TomTom Rider 400: Wir haben unser Navi getötet!

Nachdem uns das Touren mit Motorradkarten dank Plastiktank-Attrappe nicht mehr vergönnt war, gewöhnten wir uns an den Gedanken, uns von einem Navi lotsen zu lassen. Leider machte das bestellte „TomTom Rider 400“ von Anfang an wenig Anstalten, unser Freund werden zu wollen. – Nun ist es tot. Uns trifft allerdings keine Schuld!

Vermutlich hat sich „TomTom“ im Konkurrenzkampf mit anderen Navi-Herstellern überschätzt und sein neues „Wunder-Navi“ zu einem Zeitpunkt auf den Markt gebracht, als es bei weitem noch nicht ausgereift war. Die Zeche zahlten all die enttäuschten User, die sich zum Saisonbeginn 2015 mit dem Produkt herumärgerten. Möglicherweise hat TomTom durch die zahlreichen Geräte-Rückgaben dazugelernt und nahm die Beschwerden in den Foren tatsächlich Ernst: Nach zahlreichen Software-Updates ist das Teil zumindest in einem einigermaßen brauchbaren Zustand. Aber dann…!

Schwarzwald-Tour: Das Navi vergisst und weitere Ärgernisse

Während unserer >> Schwarzwald-Tour im Juni diesen Jahres, kamen wir aus dem Navi-Verfluchen kaum noch heraus:

Kurvige Strecken Fehlanzeige

Irgendwie neigt das TomTom dazu, uns – trotz deaktivierter Einstellung von „unbefestigten Wegen“ und der Auswahl von „Autobahn vermeiden – dazu, uns in jeden zweiten Feldweg lotsen zu wollen. Besonders unverständlich, weil ein Freund mit dem Vorgänger-Modell vorfährt und sein Gerät SEHR WOHL in der Lage ist, schöne, kurvenreiche Routen zu finden!

Warum hat man das alte TomTom nur verschlimmbessert? Es konnte doch eigentlich (fast) alles?

Tour-Aufzeichnung ade

Blöd auch, wenn man eine Tour aufzeichnen möchte, dies aber nicht korrekt funktioniert:
Leider hatte ich vergessen, die am ersten Tag gestartete Tour-Aufzeichnung abends zu stoppen. Als ich dies am Folgetag nachholen wollte, musste ich leider feststellen, dass das Navi absolut GAR NIX aufgezeichnet hatte…

Warum kann das Navi bei Stromausfall oder ähnlichem die bislang aufgezeichneten Touren nicht einfach zwischenspeichern und anschließend fortführen? Kann doch aus technischer Sicht kein Hexenwerk sein?

Navi an Bordstrom: „Bitte laden!“

Nach dem Tour-Start am Freitag zickt das Navi pünktlich am folgenden Dienstag vollends herum: Beim Starten des Motorrads springt es zwar einwandfrei an, schaltet sich jedoch urplötzlich während der Fahrt wieder aus.

Wie kann das, wenn es dank Aktivhalterung doch dauerhaft Strom bekommt?

Erste Vermutung: Vielleicht wurde es einfach nicht korrekt in der Aktivhalterung verankert?
Diese scheint sich zunächst zu bestätigen. Kurze Zeit später schaltet es sich allerdings erneut ab…

Hat das Navi gar einen Wackelkontakt? Ist die Aktivhalterung nicht in Ordnung? Oder stimmt irgend etwas mit der Verkabelung nicht?

Motorrad-Navi für Schönwetter-Fahrer

Auf unserer regenreichen Rückfahrt erleben wir sodann unser blaues Wunder:
Mitten während der Fahrt auf der Autobahn wechselt das Gerät die Ansicht. Unter anderem springt es in die – für die Weiterfahrt sehr „aufschlussreichen“ – Schnell-Einstellungen.

Auslöser sind offenbar Regentropfen, die als „Touch“ erkannt werden…
Aaah-ja…!

Überprüfung der Verkabelung

Zurück in der Heimat, führt der erste Weg zum BMW-Händler, um die Verkabelung prüfen zu lassen.

Das Navi ist übrigens mittlerweile vollends leergezogen und benötigt eine komplette Nacht am Ladegerät, um sich neu aufzuladen.

Ergebnis der Prüfung:
Die Verkabelung ist einwandfrei. Weder gibt es einen Kabelbruch noch sonstige Kontaktprobleme.

Nach dem Werkstattbesuch funktioniert das TomTom stromtechnisch übrigens wieder astrein.

Hatte der „Mechniker“ etwa heilende Hände…?
Im Nachhinein: Nö!
Vermutlich war es einfach zu gut aufgeladen, um schwächeln zu können.

Sardinien-Tour: Das Elend geht weiter!

Als wir donnerstags in Sardinien landen, funktioniert das Navi noch einwandfrei.

Aber dann:
Pünktlich am dritten Tour-Tag spinnt das Gerät herum, wechselt zwischendurch die Ansicht und zeigt statt der Karte die Streckendetail-Ansicht. Im weiteren Tour-Verlauf schaltet es sich dann – wie schon vom Schwarzwald gewohnt – komplett aus.

Ok, hängen wir es dann einfach mal ’ne Nacht ans Ladegerät…

Am Folgetag funktioniert es zunächst wieder einwandfrei.

Offenbar war dem Gerät die nächtliche Ladezeit nicht genug, denn spätestens am Mittag des Folgetags setzt es seine Zickereien fort.

Zwischendurch zeigt es „richtig prima“ Phänomene: Es „zuckt“, zeigt Streifen und lässt wirre Zeichenfolgen durch das Display laufen. In etwa so, als hätten sich böse Buben in das System eingehackt und würden „matrix-mäßig“ Programmcode durchlaufen lassen…

Okeeee, offenbar ist das Teil hoffnungslos verloren, aber Herumärgern im Urlaub nützt ja auch nix. Also fix auf die Old-school-Variante ausgewichen:
Stinknormale Straßenkarten studieren, sich – mangels Kartentasche – die nächsten drei/vier Wegpunkte merken und anhalten, wenn ein erneuter Blick auf die Karte erforderlich ist.

Klappt übrigens – zumindest auf Sardinien – ganz hervorragend, da die Orte zwar kilometertechnisch nicht extrem weit auseinanderliegen, man aufgrund der kurvigen Strecken jedoch langsamer vorankommt, als man eigentlich denkt!

Reklamationen kosten Nerven

Kurz vor unserem Sardinien-Urlaub fiel mir siedend-heiß ein, dass ich wegen des „Regen-Problems“ beim TomTom-Support dringend noch einen „Call“ aufgeben sollte.

Die Reklamation verläuft zunächst ein wenig schleppend:

Am 3. September erhalte ich eine Rückmeldung mit einem absolut „genialen“ Tipp:
„In diesem Fall sollten Sie das Gerät ein bisschen mehr senkrecht einstellen, so dass die Tropfen abfließen können.“

Leider komme ich erst am 9. September dazu, TomTom zu antworten – sinngemäß:
Hey, mein Navi ist so angebracht, dass es auch bei Sonne sehr gut ablesbar ist. Theoretisch müsste Wasser – bei dem gewählten Winkel – sehr gut ablaufen können. Daher bitte ich um eine praktikable Lösung!

Der Antwort fügte ich folgendes Bild bei:

2015-09-09 16.48.55

Tagsdrauf erhalte ich eine Mitteilung, dass die Support-Mitarbeiterin die Anfrage intern weitergeleitet hat. Im weiteren Tagesverlauf bekomme ich tatsächlich eine Antwort:

„Ich habe soeben die Information bekommen, dass Sie doch noch ein bisschen senkrechter das Gerät einbauen sollten. Eine andere Lösung des Problem gibt es nicht. Es tut mir leid.“

Aufgrund unserer bevorstehenden Motorrad-Tour nach Sardinien, sehe ich diese Antwort leider erst nach unserer Rückkehr. Nach unserer Rückkehr ist Call leider schon geschlossen. Da er sich nicht neu öffnen lässt, greife ich kurzerhand zum Telefon und fühle mich bei TomTom erstmals irgendwie verstanden!

Zunächst ist der Support-Mensch zwar recht verhalten, da auch er – trotz Foto – der Ansicht ist, es sei ratsam, das Navi einfach schräger anzubringen.
Supie – In dem Fall würden die Regentropfen vielleicht problemlos ablaufen. Was aber nutzt ein Navi, wenn man die Route nicht mehr sieht???

Als er von der weiteren Fehlerbeschreibung hört, geht jedoch alles fix und der weitere Support fluppt hervorragend:

Er nimmt die Fehler direkt auf, erklärt mir sehr nett die weitere Vorgehensweise (… binnen 10 Tagen gibt’s das Gerät zurück…) und kaum habe ich den Hörer aufgelegt, ziert ein Retourenschein mein E-Mail-Postfach.

Also fix eine „neutrale Verpackung“ gesucht, Navi und Aktivhalterung sicher eingetütet, Rechnungs-Kopie beigefügt, Retourenschein ausgedruckt, auf’s Paket geklebt und (am 28. September) ab damit zur Post.

Nach der Eingangsbestätigung am 1. Oktober erhalte ich erstaunlicherweise bereits tagsdrauf die Mitteilung, dass das Gerät auf dem Weg zurück sei. Nähere Infos befänden sich im Paket.

Dank des Feiertags trudelt das Gerät schließlich am 5. Oktober wieder bei mir ein. Beim Lesen der mitgeschickten Info kommt es tatsächlich zu ’nem „Boah-Effekt“:

Offenbar hat man darauf verzichtet, das Gerät zu reparieren. Stattdessen haben sie mir ein neues Gerät nebst neuer Aktiv-Halterung zugeschickt!

tomtom-retour

Nun wird’s echt spannend:

Ob das Austauschgerät wohl besser taugt als das Alte?

Dies zu testen, dürfte kein Problem sein. Immerhin steht der ungemütliche Herbst vor der Tür. Eine Jahreszeit, in der Regenschauer wahrlich keine Seltenheit sind und somit erstmals zu irgend etwas gut sein werden… 😀

 

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Susy
Susy

Geboren „Anno Pief“ (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn – keine Ahnung wieso – mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der „unendlichen Macht“ ihrer „Ernährer“ gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!*
Danach – trotz Schein – erst einmal nie aktiv gefahren und den „Virus“ eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings – umso heftiger – wieder aus… Seitdem einfach „unheilbar krank“ dem Moppedwahn verfallen. :D

http://www.motorrado.de

5 thoughts on “TomTom Rider 400: Wir haben unser Navi getötet!

  1. hallo,
    danke an louis welcher meinen fehlkauf : tomtom rider400 zurück nahm.
    aber mit was könnte ich meinen alten(tollen alleskönner) tt-rider ersetzen?
    will kein gefumme am pc, sondern wie der alte alles direkt am gerät selbst…
    über tipps würde ich mich sehr freuen.

    besste grüsse




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  2. Hallo

    Habe mein rider 400 nach einigen Aussetzern durchgedreht, die Dockung Station hat ne Macke, Platine DEFEKT. Leider finde ich die Rechnung nicht mehr, neue kostet 50Euro!




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    1. Hallo Dieter,
      sehr ärgerlich. Was den Umtausch betrifft, ist TomTom eigentlich sehr kulant. Mein TTR ist mittlerweile einmal komolett durchgetauscht inklusive Zubehör, da sich ein Teil nach dem anderen verabschiedete. Ohne Rechnung geht da aber gar nix, denke ich. Einen Versuch wäre es aber wert?
      Falls Du es online bestellt hast, kann Dir der Händler vielleicht auch eine Ersatzrechnung ausstellen?
      LG
      Susy




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