Sicher ist sicher: Sehen und gesehen werden

Nachts sind alle Katzen grau. Und nicht nur zur finsteren Jahreszeit werden Moppedfahrer gern übersehen. Was kann man tun, um im Herbst und Winter nicht unter die Räder zu geraten?

 

SEHEN…

Motorradhelm mit Kamera


Ab Dezember 2014 ließ sich der Skully AR-1 – ein Android-Motorradhelm mit Sprachsteuerung, transparentem Display, GPS und einer Rück-Kamera für 1.499 US-Dollar vorbestellen. Der Helm wird im sollte ursprünglich ab Juli 2015 ausgeliefert werden. Aber auch im Dezember 2015 wurde nichts aus der versprochenen Auslieferung. Die vorkasseleistenden Käufer schauen nun angeblich dauerhaft in die Röhre, denn der >> Anbieter (www.skullysystems.com) ist pleite (wie >> „Golem“ berichtete).

Besser sehen bei Regenfahrten

held-frescoWenn der Wetterfrosch mal zickt, artet eine Mopped-Tour recht fix in einen „Anti-Spaß-Trip“ aus. In dem Fall können zumindest Handschuhe mit Visierwischer dazu beitragen, die positive Grundstimmung aufrecht zu erhalten, denn mit Hilfe des am linken Zeigefingers angebrachten Wischers lässt sich das Helmvisier vernünftig von Regentropfen befreien.

Übrigens: Bei wasserdichten Motorradhandschuhe von Held ist ein solcher Visierwischer keine Ausnahme! <= (Nö, wir werden dafür nicht bezahlt, sondern sind ganz einfach überzeugte Held-Handschuh-Fans!;-) )

>> Zum Testbericht „Wasserdichte Motorradhandschuhe“ (www.testberichte.de)

 

Oder wie wäre es direkt mit Motorradhelm mit Scheibenwischer?

Bis zum 17. Februar 2015 lief bei der Crowdfunding-Plattform „Indiegogo“ ein Finanzierungs-Projekt für den Motorrad-Scheibenwischer Rain Pal. Das Projekt war nicht erfolgreich: >> Indiegogo-Projekt: „Rain Pal“
Offenbar ließen sich die Erfinder jedoch nicht ermutigen und machen einfach auf ihrer eigenen Webseite weiter: >> www.rainpal.vision

 

Was tun, wenn das Helmvisier beschlägt?

Um das Beschlagen seines Motorradhelms zu vermeiden, kann man es mit einem speziellen Antibeschlag-Spray besprühen. Die Zeitschrift >> Motorrad-News (www.motorrad.net) hat in der Ausgabe 10/2012 diverse Sprays getestet:
>> Zum Beitrag „Mit Durchblick: Antibeschlagmittel im Labortest“
>> pdf-Download des Beitrags mit Testergebnissen

Wer sich die Sprüherei ersparen möchte, kann sein Visier mit einer zusätzlichen Pinlock-Scheibe bestücken. Man muss das Wunderwerk jedoch nicht zwingend nachkaufen, denn viele Motorradhelme werden bereits mitsamt Antibeschlageinsatz verkauft. >> www.pinlock.com/products/lenses

Hilfe, die Sonne blendet!

Jeder Moppedfahrer fährt wohl am liebsten bei schönem Wetter. Ist man bei tiefstehender Sonne unterwegs, mutiert der Trip in einen gefährlichen Blindflug, beispielsweise bei der Ausfahrt aus einem bewaldeten Gebiet.

Bis vor einigen Jahren blieb Bikern nichts anderes übrig, als eine Sonnenbrille zu tragen oder sich für sonnige Fahrten ein zweites, getöntes Visier zuzulegen. Beides keine optimale Lösung, da der Wechsel mit Aufwand verbunden ist und man – zum Beispiel bei stockdusteren Tunneldurchfahrten – nicht schnell genug auf den Lichtwechsel reagieren kann.

Auch hierfür hat „Pinlock“ neuerdings eine Lösung:
Mit „Sun Reactive Overlay“ gibt’s jetzt eine Folie, die von außen auf’s Visier aufgeklebt wird. Sobald Sonnenstrahlen auf das Visier treffen, tönt es sich angeblich automatisch in Sekundenschnelle. >> pinlock.com/overlay

Heutzutage sind zudem diverse Motorradhelme mit integrierter Sonnenblende erhältlich. Wer mit einem solchen liebäugelt, tut gut daran, sich die „Mütze“ noch im Laden aufzusetzen und die Bedienung der Sonnenblende ausgiebig auszuprobieren:
Bei einigen Herstellern ist der Hebel zur Betätigung der Blende sehr schwergängig. Andere kamen auf die glorreiche Idee, oben auf dem Helm einen Knopf anzubringen, den man antippen muss, damit die ausgefahrene Blende wieder einfährt.
Hmm… Hat schonmal jemand von Euch bei voller Fahrt seinen Arm hochgerissen…?

Mir persönlich gefällt die Lösung der Shark-Helme ziemlich gut:
Dort sitzt der Pinockel seitlich am Helm und lässt sich leicht und schnell bedienen.
Allerdings ist mir das Sonnenvisier viel zu dunkel, so dass ich es bislang nur bei extremer Sonneneinstrahlung herunterließ. Bei derb tiefstehender Herbstsonne reichte mir der Blendschutz dabei nicht aus.

Meine Lieblingslösung für das „Sonnenproblem“ lautet übrigens nach wie vor „Sunax„:
Dabei handelt es sich um eine schmale einsteckbare Sonnenblende, die einfach dauerhaft im oberen Teil des Helms „schwebt“.
Als ich diese bei meinem damaligen „Uvex Boss“-Helm ausprobierte, war ich zunächst skeptisch und befürchtete, das Dingen könnte beim Fahren irgendwie stören. Die Sorge war völlig unbegründet: Die Blende funktioniert wie ein Käppi (einigen vielleicht auch als „Schirmmütze“ bekannt): Da die Augen dauerhaft im Schatten liegen, wird man nicht geblendet. Steht die Sonne sehr tief, reicht es aus, den Kopf minimal zu neigen. Die Blende selbst sieht man beim Fahren nicht.
Dummerweise funktioniert das Teil nicht in jedem Helm. So musste ich sie in meinem „Shoei“-Helm leider ganz doll vermissen, da sie sich dort nicht einwandfrei einsetzen ließ.
Die klassische Variante gibt’s übrigens für 19,99 Euro – unter anderem – bei >> Louis.
Weitere Infos inklusive FAQ findet Ihr auf der Sunax-Seite: >> www.sunax.de

Motorrad-Beleuchtung

LED schlägt Xenon – schlägt Halogen – schlägt H7 – schlägt H4…
Gewöhnlich sind Motorräder mit „H4“ oder „H7“-Lampen ausgestattet. Während es bei Autos einen Wandel von Halogen-Scheinwerfern, über Xenon- bis hin zum LED-Licht gab, wurden diese bei Motorrädern serienmäßig nur bei sehr wenigen Modellen verbaut.

Hier könnt Ihr Euch einen recht guten Überblick über die Möglichkeiten verschaffen:

 

… UND GESEHEN WERDEN

 

Warnwesten

Der eine findet sie grauselig und würde sein Hobby aufgeben, wenn es zu einem Warnwesten-Zwang käme – der andere findet sie unverzichtbar.

Die Westen gibt’s an jeder Ecke für zwei Pfennig fuffzig. Zum Motorradfahren sind viele der Billig-Artikel ungeeignet, da sie unkontrolliert herumflattern.

Im März 2010 hat die Zeitschrift „Motorrad“ Warnwesten getestet:
>> Zum Test (www.motorradonline.de)

Wer es exklusiver möchte, gönnt sich eine Warnweste des Herstellers seines Vertrauens, zum Beispiel

Von „Dane“ gibt es eine Motorradweste, die mit LED-Leuchten bestückt ist:
>> LED-Motorradweste „Viborg“ von „Dane“ (www.motoport.de)

Daneben gibt’s auch witzige Varianten:

Bei Amazon könnt Ihr Warnwesten mit Eurem Wunsch-Text-Aufdruck bestellen:


(www.amazon.de)

„Bikerdream“ bietet personalisierte Warnwesten an. Oder greift einfach auf die vorgefertigten Texte wie „Lumpensammler“ oder „Hetz mich nicht“ (mit Kuh-Aufdruck) zurück?
>> www.bikerdream.de

Das Motorradbekleidungs-Label „Icon“ bietet spezielle Warnwesten für Mädels – wahlweise in pink oder klassisch gelb – an.

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Bestellbar beispielsweise bei >> www.motoin

Wie der „Postillon“ „glaubhaft“ versicherte, sollen übrigens auch Rehe und Hirsche mit Warnwesten ausgestattet werden:
>> Warnwestenpflicht für Rehe und Hirsche soll Zahl der Wildunfälle reduzieren
Darüber hinaus gibt’s auch >> Warnwesten für Hühner 🙂

 

Beleuchtete Motorradkleidung

Die meisten Motorradjacken verfügen über reflektierende Einsätze, die leuchten, wenn ein Scheinwerfer sie anstrahlt.

Einen Schritt weiter geht die Night-Eye-Serie von „Macna“:

Motorradbekleidungs-Hersteller „Macna“ hat mit der Serie „Night Eye“ Moppedklamotten auf den Markt gebracht, die komplett im Dunkeln leuchten, sobald sie angestrahlt werden. Großer Vorteil: Tagsüber sieht man der Kleidung ihre leuchtenden Eigenschaften nicht an und sie kommt ganz normal (in schwarz, grau oder hellgrau-weiß) daher. >> Night-Eye-Motorradbekleidung von Macna
Kaufen könnt Ihr die Kleidung unter anderem bei >> Hein Gericke.
>> Jörg Wenzel (www.whyaskwhy.net) hat die Klamotten mal ausprobiert und verrät Euch, wo Ihr sie günstig bestellen könnt.

LED-Jacke von „Dane“
2013 brachte auch die Firma „Dane“ mit der „Lynsted“ eine LED-bestückte Jacke heraus:
>> www.dane.de
Irgendwie fanden wir das Teil aber online nicht mehr.


LED-Jacke von „Triumph“

Triumph bietet mit der „Light-Jacke“ eine abriebfeste Tourenjacke (600D Dupont Cordura®), die auf der Front- und Rückseite mit LED-Leuchten (vorne weiß, hinten rot) bestückt ist. Gespeist werden sie von einer leichten Batterie, die sich einfach per USB-Anschluss aufladen lässt. Zusätzlich bietet sie anthrazitfarbene 3M®-Reflexbiesen und -einlagen, eine herausnehmbare Softshell-Jacke und verdeckte Air-Flow-Belüftungen. >> www.triumphmotorcycles.de

LED-Blink- und Brems-Lichter für Motorradkleidung

Bei Black Flare lassen sich Motorradjacken und -Westen mit Blink- und Brems-LED-Lichtern ausstatten. Was geht, seht Ihr hier:

Nähere Infos dazu gibt’s bei >> backflare.com

Eine weitere interessante Jacke fanden wir bei >> www.visijax.com. Die Jacke vom Typ „Commuter“ wurde eigentlich für Radfahrer entwickelt und begeistert unter anderem mit einer Art „Blinker“!

 

LED-Motorradhelm

Zum Saisonbeginn 2015 bracht Helmhersteller „Shark“ einen besonderen LED-Motorradhelm auf den Markt: Das Modell „Skwal„.

Der Clou: Der Integralhelm ist auf der Front- und Rückseite mit kleinen LED-Leuchten bestückt, die man bei Bedarf wahlweise dauerleuchten oder blinken lassen kann. Ein Sonnenvisier ist ebenfalls integriert. Die einfarbige Variante gibt’s (regulär) für 229 Euro, der Helm mit Dekor kostet regulär 249 Euro. Achtet auf Schnäppchen: Hier und da könnt Ihr den Helm bereits für 199,90 Euro ergattern!

Das Grundmodell (schwarz) könnt Ihr bei jedem zweiten Motorradbekleidungs-Händler begutachten. Die Dekor-Helme gibt’s meist nur auf Vorbestellung.

Unter anderem ist der „Skwal“ erhältlich bei >> www.fc-moto.de

Ich persönlich finde das Teil übrigens klasse: Nicht wegen dem Blink-Blink, sondern weil der „Helm“ einfach ziemlich gut sitzt und mir das Dekor gefällt. 😀

Falls Euch das alles nicht zusagt…

… verpasst Eurem Mopped doch einfach einen Electroluminescent-Anstrich?

Erfinder des im Dunkeln leuchtenden Lacks „Luminor“ ist die in Daytona (USA) ansässige Firma „Darkside Scientific“. Die Farbe lässt sich ganz einfach auf diverse Materialien auftragen, beispielsweise auf Holz, Metall oder Fiberglas und in aqua, blau, grün, weiß und orange erhältlich. Die wasserbasierte Sprühfarbe basiert auf Elektrolumineszenz und leuchtet beim Anlegen elektrischer Spannung. Keine Ahnung, wie genau das funktioniert…

Weitere Infos dazu gibt’s >> im Blog von bikeornot.com oder bei >> www.lumilor.com („Lumilor Electroluminescent Coating“)

Reflektierendes Spray

Eine Alternative bietet das reflektierende Spray des schwedischen Anbieters „Albedo“:
Für’s Motorradfahren eignen sich folgende Varianten:

  • das halbtransparante, auswaschbare „Invisible Bright“ für Textilien
    z.B. erhältlich bei Reflektierendes Spray (www.polo-motorrad.de)
    (100ml: 17,95 Euro)

  • das silbergraue „Permanent Metallic Spray“, z.B. für’s Motorrad (200ml: 24,95 Euro)

 

Wie verbessert Ihr Eure Sicht bei Sch…wetter? Und was tut Ihr, um besser gesehen zu werden?

Wie immer freuen wir uns über Eure Tipps, Meinungen und Anregungen!

 

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

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