Motorradurlaub Sardinien 2023

Motorradurlaub auf Sardinien? Meeresbrise und Kurvenrauscht geht irgendwie immer. Bei unserem ersten Motorradurlaub auf Sardinien hatten wir eine feste Basisunterkunft, beim zweiten Besuch spielte das Wetter nicht mit. Sind alle guten Dinge drei und es klappt diesmal mit der Insel-Umrundung?

Inhaltsverzeichnis

Motorrad-Abholung [Montag, 21.08.2023]

Da organisatorisch nicht anders machbar, fängt Kalle >> (www.moppettkutsche.de) sehr zeitig unsere Motorräder ein.

Das komplette Reisegepäck transportiert er selbstredend mit, drum gestaltet sich die elendige Packerei diesmal als absolutes Glücksspiel.
Wer weiß schon, wie sich das Wetter in den kommenden zwei Wochen entwickelt?

 
Nach Sardinien geht’s dann selbstredend mit dem großen Truck.


Tschüss und kommt heil über!

Ciao Sardegna! [Donnerstag, 07.09.2023]

Früh am Morgen klettern wir schlaftrunken in den Flieger. Zwei Stunden später landen wir auf unserer Lieblingsinsel und die Müdigkeit weicht der kolossalen Vorfreude.


Sardinien: gerade mal 2 Stunden von Deutschland entfernt.

Sascha fängt uns am Flughafen Olbia ein und bringt uns zu unseren Motorrädern, die mitsamt Gepäck seit weit über eine Woche sehnsüchtig in der großen Halle auf uns warten. – Kurz umziehen, ein-zwei Klamotten in eine dort verbleibende Tasche für unsere Rückkehr gestopft und auf geht’s!

Die Wetteraussichten für die kommenden zwei Wochen sind top. Dennoch haben wir nur die erste und letzte Unterkunft vorgebucht, um flexibel zu sein, denn man weiß ja nie?

La Caletta

Unser erstes Ziel: La Caletta, ein kleines Küstenstädtchen an der Ostküste, knapp fünfzig Kilometer südlich von Olbia.
Reicht an Wegstrecke völlig, wenn man schon seit Mitternacht auf den Beinen ist und die Konzentration folglich zu wünschen übrig lässt.

Im Hotel Hibiscus lässt man uns großzügigerweis bereits nach dem Mittag einchecken. Also fix raus aus den Moppedklamotten, rinn in die kurzen Sachen und ab zum Spiaggia La Caletta. Der erstaunlich leere Strand zieht sich vom Ortsrand bis zur Mündung des Rio di Siniscola und von dort weiter bis Santa Lucia.

 
Feinsandiger Strand von La Caletta

Abends lassen wir uns unmittelbar am Hafen auf der Außenterrasse der Pizzeria La Colmena nieder.

Die Pizza schmeckt, aber das geschäftig herumwuselnde Service-Personal ist nicht durchweg auf Zack.
Umso mehr ist es diese elendige Mücken-Horde, die uns gefühlt literweise Blut abzapft. Wie gut, wenn man trotz der abendlichen Wärme (fast) lange Hosen trägt und eine dünne Jacke dabei hat!


Hafen von La Caletta

 
Links: kunstvolle Mosaiksteinchen-Hafenkai-Mauer
Rechts: Torre di San Giovanni

La Caletta – Route SS125 – La Caletta [Freitag, 08.09.2023]

Nach einem ordentlichen Frühstück führt unser erster Weg zur örtlichen, wider Erwarten heute unbemannten Tankstelle.
Egal, schließlich haben wir vorgesorgt und reichlich 10- und 20-Euro-Scheine für den SB-Automaten in der Täsch.

Also 10 Euro rinn in den Automaten, Zapfsäule auswählen und den Zapfhahn in freudiger Erwartung rein in den Tank.
Aber… nix, null, nada – Das einzige, was fließt, ist unser Schweiß.

Die Rettung naht in Form eines sardischen Autofahrers, der unsere Ratlosigkeit erkennt und umgehend mit dem Betreiber telefoniert.
Der (oder besser gesagt sie) kommt wenig später angerauscht, plauscht kurz mit dem freundlichen Menschen, zückt sodann ihren Geldbeutel und drückt mir lächelnd das verlorene Geld in die Hand.

Aber Sprit? – Nö!
Gut, dass unsere erste Tour nicht mitten in die Pampa führt!

Die legendäre Route SS125

Dann endlich rauf auf die legendäre Route SS125.

Nach eher sanftem Einschaukeln bis Orosei entfaltet sie spätestens hinter Dorgali und Erreichen des Passo di Genna Silana ihre volle Pracht:
Kurven, Kurven und noch mehr Kurven!

  
SS125: definitiv eins der Sahnestücke Sardiniens!

In Baunei verpeilen wir’s auch diesmal, an diesem Café hinter dem Ortseingang zu halten, vor dem sich ständig Motorräder tummeln.
Umdrehen? – Nö, zu warm.

// Arbatax

Stattdessen entern wir in Arbatax die Gelateria “Star 1” und gönnen uns einen großen Pott Eis. Während es in den Bergen (im doppelten Sinne) heiß herging, pfeift der Wind hier angenehm ums Eck und so laufen wir die wenigen hundert Meter rüber zum berühmten roten Felsen.

 
Parken in Sichtweite des Eiscafés

 
Eben fix über die Straße und schon ist man an den roten Porphyr-Felsen von Arbatax.

Grundsätzlich hassen wir’s ja, dieselbe Strecke auf Hin- und Rückweg zu befahren, aber die Kurvenschlängelei von Tortoli bis Dorgali macht einfach süchtig.
So machen wir eine Ausnahme und erfreuen uns an der erstaunlich leeren Staße.
Dass wir DAS noch erleben dürfen…?


Einsame Route SS125

Wir haben Zeit und wir haben Durst. Wenn DAS kein Grund ist, endlich mal an der Pass-Bar “Silana” zu halten?

Bar Silana (SS125, km 183, Urzulei)

Die Bar liegt direkt an der SS125, gegenüber der Gorropu-Schlucht und hat für gewöhnlich von 8:00 bis 19:00 Uhr geöffnet.


Unmittelbar vor der Bar als auch gegenüber gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten.

Draußen hockt man sehr nett im Schatten und wer sich IN die Bar bemüht, den überrascht eine große Auswahl an Sardinien-Shirts, -Bandanas und vieles mehr.


Speisekarte Bar Silana


Schattiger Außenbereich

Gorropu-Schlucht

Wer sich die Beine vertreten möchte, läuft einfach ein Stück in den Canyon hinein. Laut Beschilderung sind es nur 5 Minuten Fußweg zur “Funtana Esilai”.

  
Reizvoller Einstieg zur Gorropu-Schlucht

(Ob sich der Weg lohnt, müssen euch allerdings Andere beantworten).

Bei einem weiteren Stopp shoppen wir in einer Apotheke Mückenspray.
Das Ledum-Tüchs mit Hunderpro-Wirkung gegen diese lästigen “Zanzare”-Viecher, das der >> “Silencer” (silencer137.com/2023/02/18/reisetagebuch-4-la-medusa) in seinem Reisetagebuch empfahl, gibt es hier nicht. Dafür bekommen wir “Citronella”.

Kurz noch ein Foto-Stopp an den gigantischen Steinbrüchen, in denen weißer Marmor (carva di marmo) abgebaut wird.


>> www.sardegnamarmi.net

Die Burgeria in La Caletta, die uns während unseres letzten Sardinien-Urlaubs begeisterte, ist leider Geschichte. So versuchen wir’s mal mit der “HamburgEJA”.
Schmeckt wohl, aber die Burger sind nur halb so gut, wie im einstigen Lokal.

La Caletta – Lode – La Caletta [Samstag, 09.09.2023]

Neuer Tag, neues Wetterglück:
Bei strahlend blauem Himmel geht’s in nördliche Richtung nach Posada.
Meine Güte, was ist die Landschaft hier verbrannt!

Nach ein-zwei Querelen mit dem Navi geben wir’s auf, die gesuchte Stichstraße zu finden, fahren kurzerhand weiter bis Padru im Norden und wechseln dort auf die SP24 nach Ala dei Sardi.

// Budduso

Tatsächlich gelingt es uns, die alte(!) SS389 zu erwischen und folgen ihr bis Budduso.

Oberhalb des Ortes kurze Pause und andächtiges Lauschen des heraufschallenden Hup-Konzerts.
Vielleicht ein Hochzeitkorso?

  
Oberhalb von Budduso

Als wir den Ortseingang erreichen, springt uns ein Schild entgegen: “Hupen-im-Ort-verboten”!
Die Sarden sind ja sooo krass! 😉

// Lode

Auf halbem Weg nach Bitti wechseln wir auf die SP50 Richtung Lode und haben ein Déjà-vue:
Als wäre es gestern, ergötzen wir uns an der sich zunächst um den Berg windenden Straße, die sodann hinab in den tiefen, wohlbeheizten Talkessel führt, um kurz vor Lode erneut anzusteigen.

Selbstredend halten wir auch diesmal direkt an der Charlie-Bar in Lode und schlürfen lecker Kaff und Saft, bevor die gute Bar-Fee in ihre Mittagspause entschwindet.


Charlie-Bar Lode


Gute-Laune-Straße SP50

Hinter Sant’ Anna I geht’s rüber auf die SP3 und wir wedeln mit grandiosem Küsten-Panoramablick durch feinste Kurven runter nach Siniscola.

 
Schlängel-Abfahrt SP3: Immer hübsch das Meer im Blick! 😀

Auch heute speisen wir im “La Colmena”, wählen allerdings einen Tisch abseits der Star-Beleuchtung. Der Mücken-Clan zeigt sich nach wie vor gierig, aber zumindest einen Hauch weniger interessiert. “Citronella” scheint zu wirken! 😀

Merker an uns selbst:
Beim nächsten Mal in La Caletta unbedingt mal die Pasta in der “Cucina tipica Da Giovanni” in Turmnähe am Hafen probieren! (So ein Tipp, der uns zu Ohren kam)

Der Norden ruft! (La Caletta – Badesi) [Sonntag, 10.09.2023]

Unser Tourplan sieht vor, die Insel entgegen des Uhrzeigersinns zu umrunden.
Die Hoffnung, im Nord-Osten eine freie, bezahlbare Unterkunft zu finden, löst sich allerdings schneller als schnell in Luft auf.

Versuchen wir’s halt im Norden. – Santa Teresa Gallura oder Badesi?
Badesi gewinnt, da es für unsere weitere Tourplanung strategisch günstiger liegt.

Also ötteln wir erneut nach Posada und von dort auf die SP24 nach Torpé, wo die schmale Straße zur SP50 mutiert.

Auf Irrwegen

Laut einer unserer Straßenkarten führt ein kleines Sträßchen östlich des Lago di Torpé auf die SP67 über Concas nach Ala dei Sardi. Google Maps ist derselben Meinung.
Und warum stehen wir dann urplötzlich vor einem unüberwindbaren Eisentor am “Casa di guardia Maccheronis”?

Ok-ok, einige Kilometer zuvor hatte man ein überdimensionales und damit unübersehbares Hinweisschild in die bröckelig-trockene Erde gerammt.
Wer kann es aber während der Fahrt ohne Brille und Smartphone-Übersetzungs-App schon deuten? Und warum gab’s am Abzweig zur SP50 keinerlei Sackgassen- oder Sperrungs-Hinweis?

Hilft ja nix, wir müssen wenden!

Was wir zu jenem Zeitpunkt nicht wussten:
Wir hätten lediglich zurück nach Torpé fahren und uns sodann nordwestlich Richtung Concas halten müssen (SP24 statt SP67/SP95).

Stattdessen machen wir abermals einen Schlenker über Padru, um schließlich die Gute-Laune-Piste SS387 zu entern, die uns bis Monti nicht nur fahr-, sondern auch landschaftstechnisch ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubert.

// Monti

Wer am Ende der Straße in Monti rechts abbiegt, findet unmittelbar auf der linken Seite eine kleine Bar mit schattigen Außenplätzen und einem Parkplatz.
>> Bar Satta (Google-Maps)

Zeit für eine längere Pause, denn mittlerweile ist es rappelheiß.

Nach der Erfrischung geht’s weiter über Telti und Calangianus nach Tempo Pausania und sodann über die SP27 nach Aggius.

// Strada Panoramica Aggius: Wir haben’s vergeigt!

Mangels Beschilderung zur “Strada Panoramica Aggius” im Ort befinden wir uns eher auf der Umgehungsstraße (SP74) als uns lieb ist.
Dumm gelaufen, aber Umkehren ist keine Option: Fahren wir die Panoramastraße halt vom Norden her an.

Klar, dass just vor der Einfahrt in die Naturwunder-Straße der GoPro-Akku schwächelt und uns somit Filmmaterial dieser gigantischen Felsformationen fehlt. *GRRR*
Dafür gibbet Fotos:


  
Déjà vue!

Merker an uns selbst:
Auf der SP27 kurz vor Aggius, kurz hinter der rechterhand liegenden TAMOIL-Tanke auf die braunen Hinweisschilder achten und links zu “Fonte Cagada” bzw. “Panoramica – Valle della Luna” abbiegen. Die Route führt süd-westlich um den Ort herum. Biegt man anschließend links ab, lässt sich die unglaubliche Felslandschaft aus einem völlig anderen Blickwinkel bestaunen.

// Valle della Luna

Eigentlich hassen wir ja Serien-Kurz-Stopps, aber der Aussichtspunkt “Valle della Luna” am Café “Lunanoa” (SP74) ist ein absolutes Muss, nicht nur wegen des guten Kaffees.

 
Belvedere Valle Della Luna an der SP74 nach Aggius: Der weite Blick ist gratis!

// Badesi

Sodann folgen wir der SP74 nach Trinita d’Agultu e Vignola und Badesi und beziehen dort unser traumhaftes Hotel “Horizon”.
Dort meint man’s besonders gut mit uns und bedenkt uns dankenswerterweis mit einem kostenlosen Zimmer-Upgrade (“Pool- statt Straßenblick”).

Als wir unser Domizil betreten, wissen wir gleich, was wir ansonsten verpasst hätten:

 
Hotel Horizon: Wer ein Zimmer ohne Sonnenuntergang bucht, ist selbst schuld!

In Badesi steppt nicht gerad der Bär und wer zum Meer will, braucht flotte Sohlen. Immerhin gibt’s einen gut sortierten Supermarkt und die Hotel-Pool-Bar hat bis 20 Uhr geöffnet.


Rückansicht Hotel

Nach einer erfrischenden Runde im einladenden Pool machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant und werden wenige hundert Meter entfernt fündig:
Das >> Concept Café (pizzeriaconcept.it) liegt unmittelbar an der Hauptstraße und das Essen ist empfehlenswert, die ungemütlichen Außenplätze aber offenbar nicht zum längeren Verbleib gedacht.

Dafür überrascht uns der offenkundige Ladenbesitzer beim Abschied mit einem Geschenk:


Fanden wir übrigens SO rührend, dass es in unserem heimischen Esszimmer einen Ehrenplatz inne hat.

Auf zum berühmten Strand La Pelosa! (Badesi – Alghero) [Montag, 11.09.2023]

Hach, könnten wir doch noch ein Weilchen bleiben? *seufz*
Bis auf die ungesicherten Parkplätze ist das Hotel einfach top und wir fühlen uns dort pudelwohl.

Geht leider nicht, ohne unseren Inselumrundungs-Plan zu gefährden. Obendrein haben wir gestern Abend bereits die nächste Bleibe an der Westküste gebucht.

Rocca dell’ Elefante

Reines Küstenort-Geiere ist fad, drum nehmen wir die SP33 nach Santa Maria Coghinas, folgen der SP92/SS127 nach Perfugas und schließlich der SS134 über Bulzi nach Sedini, um sodann die alte Straße den Rocca dell’ Elefante anzusteuern.

 

 
Glück gehabt, denn just nachdem unsere Fotos im Kasten sind,
spucken zwei Reisebusse Massen an knipsfreudigen Touris aus.

Die SS134 runter nach Castelsardo macht Laune, wenn einem nicht – wie uns – eins dieser Bus-Ungetüme ohne Überholchance vor die Räder springt.
Hinterm Ort wird’s auch nicht besser: Tuckernde Touris und nervige 50-Schilder säumen die komplette Küstenstraße SS200.

// Stintino & La Pelosa

Öd bleibt’s auch bei der Anfahrt ins nördlich gelegene, verwinkelte Örtchen Stintino.

Die am Ufer liegende Terrasse der “Lu Fanali Ristorante Pizzeria Bar” verdient von uns keinerlei Empfehlung: Man hockt dort eher eng und ungemütlich und das unmotivierte Personal macht die Sache nicht besser. – Bloß schnell weiter!

  
Strand, Hafen und Bar in Stintino entlocken uns keine Begeisterungsstürme.

// La Pelosa

Das türkis schillernde Wasser bei La Pelosa ist echt was für’s Auge, aber eine nicht enden wollende Fahrzeug-Kolonne parkt Stoßstange an Stoßstange bis hinauf zum Capo Falcone, überall Parkautomaten und geschäftige Parkplatzwächter.

Kurz nachdem die Straße zur Einbahnstraße wird, findet sich rechterhand ein großer Parkplatz mit Motorradstellplätzen, ebenfalls kostenpflichtig, versteht sich.
Zum Glück sind die Parkplatzwächter gerade anderweitig beschäftigt, als wir dort für einen Fotostopp halten.

 
Selbst Motorräder latzen hier für’s Parken.

 
Türkisfarbenes Wasser, soweit das Auge reicht.


Hölle-auf-Erden-Strand: Wer legt sich denn DA freiwillig hin?

Traumstrand La Pelosa?

Alle Jahre wieder, vom 1. Mai bis 30. September ist der Zugang zum Strand reglementiert und die Anzahl der Besucher zwischen 8 und 18 Uhr auf maximal 1.500 beschränkt.

Wer dorthin möchte, muss sich vorab online registrieren, zahlt 3.50 Euro pro Nase und erhält im Gegenzug eins dieser “coolen” Plastikarmbänder, bevor er mit den anderen Jecken auf Tuchfühlung geht.

Hier geht’s zur Strandplatz-Reservierung: >> www.spiaggialapelosa.it/en/reservation-2

Am Spiaggia La Pelosa gib es strenge Strandregeln:
So besorgt man sich vorab besser eine Strandmatte, denn es ist streng verboten, sein Handtuch auf dem schneeweißen Sand auszubreiten. Strafen drohen auch denjenigen, die es wagen, ihren Astrahlkörper nach dem Strandbesuch nicht von Sand zu befreien.

(Angeblich taugt es übrigens ähnlich gut, sich auf die Grünwiese an der Bar La Pelosetta niederzulassen, um von dort durchs Wasser zum La-Pelosa-Strand zu waten.

Motorradparkplätze finden sich in Höhe des “Roccaruja Hotels”, vor der “Giuepri Bar” und am Haupt-Parkplatz, hinter der Ristorante Bar Pizzeria La Pelosetta”. Diese sind auch für Motorradfahrer kostenpflichtig und die Parkplatzhüter in ihrem quietsch-orangenen Warnwesten absolut heiß darauf, Parkvergehen zu ahnden.

// Alghero

Auch die Route über Palmadula nach Alghero ist eher spaßbefreit und für die Stadtdurchfahrt braucht man schon Nerven:
Offenbar gibt’s keine Chance, vom Norden der Großstadt in den Süden zu gelangen, ohne einmal quer durch die überfüllte City zu müssen?

Unser neues Zuhause auf Zeit ist das etwas in die Jahre gekommene Green Sporting Club Hotel, etwas abseits, am südlichen Ende der Stadt.


Balkon mit Meerblick

So man sich nicht verläuft, sind’s per pedes anderthalb Kilometer bis zur Altstadt. Dort erwarten uns Menschen, Menschen und nochmals Menschen!

Als wir die Preise auf der Speisekarte der ersten (google-empfohlenen) Pizzeria erblicken, fallen wir fast hinten rüber und suchen schnell das Weite.
Deutlich günstiger speisen wir in einer kleinen No-Name-Bar, unmittelbar am Torre die San Giovanni und sind mit der Wahl mehr als happy.

Wo iss’n hier der Strand? (Ruhetag) [Dienstag, 12.09.2023]

Auf der Suche nach einem chilligen Strand latschen wir uns die Füße wund, vorbei am Hafen bis zum Spiaggia di San Giovanni.

 

 

 

 
Sehenswertes Alghero

Der kilometerweite Strand beginnt hinter dem großen Hafen und wird nicht nur von einer breiten Promenade, sondern auch von der Hauptstraße begleitet. Folglich kann er uns kaum entzücken.

Hotelsuche nervt!

So hocken wir uns in eine Beach-Bar und verplempern fast den kompletten Tag mit der Hotelsuche für morgen.

Gar nicht so leicht, wenn die Wetter-App plötzlich einen Wetterumschwung mit ner fetten Kelle Regen prophezeit. *KREISCH!*

Nächste Basis sollte eigentlich in der Ecke von Guspini sein, um die südliche Westküste intensiver unter die Räder nehmen zu können.
Wollen wir nicht im Regen rumjuckeln, gehört die Weiterfahrt allerdings geschickt geplant.

Als wir endlich fündig geworden sind, bummeln wir durch die – eigentlich – nette Altstadt. Läden und Lokale gibt’s hier genug. Letztgenannte öffnen allerdings oft spät, haben nur wenige Außenplätze und echt gesalzene Preise.
Lass all die anderen gern von diesem katalanisch angehauchten Städtchen schwärmen: Unsere Begeisterung hält sich in Grenzen und folglich müssen wir nicht nochmal hin!

Ab in den Süden! (Alghero – Carbonia) [Mittwoch, 13.09.2023]

Wider Erwarten startet bereits der Morgen trüb und so bleibt uns auch diesmal eine sonnige Fahrt über die Küstenstraße (SP105) nach Bosa verwehrt.

Möglicherweise liegt’s am fehlenden Licht, dass wir die Piste nach wie vor nicht prickelnd finden. Vielleicht aber auch daran, dass der Asphalt weiterhin erneuerungswürdig, die 50-km-Schilder völlig übertrieben und die vor uns rumdümpelnden Vehikel zum Kot… sind: Kaum haste EINE der aussichtsheischenden Pappnasen überholt, wartet auch schon die nächste Dümpel-Kolonne.

Darüber hinaus lässt sich auch heute kein einziger dieser mächtigen Gänsegeier blicken.

 
Menschenvolk statt Gänsegeier

Strada panoramica Bosa Alghero: Gänsegeier!

Tipp:
Angeblich finden sich die Nester zirka 600 Meter entfernt von folgendem Platz: Google-Code: 9C59+QCQ, 08013 Bosa OR, Italien.

Obendrein soll man sie auch hinter der Pizzeria Grifone oder beim Capo Marrargiu sichten können:
>> “Streifzug entlang der Küste mit dem Motrrad”(www.sardegnaturismo.it/de/streifzug-entlang-der-kueste-mit-dem-motorrad)

Auf der einschläfernden Etappe über Cuglieri, Oristano und Santa Giustia wird der Ruf nach Koffein immer lauter.
So sehr wir in Terralba aber auch Ausschau halten, die vor Jahren angesteuerte “Pasticceria Da Mario” will sich uns einfach nicht zeigen.

Also erstmal weiter über Guspini und erste zarte Kürvchen nach Arbus.

Kurvenfeuerwerk!

Kaffee – jetzt! So halten wir an einer kleinen Bar am Ortsausgang von Arbus, bevor wir auf der SS126 ins ultimative Kurvengewusel starten.

Wenige Kilometer weiter übermannt uns der “Flow” und verhagelt uns prompt die schönsten Foto-Stopps.

Folglich bleibt nur, sich im Nachhinein zu ärgern, nicht an dieser Miniera di Su Zurfuru hinter Fluminimaggiore gehalten zu haben, wenngleich dies direkt davor möglich gewesen wäre. seufz*

  
Immerhin fing unsere GoPro die Miniera di Su Zurfuru ein…
>> minierasuzurfuru.it

 
Es folgen 20 wundervolle Schlängelkurven-Kilometer über den Passu Arcu Genna Bogai.

// Iglesias

In Iglesias heißt es volle Konzentration:
Mitten im Ort führt die Beschilderung geradeaus Richtung Cagliari und rechts ab nach Carbonia.

Biegt man – wie wir – brav rechts ab, durchfährt man eine enge Häuserzeile. Gerade wenn Du glaubst, Du hast Dich verfranst, landest Du wieder auf der Hauptstraße.
Folgt man der Beschilderung nach Cagliari, führt einen die SS126 quer durch die Stadt und man landet ebenfalls auf der Straße nach Carbonia.

Kurz hinter dem Ortsausgang des großen Städtchens geht’s kurvenreich hinab mit tollem Blick auf ein altes Bergwerk, der Miniera Monteponi.
Wer mag, biegt direkt rechts ab. Kurvenfans folgen der Hauptstraße und nehmen die nächste Abfahrt nach Monteponi.

Große Trödelei und weitere Stopps können wir uns heute nicht erlauben, denn es sieht gewaltig nach Regen aus. Jener überrascht uns prompt einige Kilometer weiter. Mehr als zwei-drei Tropfen hat er allerdings nicht im Gepäck.

// Carbonia

Nach zirka 25 Kilometern auf der recht breiten, unspektakulären Straße, erreichen wir unsere heutige Unterkunft, die “Albergo Villaggio Ristorante Pizzeria Museo TANIT“, knapp vier Kilometer vom Bergwerk-Ort Carbonia entfernt.

Auf dem Gelände gibt’s massig überdachte Parkplätze, aber wer das Glück hat, in den motelartigen Reihenbungalows zu hausen, kann sein Motorrad direkt vor der Zimmertür parken.


Unsere Moppeds parken direkt vor unserem Zimmer: So muss das!

Auch das Restaurant-Essen ist ganz nach unserem Geschmack, wenngleich es heute leider keine Pizza gibt. Dafür sind die kredenzten Nudeln mega. (Für den irrigerweis erst anschließend servierten, einfallslosen Salat gilt das allerdings weniger.)

Schade, dass heute ausnahmslos IM Lokal serviert wird und es hier drinnen nur so vor Mücken wimmelt.

Südliche Küstentour (Carbonia) [Donnerstag, 14.09.2023]

Nach einer ruhigen, erholsamen Nacht und mangels Lust, eine neue Bleibe zu suchen, hören wir nach, ob wir verlängern können.
Leider keine Chance bis Samstag, aber immerhin für eine weitere Nacht.
Super, zumal die Wettervorhersage für die kommenden Tag nix Gutes prophezeit, es hier im Südwesten aber angeblich trocken bleibt.

Die eben mal fix zusammengestrickte Tour soll uns zunächst über die SP78 nach Perdaxius, dann kurvenreich rüber nach Teulada und schließlich über die Küstenstraße zurück führen.

Einmal kurz nicht aufs Navi gehört und ehe wir uns versehen, befinden wir uns wieder in Carbonia.
Dumm gelaufen, aber dort gab’s halt wirklich kein “LINKS-ab”! *GRRR*

Neues Spiel, neues Glück:
Diesmal auf direktem Weg auf die SS195 nach Teulada, wo uns das Navi eine kleine Stadtrundfahrt durch engste Gassen empfiehlt. Meine Neeerven!

Die Piste über die SS195 bis Domus de Maria ist absolut fantastisch, was man vom ersten Teilstück auf der SP71 nach Chia nicht unbedingt behaupten kann.

Küstengehoppel


SS195 Teulada – Domus de Maria (Valico Nuraxi de Mesu)


Domus de Maria

Ab Bernardu (auf Höhe des Capo Malfatano) verwöhnt uns die Küstenstraße aber erneut mit massig Kurven und geiler Aussicht auf das in unterschiedlichen Blautönen schimmernde Meer.


Baia di Ringhio mit Blick auf die Isola Tuaredda

Strand-Zugangsbeschränkungen im Süden

… gibt es

Tankstellen-Krimi

Little-Streety kräht dringend nach Sprit, aber unser Kaffee-Durst ist stärker.
So erlauben wir uns einen rein egoistischen Abstecher zur Marina di Teulada, wo wir prompt fündig werden.

Kaum zurück auf unseren Moppeds krieg ich Puls; überrascht mich meine Streety doch mit einer heiklen Zwickmühle:
Als hätte es eine bockige Seele, prophezeit mir ihre Tankanzeige eine Reststrecke von knapp zehn Kilometern.
Bis Teulada könnten wir’s schaffen, jedoch wollen wir dort gar nicht hin? – Bis Sant Anna Aresi sind’s hingegen knapp 17… *Ganz-großes-Kino!*

Also Augen zu und durch auf die sacht dahinrollende, hochtourige und damit spaßbefreite Route nach Sant Anna Aresi.
Klappt dann auch tatsächlich und die überflüssige Schieberei bleibt mir erspart 😉

Porto Pino

Frisch aufgetankt geht’s noch eben fix nach Porto Pino, bevor es uns zurück nach Carbonia zieht.

 

 
Besuch im verschlafenen Porto Pino

Als wir heim kehren, haben wir neue Nachbarn.


Hochbetrieb in der Unterkunft

Obendrein hat die Außenterrasse des Restaurants heute geöffnet und ist im Gegensatz zu gestern sehr gut besucht.

Im weiteren Verlauf des Abends gibt’s tatsächlich zwei-drei Tropfen Regen.
(Was musste der Typ von nebenan auch unbedingt sein Mopped putzen…?! ;-))

Apropos Carbonia:
Keine Ahnung, ob das Städtchen irgendwas zu bieten hat:
Wir sahen von jenem lediglich die Umgehungsstraße, Tankstellen, ein riesiges Industriegebiet und einen Fördertum. Vermutlich findet sich genau dort auch das Bergbau-Museum:
>> Bergwerk von Serbariu (www.museodelcarbone.it)

Vom Süd-Westen in den Süd-Osten (Carbonia – Villasimius) [Freitag, 15.09.2023]

Ein weiteres Mal führt uns der Ritt über die kurvenreiche SS195 von Teulada nach Santa Margherita di Pula.

Unmittelbar hinter dem Abzweig zur SP71 ist jedoch Schluss mit Kurven und die folgenden, öden 45 Kilometer auf der SS195 bis Cagliari tun wir uns ganz sicher kein zweites Mal an.

 
SS195 kurz vor Cagliari: hässlich und verkehrsreich!

Auf dem Stagno di Conti Vecchi tummeln sich Flamingos, leider viel zu weit entfernt, um sie wirklich erkennen zu können.


Finde die Flamingos!

Passu Arcu ‘e Tidu

Statt direkt nach Villasimius zu fahren, gönnen wir uns eine Schleife über die alte SS125, den “Passo Arcu ‘e Tidu“.

Dankbar, die Großstadt verlassen zu können, genießen wir die hübsche, an Südtirol erinnernde Landschaft und die ersten Kurven bis zur heimeligen Bar “Su Passu” in Sinnai.

Nach einem leckeren Kaff erwartet uns sodann Richtung Osten eine endgeile, kurvige Strecke mit bombastischen Ausblicken auf die wunderschöne Bergwelt!

 

 
Traumhafte SS125 Süd!

// Villasimius

Als wir Villasimius erreichen, sind wir zunächst überfordert: Das Navi führt uns durch eine Einbahnstraße und kräht plötzlich “Ankunft”!
Links und rechts Häuser, dicht an dicht, aber nirgends ein Schild zu unserer Unterkunft, dem B&B Green House?

Also drehen, kurz vor der Einbahnstraße absteigen und per pedes auf die Suche gehen.

Fakt ist, dass es KEIN Schild zum B&B gibt und man es eigentlich nur mit etwas Glück findet:
Das Appartmenthaus befindet sich direkt über einem Lokal und der Eingang in einer Seitenstraße.

Da aufs Klingeln zunächst niemand reagiert, zücke ich mein Handy, nur um festzustellen, dass der Inhaber im Laufe des Vormittags offenbar eine SMS geschickt hat von wegen “Bitte gebt 30 Minuten vor Eurer Ankunft Bescheid”. – Kaum tippe ich zurück von wegen “sind nu da”, öffnet der Besitzer die Haustür.

Bereits mit der Buchung haben wir eine “sichere Abstellmöglichkeit” für unsere Moppeds angefragt und dürfen in einer Art Garage direkt neben dem Haus parken.

Ganz schön tricky und herzinfarktverdächtig: Immerhin geht’s schräg die Seitenstraße hoch, um dann eng in die rechts liegende Garage abzubiegen, bei der zu allem Überfluss eine überdimensionale Balkenkante zu überwinden ist.
Zum Glück reicht meine Beinlänge gerade so aus, um den Bodenkontakt nicht zu verlieren. – *Schwein-gehabt!*
Beim Absteigen kommt glatt ein wenig Schiffs-Feeling auf, denn der Garagenboden scheint zu schweben. Warum auch immer.

Egal, hauptsache, die Moppeds stehen in dieser Touri-Hochburg Villasimius sicher!

Party-Balkon!


Lässt sich annähernd erkennen, wie steil diese verflixte Seitenstraße ist?

Yepp, tatsächlich wohnen wir MITTEN im Touri-Ort und rundherum wimmelt es nur so vor Lokalen und Touri-Läden.

Dafür ist unser Appartment top und bietet statt eines simplen Balkons eine riesige Art Dachterrasse mit weitem Blick Richtung Meer.


Der Mega-Balkon schlechthin!

Unser Vermieter empfahl uns drei Restaurants und so wandern wir zum Erstgenannten.

Das “Pepe Nero” liegt etwas abseits des Trubels und öffnet (in aller Seelenruhe) nicht um, sondern stattdessen eher gaaanz langsam “so ab” 19 Uhr.


Neben absolut erstklassigen Pizzen gibt’s hier die wohl zitronigste Zitronen-Limo der Welt. 😀

Danke, lieber Vermieter, DIE Empfehlung war wirklich Gold wert!

Die Luft ist raus – Strandtag! [Samstag, 16.09.2023]

Heute gibt’s kein Vertun: Strand ist angesagt und zum Glück spielt auch das Wetter mit.


Stilleben: Verirrtes Schiff

Am anderthalb Kilometer entfernten “Spiaggia di Simius” staunen wir Bauklötze, denn der Strand protzt nur so vor Liegestühlen und Liegen.

Spiaggia di Simius: teures Strandvergnügen!

Preisliste:

  • 2 Liegen + 1 Sonnenschirm in erster Reihe: 20 Euro
  • Pedalo oder Doppelkanu: 20 Euro pro Stunde
  • “Spiaggina” (was auch immer das ist?): 5 Euro für 3 Stunden

Außerdem gibt’s angeblich ein “Waterbike”.

Klingt interessant, aber leider gibt’s keine Chance, eins der Spielzeuge anzumieten.
<(Liegt's an der Nebensaison? Oder doch eher an der Tatsache, dass das Meer heute eher unruhig und aufgewühlt ist?)


Strandregeln am Simius-Strand

Wie die Sardinen am Strand rumliegen iss nix für uns, drum führt uns ein Strandmarsch Richtung Süden.

Strand-Hopping

Eben fix über einige Felsen geklettert und schon findet man sich am Spiaggia Serr’e Morus wieder.

Von dort ist’s nicht weit bis zum Eck Spiaggia Timi Ama und man kann locker bis zum Spiaggia di Porto Giunco schlendern.

  

  
Strand-Feeling rund um Simius

Läuft man weit genug, entdeckt man den Stagno di Notteri, auf dem sich massig Flamingos tummeln. Die denken jedoch gar nicht daran, sich aus der Nähe zu zeigen, so dass man sie nur schemenhaft erahnen kann.


Flamingos am “Stagno di Notteri”

Je später der Tag, desto trüb. Aber wie gewohnt, bleibt es warm und so latschen wir nach mehreren Standort-Wechseln und (sündhaft teuren) Getränken an diversen Strandbars tiefenentspannt zurück.

Foodtruck-Spaß

Für den Abend stehen zwei weitere Lokale auf unserer Empfehlungsliste. Trotz der gestrigen positiven Erfahrungen ziehen wir es vor, sie zu ignorieren, denn Frau Googles Hinweis auf einen Streetfood-Truck mit angeblich “unglaublich guten Burgern” entfacht unsere Neugier.

Wieder einmal sind wir viel zu früh dran und werden (kurz) vertröstet, denn die Herrschaften bereiten noch vor.
Warten wir halt mit den vorab ausgegebenen Getränken an einem der herumstehenden Plastiktischen.

Kaum sind die Burger-Meister so weit und öffnen, rufen sie uns nach vorn, wenngleich sich bereits eine Unmenge an Volk um den Foodtruck schart, so dass wir so ziemlich als Erste bestellen dürfen.


Der Streetfood-Truck steht allabendlich auf dem Weg von Villasimius Richtung Strand, kurz hinter dem Friedhof.

Die kleine Speisekarte ist in großen Lettern bebildert an den Streetfood-Truck getackert:
So fällt die Auswahl nicht schwer!
>> www.sardignastreetfood.it

Das Abendmahl erweist sich tatsächlich als preisWERT(!)
… was die schier endlose Schlange bestellwilliger Menschen offenbar längst wusste, die sich vor dem Foodtruck sammelt, als wir die Location verlassen.

Die Ostküste ruft! (Villasimius – Torre di Bari) [Sonntag, 17.09.2023]

Angesichts der merkwürdigen Einbahnstraßenregelung gestaltet sich das Verlassen von Villasimius etwas kurios:
Nach einem kurzen Zick-Zack-Gewusel führt uns der Weg oberhalb des Ortes hinaus und natürlich NICHT an der (vorgestern) gesichteten Tankstelle vorbei.

Merker an uns selbst:
Das Hick-Hack lässt sich vermeiden, indem man zunächst Richtung Küste bzw. Simius fährt, anschließend zunächst links auf die SP18 ab- und sodann in die Viale dei Gabbiani einbiegt! (An der Tanke kommt man so allerdings trotz alledem nicht vorbei…)

Ohne frischen Sprit kein Fahrspaß, also folgen wir zunächst der – in diesem Bereich – breiten und eintönigen SS125var, um die nächste Tanke zu entern.

Sind die Moppeds gesättigt, sind auch wir glücklich.
Endlich können wir die unsägliche Schnellstraße verlassen und nehmen in freudiger Kurvenerwartung Kurs auf San Vito.

Zu früh gefreut: Prompt verpassen wir hinter dem Ort die Auffahrt zu dieser endgeilen Kurvenstrecke, die wir 2015 unter die Räder genommen haben und folgen der “irgendwie ganz netten” SS387 nach Ballao, ohne großartige Höhepunkte.

Kreuz und quer…

Vor Escalaplano stoßen wir schließlich auf eine Streckensperrung und fahren fortan frei Schnauze.
Nach Orroli und Nurri geht’s endlich auf die kurvenreiche SS198, die uns zunächst einen grandiosen Blick auf den “Lago Basso del Flumendosa” beschert.


Anfahrt mit Stausee-Blick

// Sadali + Seui

Mit der Al Bar di Su wirft sich in Sadali eine hübsche Bar vor unsere Räder. So gönnen wir uns ‘nen Kaff und verspüren ehrliches Mitleid mit all den Moppedfahrern, die verzweifelt versuchen, den Zapfsäulen der vorgelagerten Tanke Benzin zu entlocken.

Frisch gestärkt folgen wir der genialen SS198 über Seui, Ussassai, der Geisterstadt Gairo Vecchio und Gairo Sant Elena nach Lanusei (wo sich der Himmel sich langsam zuzieht).

 

 
Nationalpark Gennargentu

Auf dem restlichen Stück bis Bari Sardo schleichen sich die Kurven schließlich nach und nach aus.

// Bari Sardo / Torre di Bari

Tatsächlich finden wir im Ort einen sonntäglich geöffneten Supermarkt.


Shopping-Queen Streety!

Eben kurz ein-zwei-drei Getränke geshoppt und auf zum Tagesendziel, dem bikerfreundlichen Hotel Baja Azurra im knapp fünf Kilometer entfernten Torre de Bari.


Hotel Baja Azurra: Motorradparkplätze!

Im Hotel gibt’s zwar eine Bar, aber (heute?) kein Essen.
Stattdessen empfiehlt man uns die Beach-Bar Sa Tracca, fußläufig keine 500 Meter vom Hotel entfernt.

Torre di Bari: Bar Sa Tracca

Der große, (leider) schattige Außenbereich macht keinen sonderlich gepflegten Eindruck.

Offenbar hat man’s irgendwann aufgegeben, Plastikstühle und -Tische vom herabfallenden Baumgeäst zu befreien. Immerhin sitzt man direkt am langen, breiten, feinkieseligen Sandstrand mit Blick auf den Turm und ganz so mies kann’s ja nicht sein: Immerhin sind einige wenige weitere Tische belegt und die offenbar einzige, aber sympathische Kellnerin kümmert sich sowohl um unseren Durst, als auch unsere Speisekarten-Leselust.


Spiaggia Torre di Bari: weitläufiger Strand, aber grobkörniger Sand

Kurze Zeit später strömen urplötzlich diverse Menschen herbei und entern alle restlichen, freien Tische. Punkt 19 Uhr, man glaubt es kaum, schwirren wie von Geisterhand diverse Servicekräfte um die Tische herum, um im Akkord jegliche Essenswünsche zu notieren.
Wider Erwarten werden die georderten Speisen zeitnah gereicht und wir sind sehr angenehm überrascht: sehr lecker Tüchs!

Première: Motorrado trifft “das Internet”! 😀

Kaum satt, müssen wir uns spurten: Haben wir doch noch ein Date in einer zirka 650 Meter nördlich liegenden Bar…
Zum Glück funktionieren die Smartphone-Taschenlampen, denn der Weg dorthin ist stockduster.

Der Außenbereich des Sard Café’s wirkt wesentlich sauberer und chilliger als die Sa-Tracca-Bar.

Nach einem sehr netten Abend mit der lieben Suse (>> www.susemotosausewind.com) und dem sympathischen Axel kehren wir satt, glücklich und zwei liebe Bekanntschaften reicher ins Hotel zurück und hängen bis zur nötigen Bettschwere auf unserem klasse Balkon ab.
Schon irgendwie cool, “Menschen aus dem Internet” mal “ganz in echt” und live zu treffen! 😀


Hotel Baja Azurra: Balkonblick

Langsam zurück gen Norden (Torre di Bari – San Teodoro) [Montag, 18.09.2023]

Nur zu gern hätten wir Strand und Gegend weiter erkundet, uns abends mal an die Hotelbar gehockt, ein weiteres Mal im Sa Tracca gespeist und ne Runde mit den zwei beiden aus dem Black Forest gedreht. Aber schade, wir müssen weiter.

Zum Glück hat sich das Wetter etwas beruhigt und so ist es zwar bewölkt, aber warm und trocken.

Erneut steuern wir unsere Moppeds auf die alte SS125 über Baunei und den Passo Ghenna ‘e Silana.

Heute leider kein Spaß, denn es wimmelt dort nur so vor Baustellen, überforderten Wohnmobil- und Autofahrern und selbst am Pass-Café “Bar Silana” ist die Hölle los.
Hey, wtf, heute ist doch ein ganz normaler Montag?

  
Auf der Legendary Route SS125 steppt heute der Bär!

Kaum haben wir unsere Schätzken wieder in Bewegung gesetzt, finden wir uns plötzlich an einem Stauende wieder.
Oha, offenbar hat’s vor uns einen schweren Motorradunfall gegeben. 🙁

Als der Hubschrauber den Unfallort verlassen hat, kommt der Verkehr langsam wieder ins Rollen. Unsere bedrückte Stimmung eher nicht.
Wir hoffen, das Unfallopfer hat es geschafft und ist mittlerweile wieder wohlauf!

Dringend Zeit für ‘nen Kaff!

// Orosei

Also steuern wir den Strand Marina di Orosei an und finden dort die heimelige Bar Gasoline.
So nett die Location auch ausschaut, so überfordert und desinteressiert gibt sich das Personal.


Gasoline Bar, Orosei

Je nördlich, desto mies

Je nördlicher wir kommen, desto trüber wird’s und über den Bergen im Inland türmen sich düstere Wolken.

Doof-das, denn eigentlich stand “Lode” erneut auf unserem Tourplan.
Jaja, ich hör schon wieder die “Weicheier!” schreiende “No-Risc-no-Fun-Fraktion”, aber nee:
Warum sich nass regnen lassen und durch pitschnasse Kurven eiern, wenn sich’s doch irgendwie vermeiden lässt?

// San Teodoro

So begnügen wir uns halt mit dem direkten, kurvenarmen Restweg nach San Teodoro.

Auf den letzten Metern vor unserem Hotel entdecken wir eine Lagune, in der sich eine Unmenge an Flamingos tummeln.
Eben trotz extremer Schwüle kurz hin und anhalten? – Och nö, lass menn!
Im Nachhinein wieder mal eine dieser ärgerlichen Fehlentscheidungen…

Unter normalen Umständen hätten wir uns im Hotel La Palma wohl eher nicht einquartiert, denn es hielt es als einzige Unterkunft nicht für nötig, unsere Vorabanfrage zu beantworten. Da wir dort aber bereits 2018 (zufrieden) übernachtet haben, lassen wir’s menn gut sein.

 
Hotel La Palma, San Teodoro

Auch diesmal parken unsere Motorräder (auf Nachfrage) an der Abfahrt hinterm Haus. Dort machen sich bereits zwei andere Moppeds breit, jedoch finden wir noch ein Plätzchen direkt am Rand des Gebäudes.


Hotel La Palma: Behelfs-Parkplätze

Leider bekommen wir nicht da gewünschte Eckzimmer mit Teilblick auf die Straße, aber zumindest ein ähnlich heimelig Ausgestattetes mit großem Balkon.


Abendlicher Balkonblick

Wer nicht gerade fußkrank ist, schafft’s problemlos ins Dorf. Alle anderen haben in diesem Jahr auch die Chance, im Hotel zu speisen.
(Ob man sich vorab dafür anmelden muss, können wir nicht sagen. Beim Frühstück lagen jedenfalls Listen aus.)

Traumstrand “La Cinta” [Dienstag, 19.09.2023]

Was so ein richtiger “ToUrlaub” sein will, braucht definitiv einen weiteren Strandtag!

Folglich schlüpfen wir in unsere spärlichsten Outfits und schlendern zum nahegelegenen Traumstrand ums Eck.

Dort angekommen, klappen uns jedoch die Kiefer tiefer:
Hat man die “Spiaggia” doch tatsächlich nicht nur anfänglich, sondern fast die komplette Bucht entlang mit Liegen und Sonnenschirmen zugepflastert! *grusel*
Erst ziemlich am nördlichen Ende ist ein freies Fleckchen in Sicht.

Folglich ignoriert “Frau” die absolute Endzeitstimmung des sie begleitenden “Herrns” und latscht zielstrebig drauf los.

Strandspaß…?


Nee, echt jetzt: DER Trubel ist wirklich nicht schön!


Dieser Blick ergibt sich nur noch mit Scheuklappen!

Übrigens gibt’s auch am Spiaggia La Cinta mittlerweile rigorose Strandregeln wie “Die Füße müssen beim Verlassen des Strandes sandfrei sein” und “Rauchen absolut verboten!” Kontrolleure konnten wir allerdings nirgends entdecken…

 
Strandregeln am Spiaggia La Cinta

Vermutlich nächtigt man besser in Puntaldia und besucht von dort aus den “San Teodoro Selvaggia” bzw. “Spiaggia de la Marina di Puntaldia”?

Weitere zugangsbeschränkte Strände

Während der Zugang zu Strand “La Cinta” nach wie vor kostenlos ist, verlangt man just in der Nähe offenbar Eintritt,
beispielsweise an der Cala Brandinchi und Lu Impostu bei San Teodoro:

>> santeodorospiagge.it

Nach unserem eher missglückten Strandausflug shoppen wir – absolut überteuerte(!) – Getränke im nahegelegenen Supermarkt, machen uns sodann “ausgehfein” und erstürmen das Touri-Dorf.

Im kleinen Supermarkt ums Eck war man wirklich dreist und verlangte für eine Getränkedose nicht nur das Doppelte als anderswo, sondern ließ sich das Kühlen zusätzlich mit 60 Cent pro Getränk bezahlen. (Aber bloß kein Mitleid, denn wie heißt’s so schön? Pro Abzocker gibt’s immer mindestens eine Person, die sich abzocken lässt – Bequemlichkeit lässt grüssen!)


Freakiges Haus in San Teodoro: Messie-Bude oder Museum?

Abends landen wir in der “Iris Ristorante Pizzeria”.
Auch hier stehen die Tische megaeng zusammen. Die Nudeln sind gut, Pizza und Foccaccia so lala, der aufmerksame Service verdient jedoch ein dickes Lob!

Zurück zum Ausgangspunkt (San Teodoro – Olbia) [Mittwoch, 20.09.2023]

Eigentlich haben wir massig Zeit, zumal das letzte Domizil unseres Motorradurlaubs angeblich erst ab 15 Uhr bezugsfertig und das Firmengelände, auf dem wir unsere Motorräder endparken sollen, bis 18 Uhr geöffnet ist.

Die Wetteraussichten sind allerdings erneut mau und versprechen ab mittags ‘ne fette Portion Regen und Gewitter.

Risikoscheu wie wir sind, entscheiden wir uns für den direkten Weg:
Lieber auf den letzten Kurvenspaß verzichten, als die Moppedklamotten zu Hause entsorgen müssen, weil sie knapp eine Woche zusammengeknüllt und feucht in einer Gepäckrolle verweilten.

Schock im letzten Moment

Als wir das Firmengelände erreichen, sind wir kurz irritiert: Hängt am großen Tor doch ein Schild mit der Aufschrift “Betriebsurlaub”!
Wie gut, dass das Vehikel vor uns offenbar den Pincode des Werkstors kennt. So folgen wir ihm einfach unauffällig…

Alles in allem aber eh kein Problem, denn spätestens jetzt fällt uns ein, dass Sandro uns an Tag 1 seine Visitenkarte zusteckte.
Eben kurz durchgebimmelt und prompt kommt er vorbei, um unsere Moppeds auf Schäden zu checken und die Moppedschlüssel einzusammeln.


Bye-bye Ihr 2, bis bald zurück in Deutschland!

Letzte Nacht, letzte Unterkunft

Letzte Nacht auf Sardinien – letzte Unterkunft und tatsächlich haben wir ein weiteres Mal so richtig Glück:

Das Hotel Etesia (aka “Hotel Istellas”) liegt fußläufig von unserem Motorrad-Abgabeort entfernt und nach einer vorbildlichen Vorab-Kommunikation können wir unser Erdgeschoss-Zimmer bereits vor 15 Uhr per Code betreten.


Modern eingerichtetes, geräumiges Zimmer mit kleinem, möblierten Balkon und verschlossenem Parkplatz

Olbia-City

Wir laufen “mal eben fix” rein nach Olbia, besorgen uns Bus-Tickets für die morgige Fahrt zum Flughafen, shoppen noch ein-zwei Souvenirs und latschen rüber zum Hafen, die monströsen Fähren bestaunen.

Wie zum Teufel kommen wir an Bus-Tickets?

Gar nicht so leicht!

Die furchtbare Website von “>> ARST (Trasporti Regionali Della Sardegna) (www.arst.sardegna.it)” zeigt sich ohne Italienisch-Kenntnisse wenig hilfreich und lässt sich mobil nur schwer bedienen.

Folglich versuchen wir’s in der örtlichen Touri-Info, denn DIE müssen’s ja wissen.

Unsere Frage scheint die hochnäsige Touri-Info-Dame zu erstaunen. – Ihre Antwort uns umso mehr:
“NATÜRLICH bekommt man die Tickts an den Automaten JEDER Bus-Halte, alternativ halt in Tabak-Läden”, erklärt sie uns mit eisigem Lächeln.

(Komisch, dass wir an keiner der bislang passierten Halte-Stationen einen Ticket-Automaten entdeckten? – Folglich kommen wir uns von wegen “Tabak-Läden” ehrlich gesagt ein wenig verar… vor.)

Genau bei LETZTGENANNTEM haben wir aber tatsächlich Erfolg und ergatterten zwei Tickets für gerade mal einen Euro pro Nase!
(Angeblich kann man damit sogar einen kompletten Tag lang in Olbia herumgurken.)

 
Olbia!

Kaum zurück aus Olbia-City regnets zunächst leicht, aber erneut haben wir einen unglaublichen Dusel:
Kurz eben frisch gemacht und schwupp, hat sich der Wettergott beruhigt, um erst wieder loszupoltern, als wir längst auf der überdachten Terrasse der Pizzeria ums Eck hocken.

Schließlich erwischen wir tatsächlich die (noch einzige) kurze Regenpause des Abends, um trockenen Fußes zur Unterkunft zurück zu kehren, bis es sodann bis zum Einschlafen unaufhörlich meimelt und gewittert! – Sind wir Glückspilze oder sind wir Glückspilze? 😀

Arrivederci Sardegna! [Donnerstag, 21.09.2023]

Dank des relativ frühen Heim-Flugs wollen wir bereits eine halbe Stunde vor Beginn der offiziellen Frühstückszeit los.
An dieser Stelle mal ein dickes Dankeschön an unsere Wirtin, die sich ohne Umschweife bereit erklärte, uns das Mahl bereits früher zu kredenzen!

Schade nur, dass wir das liebevoll hergerichtete Frühstück nicht genießen können, denn der – fußläufig keine fünf Minuten entfernte – Bus zum Flughafen wartet nunmal nicht!

Flughafen Olbia

Letztendlich sind wir viel zu früh am Flughafen und da wir diesmal zur Abwechslung mal vorab online einchecken konnten, haben wir alle Zeit der Welt, aber egal:
Shopping-Time! 😀

Merker an uns selbst:
Auch am Flughafen kann man noch Mitbringsel wie beispielsweise Sardinien-Shirts ergattern. (Sogar solche, die sich im Standard-Angebot der typischen Touri-Orte gar nicht erst fanden). Preistechnisch muss man (für die Standardprodukte) allerdings mit einem kleinen Aufschlag (ca. 1 – 2 Euro) rechnen.

Obendrein kommen wir in den Genuss, den Raucher-Bereich anzutesten:
Jener befindet sich ungefähr in der Mitte der Gates, etwas versteckt hinter den Ladengeschäften und ist echt heimelig, da mit Pflanzen bestückt und im Halbfreien angesiedelt. Folglich müffelt man beim Verlassen nicht wie ein überquillender Aschenbecher.
PS: Jaha, Raucher sind ja sowas von “böse”! – Bitte erspart uns jegliche Moralpredigt!


Flughafen Olbia: Raucher-Zone

  
Bye-bye Sardegna!

Freitags drauf… [29.09.2023]

… lassen wir uns nach Wetter an der Ruhr bringen und holen unsere heißgeliebten Moppeds zurück in die Heimat.
Vielen lieben Dank für’s Fahren, Thomas, insbesondere, weil es Dir zu jenem Zeitpunkt absolut gar nicht gut ging!

Echt Schwein gehabt, denn just an dem Tag gab es – neben dieser unsäglichen Autobahnsperrung dank des Wegbruchs der Rahmetalbrücke (Stichwort: “BrüLüLü: Brücken-Lücke Lüdenscheid”) – weitere Verkehrsbehinderungen im groben Umkreis.


Nicht mehr weit bis daheim…

Und sonst?

Sardinien: Insel der Superlative

Die MEISTEN Mücken hausten 2023 an der Ostküste in La Caletta, dicht gefolgt von Carbonia im Süd-Westen.

Das TEUERSTE Dosenbier gönnten wir uns in San Teodoro.

Am PREISWERTESTEN tankten wir an der Westküste, und zwar für 1.95 Euro.


Günstige IP-Tanke von Bosa kommend auf der SS292 kurz vor Riola Sardo (Nähe Oristano)

Den GÜNSTIGSTEN Kaffee servierte man uns – man staune – in Olbia, und zwar in einer kleinen, unscheinen “Mini-Bar” an der Piazza Sacra Famiglia, am Ortsrand (1,20 Euro).

Die ÖDESTE Motorradstrecke erwartete uns neben der bekannten Hauptroute rund um Oristano im Süden (SS195 von Santa Margherita di Pula bis Cagliari).

Mit das SCHÖNSTE Erlebnis war, urplötzlich hinter einer Kurve vis-a-vis einem von drei frei laufenden Eseln unmittelbar in die Augen zu blicken! 😀

Preisniveau auf Sardinien

Insgesamt waren die Hotelübernachtungen empfindlich teurer als bei unserem letzten Motorradurlaub 2018.
(Im Schnitt plus 40 Euro und unter 100 Euro lief da nix!)

Anders als bei unserem letzten Sardinien-Urlaub gestaltete sich auch das Vorbuchen weitaus schwieriger:
So fanden wir keine einzige Unterkunft, die man hätte nachträglich stornieren können.
Somit tut wohl gut daran, wer italienisch – oder gar sardisch – spricht und seine Unterkünfte telefonisch reservieren kann.

Wer sich für unsere gebuchten Hotels inklusive einer kleinen Einschätzung interessiert, werfe bitte einen Blick in unseren Beitrag “Sardinien-Tipps”:
>> Tour-Tipps Sardinien (www.motorrado.de/tour-tipps-sardinien)

Das sonstige Preisniveau war – bis aufs megateure Tanken – nach wie vor recht angenehm:
Kaffee gibt’s – je nach Region – immer noch für etwas über einen Euro und auch die Pizza-Preise waren – bis auf Lokale in gewissen Hochburgen – mit unter 10 Euro nach wie vor im Rahmen.

Ps: Warum man Doppelbetten mit nur EINEM, dafür jedoch überdimensionalem Bettlaken bestückt, bleibt uns ein Rätsel und irgendwie können wir absolut nicht damit um.
Pro-Tipp: Wer zu zweit unterwegs und schlau ist, bucht ein Zimmer mit zwei Einzelbetten!
(Jene stehen meist eh direkt nebeneinander, sind jedoch mit zwei getrennten Laken bestückt.)

Sardische Tierwelt

Während unseres Motorradurlaubs 2023 hatten wir erstmals intensiven Kontakt zur sardischen Tierwelt:

So bescherte uns gleich der zweite Tour-Tag ein unvergessliches Erlebnis, als uns unmittelbar in einer Kurve einer von drei auf der Straße herumschlendernden Eseln vis-a-vis offenkundig “viel Spaß” wünschte.
*Leider ohne Foto, aber mindestens gedanklich mit einem Triple-Herzchen-Emoji bedacht!*


Kleine schwarze Schweinchen entdeckten wir diesmal sehr zuverlässig auf der SS125


… und natürlich Ziegen, nicht nur hinter Gattern geschützt.


Dieses kleine Hündchen
tippelte mutterseelenallein über die ehemalige Bergrennstrecke SS126 zwischen Arbus und Iglesias.

Darüber hinaus sichteten wir tatsächlich auch Flamingos und das gleich mehrfach. (Wenn auch nur aus der Ferne (siehe oben).

Darüber hinaus entdeckte Norby mitten auf der Straße einen toten Fuchs.
(Aber der will im letzten Sardinien-Urlaub ja auch eine tote Schlange gesehen haben… *gröhl*)

Mücken!

Vor allem zeigten sich beinahe täglich – und ganz gleich, in welcher Region – leider auch ganze Stechmücken-Armadas.

Schon merkwürdig, denn während unserer ersten beiden Sardinien-Urlauben hatten wir absolut kein Problem mit diesen kleinen, aber gemeinen Blutsaugern.
Folglich fand auch das extra vor unserem Sommerurlaub in die Provence besorgte “Anti-Brumm” den Weg nicht ins Reisegepäck.
Absolut ein Fehler!

Das in der sardischen Apotheke geshoppte “Citronella” roch sehr angenehm nach Zitrone. Fanden die Mücken aber offenbar auch.
Zwar vermieden sie es fortan, Blut an vorab eingenebelte Stellen zu saugen, lüllerten aber stattdessen mit wachsender Begeisterung an vergessenen Hautpartien (wie beispielsweise Finger! *GRRR*) und machten auch vor Socken nicht halt. *Seuche-pur!*


Citronella-Tüchs

Sardinien und das Müllproblem

Auffallend und doch sehr störend empfanden wir die traurige Tatsache, dass die wunderschöne, sardische Landschaft übelst zugemüllt war.
Bislang kannten wir DAS eigentlich nur aus mindestens zwanzig Jahren zurückliegenden Urlauben auf Fuerteventura *Echte Schande!*



Müll, wohin man auch schaut!

10 Gründe für einen erneuten Motorradurlaub auf Sardinien

Zwar haben wir’s endlich geschafft, die Insel zu umrunden, aber längst noch nicht alles gesehen.

1. Sardische Spezialitäten

Bislang fanden wir noch kein Restaurant, das uns diese typisch sardischen Spezialitäten kredenzte. Möglicherweise waren wir bislang einfach zu touristisch unterwegs.
Müssen wir unbedingt nochmal antesten!

2. La Caletta

Wenngleich wir gleich drei Nächte in La Caletta (einem strategisch sehr netten Ausgangspunkt) weilten, reichte die Zeit nicht aus, den nördlich des Hafens liegenden Strand “Spiaggia die San Giovanni” zu erkunden. Ob sich das überhaupt lohnt, sehen wir dann…

3. Ein Urlaub ohne Bootfahren ist eigentlich kein Urlaub

Obwohl wir uns gleich mehrere Strand-Tage gönnten, hatten wir – mangels geöffneter Bootsverleihe – leider keine Chance, lustig auf dem Meer herumzupaddeln.
Und an einen Kurztrip mit einem Ausflugsboot war mangels Zeit ebenfalls nicht zu denken.

4. Insel-Hopping

Bis auf eine kleine Überfahrt (2018) von Palau nach “La Maddelena” konnten wir Sardinien bislang noch nicht vom Meer aus betrachten.

Schade, denn rund um Sardinien warten diverse kleine Inseln auf Erkundung:

  • Allen voran Asinara mit seinen niedlichen weißen Eseln,
  • die “Thunfisch-Insel” San Pietro mit seinem Hauptort Carloforte oder
  • Sant’Antioco und damit die Insel, die eigentlich keine echte ist.

(Doof irgendwie, dabei waren wir doch sooo nah dran…?)

5. Inland, kennen wir eigentlich schon das Inland?

Dank Basisstation an der Ostküste 2015 führten uns die Touren durch die schöne Gallura. Trotzdem sind wir ziemlich sicher, gerade mal einen Bruchteil dieses genialen Kurventerrains im Inselinneren befahren zu haben.

Ergo lassen sich ganz sicher noch viele weitere kurvige Motorradstrecken finden?

6. Zipfelbier!

Auf Sardinien gibt es dieses Zipfelbier (das ultraleckere Ichnusa).


Na wenn DAS menn allein nicht schon ein triftiger Grund ist? 😀

7. Sightseeing

Gut, “Kultur” iss nicht unbedingt unser Ding.
Und gerade, weil unsere Heimat nicht mit ultimativem Kurvenspaß glänzt, ist uns das Kurvenwedeln im Kurvenparadies wichtiger, als – was auch immer – zu besichtigen.
Vierzehn Tage sind aber auch einfach viiiel zu schnell rum!

Sollten wir irgendwann das Glück haben, etwas länger auf der Insel verweilen zu können, würden wir gern das ein oder andere Städtchen und all die kleinen Naturwunder mal ganz in Ruhe aus der Nähe bestaunen.

8. Lost-Places-Minen-Landschaft

Ursprünglich wollten wir 2023 in der Nähe von Guspini übernachten, um von dort die Westküste (SP83 von Portixeddu über Buggeru, Masua und Nebida nach Gonnesa) mitsamt ihres Minen-Reichtums zu erkunden, unter anderem die “Miniera di Montevecchio“.
Obendrein stand auch ein Besuch der nahe gelegenen >> Brauerei “Birrifico 4 Mori” (www.birrificio4mori.it) in Sciria auf dem Plan.

Hat nicht funktioniert, also auf ein Neues!

9. Lass-uns-den-Sommer-verlängern-Insel

Bislang zog es uns stets nach dem 10. September (dem Ende der italienischen und Wo-immer-auch-sonst-noch-Sommerferien) nach Sardinien.
Ok-ok: Zu jener Jahreszeit wird’s auch auf der Insel früh dunkel und theoretisch lässt sich’s auch daheim noch nett touren.

Während man jedoch in Deutschland nach Sonnenuntergang meist unerlässlich bibbert, hält das Sommerfeeling auf der Insel noch ein Weilchen an:
Motorradfahren in luftigen Sommerklamotten, leichtes, fleece-freies Gepäck und selbst abends noch in Shirts und Shorts draußen hocken.
Einfach nur herrrrlich! 😀

10. Insel der Glückseligkeit!

Während unser >> Sommerurlaub 2023 nach Frankreich (www.motorrado.de/motorradurlaub-provence-2023) förmlich ins Wasser fiel, wusste der Herbst-Urlaub auf Sardinien, uns mit dem Motorradjahr zu versöhnen.

Bereits zum dritten Mal entpuppte sich der Motorradurlaub im Herbst nicht nur als krönender Saisonabschluss, sondern obendrein als absolutes Highlight des Jahres, bei dem uns der Wettergott unendlich hold war.

Na, wenn DAS keine triftigen Gründe sind, an einen weiteren Trip ins ultimative Kurvenparadies zu denken?

Kartenmaterial

Mit auf Tour durften folgende Sardinien-Karten:

Detaillierte Infos zur Reiseliteratur Sardinien haben wir in einem gesonderten Beitrag verbloggt:
>> Sardinien: Tourenkarten, Reiseführer & Co (www.motorrado.de)

 

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4 thoughts on “Motorradurlaub Sardinien 2023

  1. Auf Sardinien war ich auch schon zwei mal. Beim ersten Mal haben wir auch im Hotel Baja Azurra. genächtigt. Beim zweiten Mal in einer privaten Unterkunft etwas außerhalb. Die Bar Sa Tracca ist uns auch bekannt, da haben wir immer gerne gegessen. Von dort sind wir immer sternenförmig in Landesinnere gefahren. Küstenstraße war meist nicht so toll. Die SS125 war mir immer zu voll und zu touristisch. Und da wir zum Biken da waren, haben wir höchstens abend nach der Tour die Füße mal ins Wasser gehalten. Es gibt aber so viel zu entdecken auf der Insel.

    Grüße Der Thom

    1. Hi Thom,
      die SS125 haben wir auf unserem Weg zurück gen Norden tatsächlich erstmals so rappelvoll erlebt. Das machte dann tatsächlich keinen Spaß mehr. Aber wie Du schon sagst: Es gibt ja sooo viele schöne Alternativen… Bei uns bleibts jedenfalls nicht bei “alle guten Dinge sind 3…” 😉
      LG
      Susy

    1. Hi Thom,

      der “Zwillbrocker Venn” steht schon ewig lang auf unserer Bucket-List, aber irgendwie hatte ich diesen aus den Augen verloren.
      Somit vielen Dank für’s Erinnern! – Vielleicht schaffen wir’s ja dann endlich mal dorthin… 😉

      Viele Grüße
      Susy

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