Herausforderung: Mit dem Mietmotorrad im sonnigen Süden

Stell Dir vor, Du hast frühestens Ende Oktober Urlaub, Bock auf eine mehrtägige Motorradtour, aber keine Lust zu frösteln. Die rettende Idee: Auf zum Flughafen und ab in den Süden. Ein Motorrad lässt sich schließlich jederzeit ganz leicht vor Ort mieten. – Oder?

** >> Wie finde ich das ideale Basislager? // >> Transfer: Wie komme ich zur Unterkunft/zur Motorradvermiet-Station? // >> Wie kommt das Gepäck zur Unterkunft // >> Wie finde ich einen geeigneten Motorradvermieter? // >> Routenplanung oder: die Sache mit dem Navi // >> Motorradgepäck im Flugzeug // >> Besonderheit Rundtour // >> Alternative Mallorca // **

So erging es uns im letzten Jahr. Ein Ziel war schnell gefunden. Schließlich wollten wir schon immer mal nach Andalusien.

Als Pauschalreisen-Hasser mit Abneigung gegen durchorganisiert-geführte Motorradtouren war schnell klar, dass Flüge, Unterkunft und Motorräder einzeln gebucht werden wollen. Was planungstechnisch zunächst wie ein Spaziergang aussah, mutierte plötzlich zu einer riesigen Herausforderung.

 

Wie finde ich das ideale Basislager?

Andalusien sagt man wunderbare Sandstrände nach. Die Küste wurde jedoch mit zahlreichen Hochhäusern zubetoniert und man munkelt, diverse Retorten-Orte mutieren in der Nachsaison zu Geisterstädten.

Welcher Ort?
… ist zumindest einigermaßen nett anzuschauen und gut vom Flughafen erreichbar? Und wo sind in der Nachsaison nicht sämtliche Bordsteine hochgeklappt?

Ursprünglich dachten wir an ein Basislager an der Atlantikküste Nähe Chiclana de la Frontera. Die einzige seriös wirkende Motorradvermiet-Station, die auch niedrige Motorräder anbietet, fanden wir jedoch in der Nähe von Malaga. Natürlich kann man dorthin fliegen und sodann an die rund 200 Kilometer entfernte Atlantikküste touren. Allerdings nur dann reizvoll, wenn der Flieger nicht erst abends landet und man sich im Dunkeln an den Zielort tasten muss.

Auch die weiteren in Frage kommenden Ferienorte waren allesamt rund 90 Kilometer von Malaga entfernt. Sofern man plant, die Moppeds nicht direkt nach der Ankunft zu übernehmen, wirft dies einige Fragen auf:

  • Bietet der Motorradvermieter einen Hol- und Bringdienst zum Urlaubsort an? Möglicherweise bringt er die Moppeds auch direkt zur Unterkunft?
  • Gibt es alternativ eine direkte Busverbindung zur Vermietstation und wie lange dauert die Fahrt?

Welche Art Unterkunft kommt in Frage?
Gewöhnlich übernachten wir gern in Ferienwohnungen. Entscheiden wir uns für ein Hotel, buchen wir es meist nur mit Frühstück, denn auch das beste Abendbuffet beginnt spätestens am vierten Tag zu langweilen.

Bei der Auswahl der Bleibe spielt auch die Lage der Unterkunft eine wichtige Rolle:

  • Sind mindestens ein Supermarkt (bei Buchung einer Ferienwohnung) und Restaurants fußläufig zu erreichen?
  • Haben jene auch in der Nebensaison geöffnet?
  • Wo genau liegt die Unterkunft?
    Eventuell mitten in der Altstadt, nur erreichbar über schmale und steile Kopfsteinpflaster-Wege? Dort zu wohnen mag sehr heimelig sein, kann Unterfahrenen oder „Zwergen“, die den Boden vielleicht nur mit den Zehenspitzen erreichen, beim Rangieren schnell zum Verhängnis werden. Wer will die Mietmaschine schon kippen und damit die Selbstbeteiligung riskieren?

  • Gibt der Motorradvermieter Vorgaben, was den nächtlichen Standort der Motorräder betrifft? Müssen sie beispielsweise in einer Garage oder auf einem abgeschlossenen Grundstück abgestellt werden, um versichert zu sein?

Abgesehen davon haben wir den Spleen, dass wir gern in kleineren, überschaubaren Orten übernachten. Dabei möglichst fußläufig zum Meer, aber dennoch so nah am Stadtrand, dass wir uns morgens beziehungsweise nach Rückkehr nicht mit nervigem Staufahren im Ort herumplagen müssen. Weiteres Must-have: ein Balkon oder eine Terrasse.

DIE SPANISCHE OSTKÜSTE

Unterhalb der Region „Katalonien“ schließt sich die Region „Valencia“ mit seinen Küstengebieten Costa del Azahar und Costa Blanca an.
Ab Deutschland gehen Flüge nach Alicante oder Valencia. Motorradvermieter sind in der Region aber offenbar Mangelware.

Unterhalb der Costa Blanca beginnt die Region „Murcia“ mit seinem Küstenabschnitt Costa Calida.

Ein Stück weiter südlich findet man die Region Andalusien:

Im nördlichen Teil Andalusiens (Küstenabschnitt Costa de Almeria) ist die Bebauung eher mäßig. Dafür wimmelt es direkt hinter der Küstenlinie vor riesigen Treibhaus-Plantagen, die sich über eine Fläche von 30.000 Hektar erstrecken; fast so groß wie München. Unter den Plastikfolien wächst Obst und Gemüse. Nicht gerade sehenswert. Dennoch lohnt sich hier das Motorradfahren: Zum einen ist die Region besonders regenarm. Zum anderen wartet im Landesinneren nicht nur die Bergwelt der Sierra Nevada, sondern auch die einzige Wüste Europas, die Wüste von Tabernas. Da sie den Wüsten Nordamerikas ähnelt, auch „Wilder Westen für Arme“ genannt.

Der Flughafen in Almeria wird von „„Germania“ angeflogen.
Während Flüge ab Düsseldorf und München mit über 400 Euro recht teuer sind, fliegt man ab Hamburg oder Stuttgart für einen Bruchteil des Preises.
Flüge ab Düsseldorf und München sehr teuer (über 400 Euro); ab Hamburg oder Stuttgart kosten sie nur einen Bruchteil dessen.

Der Küstenabschnitt Richtung Malaga nennt sich Costa Tropical.
Am südlichen Ende von Malage liegt auch der Flughafen.

Unterhalb von Malaga folgt die Costa del Sol, die weiter südlich in die Costa Gaditana übergeht und sich bis zur Meerenge von Gibraltar zieht.

Die Küstenregion von Gibraltar bis zur portugiesischen Grenze an der südlichen Atlantikküste schimpft sich Costa de la Luz

Als Flughäfen bieten sich Jerez (Direktflüge ab Düsseldorf mit Condor) oder Sevilla (Direktflüge ab Berlin, München und Frankfurt) an.

Je nach Unterkunft kann es sich auch lohnen, nach Faro (Portugal) zu fliegen.
Mietet man ein Motorrad in Portugal, möchte aber in Spanien touren, sollte man jedoch vorab erfragen, ob das Land verlassen werden darf.

 

Transfer: Wie komme ich vom Flughafen zur Unterkunft/zur Motorradvermiet-Station?

Planerisch schon ein Unterschied, ob man vom Flughafen direkt zur Motorradvermietung fährt und von dort mit Maschinen und Gepäck weiter zum Basisort oder zunächst zur Unterkunft, das Gepäck dort ablädt und anschließend die Motorräder abholt.

Vom Flughafen – zur Unterkunft – zur Motorradvermietung

Guter Plan, sofern

  • sich der Urlaubsort ab Flughafen gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lässt
  • die Wegstrecke kurz genug ist, dass man durch einen Taxitransfer nicht verarmt
  • oder das Portemonnaie dick genug ist, sich zusätzlich ein Auto zu mieten (das dann tagelang sinnlos herumsteht, aber trotzdem bezahlt werden möchte)

Klappt natürlich auch hervorragend, wenn der Motorradvermieter die Moppeds anliefert oder einen Hol- und Bringservice anbietet. Denkt er nicht im Traum daran, sollte man sich vorab auch Gedanken über den Transfer zur Vermiet-Station machen.

Vom Flughafen – zur Motorradvermietung – zur Unterkunft
Eine sympathische Lösung, aber nur,

  • wenn die Motorradvermiet-Station in Flughafennähe liegt und man nicht unnötig lang mitsamt Gepäck durch die Gegend reisen muss
  • der Motorradvermieter einen Hol-/Bring-Service vom/zum Flughafen anbietet

Bei dieser Variante bedarf es einer besonders guten Vorplanung. So stellt sich gleich die nächste Frage:

 

Wie kommt das Gepäck zur Unterkunft?

Reist Ihr mit einem gewöhnlichen Koffer? – Sehr unwahrscheinlich, dass sich ein solcher auf dem Mopped verzurren lässt. Also wohin damit?

Mit etwas Glück lässt er sich beim Motorradvermieter lagern. Vor Ort heißt es dann Umpacken. Aber: Passen die Klamotten auch in die – hoffentlich – mitgebrachten Gepäckrollen? (Ihr habt ja auch an Spanngurte gedacht?)
Vielleicht keine schlechte Idee, daheim einmal probezupacken…

Hat die Mietmaschine Koffer, wird’s nicht weniger spannend. Schließlich stellt sich erst vor Ort heraus, ob alles so passt, wie gedacht.

Sollte es auf dem Weg zur Unterkunft regnen, lässt sich direkt mal antesten, ob das Gepäck-Equipment tatsächlich wasserdicht ist.

 

Wie finde ich einen geeigneten Motorradvermieter?

Motorräder lassen sich im Ausland an jeder Straßenecke mieten. Man hört aber immer wieder von schwarzen Schafen, die keine Skrupel haben, ihren Kunden klapprige Maschinen mit profillosen Reifen anzubieten.

Wichtiges Kriterium: Zustand der Motorräder

  • Sind die vermieteten Motorräder gut in Schuss und werden regelmäßig gewartet?
    Wir hörten sogar von Fällen, in denen der Motorradvermieter allabendlich an der Unterkunft vorbeischaut, um die Kette zu schmieren! (TOP!)

  • Übergibt der Vermieter saubere Motorräder?
  • Ist die Reifenprofiltiefe in Ordnung?
  • In Ländern mit Warnwestenpflicht: Ist diese inklusive?
  • Nimmt sich der Vermieter Zeit für die Motorradübergabe und hat sämtliche Vorschäden protokolliert? (Fotos machen kann helfen!)

Gerade wenn man spätabends oder am Wochenende landet, der Flieger spät ankommt oder der Abflug sehr früh ist, ist es gut, die Öffnungszeiten des Vermieters zu kennen.
Im Idealfall lässt er sich auf Sonderöffnungszeiten ein oder ist jederzeit mobil erreichbar.

Versicherung der Mietmaschine
Im besten Fall ist das Motorrad vollkaskoversichert.

  • Kostet die Vollkaskoversicherung extra oder ist sie im Mietpreis enthalten?
  • Was genau ist inklusive? Sind beispielsweise Reifenschäden mitversichert?
  • Wie hoch ist die Selbstbeteiligung (SB) im Falle einer Beschädigung? (1.000 bis 2.000 Euro sind keine Seltenheit)
  • Wie hoch ist die zu hinterlegende Kaution? Muss sie bar oder kann sie auch per Kreditkarte hinterlegt werden?
  • Lässt sich die Selbstbeteiligung mit einer Zusatzversicherung auf null Euro herunterfahren? Wenn ja, was kostet dies bzw. rechnet sich die Investition?
  • Ist Eure Kaution futsch, wenn das Fahrzeug gestohlen wird?
  • Gibt es Klauseln, die etwas über das (nächtliche) Abstellen des Motorrads aussagen? Darf es beispielsweise nachts am Straßenrand geparkt werden? Ist das Fahrzeug zusätzlich zu sichern?

Was, wenn das Wetter nicht mitspielt und es hagelt, stürmt oder schneit?
Immer dumm. Besonders aber, wenn man nur einige Tage vor Ort ist, sich ein Unwetter währenddessen ununterbrochen austobt und an Motorradfahren gar nicht zu denken ist.
Ist in dem Fall trotzdem der volle Mietpreis zu zahlen?

Bietet der Vermieter Sonderzubehör an?
Sehr hilfreich wäre beispielsweise ein Tankrucksack mit Kartenfach oder alternativ eine Hecktasche. Irgendwo möchte man vielleicht sein Regenzeug, einen warmen Pulli oder eine Flasche Wasser unterbringen?

Wichtig für Zwerge: Ist sichergestellt, dass man eine tiefergelegte Maschine oder eine niedrige Sitzbank für Euch bereit hält?
Wichtig für Riesen: Ist eine höhere Sitzbank vorhanden, um nicht schon am zweiten Tag wegen akuter Kniebeschwerden aufgeben zu müssen?

 

Routenplanung oder: die Sache mit dem Navi

Manch Biker mag es unkompliziert und fährt einfach mal der Nase nach.
Andere mögen es durchgeplant und arbeiten die Touren schon daheim akribisch aus.
Wieder andere verlassen sich darauf, dass ihr Navi ihnen vor Ort die besten kurvenreichen Strecken zeigen wird oder suchen sich mit Hilfe von Tourenkarten die passenden Routen heraus.

Wer nicht gerade zum ersten Typ gehört, erkundigt sich besser vorab beim Motorradvermieter, was vor Ort zu welchen Konditionen ausgeliehen werden kann.

Fahren nach Tourenkarte:

  • Muss eine Kartentasche/ein Tankrucksack mit Kartenfach von zu Hause mitgebracht werden?
  • Wenn ja: Hat das Mietmotorrad einen Plastik- oder Stahltank und lässt sich Euer Equipment darauf befestigen?

Fahren mit eigenem Navi

  • Ist das Mietmotorrad mit einer Navi-Halterung ausgerüstet?
  • Gibt es eine Bordsteckdose mit USB-Adapter?

Fahren mit geliehendem Navi

  • Welches Navi bietet der Vermieter an?
  • Kennt Ihr Euch damit aus oder lässt es sich zumindest intuitiv und idiotensicher bedienen?
  • Wie kommen die daheim geplanten Touren auf’s Navi?
  • Ist es mitversichert? (zum Beispiel bei plötzlichem Defekt?)

 

Motorradgepäck im Flugzeug

Motorradreisende sind klamottentechnisch meist nicht luxusverwöhnt: eine Jeans, einen Stapel Shirts, Socken und Unterwäsche. Dazu noch einen Fleece-Pulli für kühlere Abende und fertig. Also eigentlich kein Problem, mit den limitierten Gepäckvorgaben der Fluggesellschaft klarzukommen. Zumindest, wenn man nicht nur mit Handgepäck reisen muss, sondern seine 20 Kilogramm packen darf.

Das größte Problem bilden da eher die schweren und sperrigen Motorradklamotten.
Während eine Frau mit Normalgröße es durchaus schaffen kann, ihre Brocken allesamt in einer 50-Liter-Gepäckrolle zu verstauen, hat’s ein ausgewachsener Mann da schon schwerer.

Motorradklamotten-Verleih?
Einige Motorradvermieter haben sich mittlerweile voll auf Biker-Touris eingestellt und halten „Test-Kleidung“ und -Motorradhelme bereit, die kostenlos oder gegen ein geringes Entgelt ausgeliehen werden können. Im Vorfeld nachfragen lohnt also…

Würde ich allerdings nur in Anspruch nehmen, wenn ich genau wüsste, dass die Klamotten nach jedem Verleih vernünftig gereinigt und desinfiziert werden…

Besteht keine Anmiet-Möglichkeit, bleibt nix anderes übrig, als seine eigenen Klamotten mitzubringen:

Motorradhelm

Da kannst Du noch so fest stopfen oder pressen, Du bekommst den Motorradhelm nicht kleiner. Vermutlich passt er locker in einen Standardkoffer, aber wer möchte seinen Helm schon im aufzugebenden Gepäck wissen? Weiß doch jeder, dass das Flughafenpersonal die Gepäckstücke durch die Gegend wirft?

Darf man den Motorradhelm als Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen?
Jein. Ist die Fluggesellschaft kulant, wird sie es vermutlich erlauben. Stellt sie sich stur, hast du keine Chance, denn ein gewöhnlicher Integralhelm überschreitet die erlaubten Standardmaße um wenige Zentimeter. Also lieber mal vorher nachfragen…

Tipp: So oder so lässt sich der Hohlraum sinnvoll nutzen, um darin Motorradhandschuhe, Halstüchern, Warnweste (so im Ausland erforderlich), Kartenmaterial und – eventuell – das Erste-Hilfe-Set unterzubringen.

Motorradstiefel

Motorradstiefel für männliche Biker wiegen locker mal anderthalb bis zwei Kilogramm. Sperrig sind sie noch dazu. Zum Glück lassen sie auch diese sich platzsparend ausstopfen, beispielsweise mit Socken.

Tipp: Wir haben uns Kurzstiefel zugelegt. Spart nicht nur eine Menge Platz, sondern vor allem auch Gewicht.

Wohin mit dem Rückenpanzer?

Auch Rückenprotektoren lassen sich kaum kleinfalten. In einem Standardkoffer lässt sich ein solcher sicherlich unterbringen. Problematischer wird’s, wenn man nur mit Handgepäck (einem Bordkoffer) reist.

Notfalls könnte man versuchen, ihn bereits während des Flugs zu tragen. Im Flieger schnallt man ihn dann einfach ab und stellt ihn hinter sich an die Rückenlehne. Ob das erlaubt ist? – Keine Ahnung, aber warum eigentlich nicht?

Motorradjacke und -hose

Dank Protektoren nehmen auch Motorradjacke und -hose extrem viel Platz ein. Entfernt man die Protektoren, lassen sie sich wesentlich kleiner zusammenlegen. Die Protektoren stapelt man dann einfach übereinander.

Tipp: Innenfutter von Hose und Jacke dürfen gern daheim bleiben. Lange Funktionsunterwäsche wiegt nichts und der wärmende Pulli lässt sich auch abends tragen, wenn’s kühl wird.

Regenzeug nicht vergessen!

Zumindest dann, wenn die Moppedklamotten nicht erwiesenermaßen wasserdicht sind. Hilft zudem hervorragend bei einem plötzlichen Kälteeinbruch.

Beim Reisen nur mit Handgepäck wird’s schon schwieriger:
In dem Fall bleibt wohl nur die Lösung, die Motorradklamotten schon im Flugzeug zu tragen…? (Achtung: Unbedingt daran denken, normale Schuhe einzupacken!)

Was man sonst so braucht…

Sämtliches Technikgedöhnse gehört meiner Meinung nach unbedingt ins Handgepäck. Leider sammelt sich da mit den Jahren immer mehr an: Kamera, Smartphone, Navi, Powerbank oder Ersatzakku und gefühlt tausend Ladekabel nehmen bereits einen Großteil des Handgepäcks (Motorradrucksack) ein.

Falls Ihr die Moppeds direkt nach der Landung abholen wollt, Gepäckrolle nebst Verzurrmaterial nicht vergessen!

Tipp: >> RokStraps sind leicht, nehmen wenig Platz weg und halten das Gepäck auf dem Mopped bombenfest!

Falls vor Ort nicht anmietbar, gehören zusätzlich Tankrucksack/Hecktasche/Kartentasche ins Gepäck. Natürlich lässt sich’s vor Ort auch mit Motorradrucksack auf dem Rücken durch die Gegend fahren…

Gepäckstücke

Idealerweise bekommt man seine Brocken in einem Standard-Koffer unter und nimmt einen 20- bis 30-Liter-Motorradrucksack als Bordgepäck mit.

Wer denkt, er könne stattdessen mit einer Gepäckrolle reisen, wird sich vermutlich wundern: Nicht nur, dass sich eine solche nicht abschließen lässt. Nee, eine gewöhnliche 50-Liter-Rolle reicht kaum aus, da sie vermutlich gerade mal die Motorradklamotten fasst. Wählt man eine Größere, reicht es vielleicht vom Platz her. Dafür wird die Tasche so „bauchig“, dass sie die von der Airline vorgegebenen maximalen Gepäckmaße sprengt.
Wer jetzt denkt „nehme ich doch einfach zwei 50-Liter-Rollen mit…“: Pustekuchen! Ohne Aufpreis darf höchstens ein Gepäckstück aufgegeben werden.

 

Besonderheit Rundtour

Eine Rundreise mit dem Motorrad vereint alle Herausforderungen zusammen und verlangt eine planerische Höchstleistung. Immerhin wollen alle Unterkünfte vorgebucht werden. Und wer weiß schon, wie sich das Wetter entwickelt?

 

 

Übrigens…

… ist unser Motorradurlaub in Andalusien geplatzt: Im Vorfeld gab’s zu viele ungeklärte Fragen, die sich mangels Zeit nicht klären ließen.

Die einzige Alternative – Buchen einer vorgefertigten Roadbook-Tour mit „All-in-Paket“ – widerstrebte uns: Allesamt führten sie in mindestens eine „ach so sehenswerte“ Großstadt. Zudem lagen einige Unterkünfte mitten in der Wallachei…

Letztendlich hatten wir ziemliches Glück, denn just zum geplanten Abflugtermin streikte die herausgepickte Airline.

Übrigens flogen wir nach Malle. In Sachen Moppeds-Anmietung hatten wir uns >> Mallorquin-Bikes.de ausgeguckt. Die Webseite machte einen sehr guten Eindruck und unsere E-Mail-Anfragen wurden nicht nur prompt, sondern auch sehr nett beantwortet. Daneben bietet die Firma einen umangreichen Service an: Vermietung von Motorradkleidung, -stiefel, -helme und -Zubehör. Geführte und Roadbook-Touren, Abholservice etc.
Leider waren wir zack vor knirsch dran und für den gebuchten Zeitraum kein niedriges Motorrad mehr zu haben.

So wurde es schließlich ein ganz relaxter Lauf- und Radfahrurlaub und dank unerwartet gutem Wetter kam auch der Strand nicht zu kurz. 😉

Aber irgendwann klappt’s ganz bestimmt endlich mal mit Andalusien! 😀

Und Ihr so?

  • Habt Ihr schonmal einen Mietmotorrad-Urlaub gemacht und habt Empfehlungen in Sachen Motorradvermieter und Unterkunft oder sonstige Tipps?
  • Wie habt Ihr die Gepäckfrage gelöst?

 

Print Friendly, PDF & Email
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Tumblr
Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Danach - trotz Schein - erst einmal nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem einfach "unheilbar krank" dem Moppedwahn verfallen. :D
http://www.motorrado.de

2 thoughts on “Herausforderung: Mit dem Mietmotorrad im sonnigen Süden

  1. „In Ländern mit Warnwestenpflicht: Ist diese inklusive?“
    Ich denke schon – und das kostenlos … 😉

    Was mir sonst noch aufgefallen ist: Dies ist der wahrscheinlich mit Abstand beste Ratgeber, den ich jemals lesen werde – bis jetzt habe ich mich in dieser Richtung noch nicht gebeistern können – die Überlegung: Kurzurlaub in Marokko, wenn bei uns richtig Winter ist, hat mein Interesse für Fremdmotorradfahren geweckt…

    Der von Dir empfohlene Vermieter ist zwar genau jener Typus, der mir gestohlen bleiben kann -unnötige Dickschiffe auf einer winzigen Insel, aber die ‚Kleinen‘, welche Sinn machten, werden nur in Verbindung mit ‚Training‘ verliehen- doch als Preisrelevanz freue ich mich auf eine 250er Enduro in Nordafrika um 35 Euro/Tag inkl. Zustellung/Abholung … 😉

    Die Frage nach Motorradkleidung habe ich für mich (vorläufig im Kopf) und aufgrund Deiner Ideenvorgabe so gelöst: Protektorenhemd im Flugzeug, kann man/frau während des Fluges sicher irgendwie loswerden, Helm im 80L-Kanusack (probiert – MX paßt rein ;)), zum Fahren MX-Hose, MX-Shirt. Pulli+warme UW+Regenjacke für kältere Tage bzw das Gebirge; hohe Arbeitsschuhe für Reise+Moppet. Jeans, Badehose, UW, Werkzeug, Fertig. Und bleibe unter 20 kg, denke ich 😉

    1. Hi Olpo,

      freut mich, dass Dir der Beitrag gefallen hat 😀

      Als MX-Fahrer hat man’s wohl wesentlich leichter, da die Klamotten – bis auf das Protektorenhemd – weniger sperrig sind. Hoffe nur, Dein Helm überlebt die Reise im Flugzeugbauch, so wie das Gepäck beim Transport durch die Gegend geworfen wird…?

      Die Mietkonditionen sind ja echt traumhaft: Wo sonst bekommt man schon ein Mopped zu einem solchen Kurs? Von diesen kleinen Moppeds kann man anderswo wohl nur träumen: Das Kleinste, was man mieten kann, ist meist eine 650er BMW. Leider kommen die kleinen Enduros für meinereiner aber eh nicht in Frage, weil sie so hoch gebaut sind. Man fragt sich aber schon, warum die Vermieter nicht wenigstens sowas wie die 200er VanVan ins Programm nehmen. Würde zum Erkunden der Gegend doch locker reichen…

      Würde mich freuen, wenn Du nach der Tour mal über Deine Erfahrungen mit dem Vermieter berichtest? Gute Empfehlungen kann man ja immer brauchen 😉
      Da Du aber an den Winter denkst, ist es sicher noch ein Weilchen hin?

      LG
      Susy

Schreibe einen Kommentar

*


Top