Schwarzwald-Tour 2016

Die Mehrheit hat entschieden: Unsere jährliche Wochentour führt uns erneut in den Schwarzwald. Wiederholungen sind uns eigentlich zuwider, daher kümmern wir uns um eine Bleibe im nördlichen beziehungsweise mittleren Teil.

Freitag, 20. Mai 2016: Anfahrt Teil 1

Da nicht alle unter einen Hut zu bekommen sind, reisen wir in vier Gruppen an:
Bernd fährt am Samstag in einem Rutsch durch. Anja und Blomy setzen auf die Komfort-Variante per Auto und Anhänger und mimen netterweise den Packesel für den gesamten Rest.

Helmi, Natze, Richard, Andreas, Jochen und Heinrich starten bereits am Freitag gegen 14:00 Uhr und planen eine spontane Zwischenübernachtung. Auf ihrer rein navigeführten Anfahrt verbringen sie zunächst über eine Stunde damit, jede nur denkbarer Kurve der angrenzenden Großstadt Dortmund kennen zu lernen, um dann später hotelsuchtechnisch Stress zu schieben…

Haben wir offenbar irgendwie geahnt, vorab per >> HRS ein Hotel in Diez vorgebucht und machen uns ebenfalls am Freitag im Alleingang auf den Weg.

Unser ultimativer Plan zur Vermeidung des wochenendtypischen Verkehrschaos rund um den Ruhrpott funktioniert: Über Land geht’s zunächst zur Autobahnauffahrt Dortmund-Mengede und wir folgend er A2/A45 bis Meinerzhagen.

Kaum runter von der Bahn, darf unser „TomTom Rider 400“ ran. Der Auftrag: „Finde eine tolle Strecke nach >> Diez, aber bewahre uns vor der Autobahn!“ Klappt trotz anfänglicher Skepsis besser als gedacht und unser „Hassobjekt“ zeigt uns tatsächlich Strecken, die uns beinahe schwärmen lassen…

Diez an der Lahn

Das urige >> City-Hotel Garni Diez liegt in einer schmalen Sackgasse mitten in der City. Eine vor dem Haus chillende Dame winkt uns weiter zum Parkplatz und gibt uns zu verstehen, dass wir unsere Moppeds gefälligst unter dem Carport statt unter dem drei Stunden später sichtbaren Sternenhimmel parken sollen. Ok, überredet! 😉

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Nach einem sehr herzlichen Empfang durch die Jungchefin beziehen wir das gebuchte „Economy-Zimmer“. Dies ist etwas eng, aber gemütlich eingerichtet und für eine Nacht völlig ok. Wir buchen direkt das Frühstück nach, das mit acht Euro pro Person berechnet wird. Daraufhin drückt sie uns einen Zettel in die Hand und bittet uns, unser Wunschfrühstück anzukreuzen. Etwas schräg, aber was soll’s?

Nach dem Duschen folgen wir der Hotelempfehlung und lassen uns zum Essenfassen im sonnenschirmgeschützten Biergarten der Pizzeria „La Piazza“ nieder. Die Pizzen sind gut belegt und megalecker.

Leider kann eine dicke Regenwolke nicht an sich halten und es wird empfindlich kühl. So fühlen wir uns genötigt, weiterzuziehen und drehen eine Runde durch das hübsche Örtchen an der Lahn mit seinen zahlreichen Jugendstilhäusern.

Über der Altstadt thront das imposante hochmittelalterliche >> Grafenschloss, das heutzutage ein Jugendgästehaus beherbergt.

Am nördlichen Stadtrand liegt das >> Barockschloss Oranienstein.

Und wer auf Schiffsfahrten steht, kann sich auf der >> Lahnarche II, einem 25-Meter-Floß über den Fluss schippern lassen.

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Auf der Suche nach einem Biergarten steuern wir zunächst das >> Mojitos Bar Lounge Café an. Hier gibt es zumindest einige wenige Außenplätze am ortseigenen Bächlein „Aar“.

Am Eingang erfahren wir, dass heute eine Abi-Fete steigt und fünf Euro Eintritt fällig wird. Dafür verspricht man uns Getränke zum ermäßigten Preis. Mangels erkennbarer Kneipen-Alternativen kaufen wir Tickets und schauen uns um. Hmmm, dumm gelaufen: Während im Außenbereich alle Tische belegt sind, herrscht in dem auf Disco getrimmten Schuppen-Innern gähnende Leere. Als man uns statt eines kühlen Radebergers vom Fass eine Halbliter-Gallone Becks serviert, verlassen wir fluchtartig das Lokal; insgesamt um 17 Euro ärmer. Nein, wir haben Urlaub, wir ärgern uns NICHT!

Nächste Station: Die >> Oldiekiste im Herzen der Altstadt. Leider ohne Biergarten, allerdings ist das Rauchen im schummerig-gemütlichen Kneipeninneren erlaubt und die Stimmung scheint gut zu sein. Prima, hier bleiben wir!

Eine gute Entscheidung: Wir erleben einen vergnüglichen Abend mit unseren Tischnachbarn Frank und Michael, ihres Zeichens mitteilsam, viel gereist und geschichtlich bewandert. Die beiden verraten uns so viel über Diez und Umgebung, wie es ein Stadtführer nicht hätte besser machen können.

Nach einer viel zu langen Nacht fallen wir lange nach Mitternacht todmüde in die Falle.

Dass wir unsere Kneipen-Klamotten später nicht nur tage- sondern auch nächtelang auf dem Hotel-Balkon auslüften müssen, verschweigen wir hier mal bewusst…

Kneipen-Drama in Diez:

Wie uns unsere abendlichen Unterhalter mitteilten, schließt die „Oldiekneipe“ diesen Sommer leider dauerhaft ihre Tore. Besonders tragisch deshalb, weil der Vollblut-Wirt am Abend die Musikwünsche seiner Gäste entgegennahm und sich die musikalischen Vorlieben der Anwesenden größtenteils mit den unseren deckten…

Angeblich wird auch die „Mojitos-Bar“ geschlossen.

Wo man sich künftig abendlich im schönen Diez vergnügen kann, wissen wir leider nicht…

Samstag, 21. Mai 2016: Anfahrt Teil 2

Das kredenzte Hotel-Frühstück ist einfach jeden Cent wert: Die Teller sind liebevoll mit frischen Früchten dekoriert, die Portionen reichlich und die Brötchen – ohne Übertreibung – die köstlichsten, die wir jemals verspeist haben.

Nach dem Hotel-Checkout darf erneut unser „TomTom Rider 400“ ran, dem wir bereits zu Hause eine attraktive Route Richtung Schwarzwald eingehaucht haben. Eigentlich sollte uns diese ein Stückchen durch den Westerwald, dann über den Rhein und schließlich über Bad Bergzabern in den Elsass führen, damit wir von dort aus nett in den Schwarzwald schwingen können.

Dumm nur, wenn man dringend eine Tankstelle benötigt, sich eine solche auf der kurvenreichen Strecke aber beim besten Willen nicht zeigen mag. Als die verbleibende Spritreichweite bedrohlich abnimmt, befragen wir kurzerhand echte Menschen nach der nächsten Tankmöglichkeit. Diese führt uns leider in die entgegengesetzte Richtung. So bleibt uns nach dem Tankstopp leider nix anderes übrig, als unser Navi nach einer Alternativstrecke mit Routenoption „Autobahn-vermeiden“ zu befragen.

Danke liebes Navi, dass Du uns eine komplette Wiesbaden-Durchquerung beschert hast! Auch die Sightseeingfahrt durch Mainz fanden wir äußerst „spannend“. Besonders begeistert hat uns letztendlich Deine weitere Streckenführung über unattraktive Nebenwege im Zickzack durch die Pampa…

Nachdem wir in Landau vergeblich eine Anhaltemöglichkeit mit direkter Sicht auf unsere Moppeds gesucht haben, ist die Stimmung ein wenig getrübt. Eigentlich ist uns nach Kaffee und Eis… Ich weiß ja nicht, wie’s Euch so geht, aber längerer Kaffee-Entzug macht Menschenskinder wie meinereiner schon ein wenig unleidlich…

Von den gestiegenen Temperaturen geschlaucht, erreicht uns kurz vor Karlsruhe eine Überraschung der wenig netten Art:
Statt der Route erscheint auf dem Navi-Display „Stromverbindung getrennt„. Kurz darauf verlässt es uns mir-nix-dir-nix mangels Saft. Och neee, nicht schon wieder! Was haben wir Dir bloß getan, dass Du uns so quälst? 🙁

Anhalten, Steckverbindung prüfen und am Kabel wackeln hilft leider nicht.
Also auf zu Plan B: Straßenkarten rauskramen, Route suchen und möglichst viele der nun folgenden Eckpunkte verinnerlichen. Immerhin muss die Karte mangels Tankrucksack in der geschlossenen Hecktasche weilen. Macht auch nix, denn wir leiden mittlerweile ohnehin an dieser „Irgendwie-zu-kurze-Arme-Krankheit“; Kartenlesen während der Fahrt ginge somit eh nicht (mehr).

Praktisch übrigens, wenn die detaillierten Straßenkarten tief vergraben genau in der Packrolle schlummern, die im Laufe des Tages per „Gepäck-Taxi“ Richtung Schwarzwald rollt. Da liegen sie echt gut!

Egal. Gibt’s statt schöner Tour zum Zielort halt den einfachen Weg: Ein Stückchen über die Autobahn Richtung Karlsruhe, Straßburg und schließlich Baden-Baden. Zum Glück ist die B500 (Schwarzwaldhochstraße) gut ausgeschildert. Nach der nervigen Ortsdurchfahrt werfen wir an der nächsten Rast-Location den Anker, der >> Geroldsauer Mühle“.

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Moppedfreundliche Geroldsauer Mühle: Hier gibt’s eigene Motorradparkplätze.

Dank fortgeschrittener Uhrzeit ist der größte Ansturm offenbar vorbei. Immerhin tummeln sich im Wirtshaus-Biergarten noch diverse Biker. Prima. Befragen wir jene doch gleich nach all den B500-Sperrungs-Schildern, die uns bei der Ortsdurchquerung ins Auge stachen. „Nööö, alles gut: Die Sperrung betrifft nur die entgegengesetzte Fahrspur“, versichern sie uns. – Okay, also weiter!

Tatsächlich treffen wir nach einer Weile auf eine Baustelle und die Strecke wird einspurig.
Hmmm… Irgendwie ist hier so absolut gar nichts los? – Ist das um diese Uhrzeit etwa immer so oder haben wir gar eine Sperrung übersehen?. Als wir auf zwei cruisende Einheimische aufschließen, sinkt der Puls. Eigentlich müssten es jene welche ja irgendwie am besten wissen…

Kurz nach dem ersten Abzweig Richtung Achern springt meine Tank-Reserveleuchte an. Pi mal Daumen müsste der Sprit noch locker bis zu unserem Zielort reichen. Mag ich allerdings heute nicht antesten. So nehmen wir die nächste Abfahrt Richtung „Achern“. Gut so, denn die kurvige Straße ist einfach nur endgeil!

Nach dem Tanken geht’s zurück auf die B500, weiter Richtung Mummelsee, vorbei an den >> Allerheiligen Wasserfällen und dann über Oppenau, Löcherberg und Nordrach nach >> Zell am Harmersbach, unserer Heimat für die kommende Woche.

Als wir am Hotel aufschlagen, sind alle anderen längst vor Ort. Also fix die Moppeds abstellen, einchecken und ab auf die Restaurant-Terrasse zum Essenfassen und Pilsbier-Verköstigen.

Das familiengeführte >> Hotel-Restaurant Sonne am Ortseingang der 8.000-Seelen-Gemeinde „Zell am Harmersbach“ erweist sich als sehr gute Wahl:

Die Hotelzimmer sind geräumig und selbst die sperrigen Moppedkoffer lassen sich locker-flockig unterbringen. Die Einrichtung ist nicht nur nett anzuschauen, sondern auch praktisch: Neben einem bequemen Doppelbett mit ordentlichen Matratzen erwarten uns zwei Sessel, ein kleiner Tisch, eine großzügige Ablagefläche, ein großer Flachbild-Fernseher und ein möblierter Balkon.

Netterweise stellen uns die Hoteleigner – ganz ohne Nachfrage und wie selbstverständlich – kostenlos zwei Garagen zur Verfügung, so dass wir unsere Moppeds auch nachts gut aufgehoben wissen. Was will man mehr?

Im hoteleigenen Restaurant könnt Ihr „gutbürgerlich“ essen und den Abend nett auf der Außenterrasse ausklingen lassen. So das Wetter mal nicht passt, ist es auch kein Problem: Auch im Inneren der Gaststätte gibt’s zahlreiche Sitzplätze.

>> Zell am Harmersbach (Kreis Offenburg) liegt im Harmersbachtal, einem Seitental der Kinzig, in der Ferienregion „Brandenkopf“ im mittleren Schwarzwald.

Der knapp 8.000-Seelen-Ort ist – dank guter Infrastruktur – ein lohnenswertes Touri-Ziel: Neben einer Einkaufsstraße gibt’s ausreichend Restaurants und Gaststätten; außerdem drei fußläufige Supermärkte (Edeka, Penny und Norma) und gleich ebenso viele Tankstellen!

Wie aus den Vorjahren gewohnt, herrscht am ersten Abend in der Ferne eine besonders heiter-aufgekratzte Stimmung und wir hocken noch lang nach Sonnenuntergang draußen.

Andere „Länder“, andere Sitten…

Da bestellt man im heimatfernen Baden-Württemberg ein Pilsbier und was wird uns kredenzt? – „Dortmunder Kronen Export“! – Die Heimat lässt grüßen!

Als die Wirtin die nächste Rutsche Bier serviert, fragt sie uns Frauleuts: „Wollt Ihr einen Teppich haben?“

Anja schaut mich an – ich schaue Anja an… – Wie jetzt? – Ratlosigkeit beherrscht unsere ungläubigen Gesichter: Will die uns jetzt ’nen Perser andrehen oder ist sie gar von allen guten Geistern verlassen?
Nicht minder irritiert wirkt unsere Wirtin auf unsere Frage: „Was sollen wir denn mit ’nem Teppich“?

Lange Rede, kurzer Sinn: Fragt man Euch im Schwarzwald nach ’nem „Teppich“, antwortet einfach mit „ja“, falls es Euch fröstelt, denn dann werdet Ihr ratzfatz mit einer wärmenden Decke versorgt! 😀

 

Sonntag, 22. Mai 2016: Murgtal, B500 & Co

Nach einer geruhsamen Nacht stürzen wir uns auf das liebevoll angerichtete und sehr gut bestückte Frühstücksbuffet, um das sich die aufmerksame Senior-Chefin höchstselbst kümmert.

Wie gewohnt, verläuft der erste Tourstart ein wenig schleppend. Natürlich hatten „unsere Jungs“ auch wesentlich Besseres zu tun, als sich die geplanten Touren bereits daheim auf ihre Navis zu ziehen und verbreiten am ersten Morgen lieber Stress…

Nachdem sich Blomys Vorfahrkünste – dank seines TomTom Riders 2013 – auf unserer letztjährigen Tour bewährt haben, ist es nur logisch, dass er auch in diesem Jahr die Führung übernimmt:

Zunächst geht’s über Kniebis Richtung Bad Peterstal-Griestal. Kaum haben wir uns auf den netten kurvigen Straßen eingeschwungen, wirft uns‘ Tourguide plötzlich den Anker und führt uns steil rechts hoch auf irgendeinen einsamen Berghang. Hmmm… Wenn der Weg denn mal nicht in irgendeiner Sackgasse endet…?

Nach nicht endenwollendem Herumgeschleiche über einen maximal zwei Meter breiten Waldweg mit null Aussicht, landen wir schließlich in Freudenstadt, wo unseren Mitfahrern nach einer Mittagspause (in einer Eisdiele!) ist.

Als wir unsere Tour fortsetzen, passieren wir keine 500 Meter weiter diesen ach so berühmten >> Freudenstädter Marktplatz…

Weiter geht’s an der schönen Murg entlang, über Klosterreichenbach, Schönmünzach und Raumünzach Richtung Schwarzenbachtalsperre und Forbach. Tolle Kurven, tolle Landschaft! Aber Anhalten? Nööö, ist wohl Luxus… Grrr…

Leider hat sich in einer Kehre ein Moppedfahrer gelegt. Ausreichend Helfer sind bereits vor Ort und zum Glück scheint’s – zumindest gesundheitstechnisch – glimpflich ausgegangen zu sein.
Kurz darauf finden wir uns plötzlich auf der B500 wieder und passieren den Mummelsee.

Am dortigen >> Bikertreff anhalten? – Ach was: Keine Zeit für sowas!

Dann wenigstens danach, an den >> Allerheiligen-Wasserfällen? – Nööö – Wieso auch…?

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Stattdessen lieber ein Tour-Stopp irgendwo mitten in der Pampa…

Eigentlich hatten wir unseren Tourguide beim Halt in der Wallachei auf einen „Kaffeetrink-Stop“ geeicht.
Irgendwas muss er wohl falsch verstanden haben. Oder warum sonst führt er uns erneut über holprige Schleichwege an irgendwelchen blöden Hügelrücken entlang?

Gefühlte Stunden später landen wir endlich in einem winzigen Ort und er hält – oh Wunder – tatsächlich an. … was ihn im allerletzten Moment vor einem kollektiven Lynch-Akt rettet.

Offenbar ist heute der Tag der Extreme: Zumindest wundert’s meinereiner nicht, dass wir nach all der der langen, stoppfreien Gurkerei übermäßig ausgedehnt in der Gaststätte herumlungern…

Mittlerweile ist von dem nett-warmen Tag nicht mehr viel übrig; es ist beinahe unerträglich schwül. Die Folge: Konzentration gleich null!
Nach der künstlich in die Länge gezogenen Rast haben Bernd, Norby und meinereiner die Faxen dicke und fahren heim, während der offenbar hitzeresistente Rest der Mannschaft lustig weitertourt.
Naja. Zumindest bis sie sich irgendwie gegenseitig in die Karren fahren… Was zum Glück nur kleinere Sachschänden nach sich zieht…

In Zell drehen wir drei per pedes eine Runde über Stadtfestmeile und lassen uns in der Pizzeria „La Piazza da Pietro“ am Storchenturm nieder, auf dem hin und wieder tatsächlich ein riesiges, lebendiges Exemplar thront. Die Pizzen sind leicht verbrannt, der Salat mit Putenbrust allerdings top.

Die anderen speisen nach ihrer Tour-Rückkehr griechisch und loben das >> „Poseidon“ in den höchsten Tönen.

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Rückkehr der Meute…

Als wir uns allesamt im Hotel wiedertreffen, hat es sich mittlerweile eingeregnet und wir flüchten ins Gaststätten-Innere. Leider wird unser abendlicher Ausklang ein wenig verkürzt, da die Jung-Chefin wegen des Stadtfest-Stress am Tage „gar“ ist und das Lokal gern vorzeitig schließen möchte.

Ist den „Senioren“ unter uns offenbar gar nicht so unrecht und sie nutzen die Chance, völlig legitim in ihre kuscheligen Hotelbetten zu fallen. Zu fünft hocken wir uns – wie die Penner – auf die Stufen der schräg gegenüberliegenden Volksbank und ergötzen uns am >> Rothaus Tannenzäpfele-Flaschbier, das uns die Wirtin netterweise noch verkauft hat. Erstaunlich lecker! 🙂

Montag 23. Mai 2016: Moto-Shopping im Schwarzwald

Irgendwie macht das Wetter heute Ernst. Nicht nur, dass ausgiebig regnet, nein: Das Thermometer klettert gerade mal auf 12 Grad und so ist Schnattern angesagt….
Blöderweise hat der Regen offenbar den kompletten Umkreis im Griff. Ausweichen unmöglich! Dank dieser Tatsache verfallen unsere Mitfahrer in eine vermutlich ansteckende Lethargie, die sie offenbar daran hindert, das Hotel zu verlassen.

Da wir das geballte Elend nur schwer ertragen, schnappen Norby und meinereiner uns den zimmereigenen Regenschirm, latschen zum Bahnhof, erklimmen die Bimmelbahn nach Biberach und nehmen den Zug in die nahegelegene >> Kreisstadt Offenburg. Unsere Mission: Shoppen!

Praktisch: Nächtigt man im Schwarzwald, wird normalerweise eine Kurtaxe fällig. Dafür erhält man allerdings die >> KONUS-Gästekarte, mit der man kostenlos alle Busse und Bahnen im gesamten Umkreis nutzen kann.

Gern hätte ich mir ein Paar Lederschuhe zugelegt, da mir die mitgeführten Sportschuhe mit Mash-Einsätzen nasse Socken bescheren. Trotz Abgrasen jedes einzelnen Ladens leider erfolglos.
Merke: Leder-Sportschuhe gibt’s nur im Herbst und Winter!

Nachdem wir uns mit Kaffee aufgewärmt haben, schlendern wir zurück Richtung Bahnhof und wundern uns nicht schlecht: Urplötzlich laufen uns Anja und Blomy über den Weg!

Motorrad-Shopping im Schwarzwald und Elsass

Um die drohende Langeweile zu erschlagen, lassen wir uns in ihrem mitgeführten Bürgerkäfig nieder und fahren zur örtlichen >> Motorrad-Ecke.

Die dortige Auswahl ist zwar ganz passabel, allerdings ähnlich Held- und Alpinestars-lastig wie in unserem >> heimischen Louis-Shop in Münster. Immerhin ergattert Norby ein Paar reduzierte >> Held-Handschuhe (selbstredend mit „Wischer“ am linken Zeigefinger! :-))

Nächstes Ziel: Die bereits zu Haus gegoogelte >> Biker-Zone in Rheinmünster-Stollhofen: Der Laden ist allerdings nur im Internet groß. In der realen Welt versteckt sich die Location in einem Megakaff und bietet lediglich eine begrenzte Auswahl, die vorrangig aus Lederkombis besteht.

Ok, dann halt weiter zu >> DAFY-Moto in Souffelweyersheim, einem Vorort von Strasbourg…

Das PKW-eigene Navi führt uns zur Rheinfähre nach Greffern. Als wir nach Drusenheim in Frankreich übersetzen, wundern wir uns, dass sich niemand bequemt, für die Überfahrt zu kassieren. Erst im Nachhinein erfahren wir, dass zwischen Zwischen Deutschland und Frankreich (Elsass) verkehren kostenlose Rheinfähren verkehren:

  • Rhinau (F)- Kappel-Grafenhausen (D)
  • Seltz (F) – Plittersdorf (D) (Gierseilfähre)
  • Drusenheim (F) – Greffern (D)

Der Dafy-Laden (28 rue de Tuileries in Souffelweyersheim) ist erstaunlich groß und bietet eine stattliche Auswahl an Motorradbekleidung. Unter anderem gibt’s hier Marken, wie >> Ixon und >> Bering, die man bei uns daheim vergeblich sucht.

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Anders als in Deutschland denkt man in Frankreich offenbar auch an bikende Frauleuts
Allerdings törnen die Preise ziemlich ab…

Direkt um die Ecke liegt das >> American Motorcycle Warehouse (www.customparadise.fr), das just am 18. März 2016 seine Pforten öffnete.

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Ein echtes Mopped-Klamottenparadies, nicht nur für die Cruiser-Fraktion, sondern auch für Biker-Ladies!


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Die Krönung unter all dem Blink-blink: eine pinkfarbene Warnweste!

Ebenfalls fußläufig erreichbar sind ein (großer) >> Triumph und ein Kawa-Händler. Dummerweise haben beide montags geschlossen, so dass wir uns an den Schaufenstern die Nasen plattdrücken.

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Hätten wir uns in diesem Industriegebiet weiter umgesehen, hätten wir weitere Moppedläden finden können. Konnten wir jedoch nicht ahnen.
>> Google-Karte zum Thema Motorrad rund um Straßbourg

Nach unserer Rückkehr fangen wir die Daheimgebliebenen ein und machen uns auf zum Essenfassen in der >> Pizzeria Krone, die Jochen im Laufe des Tages ausgespäht hat. Gute Wahl, sehr lecker!

Den restlichen Abend geben wir wirklich alles, um diesen uneinsichtigen Wetterfrosch zu ersäufen…

Dienstag, 24. Mai 2016: Motorradmuseum und so…

Neuer Tag, neues Glück…?
Nö! Erneut empfängt uns der Schwarzwald mit Regen und Temperaturen fernab jeglicher Wohlfühlgrenze.

Nach einem ausgedehnten Frühstück checken wir die Zeller Einkaufsstaße.

Zum Mittag wird’s zwar trockener, allerdings kaum wärmer. Für unsere Mopped-Süchtigen Grund genug, durchzustarten und bei >> Touratech in Niedereschach vorbei zu schauen.

Bernd, Norby und meinereiner spielen mangels warmer Kleidung lieber Weichei, bleiben unserem Örtchen treu und besuchen das >> Motorrad- und Spielzeugmuseum Breig.

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Das im Mai 2015 eröffnete Museum bietet über 80 historische Fahrzeuge, von Adler über BMW, und Kreidler bis hin zu NSU und Zündapp.
Fazit: Sehr empfehlenswert!

Abends speisen wir gemeinsam beim Griechen („Poseidon“). Lecker!

Als wir zum Hotel zurückkehren, trauen wir unseren Augen kaum: Die Hotel-Restaurant-Rollos sind bereits unten; das Wirtshaus hat geschlossen! Dabei ist doch erst morgen Ruhetag?

Zufällig treffen wir den Jungwirt im Außenbereich an. Jener erklärt uns, dass sie den ganzen Tag vergeblich auf Gäste hofften und schließlich beschlossen, die Gaststätte mangels Publikum vorzeitig zu schließen.

Doof jetzt, aber egal. Immerhin versorgt er uns mit alternativen Einkehr-Tipps. Wir entscheiden uns für die nahegelegene Raucherkneipe „Bistro Florian“.

Passt! Dank der dortigen, aufmerksamen Wirtin muss man sich schon sehr blöde anstellen, um zu verdursten!

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Finde den Fehler!
Ein zaghafter Griff an die Aktivhalterung reichte aus, um bei der abendlichen Navi-Problem-Begutachtung eine Ecke des Teils abzubrechen… – Hört denn dieses Navi-Pech eigentlich niemals auf???

Mittwoch, 25. Mai 2016: Tour zur Wutachschlucht

Hurra, endlich ist uns das Wetter wieder hold! 🙂

Während die anderen ihre Mopped-Tanks befüllen, leihe ich mir in der angeschlossenen Kfz-Werkstatt eine Prüflampe um zu checken, ob an der Aktivhalterung meines Ätz-Navis überhaupt Strom ankommt. Hurra, dahingehend alles gut!

Weiteres persönliches Highlight: Ab sofort habe ich endlich wieder den Überblick, da uns Natze gestern so nett war, meine (von zu Haus mitgebrachte) Kartentasche auf den Tank meiner F 800 R zu friemeln.

Sodann folgen wir unserem Vorfahrer Blomy. Dessen Navi führt uns zunächst nach Freiburg, wo er das Schild zum „Schauinsland“ bewusst (oder unbewusst?) ignoriert.

Auch das >> Höllental mit dem legendären Hirschsprung, ist ihm keinen Halt wert.
Immerhin nimmt er jedoch Kurs auf den >> Titisee (Sozia Anja sei Dank!):

Bikerfreundlicher Titisee!

Fährt man auf dem Titisee-Großraum-Parkplatz „T1“ bis zum Ende durch, findet man dort einen exklusiven Parkraum für Motorräder, auf dem man diese kostenlos abstellen kann.

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Kaum sind wir von unseren Böcken gestiegen, eilt uns eine Dame mit örtlicher Ortnungsamts-Weste entgegen. Oje, was will DIE denn jetzt???

Statt Anpfiff (wofür auch immer) versorgt sie uns mit nützlichen Hinweisen:
So erfahren wir nicht nur, dass wir unsere Helme und Klamotten in kostenlosen Schließfächern (gegen ein rückgezahltes Pfandgeld von einem Euro) unterbringen können. Sehr nett, vielen Dank!

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Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir bereits im Städtchen und passieren auf dem Weg zum See diverse Eisdielen, Fressbuden und Shops. Dass es dort einen Schuhladen gibt, der massig Sportschuhen zu Sonderpreisen anbietet, finde ich persönlich jetzt ziemlich gemein…

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Am See selbst wartet nicht nur ein Ausflugsboot, sondern es lassen sich auch Boote jedweder Art mieten.

Nach dem Halt geht’s weiter Richtung >> Schluchsee und sodann Richtung Rothaus, vorbei an der >> gleichnamigen Brauerei (Badische Staatsbrauerei Rothaus) und weiter über Bonndorf und Münchingen. Sehr nette Sträßchen!

An unserem Tages-Tourziel, der >> Wutachschlucht, setzt unser Tourguide seinen Weg unbeirrt fort. Ehe wir uns versehen, sind wir bereits in Löffingen, fernab der Schlucht. Aaaaaaah!!!

Beim Kaffee-Stopp im Örtchen hagelt’s verbale Dresche für unseren Rudelführer.
Nach dem Halt leisten sich diverse Tourteilnehmer waghalsige Aktionen, die ihren Nachfahrern den Atem stocken lassen und hier besser unkommentiert bleiben… GRRRR!

Schließlich gelingt es uns, uns allesamt gnadenlos zu verlieren:
Während das führende Trüppchen lustig Kurven schrubbt, wartet eine Person brav an einer Abbiegekreuzung auf ihre Nachfolger. Allerdings vergeblich, da die ihr Folgenden sich irgendwie blöde verpasst haben…

Nach einer gefühlten Ewigkeit sind alle Mitfahrer erfolgreich wiedereingesammelt und Helmi übernimmt mit seinem Uralt-TomTom die Führung.

Selbstredend lotst auch er uns über engste Schleichwege. Schließlich landen wir an der schönen >> Hexenlochmühle , nehmen die K5731 nach Wildgutach und von dort aus durch den Simonswald.

Iwooo: Natürlich halten wir weder an dem hübsch-antiken Gebäude aus dem Jahr 1825 (mit Restaurant und Terrasse), noch sonst irgendwo. Wäre ja auch zu blöde, wenn Touris wie wir diese schöne bizarre Schlucht-Landschaft wegfotografieren würden…!

Irgendwie gerät unser Vorfahrer in einen nicht mehr steuerbaren Kurvenrausch. Oder wie sonst ist die Tatsache zu erklären, dass er sämtliche Anhaltemöglichkeiten ignoriert?

Unendliche Kurven später gelingt es einigen Wagemutigen, unseren Leithammel einzufangen und ihn zur Umkehr zu nötigen. So wird uns im > Gasthof Hintere Höfe (Freiamt-Ottoschwanden) endlich mal wieder ein Päuschen zuteil.

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Zurück „daheim“ (Zell) testen wir den nächsten Hotel-Wirt-Tipp an, das >> Restaurant Bräukeller.

Das etwas versteckt liegende Restaurant glänzt mit einem urigen Gewölbe-Ambiente und einer Showküche. Weder das eine, noch das andere kann unsere Mitfahrer begeistern. Für sie zählt am Ende des Restaurant-Besuch nur eins: „Bin ich satt geworden?“

Da in unserem Hotel heute Ruhetag herrscht, entern wir zum Tagesausklang erneut das „Bistro Florian“.

Donnerstag, 26. Mai 2016: Feiertags-Tour in die Vogesen

Nach dem Frühstück schrumpft unser Grüppchen: Bernd macht sich auf den Heimweg, da ihn dort ein Termin erwartet.

Der Rest macht sich auf in die Vogesen. Der Plan: Erstmal auf ziemlich direktem Wege über den Rhein. – Schlägt natürlich fehl, wenn man zu diesem Zwecke sein „ach-so-geheiligtes-Navi“ befragt, statt mal einen Blick auf die Karte zu werfen.

Jenes welches führt uns unnötigerweise Richtung Straßbourg, um sich in Frankreich heillos zu verzetteln. Was spätestens DANN nicht mehr lustig ist, wenn es sich um einen 70-Kilometer-Umweg über megaöde Geradeaus-Straßen handelt!

Über Erstein geht’s Richtung Heiligenberg (das das Navi unnötigerweise direkt anfährt). Als wir wie Falschgeld in diesem wie ausgestorben wirkenden Dörfchen herumstehen, lässt sich unser Tourguide zum Glück überreden, sein elektronisches Spielzeug auszuschalten und uns fortan per Straßenkarte zu führen.

Endlich auf dem richtigen Weg geht’s über Oberhaslach nach Wangenbourg-Engenthal. Irgendwo unterwegs pausieren wir an einem Hotel-Restaurant am Straßenrand. Unsere hungrigen Mitfahrer haben den Bruchteil des ihnen kredenzten belegten Baguettes für stolze 8 Euro(!) hoffentlich genossen…

Danach touren wir über Dabo nach St. Louis zum >> Schiffshebewerk Arzviller

Während wir uns zu viert an die Kasse begeben, um gegen vier Euro Eintritt das grandiose Schiffshebewerk zu besichtigen, chillt der Rest der Mannschaft auf dem Parkplatz.

Wer Schiffe mag und/oder sich für Technik interessiert, ist im Schiffshebewerk St. Louis/Arzviller (Route du Plan Incliné, 57820 St Louis) gut aufgehoben:

Das imposante Schrägaufzug-Hebewerk ersetzt 17 Schleusen!
Vom Parkplatz aus sieht man so gut wie nichts. Auf dem Gelände-Inneren könnt Ihr live miterleben, wie die Bötchen in einen riesigen „Trog“ schippern. Sobald die Schleuse schließt, wird eine Fußgängerbrücke heruntergelassen, über die man über den Kanal zu einer Aussichtsplattform tippeln kann. Hier hat man einen grandiosen Ausblick, sieht, wie der riesige Trog auf Schienen 44,55 Höhenmeter überwindet. Im Eintrittspreis inklusive ist zudem eine Führung durch den Maschinenraum. Dort erklärt uns eine nette Dame die Hebewerkstechnik (französisch und deutsch).

Gern hätten wir auch die Rundfahrt (inklusive Abfahrt mit dem Schrägaufzug) mitgemacht, doch leider waren die Plätze bereits ausgebucht.

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Tipp für Sparfüchse:
Wer die (eigentlich gut angelegten) vier Euro Eintritt scheut, kann sich das Geschehen auch (vermutlich) kostenlos von unten ansehen: An der D98C (von Haselbourg nach Lutzelbourg) kann man offenbar irgendwo hinter der „Cristallerie Lehrer“ halten. Zumindest konnten wir von oben einige Biker sehen…

Als die Führung nach dreißig Minuten beendet ist, werden wir von unseren Mitfahrern bereits sehnsüchtig erwartet.

Weiter geht’s durch die wunderschönen Vogesen mit seinem griffigen Asphalt.
Ach, was liiiebe ich diese Gegend! 😉

Eine rühmliche Ausnahme bildet allerdings der Col du Donon (67130 Grandfontaine). Während der Belag zunächst noch „so la-la“ ist, wird er mit zunehmender Höhe immer bescheidener…
Schade drum!

Der weitere Weg Richtung Schirmeck und Steige macht hingegen wieder Laune. Nach einer kurzen Pause in einem Café in der Pampa trennen sich unsere Wege…

Während Blomy mit Anja, Heinrich, Norby und meinereiner uns langsam auf den Rückweg Richtung Deutschland machen, tourt der Rest in südliche Richtung, um weitere Vogesenpässe zu schrubben. Zu fünft fahren wir über den „Champ du Feu“ und den „Col du Kreuzweg“ über „Le Hohwald“ und dem „Mont Saint Odile“ runter nach Bar und von dort im Zick-Zack-Kurs zurück nach Zell. Als wir zurück sind, haben wir 320 Tageskilometer auf der Uhr. Die anderen bringen es letztendlich auch nur auf 360…

Abends treffen wir uns in der Pizzeria Krone und sind angenehm überrascht, dass es dort – im Hinterhof – sogar noch einen Biergarten gibt.

Freitag, 27. Mai 2016: Schwäbische Alb

Offenbar hat das Frühstücks-Fernsehen mehr Einfluss, als wir dachten: Der TV-Wetterfrosch orakelt ein verheerendes Unwetter, das spätestens am Nachmittag beginnen und bis Samstag anhalten soll. Prompt sattelt Heinrich seine Versys und macht sich auf den Weg Richtung Heimat.

Wie es sich für den letzten Fahrtag gehört, plant der Rest eine Mammut-Tour. Norby und ich setzen uns ab, nehmen Kurs auf die Schwäbische Alb und erfreuen uns an der Tatsache, dass unser TomTom – wie durch ein Wunder – wieder funktioniert.

Ab Zell geht’s durch die wildeste Pampa nach Schramberg. Hinter Hardt durchqueren wir Rottweil und Denkingen. Anschließend geht’s einige nette Kehren hoch nach Gosheim und schließlich Richtung Beuron.

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Tolle unberührte Landschaft mit mega Spaß-Effekt!

Leider ist die Straße nach „Fridingen“ gesperrt. So landen wir auf der L277 am Berghaus Knopfmacher, von dem aus man einen tollen Blick auf den Knopfmacherfelsen hat. Nach einem Kaffee geht’s müssen wir dank der Straßensperrung leider umkehren und trinken dort einen Kaffee, müssen aber leider umkehren.

Dank eines Tipps der Knopfmacher-Kellnerin finden wir auf dem Rückweg endlich diesen Steinzwerg, von wir zwar wussten, dass er in der Nähe von Fridingen existiert, allerdings nicht, wo genau.

Wo steht dieser Zwerg?

schwarzwald-zwerg Nehmt einfach die L277 von Fridringen an der Donau Richtung Mühldorf an der Donau (oder umgekehrt). Just am Abzweig zur L440 Richtung „Neuhausen op Eck“ könnt Ihr das nette Stein-Zwerglein bewundern!

BMW-mit-Zwerg

 

Kaum sitzen wir wieder auf den Moppeds, fällt das Navi leider erneut aus. Zu allem Überfluss beginnt es, in Strömen zu regnen.

So nehmen wir wohl oder übel den direkten Weg Richtung Schramberg und Schiltach und von dort aus über die B294 nach Zell.


Vorsicht! Hier und da überraschen im Schwarzwald auch fest installierte Blitzer!

Abends speisen wir in der Pizzeria am Storchenturm. Die anderen wollen eigentlich in der „Gasstätte Adler“, finden draußen allerdings keinen Platz und landen erneut beim Griechen.

Den letzten Abend lassen wir auf der Terrasse unseres Hotels ausklingen.

Samstag, 28. Mai 2016: Heimfahrt

Nach einem ausgedehnten Frühstück fahren Norby und meinereiner auf direktem Wege (A5 und A45) nach Haus und bekommen vom angekündigten Unwetter nur am Rande etwas mit.

Jochen, Helmi, Natze, Richard und Andreas machen sich hingegen auf zu einer „schönen Rücktour“, verlieren sich allerdings irgendwie blöde im TomTom-Kurven-Empfehlungs-Gewirr und kommen in den Genuss einer derben Gratis-Dusche.

Tour-Fazit

1. Verlass Dich niemals nur auf die Technik und hab stets vernünftige Tourenkarten im Gepäck!

2. Vertraue niemals darauf, dass sich Deine Mitfahrer geplante Touren vorab auf ihre Navis ziehen! Auf unserer Tour führte diese Tatsache zu allmorgendlichem Abstimmungs- und Navi-Fütterungs-Stress. Da niemand Lust hatte, vor oder nach dem Frühstück zahlreiche Zwischenziele einzutippen, beschränkte sich unser Trupp darauf, das grobe Tagesziel einzugeben und bediente sich ausschließlich der Option „kurvenreiche Strecke“.
Die Folge: Die Navis führten uns vorrangig über schmale Trampelpfade an irgendwelchen Berghängen entlang. Rechterhand der Berg, linkerhand der bewaldete Abhang. Der Waldboden gespickt mit Steinen und Geäst. Und das alles, obwohl es im Umkreis diverse nett geschwungene Landstraßen gab. – Nix für uns!

3. Dank der Navis rollten eh beinahe Köpfe:
Wenn sich Mitfahrer blind auf ihre elektronischen Spielzeuge verlassen und sämtliche Hinweise in Form von Straßenschildern ausblenden bzw. ignorieren, führt dies unweigerlich zu megaöden Irrfahrten und langwierigen Kopfschüttel-Aktionen…

5. Zehn Moppeds sind mindestens drei zuviel:
Bei dieser Anzahl gestaltet sich das Überholen irgendwelcher straßenzuparkender Kriechfahrzeuge so gut wie unmöglich.

6. Unterschiedlich ticken kann funktionieren, muss es aber nicht!
Schwierig wird’s eigentlich immer dann, wenn Extrem-Tourer mit Kurvelsammel-Ambitionen und Ich-schau-mir-auch-mal-gern-was-an-Typen aufeinandertreffen. Während der eine Teil am liebsten an der Tankstelle pausiert, um dort seine Grundbedürfnisse zu befriedigen, möchte der andere auch mal das ein oder andere Foto schießen, gemütlich einen Cappuccino schlürfen und/oder sich an der grandiosen Aussicht ergötzen, für die die Erstgenannten absolut keinen Sinn haben.

7. Schwarzwald ist toll. Schwarzwald ist schön!
Nach zwei Jahren Alpen-Abstinenz gieren wir allerdings wieder nach Bergluft und Pässefahren.

8. Kompromiss für das nächste Jahr: Oberbayern!
Von dort aus können die Pässe fahren, die Pässe fahren wollen, die chillen, die es lieber mal ruhig angehen möchten und falls das Wetter nicht passt, gibt es immer noch Ausweichmöglichkeiten (z.B. Bodensee, Allgäu, Schwäbische Alb…)

Kartenmaterial

Sowie:
>> Motorradtouren Schwarzwald: Der Moppedfahrer, der aus der Garage fuhr und verschwand – und die 66 Orte, wo man ihn im Schwarzwald wiederfindet
und
>> >> Die schönsten Motorradtouren in Deutschland: 40 Touren von den Alpen bis an die Nordsee

 

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

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