Motorrad-Wochenende Vogelsberg 2025

Zwölf Menschen, ein verlängertes Wochenende und jede Menge Kurven: Unsere Vatertags-Motorradtour führte uns gleich durch vier Bundesländer.

Anfahrt am Himmelfahrts- bzw. Vatertag [Donnerstag, 29. Mai 2025]

Was macht ihr eigentlich so an “Vaddatach”?

Während religiöse Menschen angesichts des kirchlichen Himmelfahrtstag die Kirchenbank drücken, tingeln andere mit Bier, Schnaps und Grillgut bestückten Bollerwagen gröhlend durch die Landschaft und freuen sich ihres Lebens.

Statt uns – wie gewohnt – auf dem legendären >> Grasbahnrennen in Lüdinghausen zu tummeln, satteln wir in diesem Jahr unsere Moppeds und läuten mit unserem Trupp eine verlängerte Wochenendtour ein.

Zwölf Moppedverrückte – ein Ziel: der Vogelsberg

Für viele ein “weißer Fleck” in der Landschaft. Für uns hingegen ein längst erprobtes und für ideal befundenes Kurvenparadies!

Basislager: Schlitz-Pfordt im schönen Vogelsberg

Schon lang liebäugelten wir mit Pfordt, einem winzigen und eher verschlafenen Ortsteil des adretten Burgenstädtchens Schlitz.
Der lockt mit genau einer Kirche, einem Gasthof und einer Riesenportion Natur.

Dennoch ein strategisch idealer Ausgangspunkt, nicht nur für einen Ritt auf dem Vulkan, sondern auch, um sternförmig in alle Richtungen auszuschwärmen.

Spessart, Rhön, Thüringer Wald? – Alles kein Problem!

Eingebucht haben wir uns im motorradfreundlichen Landgasthof Porta und trudeln trotz individueller Anfahrtsrouten erstaunlicherweis beinahe zeitgleich ein.

Stiefelschnaps statt Stiefelbier

Stiefelbier? – Fehlanzeige. Stattdessen lotst uns Hotelwirt Heinz höchstselbst in die Motorradgarage und begrüßt uns mit einem zünftigen Stiefelschnaps.

Im Gegensatz zur leicht regnerischen Anfahrt bleibt’s abends trocken, aber die umliegende Nachbarschaft hat Glück:
Da man speziell für uns IM Wirtshaus gedeckt hat, bleibt ihr unser abendliches Trupp-Gegacker erspart.

Thüringen-Rhön-Runde: Windbeutel und Weitblick [Freitag, 30. Mai 2025]

Klar war die Tour-Route für Tag 1 längst in Stein gemeißelt und sollte unter anderem zum Monte Kali führen.

Naja, bis… ich beim finalen Routencheck auf einen Biker-Treff der Marke “Da-müssen-wir-unbedingt-hin-Ausrufezeichen” stolperte.

Na gut. Überredet. – Also fix umgeplant und los!

Tour-Highlight 1: Biker-Treff Sterngrund, Zella-Mehlis

Dass unser TomTom bei soviel Spontanität die kurvigste Route ausspuckt, haben wir nicht erwartet. Dass sie aber derart beliebig ausfällt, enttäuscht denn doch. Aber immerhin geht’s nicht ausschließlich stur geradeaus und die ein oder andere Kurve ist auch dabei…

Wie gewohnt, liegt der Biker-Treff Sterngrund etwas außerhalb, konkret zwischen Zella-Melis und Oberhof und die Anfahrt durch die weitläufigen Serpentinen-Kurven der L3247 zaubert uns ein breites Grinsen ins Gesicht.

Parken? – Kein Problem.

Verpflegungstechnisch hat man die Qual der Wahl:

  • Auf der einen Seite liegt der eigentliche Biker-Treff mit dem Grill-Imbiss.
  • Unmittelbar daneben das “Hotel-Restaurant Sterngrund” mit heimeligem Biergarten, das insbesondere mit seinen XXL-Windbeuteln wirbt.

Wir lassen uns im Biergarten nieder, bestaunen die Riesenportionen an den Nachbartischen, begnügen uns allerdings mit Getränken, Eis und Snacks.

  

  
Sehenswerter Biker-Treff Sterngrund
[Adresse: Sterngrund 1, 98544 Zella-Mehlis].

Auch Etappe eins des TomTom-empfohlenen Rückwegs erweist sich als unspannend denn die führt prompt durch Suhl und weitere Käffer. Immerhin wird’s nach diversen Ortsdurchfahrten denn doch noch kurvig.

Tour-Highlight 2: Hochröhnstraße

Über die einsame NES11 geht’s Richtung Berggasthof Rother Kuppe, bis sie schließlich in die bekanntere Hochrhönstraße (St2288) mündet.
Fahrtechnisch lediglich ganz nett, jedoch überzeugt sie dank offener Hochfläche mit weitem Blick bis rüber nach Thüringen.

Blöd nur, dass es hier nirgends Parkbuchten gibt…?

So erreichen wir den Abzweig zur L3395 nach Wüstensachsen eher, als wir ein geniales Fernblick-Foto im Kasten haben, drum können wir euch bildtechnisch maximal folgendes bieten:


Rhön-Blick

Tour-Highlight 3: Wasserkuppe

Kaum haben wir die breite B285 Richtung Gersfeld erreicht, dümpeln wir hinter einem Bus her. Der hat allerdings mit der Wasserkuppe (L3068) dasselbe Ziel.
Überholen? – Unmöglich.

Auf der höchsten Erhebung der Rhön liegt liegt unter anderem Deutschlands ältester Segelflugplatz.

Netterweis hat man auch an Motorradfahrer gedacht und just gegenüber einen Motorrad-Parkplatz eingerichtet. Bikerfreundlich geht aber anders, denn wer hier parken möchte, muss zwei Euro pro Tag berappen. (Zahlbar am Automaten oder per aufpreispflichtiger EasyPark-App).

Nach unserem >> superblöden Anti-Erlebnis am “Kleinen Inselsberg” ist uns nicht nach Risiko, daher zahlen wir lieber gleich brav.
Dumm nur, dass sich mit einer App nur EIN Fahrzeug einbuchen lässt. Folglich bleibt uns nix anderes übrig, als zusätzlich einen Parkschein zu ziehen und ihn auf Verdacht im Tankrucksack zu platzieren.


Motorradparkplatz an der Wasserkuppe

Neugierig wie wir sind, hätten wir gern den viel umworbenen Biergarten von “Peterchens Mondfahrt” angetestet, aber der öffnet erst wieder um 17 Uhr.

Da die Außenplätze der nahen Buden voll besetzt sind, latschen wir ein wenig durch die Gegend und genießen einen relativ guten Kaffee auf der Terrasse des Regionalladens Wasserkuppe.

Tipp: Bock auf Eis? – Man munkelt, die unmittelbar daneben liegende Eisbude “Die Eisheiligen” sei top.

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Weitere Informationen

>> Zur Tour-Route

Nach einem sonnigen Tag weht auch abends ein laues Lüftchen, so dass wir den Rest des Tages feixend im hoteleigenen Biergarten ausklingen lassen. 😀

Kurventanz im Vogelsberg-Spessart [Samstag, 31. Mai 2025]

Spätestens am Nachmittag droht Ungemach, denn laut Wettervorhersage zieht ein Mega-Unwetter just in hiesige Region.

Unser Plan:
Kreuz und quer durch Spessart und Vogelsberg kurven, aber möglichst, ohne nass zu werden.

Grobe Tour-Route:

Freiensteinau – Steinau an der Straße – Bad Orb – (an) Wächtersbach (vorbei) – Birstein – Kefenrod – Wallenhausen – Glashütten – Eichelsdorf – Uefa – Einartshausen – B276 Richtung Laubach – Freienseen – Altenhain – Betzenrod – Rudingshain – Schotten – Eschenrod – B276 Hartmannshain – Grebenhain – Herbstein – Lauterbach – Schlitz

Abwechslungsreich und hübsch kurvenreich, wenngleich wir uns – gefühlt – irgendwie im Kreis bewegen.

Beinahe-Highlight Hoherodskopf

Den Hoherodskopf kratzen wir zwar an, haben’s aber leider verpeilt, am imposanten Fernmeldeturm einen Haltepunkt zu setzen.
So sind wir eher dran vorbei, als gedacht und denken angesichts der bedrohlichen Wolkenfront gar nicht dran, kehrt zu machen.

Freizeitstätte Hoherodskopf

Dort oben gibt’s neben Gaststätten unter anderem eine Sommerrodelbahn und einen Kletterwald.
Auch hier parken Motorräder nicht kostenlos und zu allem Überfluss nimmt man die Kontrolliererei angeblich sehr ernst.
>> www.erlebnisberg-hoherodskopf.de

Da es sich mehr und mehr zuzieht, klemmen wir uns einen weiteren Kaffee-Stopp und sehen zu, zum Hotel zu kommen.
Wer konnte schon ahnen, das sich die Himmelsschleusen wider Erwarten erst später am Abend öffnen?

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>> Zur Tour-Route

Das große Finale: Donner, Starkregen und Bundesstraßen-Einerlei [Sonntag, 1. Juni 2025]

Nach einer regenreichen Nacht, zeigt sich der Wettergott frühmorgens gnädig und pustet die Straßen – kaum dass wir starten – so gut wie trocken.

Klar, dass wir die Chance nutzen, noch ein-zwei-drei-vier einsame, schmale Vogelsberg-Kurven zu rocken!

Aber dann, kurz vor Marburg geht’s los: Starkregen, begleitet von Blitz und Donner und leichtem Hagel.
Und DAS mitten auf einer breiten Bundesstraße ohne jegliche Ausfahr-Möglichkeit… *Hölle in Tüten!*
Wie gut, es noch rechtzeitig ins verhasste Regenzeugs geschafft zu haben!

Als wir endlich ein Dorf erreichen, knubbeln wir uns behelfsmäßig unter einem Vordach.
Immerhin müssen wir dort nicht übermäßig lang ausharren, denn wie auf Knopfdruck lassen die Blitze ihr Gezucke. So wagen wir uns erneut auf die Piste und erwischen tatsächlich ein paar trockene Kilometer.

Tour-Highlight: Gasthof “Zum Wilden Zimmermann” in Hallenberg

[Adresse: Nuhnestraße 25, 59969 Hallenberg/Sauerland].

Der gepflegte Gasthof liegt unmittelbar an der Durchgangsstraße, praktischerweis direkt neben einer Tankstelle und einem Imbiss.
Dank kurzer trockener Phase ist es uns vergönnt, unseren Kaffee auf der Außenterrasse zu schlürfen, aber kaum geht’s weiter, meimelt’s sich wieder ein.

Erst im Lipper Land können wir es wagen, uns aus der Regenpelle zu schälen, jedoch bleibt’s trotz Sonnenschein eher ruppig und relativ kühl.

Tour-Fazit:

Wo liegt denn dieser Vogelsberg und lohnt sich die Region zum Motorradfahren?

Ist der Vogelsberg ein einzelner Berg? – Nö, sondern eine Mittelgebirgs-Region in Hessen.

Entstanden vor zig Millionen Jahren, als in den Vulkanen noch ordentlich Lava brodelte. Weitere Millionen später war Ruhe im Schacht.
Übrig blieb eine Landschaft mit sanften Hügeln, weiten Wiesen, bizarren Basaltfelsen und Steinbrüchen.

Dazu noch kurvenreiche Straßen, wenig Verkehr und tolle Weitblicke: Kein Wunder, dass sich die Gegend zu einer beliebten Motorradregion mauserte.
Wir jedenfalls lieben sie schon lange!

Bikerfreundliche Unterkunft: Landgasthof Porta in Schlitz-Pfordt

Die Biker-Garage

bietet ausreichend Platz für Motorräder (und selbst Sandras wuchtiger Can-Am-Spider passte noch hinein)

Das Frühstück

machte selbst unsere anspruchsvollsten Mitfahrer glücklich, denn es gab alles, was man sich so wünscht: Brötchen und Brot, frisches Rührei, Joghurt, Müsli, Saft, frisches Obst und sogar eine kleine Wegzehrung zum Mitnehmen (Müsliriegel und Süßkrams).

Abendessen

Der Landgasthof setzt auf ehrliche, regionale Küche, ohne Schnickschnack und eine eher übersichtliche Speisekarte mit saisonalen Sondergerichten.
Die Portionen waren für Normalos durchaus ausreichend. Etwas Sorge hatten wir um unsere “Großen”, aber offenbar hat es ihnen derart gut geschmeckt, dass sie gar nicht erst ans Quengeln dachten.

Pluspunkt: Bikerwirt Heinz spendierte uns täglich wechselnd kleine Extras, mal ein Vorspeisen-Salat, mal einen urleckeren Nachtisch.

Fazit: Wer Wellness sucht, ist hier falsch. Wollt ihr nach einem gelungenen Tour-Tag in bikerfreundlicher Umgebung einfach nur duschen, gut essen und schlafen, seid ihr dort allerdings goldrichtig.

 

  


Unser Zimmer: einfach, aber zweckmäßig und – auf Wunsch – mit Balkon.

Adresse: [Adresse: Im Ort 5, 36110 Schlitz]
Beachtet, dass sich die Einfahrt zur Biker-Garage auf der Hotel-Rückseite befindet (Pfordter Straße, K80)
>> landgasthof-porta.de

Vier Tage, vier Regionen, vier Bundesländer und mit netten Menschen bei überwiegend trockenem Wetter kurvenreich unterwegs.
Was will man mehr?

Link-Tipps: Wo finde ich bikerfreundliche Hotels im Vogelsberg und wo die schönsten Motorradstrecken?

Motorrad Touristik Vogelsberg

Motorrad Touristik Vogelsberg (kurz: MTV) ist ein eingetragener Verein und wurde Anfang der zweitausender Jahre mit dem Ziel gegründet, den Vogelsberg als motorradfreundliche Tourenregion zu etablieren.

Was als Kooperation einiger engagierter Gastbetriebe und dem Tourismusbüro Laubach begann, entwickelte sich zu einem Netzwerk aus Hotels, Kommunen und Motorraddienstleistern, das sich für genussvolles, sicheres und nachhaltiges Motorradfahren einsetzt.

Auf den Webseiten findet ihr Tourenkarten, Unterkunfts-, Events- und sonstige Tipps sowie jährlich neue, ausgearbeitete Tourenvorschläge.
>> motorrad-vogelsberg.de

Kostenlose Vogelsberg-Motorradtour-Karten

Bei den Bikerwirten der Region liegen kostenlose Tourkarten aus. Jene könnt ihr aber auch bei der bei Vogelsberg-Touristik anfordern:
>> www.vogelsberg-touristik.de/aktiv/motorrad

Tour-Tipps Vogelsberg/Spessart/Rhön

Darüber hinaus findet ihr auf den Seiten von “Motorradstrassen” diverse Tourvorschläge und Hotelempfehlungen, und zwar nicht nur für die Region Vogelsberg, sondern unter anderem auch für Spessart oder Rhön.
>> motorradstrassen.de/regionen/vogelsberg-spessart-rhoen

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Für unseren internen Erinnerungs-Speicher:
Mit auf Tour waren Andreas, Bernhard, Blomy (leider ohne Anja), Christoph und Katia, Loven, Natze, Richard, Sandra und Heinrich und natürlich wir 2 beide.

 

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4 thoughts on “Motorrad-Wochenende Vogelsberg 2025

  1. Wir waren zur gleichen Zeit in der Rhön. Basislager Gasthaus Schmitt in der Nähe von Fulda. Wettertechnisch hatten wir wohl mehr Glück. Kann mich nicht erinnern, eine Regenkombi angehabt zu haben. Auf dem Motorradparkplatz an der Fliegerschule ist das Parken kostenlos. Dort brauchen nur Autos einen Parkschein. Dort gibt es auch Schließfächer, wo man seine Sachen einschließen kann, wenn man vielleicht hoch zum Fliegerdenkmal laufen möchte.
    Hoherodskopf ist streng kontrolliert mit Parkgebühren und masslos überschätzt. Machen da immer einen riesen Bogen rum.

    1. Mich wundert, dass du das unsägliche TomTom nicht schon in Rente geschickt hast. Ich habe erst Calimoto getestet und fahre seit diesem Jahr mit Kurviger. Die Qualität der Strecken ist eine ganz andere. Ich merke immer, wenn ich hinter kumpels mit TT herfahre. Kleine Orte, große Städte, Wohngebiete mit 30 km/h-Zonen, immer mitten durch. Und dann auf einmal voll ausgebaute Bundesstraßen. Allerdings hat das TT auch ein paar kleine Vorteile, die ich aber dadurch kompensieren kann, dass man auf dem Handy beliebige Apps nutzen kann.

    2. Hi Thom,
      das iss ja witzig: Dann sind wir uns ja vielleicht sogar über den Weg gefahren? – Danke für den Tipp mit den Motorradparkplätzen: Das nächste Mal sind wir dann schlauer. 😉
      LG
      Susy

  2. Ja, hatten wir längst vor, aber offenbar passt es bei den Neueren mit meiner genialen Halterung nicht mehr und das Alte macht bei vorgeplanten Touren ja generell einen guten Job. Die meiste Zeit plane ich eh vor, da ich Spaß dran hab und so die Chance wächst, tatsächlich alle “Must-have-seens” zu erwischen. Im zweiten Schritt gleiche ich sie dann mit Calimoto ab und ziehe die fertige Route dann aufs Navi. So keine Umleitungen dazwischen kommen für uns eine gute Lösung.
    Von Calimoto bin ich recht angetan, aber nur mit dem Smartphone fahren kommt auf der Streety nicht in Frage, da ich im Cockpit keinen Platz für eine weitere Halterung habe und somit ausschließlich nach Gehör fahren muss. (Bei der Twinny ists genau anders herum).
    Was Kurviger betrifft, so haben wir jetzt wiederholt gehört, dass die App Calimoto toppt. Wird offenbar mal Zeit, uns selbst ein Bild zu machen… 😉
    LG
    Susy

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