemmt sich auf dem letzten Stück ein überdimensional langer Lkw vor uns. Dank Baustelle und absolutem Überholverbot bleibt uns nix anderes übrig, als im Entenmarsch hinter dem Schlachtschiff her zu tuckern.
Schließlich geht’s über die N-323a nach Beznar und sodann Richtung Norden, bis Durcal.

Stilleben: Minipferd, Zitronen- und Orangenbaum in Beznar
Aber wer zum Deibel hat die Route derart mies vorgeplant? *Hüstel*
Eine unerwartete Schleife verhagelt uns den Einstieg in die GR-3208, die uns im Bogen über Salares und Restabal auf die GR-3204 und schließlich zurück nach Bernadilla führen soll. So nehmen wir mit der unspannend breiten N-323a Vorlieb.
Tour-Highlights: Guadalfeo-Stausee + La Brasa – türkis trifft urig
Immerhin führt auch jene am Embalse de Guadalfeo entlang und obendrein entdecken wir ein skurriles Restaurant.

Uriges Hotel-Restaurant in einem restaurierten, maurischen Schloss: “La Brasa”
[Tag 9] Gassen-Gegurke statt Gipfelglück: Plan B mit Panorama
[Donnerstag, 17. April 2025]
Tagesziel Nummer eins ist die Quelle der 100 Wasserstrahlen (“Fuente de los 100 Caños”).
Anschließend soll’s nach Alfarnate und über den “Puerto del Sol” nach Periana gehen, was laut Straßenkarte unendlichen Kurvenspaß verspricht.
Ein weiteres Mal fahren wir über den Boquete de Zafarraya, um oben in Ventas de Zafarraya auf die A-341 Richtung Zafarraya abzubiegen.
Hinter dem Ort erwartet uns eine gigantische Felsenmeer-Landschaft, aber je weiter wir gen Norden kommen, desto zickiger wird’s Wetter.
Als das Thermometer schließlich an der einstelligen Grenze kratzt und sich eine gemeine Regenfront unübersehbar über die nahegelegene Bergwelt stülpt, werfen wir unseren schönen Plan in die Tonne und machen weicheimäßig kehrt.
Wer hat schon Lust auf Regen, wenn die Küste mit sonnigem und warmen Wetter lockt?

Rückweg über den “Boquete de Zafarraya”
Was nun?
Einkehr-Tipp: Bar-Restaurant “El Cruce”, Trapiche
Okay, zunächst ein kurzer Kaffee-Stop in Trapiche, im Bar-Restaurant “El Cruce”.
Irgendwie ist die Luft ja raus, aber wir könnten ja noch nach Frigliana?
Tour-Highlight 1: Das weiße Dorf Frigliana
Also erstmal rüber nach Nerja und dort über die MA-5105 ins vielgepriesene “weiße Dorf”.
Parken? – Keine Chance. Heute ist Gründonnerstag und im Ort steppt der Bär.
So folgen wir der MA-5105 und schlängeln uns auf schmalstem Pfad mutterseelenallein durch die Postkarten-Idylle nach Torrox-Pueblo.
Dass es hier durchaus Gegenverkehr geben kann, wird uns erst bewusst, als uns kurz vor Torrox ein Bus begegnet, der sich durch die enge Straße quält.
Ursprünglich sah die Plan-B-Route ab Torrox noch eine Schleife über die A-7207/A-7206 vor, jedoch ist unser Bedarf an Action definitiv gedeckt und es geht zurück Richtung Küste.
Tour-Highlight 2: Felsen-Finale: Küstenburg trifft Meerkapelle
Zum krönenden Abschluss fahren wir noch kurz Richtung Nerja, denn das am Ortsausgang gesichtete Steinschloss am Meer hat bereits letzte Tage unsere Neugier geweckt.
Wo befindet sich das Steinschloss “Castillo de Calaceite”?
Das Kunstwerk liegt unmittelbar am Ortsausgang von Torrox-Costa, hinter dem Kreisverkehr am Playa Calaceite.
Parken ist kein Problem, denn am Straßenrand findet sich eine große, schlauchförmige Parkbucht.

Das “Castillo de Calaceite” wurde vom Anwohner Anton Jensen aus Strandsteinen, Zement, Ziegeln und Holz erbaut.
[Adresse: Urb. Beach Club, 7, 29793 Torrox, Málaga, Spanien]
Kaum haben wir unsere Moppeds abgestellt, müssen wir uns entscheiden:
Direkt rechterhand zum kuriosen Steinschloss? Oder doch lieber nach links zum erst jetzt sichtbaren markanten Felsen, dem Roca de la Virgen del Mar?

Die kuriose Andachtsstätte ist mit Heiligenbildchen und unzähligen beschrifteten Steinen geschmückt.
Was steckt dahinter?
Seeleute und Fischer bitten die Jungfrau Maria um Schutz und legen ihre Gaben zum Dank in den Nischen des markanten Felsens ab.

So sehen glückliche Menschen aus!
[Tag 10] Letzter Stopp: Altstadttrubel und Abschiedsstimmung
[Karfreitag, 18. April 2025]
Da sind wir bereits über einer Woche in der Nähe von Nerja und haben den Ort – bis auf diverse Durchfahren – nicht erkundet?
Zeit das zu ändern!
Der ursprüngliche Plan sah vor, dass wir unsere Moppeds ab 16 Uhr zum Verladen bringen. Aus dem “ab” wird allerdings spontan ein “bis” und so erledigen wir’s lieber direkt nach dem Frühstück, um nicht irrwitzigerweis in Zeitnot zu geraten.
Anschließend nehmen wir den Bus nach Nerja und staunen Bauklötze:
Trotz des in Spanien so hochheiligen Feiertags haben im Ort diverse Läden geöffnet und Menschenlawinen rollen durch die Gassen.

Nerjas Altstadt mitsamt seiner berühmten Aussichtskanzel, dem “Balcon de Europa” mit Blick auf die Küste und die umliegenden Strände.
Abends im Hotel setzt sich die Staunerei fort: Scheinbar ist der Karfreitag – im Gegensatz zu Deutschland – kein “stiller” Feiertag.
Oder warum sonst sollte heute die erste große Pool-Party des Jahres mit Live-Musik starten?

Open-Air-Party mit Kinderbelustigung und Remmidemmi
Passt natürlich prima, denn wir müssen ja morgen nur (gefühlt) mitten in der Nacht raus…
[Tag 11] Adiós Andalucía
[Ostersamstag, 19. April 2025]
Am Wochenende früh aufstehen? – Gar nicht lustig!
Interessiert aber niemanden und de facto werden wir um Punkt 6:45 Uhr am Flughafen-Transferbus erwartet.
An dieser Stelle ein dickes Lob ans Hotel, das trotz menschenverachtenden Uhrzeit ein vernünftiges Frühstück anbot, das nicht nur aus süßen Teilchen und Kaffee bestand!
Chaotischer Flughafen in Malaga
Obwohl wir etwas über drei Stunden vor dem Flug vom Hotel abgeholt werden, wird die Zeit am Flughafen irgendwie knapp:
Zwar haben wir bereits online eingecheckt, jedoch bleibt uns mangels “Gepäck-Drop-in” nix anderes übrig, als uns in die riesige Menschentraube einzureihen, die sich im Schneckentempo zum Check-in schlängelt.
Werden wir’s tatsächlich noch rechtzeitig durch die Sicherheitskontrolle schaffen?
Yo, klappt trotz anfänglicher Zweifel. Aber dann der Schock, denn dahinter gibt’s wider Erwarten KEINEN(!) Raucherbereich. *Schluck*
Flughafen-Fazit:
Unterhaltungsmöglichkeiten gibt’s am Flughafen en masse und die Verpflegung ist gewohnt teuer (Mini-Flasche Wasser: 3.30 Euro)
Obendrein lässt die Organisation zu wünschen übrig: So wurde das Gate erst zack-vor-knirsch angeschlagen.
Für uns kein Problem, aber was machen Gehbehinderte?
Unnützes Wissen deluxe
Küstenregionen
Andalusien bietet gleich vier, recht unterschiedliche Küstenregionen und jede Menge Strand.
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Costa de Almeria (Provinz Almeria):
Der Osten glänzt mit weiten Sandstränden und versteckten Buchten. Im Hinterland finden sich hingegen fruchtbare Gärten, aber auch eine Menge Wüstenstaub. -
Costa Tropical (Provinz Granada):
Zwischen La Rábita und La Herradura treffen lange Strände auf steile Küsten und winzige Buchten. -
Costa del Sol (Provinz Málaga):
Der Küstenabschnitt von Nerja bis Sotogrande ist berühmt, beliebt und bebaut. In dieser Region haben sich unter anderem viele Deutsche ihren Traum von einem Winterflucht-Domizil erfüllt. -
Costa de la Luz (Provinzen Cádiz und Huelva):
Die südlichste Region reicht von Sanlucar de Barrameda bis an die portugiesische Grenze und überzeugt mit wenig Beton, viel Natur, stetigem Wind und jeder Menge Licht.
Wo finde ich Infos über Straßensperrungen in Spanien?
Hier könnt ihr alle aktuellen Straßensperrungen in Echtzeit abrufen:
>> infocar.dgt.es/etraffic
Verkehrsüberwachung per Drohnen und Hubschrauber
Auf Strecken mit hohem Unfallrisiko setzt die spanische Verkehrsbehörde “DGT” (Dirección General de Tráfico) auf Luftüberwachung per Hubschrauber und Drohnen.
Überholen im Überholverbot? Im Auto nicht angeschnallt oder verbotenerweis mit dem Handy telefoniert? – Kein Problem: Die Kameras schießen selbst aus einem Kilometer Entfernung hochauflösende Beweisfotos und ein saftiges Bußgeld ist euch gewiss.
Netterweis warnen in einigen Provinzen entsprechende Schilder vor den Fliewatüts, beispielsweise auf der N-340 zwischen Alumenecar und Neja.

Verkehrsüberwachung aus der Luft: auch auf der Carretera de la Cabra
Umweltzone Malaga (Zonas de Bajas Emisiones, kurz: ZBE)
Mittlerweile haben verschiedene spanische Großstädte ihre Innenstadt zur Umweltzone erklärt.
Die Einfahrt markiert ein türkisfarbenens Schild mit rotem Kreis und Aufschrift “Zone de Bajas Emisiones”.
Allein in Malaga gibt es 53 Kontrollpunkte und 97 Kameras, die die Fahrzeuge automatisch erfassen und mit den Einträgen bei der spanischen Verkehrsbehörde (DGT) abgleichen.
Gut zu wissen:
- Bis Ende 2025 werden keine Bußgelder verhängt.
Quelle: >> costadelsol-online.es/emissionsfreie-zone-in-malaga - Für deutsche Fahrzeuge reicht – laut ADAC – der Nachweis einer grünen Umweltplakette.
- Wichtig: Die Regelung gilt auch für Motorräder, die mindestens Euro-Norm 3 entsprechen müssen, um einfahren zu dürfen.
Hier geht’s zur Liste der spanischen Umweltzonen des ADAC:
>> www.adac.de/reise-freizeit/reiseplanung/reiseziele/spanien/fahrzeug
Mönchsittiche: klein, frech und laut!
Eigentlich stammen die grün-grauen, gefiederten Rabauken aus Südamerika, haben sich aber erfolgreich in Andalusien breit gemacht. Sie bauen große Gemeinschaftsnester mit “eigenen Wohnungen”, plündern mit wachsender Begeisterung die lokale Ernte und sorgen derart für Stimmung, dass sie in Malaga beinahe zum Abschuss freigegeben wurden.
Kennt Ihr Torrijas?
Vermutlich nicht, aber “arme Ritter” schon, oder?
Torrijas sind vergleichbar und in Spanien vor allem in der Karwoche ein “Muss”.
So geht’s:
- Man nehme “pan de torrijas” (ein brioche-ähnliches, festes Weißbrot).
(Alternativ tut’s aber auch Brioche, Hefezopf einfaches Weißbrot) - Weicht das Tüchs mindestens fünf Minuten in Milch ein,
- wendet es anschließend in Ei
- und backt es in gutem Olivenöl zwei bis drei Minuten pro Seite aus.
- Wer mag, wälzt es zum Schluss in einer Zucker-Zimt-Mischung.
¡Buen provecho! 😀
China-Läden-Invasion in Andalusien
Kaum ein andalusischer Ort, an dem wir keinen dieser chinesischen “Bazaars” sichteten, vollgestopft mit allem, was man nie braucht, aber trotzdem kauft: von Haushaltswaren, über Spielzeug und Klamotten bis hin zur Party-Deko.
Meist sind die Läden in chinesischer Familienhand und durch Direktimport aus China recht günstig.
Was haben wir verpasst?
Warum nicht Ronda?
Na, weil’s nicht ging.
Oder zumindest nicht so, wie geplant:
=> Hin ab San Pedro de Alcantara über die A-397 – Retour über den “Windpass” (A-366) via El Burgo und Yunquera.
Mit dem Sturmtief “Jana” Anfang März 2025 kam der Dauerregen, der schließlich zu einem Felssturz führte. Hierdurch wurde ein Teilstück der A-397 vollends zerstört und infolgedessen die komplette Straße monatelang gesperrt.
Entgegen ursprünglicher Planungen ist die Straße seit Mitte Juli wieder einseitig geöffnet und eine vollständige Öffnung für September vorgesehen.
(Quelle: >> costadelsol-online.es)
Hier geht’s zum Felssturz-Video auf Youtube: >> www.youtube.com/watch?v=U9ef2rp2R94
Sierra Nevada: Kurvenrausch mit Aussicht
Leider haben wir es nicht in die Sierra Nevada geschafft, obwohl Granada gerade mal etwas über hundert Kilometer von Torrox-Costa entfernt ist.
Wenngleich die Route oft erst ab Ende Mai befahrbar ist, war sie in diesem Jahr bereits Anfang April geöffnet.
Allerdings nicht lang, denn kurz nach unserer Ankunft gab es dort Neuschnee und Salz auf den Straßen ist nicht unbedingt das, was wir unseren Moppeds antun wollen…
Tour-Tipp 1: Alpujarras + Puerto de la Ragua (Erlkönigstraße)
Route: Motril → Órgiva → Trevélez → Cadiar → Cherin → Laroles → Puerto de la Ragua → La Calahorra
Nice-2-see:
- Schinkenstadt Trevélez
- Pass “Puerto de la Ragua” (auf 2.045 Metern)
- Games-of-Thrones-Schloss oberhalb des Dorfes La Cahorra
Tour-Tipp 2: Von Granada ins Skigebiet
Südlich der Großstadt führt die zirka achtunddreißig Kilometer lange A-395 in die Sierra Nevada; oder genauer: in den Nationalpark “Hoya de la Mora”. An der Ski-Station ist für Normalsterbliche allerdings Schluss, denn Europas höchstgelene Straße ist ab 2.550 Höhenmetern für den öffentlichen Verkehr gesperrt und darf nur mit Sondergenehmigung befahren werden.
Route: Granada → A-395 → Parking “Las Sabinas”, Monachil
Alhambra de Granada: ohne uns
Tatsächlich ergab sich uns eine einmalige Chance für einen spontanen Besuch der legendären Festung, da zwei Mitreisende Tickets abzugeben hatten.
Sicherlich ein Erlebnis, aber warum stundenlang in Moppedklamotten durch das Areal latschen, statt Kurven zu sammeln?
Hier könnt Ihr Tickets buchen:
(Denkt aber frühzeitig vor der Reise daran, denn die Tickets sind vielgefragt!)
>> tickets.alhambra-patronato.es
Tour-Fazit: Top oder Flop?
Premiere: Motorradurlaub Anfang April!
PRO:
Sonne tanken im Frühjahr ist definitiv geil, aber…
CONTRA:
Nach dem Urlaub wird das restliche Jahr lang. – Sehr sehr lang!
Nehmt die Küstenstraße N-340, die ist top, haben sie gesagt…
Leider ist das nur die halbe Wahrheit.
Gut, die Nationalstraße führt sowohl stressfrei nach Malaga hinein und ebenso wieder heraus.
Allerdings durchquert sie östlich der Hauptstadt diverse kleine Örtchen.
Uns wurde es mit dem Verkehr jedenfalls zu bunt. So bevorzugten wir die Autobahn und kehrten frühestens bei Benajarafe auf die N-340 zurück.
Aber auch das weitere Teilstück bis Nerja kann man sich eigentlich schenken, denn es ist nicht nur beinahe schnurgerade, sondern nervt auch mit diversen Fußgänger-Huckeln. Vor allem lohnt es sich unbedingt, Torre del Mar großräumig zu umfahren.
Ab Torrox-Costa Richtung Nerja nimmt die Kurvendichte geringfügig zu.
Kurvenspaß darf man allerdings frühestens östlich von Maro erwarten. Für den weiteren Weg bis Salobrena ist die Küstenstraße aber definitiv zu empfehlen.
Reiseveranstalter: 123Motorradreisen macht’s möglich!
So sehr wir’s uns auch gewünscht hätten:
Eine direkte Anfahrt mit Motorrädern ist für uns leider keine Option, denn unsere Urlaubstage sind nach wie vor knapp.
Wie gut, dass es Veranstalter wie 123Motorradreisen gibt, die Motorräder zuverlässig transportieren und es erlauben, zeitsparend hinterher zu fliegen!
Verladeort: Gelsenkirchen (Schalke-Arena)
Flug: Eigentlich von/bis Dortmund. Leider wurde der Flug kurzfristig gestrichen und wir mussten stattdessen nach Düsseldorf.
(Danke für NIX, Eurowings!)
Speditions-Profi Sylvio brachte unsere Moppeds in einwandfreiem Zustand nach Malaga und wohlbehalten wieder zurück.
Darüber hinaus Hut ab vor Inhaberin und Reise-Organisatorin Heidrun:
Für Normalos ist es schon eine ordentliche Herausforderung, eine Motorradtour für zehn bis zwölf Leute im Ausland zu buchen.
Heidrun gelang jedoch die Kür, gleichzeitig an die 80(!) Personen zu “verarzten” und das inklusive Motorrad-Verladung an verschiedenen Standorten und Flügen von unterschiedlichen Flughäfen. Das muss erst einmal irgendwer toppen!
Fazit:
123motorradreisen war uns nicht gänzlich unbekannt, denn immerhin haben wir der Firma bereits 2015 während unserer ersten Sardinien-Tour vertraut (>> Sardinien-Tour 2015 (www.motorrado.de/sardinien-tour-2015))
Auch nach dieser Tour bleiben wir bei unserer uneingeschränkten Empfehlung.
Basisunterkunft: Iberostar Waves Malaga Playa (in Torrox-Costa)
Die großzügige Anlage (ehemals als “Hotel Ferrara” bekannt) liegt unmittelbar an der Promenade des neun Kilometer langen Strandes von Torrox-Costa, bietet top gepflegte Zimmer und einen weitläufigen Außenbereich mit Pools, mehreren Bars, Animation und Wellness.
Die inkludierte Halbpension war Schrumpfleder-verdächtig, nicht nur angesichts des grandiosen Nachtisch-Buffets.
Unmittelbar hinter dem Hotel gibt’s einen großräumigen, öffentlichen Parkplatz, jedoch kann man sein Motorrad auch in der hoteleigenen Tiefgarage abstellen. Das lässt man sich allerdings mit überteuerten 7.50 Euro pro Nacht und Motorrad bezahlen.
Beim Einchecken verpasste man uns ein Armbändchen, das sowohl als Zimmerschlüssel, als auch als Türöffner für den Strandausgang und die Tiefgarage fungierte.
Die Zimmer wurden täglich gereinigt und es standen Gläser und eine Karaffe bereit, mit der man sich an den Automaten kostenlos Wasser zapfen konnte.
Zum Glück lag unser Zimmer nicht ganz oben, daher profitierten wir von einem überdachten Balkon und waren bei Regen nicht zum Stubenarrest verdammt. (Vorteilhaft vor allem, weil es auf dem Hotel-Areal keine überdachten Sitzplätze gibt.)

Seitlicher Meerblick vom Balkon
Sämtliche im Hotel verköstigte Getränke wurden aufs Zimmer gebucht und dank der Iberostar-App hatte man sämtliche Ausgaben transparent im Blick.
Fazit: Sehr saubere und empfehlenswerte Unterkunft, letztendlich jedoch ein typischer Touri-Tempel an der Küste.
Ist Torrox-Costa ein idealer Ausgangspunkt für Motorradtouren?
In Torrox-Costa erwartet euch ein Leuchtturm, an der Strandpromenade ein-zwei Souvenier-Läden, diverse Bars und Restaurants, drei Supermärkte und mehrere China-Shops. Ansonsten darf man hier nicht unbedingt auf Action hoffen.
Der andalusische Küstenort ist flach und eher unspektakulär, brüstet sich allerdings mit dem “besten Klima Europas”.
Angeblich ist’s hier dauerhaft mild, ausgeglichen und sonnig.
(“Mild” können wir bestätigen, “sonnig”? – Ja ok, zumindest meistens…)
Den perfekten Gegenpart dazu liefert das eigentliche Dorf, Torrox-Pueblo, auf 170 Metern Höhe im Landesinneren, denn dort findet mann die typisch andalusischen, weiß getünchten Häuser und enge Gassen.

Schon irgendwie hübsch, aber meine Lieblings-Gegend wird es nicht.
Vorteil:
Ab Torrox-Costa kann man recht gut zu allen Seiten ausschwärmen, sowohl Richtung Almeria, als auch zur Costa del Sol.
Nachteil:
Für die Anfahrt zu den meisten Zielen, fährt man gefühlt immer wieder dieselben Strecken.
Obendrein sind Ziele wie Ronda oder die Wüste von Tabernas schon etwas weit vom Schlag und nur mit ausreichend Sitzfleisch zu bewältigen.
Bar-Tipp: Tapasbar “Pena Madridista”
Wer keine Lust verspürt, den Abend in der Hotelanlage zu verbringen, findet an der Promenade diverse Bars. Allerdings hatten die dank Vorsaison nur eingeschränkt geöffnet.
Zum Glück entdeckten wir direkt an der Hauptstraße, gleich hinter dem nächstgelegenen Supermarkt die Tapasbar “Pena Madridista”, in der man mit ein wenig Glück einen Platz an einem der wenigen Außentische ergattert.
Warum wir uns hier wohl fühlten?
- Statt von Touris wird die Bar eher von Einheimischen belagert.
- Die Preise waren ehrlich und fair und
- man servierte uns dort den besten Kaffee ever.
- Darüber hinaus war der Wirt genau so, wie man ihn sich wünscht: sehr aufmerksam und rührig, charismatisch und direkt.
Gibt’s eine Wiederholung bzw. kommen wir wieder?
Mit Andalusien sind wir längst noch nicht fertig!
Ursprünglich hatten wir die Region schon vor zehn Jahren auf dem Schirm, aber leider durchkreuzt das “echte Leben” manches Mal jeden noch so ausgeklügelten Tourplan…
Fakt ist jedenfalls, dass wir in der Regel niemals an denselben Ort zurückkehren. Daher wird’s uns beim Revival eher Richtung Süden ziehen, um auch die Gegend um Gibraltar und die Costa de Luz hoch bis Portugal abzugrasen.
Darüber hinaus steht nach wie vor die Wüste von Tabernas im Raum.
So uns das Glück hold ist, erkunden wir DIE Region aber spätestens dann, wenn wir uns endlich den Traum erfüllen, mit unseren Moppeds von Spanien nach Deutschland zu fahren…
Tourkarten & Co
Mit auf die Reise durften die nachstehenden Karten.
Allerdings haben wir sie unterwegs nicht gebraucht, da wir die Touren vorab daheim vorgeplant hatten.
Für die grobe Übersicht:
- Die gute alte Spanien-Reisekarte aus einem antiken ADAC-TourSet (Maßstab 1:1.100.000)
- sowie die kleine und kompakte Maxi-Faltkarte aus dem ADAC-Reiseführer (s.u.)
Mit dabei war auch die MARCO POLO Reisekarte Andalusien, Costa del Sol.
Zum Mitnehmen auf Tagestouren erwies sich jene allerdings als viel zu groß.
Gar nicht mehr auf dem Schirm und erst nach der Rückkehr wiederentdeckt haben wir übrigens die “Michelin-Zoom-Karte Costa del Sol”.
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