Motorradtour nach Südtirol: Mein Debüt als Bergziege

Pässefahren

Oder: „Wie ich meinen allerersten Alpenpass mit dem Motorrad bezwang“

Diese Berge sind ja nix für mich: Als Flachlandtiroler mit ausgeprägter Höhenangst zittern mir bereits auf der knapp über hundert Meter hohen Düne von Pyla unkontrollierbar die Knie. Wenn Bekannte von ihrem Wander-Urlaub im „ach so schönen“ Südtirol erzählten, stellte ich meine Lauscher grundsätzlich auf Durchzug und wenn andere Moppedfahrer von ihren grandiosen Alpentouren schwärmten, wagte ich regelmäßig die Frage: „Was bringt’s denn wohl, im Schritttempo durch diese blöden Kehren zu eiern; schöne Kurven gibt’s schließlich auch in flach?“

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Obwohl ich Zeit meines Lebens mit wachsender Begeisterung Urlaub am Meer machte, ging es Ende Mai 2011 erstmals in die Alpen, nach Südtirol!

Wie bin ich da bloß hineingeraten?

Auf einer Party bei sommerlichen Temperaturen hatten zwei Kumpels eine grandiose Idee: Lasst uns doch mal wieder in die Alpen touren?“ – Pilsbier macht mutig. Und in allerschönster Bierlaune stimmte ich zu. – Der Katzenjammer blieb nicht aus, aber im Nachhinein Kneifen war keine Option…

Einzige Chance: Als „Hotelsuch-Beauftragte“ einen Ort herauspicken, mit dem auch Abhang-Hasser wie meinereiner irgendwie klarkommen können…
Ein solcher war erstaunlich fix gefunden: Tramin an der Weinstraße („Termeno Sulla Strada del vino“) in Südtirol, gerade mal 276 Meter über dem Meeresspiegel und 928 Kilometer von unserer Heimat entfernt. Auch sonst schien das Örtchen ideale Voraussetzungen für unsere Motorradtour zu bieten: Die schroffen Dolomiten liegen gleich um die Ecke und wer mal einen Tag Auszeit plant, ist von dort auch schnell in Bozen oder Trento.

Bei unserem ersten Tour-Planungs-Treffen trennte sich die Gruppe der Interessierten in „Ich-würde-ja-gern-aber“ und „Bin-dabei!“ Übrig blieben sieben Leute mit sechs Moppeds und es stellte sich die grundlegende Frage: Wie kommen wir eigentlich dorthin?
Bock auf Autobahn-Hetzerei hat niemand. Autoreisezüge fahren nicht mehr ab Düsseldorf. Ok, mieten wir uns für die Tour ’nen Kleinbus und einen dieser Mammut-Motorradanhänger für sechs Moppeds.

 

Freitag, 27.05.2011: Letzte Tourvorbereitungen

Wir-packen-unsere-sieben-Sachen-Tag

Einen Sechser-Mopped-Anhänger anzumieten war leicht, ganz im Gegenteil zum passenden Zugfahrzeug. Nach unendlichen Telefonaten und Staunen über irrwitzige Preisvorstellungen, fanden wir tatsächlich vor Ort ein bezahlbares Vehikel.

Am späten Nachmittag holen wir den Achtsitzer, einen „Toyota Hiace“, ab und staunen nicht schlecht, als die Jungs später mit dem Mega-Anhänger um die Ecke kommen: Nicht unbedingt über die große aufgeklebte „13“ und, dass er kaum durch die engen Wohnsiedlungsstraßen passt, sondern vielmehr über das rote Kennzeichen. Supie, können wir gleich mal antesten, wie kulant die ausländischen Grenzer sind. Aber angeblich gibt’s ja entsprechende Kurzkennzeichen-Abkommen mit Österreich und Italien. 🙂

Da wir null Ahnung haben, ob wir mit dem beschränkten Kofferraum-Angebot klar kommen, haben wir vorab beschlossen, dass – neben der Motorradkleidung – EIN Gepäckstück pro Person reichen muss. Dies führt letztendlich dazu, dass sich zwischen den Taschen diverse Einzelteile türmen und eine Mitreisende mit einer besonders pfiffigen Gepäcklösung überrascht: einer extrem dehnfähigen Ikea-Tasche! 🙂

Gepäcktechnisch passt alles top. Aber…
Merke: Brocken, die man möglicherweise unterwegs benötigt, stapelt man besser zuoberst im offenen Heckladeraum. Ist der Anhänger erst einmal angekoppelt, gibt’s nämlich keine Chance, die Flügelhecktüren komplett zu öffnen!

 

Samstag, 28.05.2011: Los geht’s!

Wir-freuen-uns-wie-die-Schneekönige-Tag

Geplante Abfahrt: 3:45 Uhr. Komische Uhrzeit, aber einer unserer Mitfahrer muss zuvor noch auf einer Hochzeit tanzen…

Nachdem ein beinahe vergessener Motorradschlüssel uns kurz nach dem Losrollen zum Ankerwerfen zwingt, geht’s endgültig los.
Die Uhr zeigt mittlerweile 4:23 Uhr und die ersten Vöglein beginnen, zaghaft zu zwitschern.

Wir fahren und fahren und fahren…

 

Nach X drögen Stunden erreichen wir gegen 18:30 Uhr endlich unser Feriendomizil: die Hotel-Pension Rechtenthal in Tramin an der Weinstraße..


Hui – Palmen-Flair am Zielort!

Die Sonne lacht, was das Zeug hält. Leider liegt unser Urlaubsort spätnachmittags im Schatten der umliegenden Hügelkette… Sollte man unbedingt bedenken, falls irgendwer plant, sich spätnachmittags noch zu sonnen.

Nach dem Einchecken hocken wir uns erstmal auf die Terrasse und stillen unseren Durst. Funktioniert tadellos, denn unser Wirt überrascht mit 0,66-Liter-Flaschen.


Kommt ziemlich gut auf fast nüchternen Magen!

Irgendwie schaffen wir’s trotzdem, unsere Moppeds schadenfrei von ihrem tristen Dasein auf dem Anhänger zu erlösen. Während die Bikes direkt am Hotel parken dürfen, müssen Kleinbus und Anhänger auf einem öffentlichen Parkplatz gleich um die Ecke abgestellt werden. Angeblich stört sich dort niemand an dem Riesengefährt.

Kaum sind wir geduscht und haben unsern Krams auf unseren fünf Zimmern verstaut, geht auch der letzte Magen in die Knie. Zum Essenfassen schlendern zur Pizzeria Schiessstand; ein Tipp unseres Hotelwirts, der offenbar keinen Bock hat, sein Restaurant zu öffnen.
Mindestens zwei von uns schreien „HURRA!“, denn hier vor Ort greift momentan noch kein generelles Rauchverbot, auch wenn die Fenster auf der Panoramaterrasse heute geschlossen sind. *fg*

Wie’s dort schmeckt? Einige von uns finden die Pizza genial, anderen ist der Boden zu dünn.

Pizzeria Schiessstand in Tramin

Ganz nebenbei erfahren wir, dass Pizzeria-Eigner Gerold Ende 2009 seinen großen Auftritt bei „Wetten dass“ hatte.
Er wettete, dass er innerhalb von fünf Minuten eine ganze Pizza auf dem fahrenden(!) Motorrad belegen kann.


Noch heute ziert das besagte Gefährt die Räumlichkeiten des Restaurants.
Wir zollen dem Eigner unsere uneingeschränkte Bewunderung!

>> Hier geht’s zum Youtube-Video

Nach dem Essen landen wir auf einem „Bezirksmusikfest“, wo Uwe Sauter (wer immer das auch sein mag…) mit seinen „Böhmerländer Musikanten“ aufspielt.
DAS ist nun wirklich zuviel des Guten und wir ziehen uns freiwillig noch vor Mitternacht in unsere Gemächer zurück.

 

Sonntag, 29.05.2011: Kleine Einschwing-Tour mit Crosseinlage

Oder: Warum das Planen anfängerfreundlicher Touren auch gehörig daneben gehen kann!

Als wir unsere immer noch übermüdeten Häupter erheben, lacht die Sonne bereits mit den anderen Frühstücksgästen um die Wette.

 
Ist ja offenbar doch ganz nett, „dieses Südtirol“…?

Erster Akt: Die bewusst benzinleer transportieren Moppeds mit Sprit versorgen.

Praktischerweise gibt’s am Ortsausgang eine Tanke. Die Betankung dDauert ein Weilchen, denn in Südtirol geben die Tankwarte ihren Rüssel offenbar nur ungern aus der Hand. Große Preistafeln kennt man hier nicht. Aber eh egal: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß und wer fahren will, muss auch löhnen!

Wir nehmen die SP14 Richtung Kaltern. Kurz vor dem Ortseingang führt die SP15 am Ort vorbei – über St. Anton und St. Nikolaus – zur SS42 und somit zu meinem allerersten Pass, dem >> Mendelpass.

In Italien steht „SP“ für „Strada provinciale“ (vergleichbar mit Landstraßen) und
SS“ für „Strada statale“ (= Nationalstraßen, vergleichbar mit unseren Bundesstraßen.
Diese staatlich verwalteten Straßen verbinden meist Städte oder andere wichtige Zentren).

WOW: Mein ALLERERSTER Alpenpass – Mein Puls steigt auf mindestens 140!

Kurz vor der allerersten Live-Kehre meines Lebens, muss ich urplötzlich an die Worte der Trainer bei den Fahrsicherheitsveranstaltungen denken, die laufend predigten:
„Guckst Du scheiße – fährst Du scheiße“ (>> www.fahrschule-schlueter.de) sowie „Kopf hoch und… lächeln!“ (>> FSZ Recklinghausen).

Dank Vorfahrer Blomy klappt’s mit den zahlreichen Kehren erstaunlich gut. Meine Hintermänner tun mir allerdings leid: Chapeau, dass Ihr es geschafft habt, Eure Moppeds trotz des unsäglichen Schneckentempos nicht zu schmeißen!

Auf der Passhöhe anhalten ist „uns‘ Tourguide“ nicht so sein Ding. So kann ich kaum sagen, wie es auf 1.363 Höhenmetern so ist. Es geht direkt weiter über Ruffre-Mendola – Ronzone – Belvedere – Romeno – Dermulo und Lavis, wo wir kurz auf einem aussichtsarmen Parkplatz vor einem Supermarkt rasten. Tja, unsere Leute mögen es halt praktisch…

Auf der SS612 Richtung Cembra stoßen wir plötzlich auf eine Straßenbarriere, über der ein unübersehbares Schild mit italienischer Aufschrift prangt.
Vorfahrer Blomy straft beide mit westfälisch-sturer Ignoranz. („Äääh, kann ich etwa italienisch!?).

So kommen wir in den Genuss einer kleinen Crosseinlage auf einem schmalen, geschotterten, immer matschiger werdenden Weg am Berghang entlang, den nur ein lockeres Flatterbandgeflecht vom Abgrund trennt. GRRRR…

Zu allem Überfluss ist ein Dosenfahrer ähnlich starrköpfig. Als sich unsere Wege kreuzen, springt „Mann“ vom Bock, klappt dem verdutzten Fahrer kurzerhand seine Seitenspiegel ein und mit etwas gutem Willen schaffen wir’s mit den Moppeds am Vehikel vorbei.


Da plant man vor und sucht sich Strecken heraus, die einschaukel-geeignet sind und wo landet man? Mittem auf einem verdammten sch…-engen Hügel!

Heil zurück im Tal, machen wir Rast in einer erstaunlich gut besuchten Kneipe mitten in dieser Einöde.

Spätestens hier wird uns klar, dass der Großteil unserer Mitfahrer absolut kulturresistent ist: So geht’s nach dem Halt direkt zurück auf die Piste und wir sehen weder den höchsten Wasserfall Südtirols in Lana, den „Fragsburger Wasserfall“ (zu erreichen über Meran/Obermais – Labers) noch die Erdpyramiden bei Sergonzano.

Der weitere Weg führt uns über Castello-Molina-di-Fiemme – Cavalese – Tesero und Predazzo. Dann nehmen wir die SS48 Richtung Moena.

In Vigo die Fassa fahren wir auf die SS241 und über Vallonga geht’s hinauf zum Karerpass (Paso di Costalunga).


Als uns‘ „Tourguide“ erneut VOR der Passhöhe den Anker wirft, ahnen wir noch nicht, dass dies ein Dauerzustand werden wird…

Das also ist nun einer dieser besagten Alpenpässe, auf deren Passhöhe es angeblich sooo atemberaubend schön ist?

Ok. Ganz nett hier. Am Straßenrand liegt erstaunlicherweise noch Schnee. Nach einer kurzen Fotosession geht’s weiter.

Nur wenige Minuten später erreichen wir die ECHTE Passhöhe. „Anhalten“ sitzt natürlich nicht drin. „Haben wir ja gerade schon…“

Im weiteren Verlauf unserer Tour kommen „Erstbefahrer“ wie meinereiner echt in die Bedrouille: Bestaune ich lieber den Latemar auf der linken oder den Rosengarten auf der rechten Seite? – Oder widme ich meine Aufmerksamkeit doch besser der kurvigen Straße?

Auf der SS241 geht’s weiter bergab Richtung Eggental, vorbei am märchenhaften Karersee. Unser Rudelführer nimmt die majestätische Schönheit aber offenbar nicht einmal wahr… ?

Ohne Fotostop treibt er uns weiter über Welschnofen und Birchabrück, wo die Route links abzweigt Richtung St. Nikolaus-Eggen. Netterweise wirft er am Hotel Mondschein den Anker. Tipp: Wer Lust auf einen vernünftigen(!) Kaffee hat, ist dort verdammt gut aufgehoben!

Anschließend geht’s über Obereggen und Ora-Auer zurück nach Tramin.

Ein Großteil stürzt sich unter die Dusche. Blomy, Helmi und Norby haben den Hals noch lange nicht voll und drehen nochmal eine schnelle Heizer-Runde über den Mendelpass bis Ruffre-Mendola und retour.


Andere Mitfahrer(innen) testen derweil den Hotel-Pool…

Abends speisen wir erneut in der „Pizzeria Schiessstand“ und ein weiteres Mal lässt sich das Schlager- und Blasmusikfest auf dem Rückweg nicht umgehen.
Hey, diese Rumtata-Mucke wird langsam aber sicher zu einer echten Herausforderung für unsere zartbesaiteten Lauscher!
So flüchten wir freiwillig in unsere Pension, noch ehe die „Musi“ zur Geisterstunde endet.

 

Montag, 30.05.2011: Das-Timmelsjoch-wird-mein-Freund-nicht-Tour [303 km]

Erneut lacht die Sonne, was das Zeug hält, also nach dem Frühstück schnell hopp-auf-den-Bock und los geht’s:

Über Kaltern geht’s rauf auf den Mendelpass und anschließend über Terlan, Verano und Avelengo über das >> Gampenjoch.

Die Landschaft wird immer lieblicher.
Erste Rast: der Grill-Imbiss Riffl in Rifflan.

Hier „unten“ ist es muckelig warm. So ist selbst meinereiner kaum böse, dass es ab St. Martin in Passeier erneut aufwärts geht.

Nach einer netten Kurvenschaukelei durch das schöne Pensertal schlengeln wir uns langsam aber stetig hoch zum Timmelsjoch (dem „Passo del Rombo“) auf 2.474 Meter Höhe. Der Pass verbindet das italienische Gebirgstal „Passeier“ mit dem Ötztal im österreichischen Bundesland Tirol.

Für eingefleischte „Flachland-Geradeausfahrer“ eine kleine Herausforderung: Acht Tunnel und neun Kehren auf 21 Kilometern Länge kosten echt Kraft. Zu allem Überfluss überrascht er zum Ende hin mit einem stockdusteren Tunnel, in dem Eiswasser von der Decke tropft. *schüttel*

Erneut versucht unser Rudelführer, uns von der Passhöhe fernzuhalten und steuert zwecks kurzem Päuschen eine Schotterbucht an:

Als er wenden und den Pass wieder runterfahren will, entgeht er nur knapp einer Meuterei, gibt sich geschlagen und führt uns – zu seinem Glück – doch auf die Passhöhe. Dort stürmen wir die Gaststätte, schlürfen einen Kaff und zücken anschließend unsere Kameras, in der Hoffnung, all die unglaublichen Eindrücke im Bild festhalten zu können.

 

 

Da die österreichische Seite mautpflichtig und unser Rudelführer für seinen Geiz bekannt ist, geht’s im Anschluss denselben Weg wieder zurück.

Tipp für Höhenangst-Geplagte:
Konzentriert Euch reinweg auf die Straße, denn rechts daneben bietet sich ein fantastischer Blick in die beeindruckende Tiefe!


Was ich als Alpen-Rookie erst später erfahre:
Irgendwie hatten wir ziemliches Glück: Das Timmelsjoch ist wintertags gesperrt und öffnet normalerweise frühestens Anfang Juni. In diesem Jahr war es allerdings so mild, dass der Pass bereits am 21. Mai schneefrei war.

Nächste Station: der Jaufenpass (Passo Giovo) auf 2.094 Metern.

Auf halber Strecke müssen wir leider endlos warten, da Straßenarbeiten durchgeführt werden. Als wir endlich wieder freie Fahrt haben, dauert’s nicht mehr lang bis zur Passhöhe. Anhalten ist uns nicht gegönnt. Bleibt also nur, das Passschild im Vorbeifahren zu knipsen…

Die Abfahrt nach Sterzing im Eisacktal ist unspektakulär.

Eigentlich hatte Blomy den Auftrag, spätestens dort eine Eisdiele zu suchen.

Mit Wut im Bauch fährt sich’s gut…

Blöderweise erspäht er vorab die SS508 und somit den „Einstieg“ zum >> Penser Joch. Da er „neue, endgeile“ Kurven wittert, sind sämtliche guten Vorsätze vergessen!

Die Strecke lässt sich flüssig befahren. Erst recht mit Wut im Bauch!
Ich schwöre, ich falte ihn klein wie ’ne Briefmarke, sobald er anhält!

Auf der Passhöhe ist’s derart frisch, dass uns sämtliche Eis-Gelüste abrupt vergehen. Kein Wunder, 2.211 Meter zählt halt höhentechnisch nicht mehr zu den Hügelchen.

Wir flüchten uns in den Alpenrosenhof und trinken einen Kaff.

   

Bereits vor der Auffahrt zum Pass hatte sich die Tankanzeige meiner Streety gemeldet. Nach Aussagen der Gaststätten-Gäste liegt die nächste Tanke mindestens 30 Kilometer entfernt, in Bozen…
So lasse ich mein Mopped zunächst spritsparend Richtung Sarntheim herunterrollen.

Die Panik hätte ich mir allerdings schenken können: Die nächste Tanke befindet sich bereits im nächsten Ort im Penser Tal.

 
Wenn Du denkst, Dein Tank ist leer, kommt von irgendwo eine Tankstelle daher…?

Mit vollen Tanks geht’s weiter durch’s wunderschöne Sarntal. Irgendwie verpassen wir die Abfahrt auf die SP241 ins Eggental.

Schade, aber stattdessen hätten wir uns am Anblick der Burg Runkelstein ergötzen können. Jedenfalls dann, wenn man nicht einfach dort vorbeirast…

Kurz vor Bozen ist’s mit der landschaftlichen Schönheit vorbei: Der Verkehr staut sich und ein Tunnel reiht sich an den nächsten. Dass wir letztendlich mitten in der überhitzten Bozen-City aufschlagen, macht die Sache auch nicht besser.

Als wir’s endlich schaffen, die versteckte Ausfahrt aus dem Großstadt-Dschungel zu finden, nehmen wir genervt direkten Kurs auf Tramin.

In Tramin lassen wir den Abend erneut im „Schiessstand“ ausklingen.

 

Dienstag, 31.05.2011: Sella-Tour [234 km]

Bernd-macht-heute-Pause-Tag

Bernd mag heute nicht. Glück für Lutz, denn so muss er heute nicht auf seiner alten XJ herumgurken, sondern darf Bernd’s „Bulldog“ ausreiten.

Nachdem wir unseren Rudelführer Blomy schon beim Frühstück auf „Sightseeing“ eingenordet haben, gönnt er uns den ersten Stop tatsächlich am türkisfarbenen Karersee.


Dass sich im Karersee abwechselnd „Latemar“ und >> „Rosengarten“ spiegeln ist unseren Mitfahrern irgendwie herzlich egal…

Über den >> Karerpass geht’s Richtung „Pozza die Fassa“ und im Anschluss in das bunte Örtchen Canazei.

 

Nach einer Eispause (die sich keinesfalls wegen der Kaltspeise lohnt) erklimmen wir das grandios-schöne Sellajoch (Passo di Sella) auf 2.231 Metern Höhe.

 
Statt VOR halten wir zur Abwechslung mal direkt HINTER der Passhöhe…

Bergab bäumen sich dunkle Wolken auf, drum vergessen wir unseren ursprünglichen Plan, zum Grödner Joch (Passo die Gardena) abzuzweigen und fahren auf direktem Weg weiter Richtung Wolkenstein und St. Ulrich. Dort beginnt es leicht zu dröppeln. Spätestens in Kastelruth ist der Regenspuk zum Glück vorbei. /p>

Wir nehmen Kurs auf Seis und Tires und erklimmen den Nigerpass (Passo Nigra) und halten – zurück auf dem Karerpass – im Biker-Hotel Hotel Castel Latemar.

Draußen sind alle Tische belegt. Als wir endlich ein Plätzchen finden, setzt leider der Regen ein und wir flüchten ins gemütliche Lokalinnere.

Nach dem Kaff hat sich das Wetter beruhigt und wir nehmen die Karerseestraße (SS241) ins Tal nach Obereggen. Norby und meinereiner drehen hier ab und düsen über Deutschnofen und Ora-Auer zurück nach Tramin. Der Rest der Mannschaft will noch Meter machen. Viel Glück haben sie allerdings nicht: Eine Straßensperre zwingt sie zur Umkehr und so sind sie eher zurück als geplant.

 

Mittwoch, 01.06.2011: Gardasee- und Mendelpass-bei-Regen-Tour [355 km]

Tunnel – Tunnel – und noch ein Tunnel!

Irgendwer hatte am Vorabend eine grandiose Idee: Lasst uns doch mal zum Gardasee fahren?
Die Wetteraussichten sind nicht allzu rosig, aber nützt ja nix.


Regenwetter-weiche-von-uns!

Zunächst geht’s Richtung Trento. Unterwegs fängt es an zu nieseln. Je näher wir dem Gardasee kommen, desto mehr gießt es sich ein. Irgendwann wird es uns zu bunt und wir schlüpfen unter einer Brücke in unsere „Ganzkörperkondome“.

 
Brücken-Kinder

Spätestens in Arco wird’s auch Regenkleidungsverweigerer Blomy zu bunt und er beschließt einen Halt an der Pizzeria Peter Pan.

Als wir weiterfahren, ist es wieder trocken. Mit „Riva del Garda“ passieren wir den Anfang des Gardasees. Die weitere Strecke ist einfach megaätzend: Viel Verkehr und es wimmelt vor stickigen, abgasbehafteten Tunneln. – Tourenspaß geht anders!

Verzweifelt suchen wir die Abfahrt zum Stausee „Lago Valvestino“ und >> Lago d’Idro, wo es angeblich fantastische kurvige Strecken geben soll.

 
Die Auffahrt suchen wir leider vergeblich!

Zunächst versuchen wir eine Abfahrt kurz hinter Gargnano. Diese führt uns allerdings mitten durch die Pampa an einem Golfplatz vorbei und wir landen irgendwann in Toscolano-Maderno, wo wir uns mit Eis und Kaff trösten.

Auffallend: Im Gegensatz zu Südtirol kommt man im Trentino (nördlicher Teil des Gardasees) und in der Lombardei (südlicher Teil) mit „deutsch“ nicht unbedingt weit und die Leute sind durchweg mürrisch und mies gelaunt. Möglicherweise liegt’s am Wetter?


DAS ist also der tolle Gardasee!
Toscolano Maderno bei absolut bescheidenem Wetter…

Als es uns weiterzieht, versuchen wir eine weitere Auffahrt. Aber: Erneut vergeigt!
Die Route führt uns einfach nur im Kreis am Siegerdenkmal des Museums „Vittoriale degli Itialiani“ in Gardone vorbei.

So kommt man zum „Lago di Valvestino“

Kurz vor dem Ortsausgang von Gargnano zweigt die SP9 Richtung Navazzo ab.
Bleibt man auf der Straße, erreicht man den Lago di Valvestino.

Ist man ganz am See vorbei, geht’s weiter auf die SP58 Richtung Caporalle und Lemprato und ist damit bereits am Lago d’Idro. Auf der SS237 geht’s sodann einmal komplett am See vorbei.

Hinter Ponte Caffaro nimmt man die SP69 bis Storo und von dort die SS240 Richtung Pieve de Ledro. Die Strecke führt einmal komplett am Ledrosee vorbei und man landet letztendlich wieder in Riva del Garda.


Größere Kartenansicht

Weitere Infos gibt’s hier: >> Drei-Seen-Tour (lustauf.de)

Wir geben’s auf und fahren weiter über Salo und Vestone, wo wir einen Tankstopp einlegen. Ein Blick auf die Uhr verrät uns, dass es bereits halb sechs am Abend ist. Das Hinweissschild verspricht, „Trento“ in 90 Kilometern zu erreichen. Von dort sind es noch ca. 40 Kilometer bis Tramin…

Direkte Wege sind Blomy ein Greuel: Welchen Sinn macht schon ein Weg mit dem Mopped, wenn er nicht über einen Pass führt???

So lotst er uns erfolgreich mitten in die Wallachei: Über Tione die Trento geht’s nach Spiazzo und Pinzolo. Spätestens hier zwingen wir unseren kleinen Ehrgeizling zu einem Halt: Wir haben Kohldampf!

Aus lauter Verzweiflung halten wir an einem merkwürdigen Hotel (es könnte das „Hotel Collini“ gewesen sein) und verspeisen dort die wohl grausigsten Spaghetti Bolognese, die mir jemals unterkommen sind. Naja, der Hunger treibt’s rein…

Als wir dort aufbrechen, dämmert’s bereits und mit zunehmender Höhe wird’s frisch. Wir fahren nach „Madonna die Campiglio“, überqueren den Passo Campo Carlo Magno und es geht über Dimaro – Livo – Cagno – Revo und Dambei nach Ronzone. Langsam aber sicher werden die bedrohlich wirkenden Wolken undicht und bespritzen uns mit wachsender Begeisterung mit elendigen Regentropfen! Auch DAS noch!

Mitten ins Wasser oder: Mendelpass bei Regen bei Nacht…

Als die ersten Regentropfen den Boden erreichen, erstarrt „Frau“ auf ihrer „Streety“ förmlich zur Salzsäure und verfällt in den schonungslosen Schleichmodus… OHA!
Da der Rest der Welt nunmal nix dafür kann, lassen wir die anderen vorbrezeln, während Norby und Blomy mir netterweise Geleitschutz geben…

Als wir die Auffahrt zum Mendelpass erreichen, ist es stockfinster und es gießt in Strömen. Bei der Abfahrt fließen kleine Rinnsale durch die Kehren und wir sind laufend mit Visier-Wischereien beschäftigt. Da hat man mal den Pass für sich ganz allein und dann sowas!

Fahren bei Regen

Alles könnte so einfach sein, wenn man sich selbst nicht im Weg stünde.
Gedanken wie: Jetzt bloß schön „stillhalten“ und Erlaubst Du Dir die kleinste Bewegung, rutscht Du mitsamt Mopped gnadenlos weg! verbreiten unnötig Stress.

Wer wissen möchte, was bei Regen wirklich geht, der werfe einfach mal einen Blick in das Video:

Gegen 23.15 Uhr erreichen wir endlich Tramin und machen drei Kreuze, mit heilen Knochen UND heilen Moppeds aus der Nummer rausgekommen zu sein!

Kurz nach 12 motzt uns unser Hotelwirt von der Hotelterrasse, verkauft uns aber netterweise noch Flaschbier. Aufgekratzt wie wir sind, tagen wir danach noch zu viert bis halb drei auf dem Gemeinschaftsbalkon unserer Gemächer…

 

Donnerstag, 02.06.2011: Feiertags-Kupplungszug-Reiß-Tour [88 km]

Kein Handyempfang in den Bergen oder: Wie man trotzdem Hilfe ruft

Nachdem der Vortag ein sooo spätes Ende nahm, spazieren wir nach dem Frühstück zunächst gemütlich durch Tramin und plündern die Geldautomaten.

An Shoppen ist leider nicht zu denken, denn a) ist Tramin dafür zu klein, b) ist auch HIER heute Feiertag und c) rufen die Pässe!

Allerdings nicht jeden: Bernd steckt die Vortagsnässe noch immer in den Knochen und gedenkt, einen Moppedputztag einzulegen.

Als der Rest von uns gegen kurz nach 11 startet, passieren wir zunächst Deutschnofen, das Lavaze Joch und Cavalese, um schließlich in Castello Molina di Fiemme zu landen.

Am Kreisverkehr kurz vor dem Ortseingang wartet der Manghen-Pass auf uns.

Die Gegend auf der SP31 ist zunächst sehr lieblich und hier und da plätschert ein Bächlein auf dem bewaldeten Pass. Kurze Zeit später wird die Straße wesentlich enger. Just in der ersten steilen Kehre reißt der Kupplungszug von Blomy’s R1. Glück im Unglück, dass er sich dabei nicht löffelt!

Er schafft es gerade noch bis zum Beginn dieser wunderschönen Alm. Dort versuchen wir, Daheimbleiber „Bernd“ zu erreichen, um ihn anzubetteln, das defekte Mopped mit unserem Leih-Auto nebst Anhänger einzufangen. Aber sch… – Keins unserer Handys hat hier Empfang! – Was nun???

   
Bild-Mitte: Genau dort (Pfeil) verläuft mitten in der Pampa tatsächlich eine Straße!

Aus der Not heraus beschließen wir, zu zweit umzukehren:
Während Blomy es tatsächlich umfallfrei schafft, den Pass herunterzurollen, eiere ich gaaanz langsam hinter ihm her. Zurück im Tal, bekommen wir seinen Retter endlich an die Strippe und er erbarmt sich, mitsamt dem Vehikel durchzustarten.

Übrigens ein Bild für die Götter, als unser Kleinbus mit Mega-Anhänger und der kleinen R1 durch die Dolos düst…

Direkt bei der nächsten Tanke werfen wir den Anker, denn die Triple braucht dringendst Benzin! Jetzt am Nachmittag sind allerdings sämtliche Tanken unbemannt: Feiertag halt.
So versuchen wir’s halt mal mit einem Tankautomat: Klappt hervorragend und mit Saft-für-10-Euro komm ich auf jeden Fall bis Tramin.

Währenddessen schlängeln sich Helmi mit Britta, Lutz und Norby weiter den >> Manghen-Pass hinauf, machen kurz vor der Passhöhe Halt in der parkähnlichen Landschaft des „Val di Calalamento“ am kleinen See und testen in der „Baita-Manghen-Hütte“ Speis und Trank an.
Sodann geht’s für sie über Ronchi und Borgo, über die alte Brennerstraße bis Trento und sodann über die Weinstraße zurück bis Tramin.

 

Währenddessen versuchen Blomy und Bernd daheim in Tramin, den Kupplungszug der R1 zu reparieren. Doch Pustekuchen – Werkzeug fehlt! Im Hotel erfahren wir, dass im Laufe des Tages eine Gruppe moppedbesessener Österreicher erwartet wird, die angeblich einen Werkzeugwagen mit sich führt.

Um die Zeit zu überbrücken, wandern wir drei zur Traminer Eisdiele, dem >> Cafe „Goldener Löwe“. Das Eis schmeckt irre gut. Es gibt sogar einen Minzebecher und der Cappucino ist ebenfalls weltklasse!

Zurück am Hotel, sind nicht nur „unsere Leute“, sondern auch die sehnlichst erwarteten Österreicher eingetroffen. Letztere zeigen sich sehr hilfsbereit und schrauben die R1 netterweise wieder heile.

 

Freitag, 03.06.2011: Trentino-Regen-Tour [228 km]

Oder: Warum es sich lohnt, den Himmel zu beachten…

Letzter Tourtag. Sämtlichen Moppeds giert’s dringend nach Benzin und wir sind nicht die einzigen, die an der örtlichen Tanke um Sprit betteln.

 
Nach einer kleinen Ewigkeit sind alle Moppeds betankt und auf geht’s zur letzten Fahrt.

Über Kaltern geht’s auf den Mendelpass und weiter Richtung Ronzone und Fondo über das Gampenjoch (Passo delle Palade). Dies führt von Lana nach Fondo und verbindet das Etschtal mit dem Val di Sole und bietet auf 33 Kilometern ein paar nette Kurven und Tunnel mit Kopfsteinpflaster.

Nach einer Kaffeepause in Lana, in der Buchenschänke und Bierbrauerei Pfefferlechner, fängt es leider an zu regnen. Unbeirrt geht es weiter über St. Pankraz – Ultimo – Proves – Rumo – Livo und Cles.

In Cles gönnen wir uns eine Kaffeepause am Lago di Santu Giustina mitten im „Val di Non“.

Bereits während unserer Kaffeepause wird das Wetter schlechter, statt besser. Unser Rudelführer hat noch eine größere Runde eingeplant. Blöderweise jucken ihn die dunklen Wolken nicht. Da Norby und meinereiner mit der groben Richtung nicht klar kommen, setzen wir uns ab und fahren über Tuenno – Campodena – Mezzolombardo – Mezzolorona über die Weinstraße zurück nach Tramin.

Unterwegs erwischt uns ein kleiner Schauer. So stoppen wir kurz am Hotel und legen uns trocken. Als es aufhört zu dröppeln, erklimmen wir erneut den Mendelpass und kosten dort endlich mal diesen ach so weltberühmten Apfelstrudel.

Fazit: Einige Bissen sind ja ganz lecker, aber ein großes Stück mit Sahne und Vanilleeis ist einfach definitiv zuviel „süß“, wenn man zudem einen Kakao geordert hat!

   

Auf dem Rückweg werfen wir am Kalterer See noch kurz den Anker. Anders als sein Name es vorgaukelt, ist das Gewässer tatsächlich mollig warm!

Die anderen fahren über Caldes – Male – Madonna-di-Campiglio – Spiazzo – Montagna – Rogoli – San Lorenzo – Molveno – Mezzolombardo – Rover de Lude – Magre und Karatatsch zurück nach Tramin und holen sich dabei triefend nasse Socken! 😉

Vor dem abendlichen Essenfassen verzurren wir unsere Moppeds schweren Herzens auf dem Anhänger, um tagsdrauf möglichst früh durchstarten zu können.

Am Abend probieren Norby und meinereiner am/im „Schiessstand“ erstmals die Spaghettis, von denen uns Helmi bereits seit Tagen vorschwärmt. Sie schmecken einfach göttlich!

Bevor es in die Koje geht, läuten wir Lutzes Geburtstag so würdig, wie es dank des bevorstehenden Noch-früher-als-sonst-Aufstehen-Termins nur eben geht.

 

Samstag, 04.06.2011: Urlaub-ist-leider-am-End-Heimfahrt-Tour

Gegen 8.30 Uhr hocken wir bereits in unserem Leih-Toyota und sitzen uns bis kurz vor 24 Uhr unsere 7×4 Buchstaben platt.

 

Tour-Fazit

So anstrengend das Fahren in den Bergen für einen Rookie auch sein mag:
So eine Alpentour HAT was und will nur allzugern wiederholt werden!


Diese klare Bergluft…
Die Aussicht… (wenn man nicht gerade an einem Abhang steht)
Die ständig neue Herausforderung… (Schaff ich die nächste Kehre „rund“ oder nicht?)
In nur einer Woche die komplette Gegend erkunden und verdammt viele Eindrücke mit nach Hause nehmen…
*Schwääärm…*

Fakt ist:
Diese EINE Tour hat meine bisherigen Urlaubs-Vorlieben komplett über den Haufen geworfen!
Während ich’s bislang ohne jegliche Anstrengungen schaffte, zwei bis drei Wochen am Stück tagtäglich bei mediterranem Klima am Strand zu chillen, ist mir diese Art Urlaub seit dieser Tour zu öde!

Und sonst so?

  • Es gibt Leute, die keine Böse-Wetter-Wolken sehen, zum Regenkombi-Überwerfen erst anhalten, wenn die Membrane versagen und auf etwaige Beschwerden entgegnen:
    „Lass mal, hört gleich wieder auf!“
  • Dann gibt’s diejenigen, die während der Fahrt die dollsten wilden Flusslandschaften und die schöne zerklüftete Landschaft ignorieren, jedoch höchst-interessiert den Kopf aus der Kurve heben, wenn es eine Baustelle zu bestaunen gibt.
  • Sehr interessant auch die Personen, die achtlos an den hübschen Skulpturen des Traminer Marktplatzes vorbeilaufen, aber plötzlich unverhofft stehen bleiben und ausrufen:
    „Boah, guck mal, die Treppe ist drei Zentimeter aus dem Lot!“
  • Schließlich gibt’s da noch die Mitreisende, die auf unser Tour besonders den Stopp am „Bodensee“ schätzten, ich in die „Terpentinen“ des „Lavendelpass“ verliebten und am liebsten „Nudeln mit Basilika“ essen! 🙂
  • Genial auch die vielen kleinen Aussprüche, die es zum „Running-Gag“ schafften, wie:
    „Boah, ich muss erstmal meinen Ständer hochbinden, damit er nicht länger am Boden schleift

Gesamt-Kilometer: 1.400 bis 1.700 km
[ CBF: 1.614km // Streety: 1.431km (Start: 15.839km – Ende: 17.270km) ]

 

Tour-Vorbereitung für Alpen-Rookies

Nachdem ich zwei Jahre zuvor bereits an einem Kurventraining des ADAC beim >> Fahrsicherheitszentrum Westfalen in Recklinghausen teilgenommen hatte, fühlte ich mich irgendwie sicher genug, das „Alpen-Projekt“ anzugehen.

Zur Vorbereitung buchte ich allerdings vorweg (Ende April) eine >> „Eifeldiplom-Tour (Classic)“. Das Rumkurven auf den kleinen, geschwungenen Eifelstraßen hat – mir zumindest – irre viel gebracht. Daher empfehle ich diese Touren verdammt gerne weiter!

Leuten mit wenig Fahrerfahrung, ganz gleich ob Führerschein-Neuling oder Wiedereinsteiger, würde ich einen Ausflug in die Alpen übrigens erst dann empfehlen, wenn sie einigermaßen „kurvenfest“ sind. Ansonsten könnten sie sehr schnell überfordert sein.

Während meine erfahrenen Mitfahrer vom „Urlaub in seiner schönsten Form“ und „Entspannung-pur“ schwärmten, war die Tour für mich als Berg-Neuling reinste Schwerstarbeit!

Großer Vorteil: Wer „schwer arbeitet“, „verbrennt“ auch. Somit bestätigte sich das zuvor gestreute Gerücht, dass man auf einer Motorradtour gnadenlos an Gewicht zulegt, zum Glück nicht! Möglicherweise liegt es aber auch daran, weil man Kalorien mit zunehmender Höhe besser verwertet? – Keine Ahnung!

 

Tourenkarten

             

 

Wer war mit auf Tour?

  • Unsere Pool-Beauftragte, Ich-krieg-jeden-sprachlos-Britta
  • Unser Kurvenputzer Allzeit-gut-drauf-Lutz
  • Unser Tourküken und Diplom-Wagenführer Mir-klaut-niemand-die-Butter-vom-Brot-Bernd
  • Unser Tornanti-Lotse und Trupp-Treiber Hopp-aufn-Bock-ich-finde-jede-geile-Kurve-Blomy
  • Unser Tourvater und Kolonnenpatron Fahrt-mir-doch-weg-wenn-ihr-könnt-Helmi,
  • Unser Chef-Lichtbildschießer Norby und
  • seine Gefährtin Der-frühe-Vogel-kann-mich-mal-Susy

 

Wie war Euer „erstes Mal“ in den Alpen?

Hinterlasst gerne einen Kommentar!

 

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Danach - trotz Schein - erst einmal nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem einfach "unheilbar krank" dem Moppedwahn verfallen. :D
http://www.motorrado.de

2 thoughts on “Motorradtour nach Südtirol: Mein Debüt als Bergziege

  1. Das erste Mal (2011) Österreich, Italien, Schweiz war schon sehr toll und natürlich auch anstrengend, aber toll.
    Danach dann jedes Jahr wieder in die Schweiz und fast immer mit Motorrad unterwegs. Aber entspannt, mit genug Zeit hier und da auch anzuhalten, Aussicht genießen, Kaffee trinken.

    1. Ja guck, da feiern wir unser „erstes Mal“ ja tatsächlich im selben Jahr 😉
      Ich glaube, wer einmal dort war, kommt irgendwie nicht mehr davon los. Wir waren die Jahre drauf ebenfalls erneut in den Dolos bzw. im Dreiländereck A-I-CH. In den letzten beiden Jahren ging’s aus organisatorischen Gründen (von wegen der langen Anfahrt) mit unserem Trupp leider nur in den Schwarzwald. Ebenfalls sehr schön zu fahren, vor allem wenn man einen Schwenker in die fahrtechnisch sehr spaßigen Vogesen macht, aber keineswegs vergleichbar und irgendwie vermisst man plötzlich was…
      LG
      Susy

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