Pfingst-Tour 2015: Mosel – Eifel – Hunsrück

Auch in diesem Jahr warteten wir zu Pfingsten bis zack vor knirsch, bis wir uns für eine Richtung entschieden. War wohl auch gut so. Unser Wunschziel: „Harz“. Alternative: „Mosel“. Letztendlich spielte der Wetterfrosch Schicksal und da er für Mosel wärmere Temperaturen und trockene Straßen orakelte, stand die Entscheidung schnell fest.

Für einen kurzen Moment drohte die Tour dank Kurzfristbuchung auszufallen: Laut diverser Buchungsplattform platzten sämtliche Unterkünfte an der Mosel aus allen Nähten und was noch frei war, verdiente entweder das Prädikat „in der Einöde“, „absolut überteuert“ oder für die eh staubehaftete Freitags-Anreise „zu weit südlich gelegen“.

Schließlich wurden wir in Löf fündig: Das >> Hotel zur Traube hatte tatsächlich noch ein Doppelzimmer frei – sogar eins mit Balkon!

Freitag, 22. Mai 2015: Auf geht’s!

Über Anreisen lohnt es kaum, Worte zu verlieren. Erfahrungsgemäß sind sie stupide, staubehaftet und/oder einfach nur blöde…

Diesmal hatten wir jedoch einen – wie wir fanden – recht ausgeklügelten Plan:
Nach einer kurzen Überlandfahrt machen wir zunächst „ein paar Kilometer“ auf der A45, fahren dann in Lüdenscheid – oder besser noch Meinerzhagen – ab, durchqueren den Westerwald navigeführt auf schönen kurvenreichen Straßen und landen schließlich entspannt am Zielort…

Schön, wenn man noch Träume hat!

Zunächst läuft alles perfekt: Die Autobahn ist – selbst um’s Kamener Kreuz herum – für einen Freitag Nachmittag unnatürlich frei.

Sollten die Autofahrer tatsächlich den allgemeinen Rat beherzigen, ihre Pfingst-Urlaub-Anreise auf die Nacht oder den Samstag Morgen zu verschieben? Möglicherweise sind auch alle auf dem Weg Richtung Holland?

Kaum haben wir den Gedanken zu Ende gedacht, kommt es auf der Bahn urplötzlich zum Stillstand. Zum Glück kündigt sich der Stau unmittelbar vor der Ausfahrt „Hagen-Süd“ an, so dass wir noch rechtzeitig aussteigen können.

Kaum auf der Landstraße angelangt, erwartet uns dort ein ähnliches Chaos. (Grund waren zwei Baustellen, die wir beim Ankerwerfen kaum erahnen konnten.)

Letztendlich haben wir wohl trotz der elendigen Warterei wohl doch noch richtig Schwein gehabt, denn was wir zu dem Zeitpunkt nicht wussten: Auf der A45 brannte offenbar ein LKW…

Nachdem der Baustellen-Engpass überwunden ist, führt uns das Navi (mit Einstellung „Autobahn vermeiden“) über nette Straßen durch’s Sauerland, den Westerwald und das Bergische Land.

Die aktuelle Straßensperrung rund um Altenkirchen kennt das Navi allerdings nicht; egal, müssen wir halt improvisieren…


>> Link zur Tour

pfingsten2015_sieg

Tatsächlich schaffen wir es, unseren Zielort, Löf, gegen 20 Uhr zu erreichen, tanken unsere Moppeds direkt an der vor dem Hotel liegenden Tanke auf und stellen sie anschließend auf dem hoteleigenen Parkplatz ab.

Negative Überraschung:
Verflixt: An der Mosel fährt ja – genau wie am Rhein – diese blöde Eisenbahn entlang?
(Zum Glück führt diese irgendwo hinter unserem Hotel her, so dass wir davon während unseres Aufenthalts nix hören müssen…)

Positive Überraschung:
Als der „Portier“ beim Einchecken die Motorradkluft erkennt, weist er – ohne weitere Rückfrage – darauf hin, dass wir unsere Motorräder gern in der hoteleigenen Garage parken könnten. Netterweise zeigt er uns nicht nur den Aufgang zum Zimmer, sondern auch die Garage. <= Ganz dickes "LIKE" dafür! 🙂

pfingsten2015_praktisch_sonne-tanke-vor-der-haustuer

Unser Zimmer erweist sich als recht ordentlich: Die Einrichtung ist etwas altbacken und Garderobenhaken zum Aufhängen unserer Moppedjacken suchen wir vergeblich. Egal – einen Balkon zu haben, macht vieles wett! Da wir ganz oben wohnen, ist letztgenannter nicht überdacht. Zumindest gibt es aber einen kleinen „Überbau“ (oder wie nennt man das?), so dass man selbst bei Regen noch hätte draußen rauchen können.

Fix umgezogen haben wir erstmal Schmacht und lassen uns zum Essen direkt im Hotel beziehungsweise in der Außensitzecke nieder: Norby’s Schnitzel ist super und die Portion mehr als zum Sattmachen geeignet. Mein Salat ist ebenfalls gut; die Sauce jedoch eine Spur zu süß und das dazugereichte Baguette hatte einen merkwürdigen Beigeschmack.

Das Restaurant ist einigermaßen gut besucht. Allerdings dominieren dort diverse „Silver-Surfer“, die das freie W-LAN nutzen.

Bei unserem anschließenden kleinen Rundgang durch das Dorf stellen wir ernüchtert fest, dass wir mit Löf offenbar das unattraktivste kleinste Kaff an der gesamten Mosel erwischt haben: Mosel-Straßen-Cafés und Nachtleben ade… ?

Irgendwann finden wir jedoch mitten im Ort die kleine Dorfkneipe „Dorfschänke“ mit Außenbereich, überdachtem Nichtraucher-Speise-Bereich und uriger kleiner (Raucher-!)-Kneipe, die offenbar vorranging von Einheimischen besucht wird. <= *YEAH!* Nach ein paar Bier geht's schließlich "heim" und wir fallen - trotz naher Eisenbahn - in einen tiefen, traumlosen Schlaf...

pfingsten2015_hotel

Pfingst-Samstag

Aufgewacht, Wetter geguckt und zufrieden dreingeschaut:

Nach dem (recht passablen) Frühstück satteln wir unsere Moppeds und machen uns auf, zu unserer ersten navigeführten Mosel-Tour!

Gespannt, ob das neue „TomTom Rider 400“ wenigstens hier Kurven erkennt, stellen wir es auf „kurvenreiche Route“ ein und lassen uns einfach mal führen…

Das Ergebnis ist gar nicht sooo schlecht. Anders als bei uns daheim im Münsterland, führt uns die „spannende Tour“ zumindest über Straßen, die wir sonst vermutlich nicht gefahren wären und die trotz alledem Spaß machen!

Erstes Ziel: Monreal!
Ich liiiebe diese langgezogenen Kehren!!!

Zweites Ziel: Cochem

Dort steppt heute der Bär!

Sehr sympathisch: Auf dem großen Platz (mit Busstation) vor der Touri-Info haben Autos zwar Einfahr- und Parkverbot, Motorräder jedoch nicht!

Obendrein ist hier heute gerade Oldtimer-Vehikel-Treffen. Nachdem wir die schönen alten Gefährte oberflächlich bestaunt haben, stürmen wir die örtliche Eisdiele.

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Das Eis ist wirklich lecker; allerdings wird der „After-Eight-Becher“ hier ohne Sahne kredenzt… Somit Punktabzug in der Gesamtnote… Einen absolut perfekten Eindruck machte hier übrigens das servierte Spaghetti-Eis, das in zahlreichen Variationen erhältlich ist…

Mopped-Tour Teil 1


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Nach der Eis-Pause nehmen wir uns den Hunsrück vor:

Mopped-Tour Teil 2


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Nach 253 Kilometern mit gefühlt maximal zehn geradeaus laufenden Kilometern durch die Eifel und den Hunsrück lassen wir unsere Tour in Alken (schräg gegenüber von Löf) ausklingen und suchen uns zum abendlichen Speisen die Gaststätte „Schnee“ aus.

So gut das Lokal von außen auch ausschaut: Im Vergleich zum Vortag patzt es enorm!
Zwar schmeckt mir die Salat-Sauce besser als am Vortag; Norby’s Schnitzel macht allerdings einen traurig-verschrumpelten Eindruck. Dass Schnitzel und Salat bereits nach nicht einmal einer Zigarettenlänge serviert wurden, lässt weitere Schlüsse zu…

Den weiteren Abend verbringen wir erneut in der gut besuchten „Dorfschänke“ und haben ähnlichen Spaß wie am Vortag.

Pfingst-Sonntag

Eigentlich hatte der Wetterfrosch für heute mindestens 20 Grad in ganz D’land versprochen!
Umso gelackmeierter schauen wir aus der Wäsche, als wir uns auch nach dem Frühstück bei maximal verhangenen 13 Grad auf dem Balkon tummeln…

Egal. Augen zu und durch!

Zunächst geht’s Richtung Eifel, um ab Brohl wieder runter zur Mosel zu fahren und bis Cochem auf der – heute leider schleich-vehikel-überfüllten – Moselstraße zu bleiben.

Hinter Cochem führt uns das Navi erneut eine Straße hoch, die hätte so genial sein können, wenn man dort nicht dreisterweis ein Überholverbots- und Geschwindigkeitsbegrenzungsschild auf 50 km/h eingerichtet hätte, das sich ausschließlich(!) auf Motorradfahrer bezieht! *Frechheit-sondergleichen!*

Nach einer kleinen Eifel-Schleife (um Wittlich herum) orientieren wir uns erneut runter Richtung Mosel, um nach einer kleinen Pause in Bremm, noch einmal die „Moselhöhenstraße“ zu erklimmen, um schließlich Eis-essend in Piesport zu landen.

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Nach der kleinen Pause folgen wir bis Bernkastel-Kues der Moselstraße, um vor dem Ort meine Mit-Lieblings-Strecke (die B50) Richtung Longkamp zu erklimmen.

Von dort aus geht es weiter und quer rüber nach Traben-Trarbach. Ab dort erneut hoch Richtung Irmenach. Wieder runter nach Pünderich – durch Zell hindurch und hinter Bruttig-Fankel erneut hoch, um schließlich in Treis-Karden zu landen.

Von dort aus sind es nur noch wenige Kilomter bis „nach Haus“. Am Ortseingang von Burgen entdecken wir die >> Pizzeria „Diwana“ und lassen dort nieder.

Nachdem wir uns dort nach ellenlangem Rumgesitze irgendwie missachtet fühlen, erfährt Norby auf Nachfrage, unser Sitzplatz „sei eigentlich KEIN TISCH!“

Okeee, man lernt ja nie aus…

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„Das ist KEIN Tisch!“ -sfg-

Weiterhin erfahren wir, dass wir gern eine Bestellung aufgeben können, wir uns jedoch auf eine längere Wartezeit einstellen müssen. Auf Nachfrage, wie es denn mit „Pizza“ sei, bestätigt man uns, „dies ginge schneller“…

Überraschenderweis kredenzt man uns unseren Kaffee bereits wenige Minuten später. Dahingegen warten wir über eine Stunde auf diese blöde Pizza…

Blöderweise verschlechtert sich das Wetter zunehmend und der Himmel öffnet seine Schleusen. So werden wir auf der Heimfahrt in unseren temporären Heimatort Löf tatsächlich noch nass! – GRRRRR –



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Zum Glück hat „unsere Kneipe“ auch am Pfingstsonntag geöffnet, so dass einem gemütlichen Kurz-Urlaubs-Ausklang nix im Wege steht.

Heimfahrt

Die Wetter-App hat am Vortag extrem schlechtes Wetter für den heutigen Montag prophezeit. Als wir aufstehen, ist der Himmel zwar nicht klar und „warm“ geht irgendwie anders, allerdings bleibt das erwartete Getröpfel aus.

Sollten wir es entgegen aller Vorhersagen tatsächlich trocken nach Hause schaffen?

Nö. Wäre ja auch zu schön gewesen!

Kurz vor Koblenz beginnt es zu regnen und weil’s die Pflanzen irgendwie dürstet, will’s einfach nicht aufhören – zumindest, bis wir ungefähr Hagen erreichen.

Vorab werfen wir hinter der Aggertalsperre den Anker, wo wir durch Zufall den ziemlich urigen >> Bikertreff „Alt Aggersee“ finden.

Kaum haben wir diese verlassen, geht’s wettertechnisch aufwärts und wir fahren den Rest des Weges im Trockenen.

Die Welt ist klein: Als wir an der ersten Tanke in Lünen den Anker werfen, treffen wir durch Zufall zwei holländische „Meisje“, die wir bereits am Aggersee-Bikertreff gesehen hatten. 🙂

Da die Uhr gerade mal kurz nach 16 Uhr schlägt, machen wir anschließend noch einen kleinen Abstecher nach Kamen, um beim >> „Connies Diner“ leckere Burger zu verspeisen.


>> Link zur Tour

Tour-Fazit:
Während der 4-tägigen Tour haben wir es auf durchschnittlich 250 Kilometer pro Tag gebracht, womit die Kilometerzähler unserer Moppeds zum Tour-Ende 1.067 Kilometer mehr auf der Uhr hatten.

Übernachtungs-Tipps:

Wie und wo suchen?

Unterkunfts-Preisvergleichs- bzw. Bewertungs-Plattformen wie >> www.trivago.de oder >> www.holidaycheck.de sind schon irgendwie super: Zumindest kann man sich hier vorab einen groben Überblick über verfügbare Unterkünfte am Zielort verschaffen.

Auch über die >> Google-Maps lassen sich mittlerweile freie Hotels im Zielgebiet orten.

Tatsächlich nix mehr frei?

Gerade bei Kurzfrist-Buchungen gaukeln einem viele Buchungsplattformen vor, sämtliche Hotels seien ausgebucht. Ist man allerdings später vor Ort, wundert man sich häufig über die „Zimmer-frei-Schilder“, die an diversen Unterkünften aushängen!

Fakt ist, dass sich nicht alle Hotels und Pensionen in den einschlägigen Plattformen eintragen lassen. Kann man durchaus verstehen, wenn man weiß, dass letztere mitunter hohe Vermittlungsgebühren kassieren

Fazit:

1. Viele Orte bieten mittlerweile ihr Unterkunfts- und Gästeverzeichnis zum Download auf ihren Internetseiten an. Wer die nötige Lust und Zeit mitbringt, greift ganz klassisch zum Telefonhörer und telefoniert sie der Reihe nach ab. Auf diese Art und Weise findet sich (fast) ganz sicher noch die ein oder andere Bleibe am Wunsch-Ziel-Ort!

2. Habt Ihr Euch eine Unterkunft ausgeguckt, erkundigt Euch besser vorab direkt im Hotel nach dem Preis! In unserem Fall konnten wir durch die Direktbuchung im Hotel schlappe 43 Euro sparen!

3. Lasst Ihr Euch per „TomTom Rider 400“ führen, funktioniert die Routenführung an der Mosel relativ gut. Im Münsterland und in der Eifel solltet Ihr allerdings auf diverse Überraschungen gefasst sein:

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

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