Katzenaugen für Motorräder: Der letzte Schrei?

Am ersten Stand der Motorradmesse in Dortmund witzelten wir noch: Prangte am Vorderrad der beliebäugelten Suzuki doch tatsächlich beidseitig ein riesiger, runder Reflektor, hierzulande auch als „Katzenauge“ bekannt.

Wenn schon, denn schon, lästerten wir: Wäre doch nett, zusätzlich am Soziushaltegriff einen dieser Sicherheitswimpel anzubinden, wie man sie von Kinderfahrrädern her kennt? Vielleicht gar einen Fuchsschwanz?

Als wir realisierten, dass alle neuen Motorradmodelle mit seitlichen Katzenaugen verunstaltet waren, verging uns das Lachen schlagartig.

Wusstet Ihr davon?

Natürlich hatte auch uns im Vorfeld die Info erreicht, dass Anfang des Jahres diese neue EU-Norm „Euro 4“ in Kraft getreten ist. Immerhin war im Vorfeld überall davon zu lesen. Dass es dabei um „umweltrelevante Aspekte“, wie Abgaswerte und Geräusche ging, war klar. Ebenso, dass leider eine Menge Moppeds vom Markt verschwinden würden, weil sich eine Umrüstung für die Hersteller nicht rechnete.

Am Rande hatten wir auch mitbekommen, dass die „Sicherheit“ eine Rolle spielte und künftig alle neuen Motorräder mit ABS daherkommen. Aber Katzenaugen? Die jedenfalls hatten wir nicht auf dem Schirm!

Von unauffällig bis prominent hässlich…

Sicher hat kein Moppedfahrer Lust, zu Klump gefahren zu werden, nur weil er von anderen Verkehrsteilnehmern nicht rechtzeitig gesehen wird.
Dass seitliche Reflektoren – gerade im Dunkeln oder bei schlechter Sicht – dazu beitragen können, unsere Haut zu retten, steht außer Frage.

Designtechnisch sind die Hersteller zwar grundsätzlich an dieses EU-Pamphlet gebunden, haben aber offenbar einen gewissen Handlungsspielraum:

Was ist erlaubt?

  • Wenn wir es richtig interpretieren, benötigen Motorräder künftig auf jeder Seite je einen seitlichen Rückstrahler.
  • Diese dürfen nicht dreieckig sein.
  • Wahlweise darf man sie vorn oder hinten anbringen. Dabei gilt allerdings folgende Farbregel:
    – Vorn angebrachte Katzenaugen müssen orange sein.
    – Hinten angebrachte dürfen wahlweise orange oder rot sein.

Irgendwie ist alles Neue doch letztendlich eine Frage der „Verpackung“?

So fanden wir bei den neuen Modellen auf der Messe Varianten von „einfach lieblos dahingeklatscht“ bis – vermutlich – „wohlüberlegt integriert“:

Von orange und rund, aber unauffällig integriert (Honda)…

… über orange und eckig (Triumph und BMW)
 

… bis hin zu rot und eckig am Kennzeichenhalter montiert (Kawasaki)

Wie findet Ihr diese neuen Katzenaugen?

Und wer weiß, was juristisch gesehen passiert, wenn man diese Reflektoren – rein zufällig und plötzlich – unterwegs „verliert“?

 

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

2 thoughts on “Katzenaugen für Motorräder: Der letzte Schrei?

  1. Kommt immer darauf an wie und wo die montiert sind. An der Africa Twin finde ichs ganz ok. Generell schauts mMn vorn meist besser aus, als hinten.

    1. Stimmt: Bei manchen Moppeds haben es die Hersteller ganz gut hinbekommen. Bei anderen hingegen sind so auffällig und dominant angebracht, dass es lächerlich wirkt.

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