Motorradhändler: Trau, schau, wem?

Es war einmal…
… eine noch unentschlossene Motorrad-Interessentin. Die verirrte sich eines Wintertages zu Triumph, in der irrigen Annahme, dort eine Tiger XRX low probesitzen zu können. Als sie so durch die heilige Showroom-Halle schritt, verliebte sie sich prompt in eine schneeweiß-funkelnde Street Triple R.

Leider war die Schönheit ein wenig hochbeinig. Die gute Fee hatte jedoch vorgesorgt und für diese Fälle auch eine Street Triple R LRH (Low Ride Height) im Programm. „Muss aber bestellt werden. Lieferzeit: vier bis acht Wochen“. – „Okay“, dachte sich die Interessentin, „Eine Tieferlegung ab Werk funktioniert sicherlich viel besser, als der nachträgliche Umbau. Ist ja noch früh im Jahr und selbst wenn sie erst in acht Wochen kommt, ist es gerade mal Mitte/Ende März.“.

Kurz nachgedacht – sämtliche Was-passiert-nach-dem-Brexit-Sorgen verscheucht – bestellt und…
… die endlos lange Zeit des Wartens eingeleitet.

Kein Bock mehr auf Märchen!

Drum weiter mit der Mopped-Bestell-Odyssee in Tagebuchform.

1. März 2018 (Lieferdatum)

Zeitgleich mit dem Start der Motorradmesse in Dortmund, ist auch das auf dem Kaufvertrag angegebene Lieferdatum meines Motorrads erreicht. Juchhuuu!
Als ich montags drauf locker beim Händler anfrage, teilt er mir mit: „Ist noch nicht da. Ich höre mal nach und melde mich“.

Tut er nicht, also rufe ICH IHN an. Dabei erfahre ich, dass die Maschine zwei Wochen nach Produktionstermin beim Händler eintreffen wird. Wann genau das sein wird, weiß er auch nicht.
Okay, läuft ja wettertechnisch gerad nix weg…

Die Tage kommen, die Tage gehen. – Wer nicht kommt, ist meine Streety!

13. März 2018

Endlich kommt die erlösende Info: „Die Street Triple R ist unterwegs!“ YEEEAH!
Also fix ein-zwei Termine verschieben und rechtzeit vorab das Geld überweisen, um mein Mopped in zwei Wochen pünktlich abholen zu können.
Wird auch langsam mal Zeit!

Dienstag, 27. März 2018

Um die Papiere abholen zu können, plane ich eine Dienstreise so um, dass sie am Händlerort endet.

Gleichzeitig bitte ich meinen „Lütten, mich dort einzufangen und die – mittlerweile – vollständigen Anbauteile mitzubringen.

Für morgen nehme ich einen halben Tag Urlaub, um das Mopped anmelden zu können, bevor die geschätzten Straßenverkehrsamtsmitarbeiter in die Mittagspause entschwinden und lasse mich am frühen Nachmittag zum Händler bringen, um es abzuholen. . –
Soweit der Plan.

Als ich kurz nach 17 Uhr beim Händler aufschlage, klappt zunächst mein Kiefer tiefer:
Keine Streety da – kein Lkw in Sicht!
Naja gut. Muss ja jeden Moment um die Ecke kommen…

Als bis kurz nach 6 kein Spediteur auf den Hof gefahren ist, mache ich mich etwas enttäuscht, aber positiv gestimmt auf den Heimweg.
Egal: Kommt sie halt morgen. Außerdem Zeit und Geld gespart:
Wegen des Verzugs meldet der Händler sie auf eigene Kosten an. Sobald sie auf den Hof rollt, will er anrufen.

Mittwoch, 28. März 2018

Heute ist der große Tag. Yeeeah!

Natürlich tue ich ’nen Deibel, mein Smartphone auch nur EINE Sekunde aus den Augen zu lassen.

Ich warte allerdings vergeblich…

Menno: Das lange Oster-Wochenende steht doch vor der Tür? Und der Wetterfrosch prophezeit entgegen früherer Vorhersagen (kalt? Schnee?) herrlichstes Einfahrwetter?
Naja, keine 20 Grad, aber immerhin 13 sonnige welche an Karfreitag und 12 für Ostermontag…

Gründonnerstag, 29. März 2018

Erneut lauer ich vorm Telefon, wie die Katz vorm Mauseloch.

Als sich bis mittags nichts getan hat, werde ich nervös. Gegen 16 Uhr schwindet meine letzte Hoffnung.
Wenn sie bis jetzt noch nicht angekommen ist, wird’s heute nix mehr mit der Anmeldung…

Da ich nix höre, schwinge ich mich erneut as Telefon:
„Nix Neues“, sagt der Verkäufer, „aber ich höre nochmal nach und melde mich später noch einmal“.

Macht er bis Geschäftsschluss nicht. Dafür erhalte ich spätabends eine E-Mail.
Kernaussage:
Genaues weiß er noch immer nicht, hat aber möglicherweise eine Lösung und kündigt an, sich am Ostersamstag telefonisch zu melden.

Ostersamstag, 31. März 2018

Karfreitag ist’s wettertechnisch tatsächlich top. Genießen kann ich es nicht.
Frustschiebend, gepaart mit einer Riesenportion Selbstmitleid kann ich den Samstag kaum erwarten.

Also erneut vor dem Handy glucken und warten…
Aber: Nichts – rein gar nichts! – Kein Anruf, keine E-Mail. – Absolut NICHTS!

Hurra. Das war das mieseste Oster-Wochenende meines Lebens!

Dienstag, 3. April 2018

Heute ruft er bestimmt an!? – DENKSTE!

Das gibt’s doch alles nicht?
Irrt der Lkw mit meinem Mopped etwa seit ’ner geschlagenen Woche auf der britischen Insel herum und findet den Ausgang nicht?

Mittwoch, 4. April 2018

Als ich bis mittags immer noch nichts gehört habe, mache ich mir langsam Sorgen.
Dem Verkäufer wird doch wohl über Ostern nix passiert sein?
Muss aber doch wohl?
Der würde mich doch nicht „einfach so“ derart hängen lassen, oder? Er weiß doch, dass ich die Maschine definitiv am Freitag brauche?

Diese Ungewissheit macht mich langsam aber sicher fertig!

Wenn der Verkäufer sich nicht meldet, muss ich es wohl tun:
Hurra, er erfreut sich offenbar bester Gesundheit. Ist ja schonmal was…

Neuigkeiten hat er weiterhin nicht.
Mittlerweile glaubt aber auch er, dass der Lkw wohl nicht mehr kommen wird und das Motorrad irgendwie fehlgeleitet wurde.

Zumindest muss ich mich um die Fahrgelegenheit zum Händler nicht mehr kümmern, denn er bringt mir die Maschine mit dem Transporter nach Haus. – Garantiert großes Aufatmen bei den Leuten, die ich seit Wochen verrückt mache, von wegen, dass ich eine Transportmöglichkeit zum Händler benötige und die seitdem bereitwillig auf dem Sprung sind…

Er berichtet außerdem, dass er gerade auf der Suche nach einem Ersatzmotorrad sei.
Angeblich wurden vier Exemplare der „Street Triple R LRH“ an deutsche Händler geliefert.
Echt jetzt? Und das, wo sich laut früherer Aussagen ganz sicher kein Händler einen potentiellen Ladenhüter in den Showroom stellt…?
Aus Datenschutzgründen könne man ihm nicht sagen, in welche Filialen die Maschinen geliefert wurden. Drum habe er eine E-Mail an alle Händler-Kollegen rausgejakt, um nachzufragen, wer eine entsprechendes Motorrad im Bestand hat und bereit wäre, ihm jene welche zu überlassen. Es könne allerdings zwei Tage dauern, bis alle geantwortet hätten.
UPS!

Falsche Antwort!
Zwei Tage sind genau einer zuviel!

Ich erinnere ihn daran, dass ich die Maschine spätestens(!) am Freitag um 12 Uhr benötige, denn ein Motorradtraining ohne Motorrad macht wenig Sinn!

Verkäufer: „Wenn es mit Ihrer Maschine nicht klappt, bekommen Sie halt die RS als Ersatzmaschine.“
Meinereiner: „Der Vorführer ist aber doch viel zu hoch!? Und dann damit zum Training? Wenn sie kippt, wirds teuer.“
Verkäufer: „Dann legen wir sie halt tiefer – ist keine große Sache. Und die Selbstbeteiligung nehmen wir raus.“
Meinereiner: „Ich muss aber auch Gepäck transportieren und benötige entweder eine Navihalterung oder alternativ einen Tankrucksack mit Kartenfach/Smartphone-Lademöglichkeit“
Verkäufer: „Kein Problem. Kriegen wir hin!“

Zudem bitte ich ihn, mir die Vertragsbedingungen zuzumailen, die meinem Kaufvertrag nicht beigefügt haben. – „Macht er“, sagt er und will mich abends auf jeden Fall noch einmal anrufen.

Ich hätte wohl besser fragen sollen, an welchem Abend genau, denn mein Telefon bleibt stumm!

Donnerstag, 5. April 2018

Als ich bis 11 Uhr noch nichts gehört habe, werde ich langsam aber sicher BÖSE.
Nee, eigentlich gelogen: TATsächlich schwillt mir ganz gepflegt der Kamm!
Ich hasse es, wenn jemand sein Wort nicht hält!

Ich erkläre ihm erneut die Problematik per E-Mail und bitte ihn, zugesagte Telefonate auch einzuhalten. Außerdem, mir bis spätestens abends verbindlich die zugesagte Leih-Maschine zu bestätigen, damit ich mich notfalls noch anderweitig um ein Motorrad kümmern kann. Ach ja, und die AGB vermisse ich immer noch…

Jetzt kommt der Hammer!

Tatsächlich meldet er sich gegen 18:30 Uhr und hat Nachrichten im Gepäck, die bei mir unkontrollierbare Schnappatmung auslösen:

Botschaft 1: Der Lkw wird definitiv nicht mehr kommen!
Mein Motorrad wurde – wie er längst vermutet hatte – bereits im Februar ausgeliefert, allerdings fehlgeleitet.
Der Händler, der die Maschine erhielt, verkaufte sie direkt weiter.
Zurückholen nicht möglich, denn das Motorrad ist längst zugelassen.

WIIIIIE BITTE?????

Wo gibt’s denn SOwas, dass unbestellte Ware angenommen wird???
Da fährt jetzt also irgendwer lustig mit MEINEM Motorrad durch die Gegend und ich hab jetzt das Nachsehen???

 

Botschaft 2: eine gute und eine schlechte Nachricht

Die schlechte Nachricht:
Die nächste Lieferung von Triumph kommt regulär erst Ende Mai.

Die Gute jedoch:
Der Bau meines erneut bestellten Moppeds wird vorgezogen.
Es wird voraussichtlich Ende April geliefert.
Auf den Tag genau kann er es aber nicht sagen.

WAAAAS???

Mitte Mai geht’s für uns in den dreiwöchigen Motorradurlaub: 4 verschiedene Standorte plus diverse Zwischenübernachtungen sind bereits vorgebucht.
So das Mopped tatsächlich pünktlich kommt, habe ich etwas über eine Woche Zeit, sie einzufahren und die Einfahrkontrolle machen zu lassen. – Wie soll das gehen?
Zumal mein dafür vorgesehner Resturlaub bis Ende April genommen sein muss?
Und was danach?
Muss ich tatsächlich die weiteren 800 Einfahr-Schleich-Kilometer während meines Urlaubs in den Alpen runterreißen? – Das macht doch alles keinen Spaß!?
Und was, wenn ich dann erneut vergeblich warte oder sich die Lieferung – warum auch immer – verzögert?
Ist gar unser Urlaub in Gefahr???

 

Botschaft 3: eine gute Nachricht?
Der Verkäufer berichtet, es habe sich tatsächlich ein Händler-Kollege auf seine Rundmail gemeldet, der eine entsprechende Maschine habe. Noch wisse er, der Verkäufer, allerdings nicht, ob jener sie ihm überlassen würde. Wenn ja, würde er sie höchstselbst dort abholen.

Na wenigstens EIN Lichtblick!

 

Botschaft 4:
Übrigens habe er gestern schon versucht, mich anzurufen. Allerdings habe er mich unter der angegebenen Nummer nicht erreichen können.

HAHAAAA – Guter Witz! –
Habe den GAAANZEN verdammten langen Tag neben meinem Handy gesessen…
Verpasste Anrufe nicht sehen können? – Mensch Leute, wir schreiben das Jahr 2018!

 

Botschaft 5: Das Motorradtraining ist gerettet…?
Wegen des Leihmoppeds verspricht er, mich tagsdrauf um 8:30 Uhr anzurufen. Da er gerade unterwegs sei und nicht mehr in den Laden komme, wisse er momentan nicht, ob der Tieferlegungssatz angekommen sei. Falls nicht, werde er morgen kurzfristig vor Ort ein Kit besorgen.

Super, dann wird’s ja doch noch was mit unserer Wochenend-Tour bei dem angesagten Top-Wetter…?
Ich weise ihn erneut darauf hin, dass ich die Maschine spätestens um 12 Uhr benötige und mich – falls es nicht klappen sollte – RECHTZEITIG um einen Ersatz kümmern müsste.
Nebenbei bitte ich ihn erneut, mir die AGB zu übersenden.

Freitag, 6. April 2018 – Die Sache mit dem Leih-Motorrad

Hurra. Heute habe ich einen halben Tag Urlaub!

Um 12 Uhr mittags soll es losgehen: Quer durch den staulastigen Ruhrpott zum Kurventraining des >> FSZ Grevenbroich!

8:30 Uhr: Kein Anruf

9:00 Uhr: Ich wähle mich selbst an, um herauszufinden, ob mein Smartphone möglicherweise kein Netz hat.
Alles gut. Hat es.

Gegen 9:30 Uhr erhalte ich eine E-Mail mit den AGB und dem Hinweis, dass er noch auf Infos in Sachen „Tieferlegungskit“ warte und sich in den nächsten 30 Minuten melden täte.

(Nach Hinweis auf die falschen AGB (Gebraucht- statt Neufahrzeug), schickt er mir prompt die Korrekten. Schlecht eingescannt und ausgedruckt kaum lesbar. )

Aber Anruf? – Fehlanzeige!

11:20 Uhr: Hurra, mein Handy bimmelt!
Der Verkäufer teilt mir mit, er sei gerade unterwegs, um den Tieferlegungssatz abzuholen…
Jaja. Und zu Fuß ist’s weiter als übern Berg, oder wie?

Sachma: Klebt auf meiner Stirn ein Schild mit Aufschrift „Doofen-seine-Tochter – verar… mich bitte“???

Das ist doch wohl alles nicht wahr:
Strullert mir dieser Märchenonkel doch tatsächlich in die Hosentasche und erzählt mir dann, dasset regnet!?

Fakt ist:
Hätte mir dieser Typ rechtzeitig Bescheid gegeben, hätte ich die Chance gehabt, mich selbst um eine Lösung zu kümmern. Stattdessen lässt er mich glauben, er habe alles im Griff und hält mich anschließend unnötig hin, um mich letztendlich DOCH hängen zu lassen! Lernt man das so als Verkäufer? – Schöne Worte ohne Taten nutzen nix und niemandem!

Hätte ich mich auf seine Versprechungen verlassen, hätte ich das Moppedtraining knicken können!

Momentan bin ich einfach nur fassungslos und stinksauer!
Schuld hin – Schuld her: Da verspricht er mir wochenlang das Blaue vom Himmel und macht mir falsche Hoffnungen, hält sich aber letztendlich nicht die Bohne an seine Ankündigungen und Versprechen und stellt sich ganz nach Belieben einfach „tot“?! – Was soll ich davon bloß halten???

Schluss jetzt mit Märchen!!!

PS

1. Okay, ich hätte gleich stutzig werden sollen, als der Verkäufer mir das beim Kauf angekündigte Lieferdatum anschließend vorenthielt. Obwohl er mir bei Unterzeichnung des Kaufvertrags zugesagt hatte, dass Triumph ihm dieses nach Eingang der Bestellung mitteilen und er mir dann direkt Bescheid geben würde. – Btw: Gibt es bei Triumph eigentlich so etwas wie eine anschließende Bestellbestätigung…?
Vielleicht bin ich dahingehend einfach zu sorglos und/oder glaube zu sehr an das Gute im Menschen…?

2. Ja-ha: Spätestens auf der Motorradmesse hätte ich Krallen zeigen sollen, als er mir die zuvor zugesagten Lenkermaße weder per E-Mail mitgeteilt, noch mit zur Messe gebracht hatte, obwohl er wusste, dass ich diese für die Zubehör-Suche benötigte.
Stattdessen hörte ich nur: „Wir haben leider gerade enorme Probleme mit unseren E-Mails“.
Tja, leider braucht es ein Weilchen, bis ich an die Decke gehe…

3. Warten – hoffen – warten. Meine Nerven liegen mittlerweile blank und Wut plus Enttäuschung nehmen einen größeren Raum ein, als mir eigentlich gut tut. Dazu die Sorge, ob wir unseren Motorrad-Urlaub überhaupt wie geplant starten können…? Denn wer weiß schon, ob ich bis dahin überhaupt ein Motorrad habe?

4. Ja, klar! Hätte ich besser mal die Street Triple R genommen, die mitnahmefertig im Laden stand. Sie dann 20 Millimeter tieferlegen lassen und die restlichen benötigten Millimeter mit dem Sattler klären.
Hätte ich mich so entschieden, würde ich längst lustig-pfeifend durch die Gegend fahren und die ersten Frühlingsstrahlen genießen! –
Aber: Wie sagte noch gleich „Uns-Lothar“? „Wäre-wäre-Fahrradkette“!

5. Yo. Vielleicht hat es der Verkäufer tatsächlich gut gemeint und kann letztendlich nix für die elendige Schluderei von Triumph. Dachte ich zunächst auch…
Mittlerweile kann ich mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, hier gnadenlos verar… worden zu sein. – Wie würdet Ihr reagieren, wenn Euch jemand live vor Ort oder am Telefon stets das Blaue vom Himmel verspricht, zwischen schönen Worten und Taten aber eine riesige Lücke klafft?

6. Nein. Ich nenne keine Namen! Immerhin betreiben wir hier kein Händler-Bashing…
Und nein: Es handelt sich um keine kleine Hinterhof-Schrauber-Butze, die hier und da mal ein Mopped bestellt, sondern um eine Filiale, die es eigentlich besser wissen müsste!

7. Alles in allem konnte ich nicht anders, als mir den Frust über all den Irrsinn von der Seele zu schreiben, bevor ich vor Wut und Enttäuschung platze!

Eigentlich will ich doch nur eins: endlich wieder Moppedfahren!!!

Come on, liebes Wunder, geschehe bitte!

Nachtrag

Mittlerweile schreiben wir den 22. April 2018. – Und noch immer warte ich auf mein Motorrad!

Da sich mein Händler leider „totstellt“, kümmert sich fortan mein Anwalt um die leidige Angelegenheit.

Mangels Ansprechpartner und fehlender Kooperationsbereitschaft seitens >> Triumph Deutschland hänge ich momentan gnadenlos in der Luft.
Zumal sich selbst einfachste Fragen wie „Wann wird mich das Motorrad voraussichtlich erreichen“ und „Wurde es überhaupt irgendwann bestellt?“ aktuell nicht abschließend klären lassen! Je mehr ich darüber nachdenke, desto größere Zweifel kommen auf.
Ehrlich gesagt sprengt meine Wut aktuell definitiv meinen an dieser Stelle straffrei verwendbaren Wortschatz!

JA, ich KRIEGE momentan DEFINITIV die Krise und Freunde und Bekannte sind garantiert eine lebenslustigere Person gewohnt!
Vor allem, da sich das Wetter seit zwei Wochen ungewohnt frühlingshaft zeigt…
Letzteres führt selbstredend zu einem megafetten Kloß im Hals, der sich langsam aber stetig zu einer handfesten Depression auswächst…

Weitaus schlimmer ist allerdings diese elendige Ungewissheit:
Wird aus unserem (bereits in zwei(!) Wochen anstehenden), fest geplanten und vorgebuchten Motorrad-Urlaub überhaupt etwas werden oder gehören sämtliche dahingehenden Pläne – mangels Mopped – kurzfristig begraben?
Hallo!??? Ist Euch in Eurer abgehobenen Selbstgefälligkeit eigentlich klar, wieviel organisatorischer Aufwand hinter einem einzigen Urlaub eines „Normalsterblichen“ hängen kann? Wisst Ihr überhaupt, welch Rattenschwanz ein solcher welcher dank pflegebedürftigem Erzeuger nach sich zieht?? – Wohl kaum!!!

„Lieber“ Triumph-Verkäufer,
(oder anders gesagt: Sehr „geehrter“ (Ha!) Herr W.)
Eigentlich bin ich ein friedliebender Mensch.
Dank Deiner Schönrederei, Deiner gnadenlosen Ignoranz und grandiosen Hinhaltetaktik (die mich anfangs blöderweise zum Stillhalten verdammte), wünsche ich mir mittlerweile insgeheim, Du mögest einfach nur alsbald in der Hölle schmoren!!! Ich hoffe inständig, Du wirst Dich winselnd daran erinnern, wenn es dann endlich soweit ist!
Wie dem auch sei: Man trifft sich immer zweimal im Leben und jeder kriegt irgendwann sein Fett weg!!!

Wird diese elendige Odyssee gar ein Ende finden?

Freitag, 4. Mai 2018
Nach einem gewaltigen anwaltlichen Schriftwechsel-Gerummel ist mittlerweile Ruhe eingekehrt.
Ruhe? Immer dann jedenfalls NICHT gut, wenn jene welche in weiterer Ungewissheit ausartet, die mittlerweile kaum noch zu ertragen ist. Immerhin soll es bereits in wenigen Tagen in den Urlaub gehen…

Heute, kurz vor 15 Uhr endlich der erlösende Hinweis:
Mein Motorrad ist offenbar da und kann – angeblich – kommenden Montag – angemeldet – abgeholt werden!
Nee, den ultimativen „HURRA-Schrei“ verkneife ich mir an dieser Stelle. Genau DAS hatten wir ja schon einmal vor vielen Wochen. Mittlerweile ist „Skepsis mein zweiter Vorname“ und grundsätzlich glaube ich nur noch DAS, was ich sehe bzw. höchstselbst in den Händen halte…!

Somit bleibt’s zunächst weiter spannend:
Wird „Triumph“ seine Chance nutzen, zumindest im Nachhinein die Wogen zu glätten?
Werden sie – allen vorangegangenen Stolpersteinen zum Trotze – wenigstens versuchen, der Situation letztendlich einen Hauch von „Glückseligkeit“ einzuhauchen, um im Endeffekt vielleicht doch noch eine zufriedene Kundin zu gewinnen?
Oder ist es ihnen ganz einfach sch… egal?

Wir werden sehen…

Montag, 5. Mai 2018
Kaum zu glauben, meine Streety ist endlich da! 😀

Als ich Montag am späten Nachmittag bei Triumph aufkreuzte, hatte mein „Lieblingsverkäufer“ gerade Kundschaft. Stattdessen nahmen sich seine nette Kollegin und der Werkstattleiter meiner an. Letzterer nahm den mitgebrachten Tankrucksack nebst Tankring in Empfang und verschwand damit in die Werkstatt, um ihn zu montieren.

Bis dato war immer noch fraglich, wo die Einfahrkontrolle erfolgen könnte, die bei Triumph spätestens nach 800 gefahrenen Kilometern erfolgen MUSS, um seinen Anspruch auf Garantie zu wahren. Maximale Kulanz: 10 Prozent. Nicht gerade viel!
Die Option, sie auf dem Weg in den Urlaub 250 Kilometer entfernt durchführen zu lassen, behagte mir ganz und gar nicht und auch der Werkstattleiter meinte: „Nicht gut, viel zu früh!“

Angesichts meiner Verzweiflung fackelte die pfiffige Mitarbeiterin nicht lange, schwang sich ans Telefon und verschaffte mir prompt einen Inspektionstermin in der Nähe unseres Urlaubsorts. „13 Uhr in Tirol“, frohlockte sie.
Mein Hirn rödelte: Wie soll ich das bloß schaffen, wenn ich am Donnerstag erst starte, wenn das Motorrad zu Beginn vermutlich nur knapp 100 km/h laufen darf und eine reine Autobahnfahrt sicherlich nicht förderlich ist?
Nach Berechnen der Route war jedoch klar, dass die Sache mit Tirol definitiv nicht klappen kann, da mit der Anfahrt die erlaubten 880 Kilometer überschritten sein würden.
Daraufhin riss sich die Mitarbeiterin förmlich ein Bein aus, um mir einen Inspektionstermin auf Dreiviertel der Wegstrecke zu besorgen. Schaffte sie! Und so wurde aus Freitag 13 Uhr in Tirol selber Tag/selbe Uhrzeit in Ulm-Senden.
VIELEN LIEBEN DANK, Frau B.!

Die abschließende Motorradübergabe erfolgte dann leider durch den Verkäufer. Der tat, als sei nichts gewesen, gab sich höflich wie eh und je und nahm sich für die Übergabe und die Erläuterung der umfangreichen Display-Funktionen) ausreichend Zeit. Alles in allem völlig korrekt.
Der üble Beigeschmack jedoch blieb. Von einer abschließenden Aussprache wollte er nichts wissen. Mit den Worten „Da möchte ich nicht drüber reden“, entzog er sich der Chance, mir letztendlich vielleicht doch noch in positiver Erinnerung zu bleiben.
Egal! Dem Typen ist halt nicht helfen! Bleibt nur, ihm zu gönnen, dass er mit seiner üblen Versprechen-aber-nicht-halten-Masche irgendwann so RICHTIG auf die Nase fallen wird!

 

DANKE!

An dieser Stelle möchte ich DANKESCHÖN sagen:

  • … dem lieben El-Mare, für seine Bemühungen, eine Lösung zu finden, sowie seinem seelisch-moralischen E-Mail-Beistand! (Danke auch an seinen „Dealer“, der bzw. die sich alle erdenkliche Mühe gab, einen Weg aus der verzwickten Situation zu finden und völlig unbürokratisch zu helfen!)
  • … Dir, lieber „Street-Triple-R-Bruder“ Marcel:
    Zum einen für den aufmunternden „Kaffee“ und zum anderen für Deine laufende Anteilnahme!

  • … der lieben Mo (von >> Mo’s Bikeblog für das Weiterverbreiten unseres Berichts per Facebook, woraufhin
  • … Sabine K. netterweise die „Initalzündung“ für das öffentliche Interesse („Uli B.“) anstieß… (Auch Euch beiden nebst Uli vielen lieben herzlichen Dank!)
  • … „Uns-Blomy“ – seines Zeichens Mit-Jahres-Tour-Fahrer der allerersten Stunde – für das entgegengebrachte Vertrauen, indem er mir selbstlos anbot, mir für die bevorstehende Allgäu-Tour seine heißgeliebte Zweitmaschine (die „große Monster“) zu überlassen, obwohl er jene solo eigentlich wesentlich lieber fährt, als seine sozia-freundliche „Hauptmaschine“! Äiiih, sein Mopped verleiht man nicht! 😉
  • … und natürlich auch an Norby, meinen lieben Sohnemann und meinen restlichen engsten Familienkreis:
    DANKE, dass Ihr meine elendige Rumheulerei monatelang geduldig ertragen und mir – trotz all jener „Weltuntergangs-Verzweiflung“ – immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert habt!

PS: Alles völlig übertrieben???
Leider nein!
Wer’s nicht glaubt, sollte sich die Chose einfach mal selbst antun:
Spätestens wenn Euch der „Hoffnungsträger“(-Verkäufer) der Markenfirma am Wickel hat, erlebt Ihr hautnah, wie es sich anfühlt, bei allerbestem Frühlings-Einfahr-Wetter blöde daneben zu stehen und nicht teilhaben zu können!- Danach sprechen wir uns wieder!

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert (keine Ahnung wieso!) und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" der "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Danach - trotz Schein - nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Bis er dann, 2004, umso heftiger wieder ausbrach... Seitdem einfach unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :D
http://www.motorrado.de

14 thoughts on “Motorradhändler: Trau, schau, wem?

  1. Prüf mal, ob du von deinem Kaufvertrag zurücktreten kannst. Würd mir an deiner Stelle ne gute gebrauchte Streety holen. Triumph als Herstellerhat in Sachen Service nen Scheißruf. Im Zweifelsfall keine Kulanz. Die Triumphhändler werden immer weniger und so richtig warm bin ich bisher mit meinen beiden noch nicht geworden.. glaube Triumph verkackt es sich grad trotz saugeiler Maschinen.




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    1. Hi Simon,
      noch habe ich die Hoffnung, diese Maschine vom Händlerkollegen zu bekommen (wenn das nicht auch ein Märchen war…? Weiß mittlerweile nicht mehr, was ich ihm glauben kann…)
      Ein Rücktritt ist – soweit ich weiß -nicht ganz ohne und läuft nur mit händlerfreundlicher Fristsetzung. Angeblich muss der Liefertermin erstmal 6 Wochen überschritten sein und man muss eine Nachfrist von mindestens 10 Tagen setzen, der angeblich eine weitere folgen muss. Dadurch habe ich aber noch kein neues Mopped und die Zeit läuft mir davon. So viele kommen da leider auch nicht in Frage. Die besten gebrauchten Streetys sind längst vom Markt (immerhin haben wir bereits April) und eine alternative neue Maschine hätte längst geordert werden müssen, um sie pünktlich zum Urlaub zu haben.
      Bleibt vermutlich erstmal nichts anderes übrig, als noch ein pasr Tage abwarten und den Anwalt für alle Fälle schonmal warmlaufen zu lassen.
      LG
      Susy




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  2. Hi Susi, das ist ja echt bei…scheiden…,
    Rücktritt vom Kauf wäre das nächstliegende wenn der schriftlich mitgeteilte Liefertermin der 1. März von dir angemahnt, am Besten mit anwaltlichem Schreiben, um mind. 6 Wochen überzogen und bei einer weiteren 2. Nachfristsetzung weiter überschritten ist. Ok, dann ist Mitte Mai und du besorgst dir ein alternatives Mopped… könnte ja meinen Triumph Dealer fragen, vor 2 Wochen standen 3 oder 4 Triple R noch da, und mein Dealer ist super korrekt, nicht billig aber hilft immer.
    Zugegeben kann dein Händler nichts für Produktion und Liefertermin, haftet aber als Vertragshändler für die Triumph an Stelle des Herstellers, hat warum auch immer spät reagiert trotz deiner Bitten und Aufforderung, hält wohl nix vom telefonieren… Na, trotz deinem Frust musst du überlegen ob du mit dem Händler noch auf die Triple warten willst, bleibt die Frage nach Kosten oder Alternativen, was sagt der Händler? Preisnachlass, Gratis Wartungen oder Zubehör verbilligt? Aber nur schriftlich, nur da zählt leider…
    Gruß Elmar




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  3. Hallo Elmar,
    der Händler stellt sich seit letztem Freitag leider (wieder mal) tot. Null Reaktion auf meine E-Mail mit Fristsetzung. Kein Wort des Bedauerns, keine Entschuldigung, nichts. Telefonieren macht keinen Sinn, denn dann verspricht er eh wieder das Blaue vom Himmel und weckt falsche Hoffnungen, die er letztendlich nicht halten kann/will/was auch immer. Vielleicht geschieht aber auch ein Wunder und er stellt mir morgen mein Mopped vor die Tür?
    Warten wir’s mal ab. Jedenfalls gut zu wissen, dass bei Euch möglicherweise noch ein Ersatz zu bekommen wäre. Eventuell würde ich Dich dann dahingehend mal anmailen.
    LG
    Susy




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      1. Hi Susi,
        Ok, hier hilft nur Druck machen aber auch mit Anwalt wird es dauern. Hinterher leider ist jeder schlauer, ok, da musst du durch. Habe meinen Händler wegen der Streety angefragt, gebe dir dann Bescheid. Grüsse Elmar




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  4. Hi Susi, hier die heutige Mail von meiner Werkstatt, den Rest musst du regeln. Auf dem AB sagte Frau Schmidt, lieferbar in gut einer Woche in silber, Modell Low. Alles Gute, Elmar

    Guten Morgen,

    eine Street Triple R low in matt aluminium silver kann von Triumph
    Deutschland sofort geliefert werden. Weiß dauert ca. 2-3 Wochen, schwarz
    geht nur mit langen Vorlauf.

    Es gibt nur ganz geringe Stückzahlen der niedrigen Variante. Ich brauche
    eine Kaufbestätigung, damit ich definitiv eine liefern lassen kann.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Sigi Schmidt

    Triumph Rheinhessen
    Kfz- und Zweirad- Technik Marcel Schmidt
    Hinter den Hecken 30a
    67591 Mörstadt

    Tel: 06247 5079
    ms@Triumph-Rheinhessen.de
    http://www.Triumph-Rheinhessen.de
    UST-IDNr.:DE 282 340 698




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  5. Hallo Susy,
    wie ich lese ist es nun doch ein Bike ohne DCT geworden.
    Eigentlich warst du doch mit der F800R bis auf das Kuppeln sehr zufrieden, oder?
    Hat die Neue einen Quickshifter oder haben noch andere Emotionen für die Street Triple entschieden?
    MfG Sven




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    1. Hallo Sven,

      ja, grundsätzlich war ich mit der F800R ansonsten sehr zufrieden. Beim Verkauf habe ich aber gemerkt, dass ich weniger an ihr gehangen habe als an den vorherigen Moppeds…

      Die Streety R hat zwar kein DCT, dafür aber eine butterweiche Kupplung (selbst die Kupplung der normalen „S“ ist wesentlich leichtgängiger als fie der kleinen BMW). Da kracht und nervt nichts, die Kupplung trennt auch bei nah heragestelltem Kupplungshebel, der Leerlauf lässt sich auf Anhieb finden und selbst nach einer intensiven Stadtdurchfahrt hatte ich bislang keine Probleme damit. Sollte es notwendig werden, lässt sich zudem ein serienmäßiger Schaltautomat anbauen.
      Hinzu kam, dass die Triumph noch eine Spur leichter ist. Tja… und optisch war ich von der R sowieso seit eh und je angetan. 😉

      LG
      Susy




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  6. Hey, danke für deine Antwort. Ich mache mir demnächst selbst ein Bild von der F800ST.
    Derzeit fahre ich die GSR750 hänge aber nicht dran, der 4 Zylinder ist nichts für mich.
    Viel Freude mit der Streety (und weiter blogen)




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    1. Yo: Selbst probefahren ist sicher immer das Beste!
      Bin die ST nie gefahren, habe aber bislang – da Allrounder – viel Gutes von ihr gehört.
      Ich drücke Dir die Daumen, dass auch Du Dein Traummopped findest!




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