Großglockner: Kringel für den Kurventanz

Eine der wohl aussichtsreichsten Möglichkeiten, vom Bundesland Salzburg nach Kärnten zu gelangen, ist die Fahrt über die Großglockner Hochalpenstraße. Die höchste befestigte Passstraße Österreichs bietet auf knapp 48 Kilometern Megafahrspaß mit 36 flüssig zu fahrenden Kehren. Nicht jeder kriegt allerdings die Kurve und immer wieder kommt es zu Motorradunfällen. Eine Neuerung soll die Straße jetzt sicherer machen.

// >> Sicherer Kurvenfahren durch pfiffige Bodenmarkierungen // >> Alpin-Training auf dem Großglockner // >> Wissenswertes für Motorradfahrer // >> Mautspar-Tipps //

Eine der wohl aussichtsreichsten Möglichkeiten, vom Bundesland Salzburg über den „Hohen Tauern“ nach Kärnten zu gelangen, ist die Fahrt über den Großglockner. Die Straße führt von Bruck im Norden nach Heiligenblut im Süden. Dabei überquert man gleich zwei Gebirgspässe: „Fuscher Törl“ (auf 2.428 Metern) und Hochtor (auf 2.504 Metern). Im hundert Meter langen Hochtor-Tunnel verläuft die Grenze zwischen den beiden Bundesländern.

Leider ist der Spaß weder kostenlos noch günstig. (>> Mautpreise)
Für das Geld wird Euch aber tatsächlich was geboten. Unter anderem erwartet Euch ein 1a-Fahrbelag.

Dafür sorgt die GROHAG, die „Großglockner Hochalpenstraße AG“. Deren Mitarbeiter kontrollieren die Strecke laufend auf Asphaltgriffigkeit und Querebenheit. Zusätzlich entfernen sie alle scharfkantigen Leitplanken und versahen sie mit einem Unterfahrschutz.

 

Sicherer Kurvenfahren durch pfiffige Bodenmarkierungen

Nicht jede Kurve ist einsehbar. Handelt es sich dann auch noch um eine Linkskurve, kommt es vermehrt zu Unfällen. Häufige Ursache: Motorradfahrer tummeln sich gerne nahe der Mittellinie. Während sie nichtsahnend ihre Schräglage zelebrieren, taucht nicht selten, urplötzlich, wie aus dem Nichts, ein Bus oder ein anderes Großfahrzeug vor ihnen auf. Ist der Biker schräg genug, kracht es oft bereits hier. Ansonsten spätestens dann, wenn der Moppedfahrer erschrickt, sein Mopped verreißt und in der Botanik landet.

Um Biker von der Mittellinie fernzuhalten, werden in sechs ausgewählten, unübersichtlichen Linkskurven Bodenmarkierungen in Form von Ellipsen aufgebracht.
Diese Kringel sollen verhindern, dass Motorradfahrer eine zu enge Kurvenlinie wählen.


Foto: Credit@ KFV

Ob das hilft?
Die Großglockner Hochalpenstraße ist nicht die erste Straße, die auf Bodenmarkierungen setzt, um die Fahrsicherheit zu erhöhen.

Bereits 2016 starteten Pilotprojekte in Niederösterreich, Kärnten und dem Burgenland. Dabei pickte man sich einige besonders gefährliche Strecken heraus und versah einen Teil testweise mit ellipsen- und den anderen mit balkenförmigen Markierungen. Anfang April diesen Jahres verkündete der Initiator, das „Kuratorium für Verkehrssicherheit“ (KfV):
„Neue Bodenmarkierungen gegen Motorradunfälle: Erste Pilotprojekte in Österreich erfolgreich!“ ==> KLICK! (zum Bericht).

Fazit des KfV: Beide Arten von Bodenmarkierungen haben einen positiven Einfluss auf die Fahrlinie der Motorradfahrer.
So wird die Aktion vermutlich noch auf weitere gefährliche Strecken ausgeweitet.

Hintergrund-Infos:

 

Motorrad Alpin Training auf dem Großglockner

Der „ÖAMTC“ (Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touringclub), das Gegenstück zu unserem deutschen „ADAC“, bietet zweitägige geführte Touren auf die Großglockner Hochalpenstraße an.

Tourstart ist das ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum Teesdorf.

Übernachtet wird direkt auf der Großglockner Hochalpenstraße im >> Berggasthof Edelweiß-Spitze

Kostenpunkt: 380 Euro (Einzelzimmer mit Halbpension)

Weitere Infos: >> www.oeamtc.at/fahrtechnik/motorrad/gefuehrte-glockner-ausfahrt-11005036

 

Wissenswertes für Motorradfahrer

oder: Was bekommt man für die Maut?

Zunächst mal einen Aufkleber. Hat man die Kassenstelle hinter sich gelassen folgen erstklassige Straßen und viele neue Eindrücke. 😉

Auf der Erlebnisstraße gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten.

Speziell für Motorradfahrer gibt’s auf der Straße zwei Bikers Points:

  • Der ersten liegt kurz vor der ersten Passhöhe, dem Fuscher Törl, bei Kilometer 28.
    Biegt einfach vorher links ab zum >> Restaurant Fuschertörl. Lasst das Restaurant rechts liegen und fahrt weiter geradeaus. Die Auffahrt lässt sich kaum verfehlen:


    Ein schon von weitem sichtbares Schild weist den Weg zum Bikers Point.

    Passiert Ihr das Schild, landet Ihr auf einer zwei Kilometer langen, kopfsteingepflasterten Panoramastraße.
    Diese führt zum höchsten Punkt, der Edelweißspitze (auf 2.571 Metern).
    Motorradfahrer parken dort oben in der ersten Reihe. Neben einem Restaurant und dem Bikers Point gibt’s Schließfächer für Jacken, Helme und was man sonst nicht unbedingt herumschleppen möchte.


    Oben auf der Edelweißspitze

  • Der zweite Bikers Point liegt auf der Gletscherstraße Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2.369 Metern. Von hier hat man einen grandiosen Blick auf den Großglockner, den Pasterzengletscher und den Johannisberg. Hier gibt’s ebenfalls speziell für Biker reservierte Parkplätze (im Parkhaus) und Schließfächer.

Weitere Biker-Safes findet man am südlichen Ende des Hochtor-Tunnels.

Wer mag, kann übrigens auch direkt an der Hochalpenstraße übernachten: >> Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten

Tipp:
Bewahrt Euer Maut-Ticket auf! Vor allem, wenn Ihr im selben Kalenderjahr erneut die Großglocknerstraße befahren möchtet! (s. Preisliste unten)

 

Öffnungszeiten:

– Anfang bis Ende Mai: 6:00 bis 20:00 Uhr
– Anfang Juni bis Ende August: 5:00 bis 21:30 Uhr
– Ab 1. September: 6:00 bis 17:30 Uhr

Preisliste

Regulärer Preis: 25,50 Euro pro Motorrad
(Elektromoppeds zahlen 19 Euro)

Das Tagesticket berechtigt dazu, den kompletten Tag lang auf der Panoramastraße herumzucruisen. Wer mag, kann die Straße sogar verlassen und später zurückkehren.
Wer meint, er könne sein Ticket nach der Ausfahrt an den nächsten Biker verschachern, hat sich allerdings geschnitten: Das Ticket ist fahrzeuggebunden. Der nette Kassenmitarbeiter sieht – vermutlich per Spiegel – Euer Kennzeichen und druckt es (ohne Ortsbuchstaben) auf das Ticket auf.

Tipps zum Mautsparen:

Einfahrt nach 18:00 Uhr: 19 Euro

Aufzahlungsticket für Wiederholungstäter: 11 Euro
Wer im selben Kalenderjahr erneut die Großglocknerstraße befahren möchte, kommt in den Genuss der Vergünstigung, sofern er mit demselben Motorrad (bzw. demselben Kennzeichen) anreist und das damals gekaufte Tagesticket vorzeigt.

Wer die >> LouisFunCard vorzeigt, bekommt 12 Prozent Rabatt!

Kombi-Ticket: 32 Euro
Mit dieser Rundfahrkarte könnt Ihr einmalig die Mautstelle der Felbertauernstraße passieren (=> regulär 10 Euro)

Tourticket: 35 Euro (im Vorverkauf beim ADAC oder OEAMTC: 31 Euro)
Ermöglicht zusätzlich die Fahrt über die Gerlos Alpenstraße (=> regulär 6 Euro) und die Nockalmstraße (=> regulär 11 Euro). Zusätzlich um 3 Euro reduzierte Karte für die Villacher Alpenstraße (=> regulär 10,50 Euro)

Gruppentarif: 22,50 Euro (gilt ab 10 Motorrädern)

Ermäßigte Karten im Vorverkauf: 21,50 Euro
Gibt’s beim >> ADAC oder >> OEAMTC

Dort sind auch „Tourtickets“ zum ermäßigten Preis (31 Euro) erhältlich.

Tipp: Auf der rechten Seite der Kassenstellen (sowohl in Ferleiten bei Kilometer 15 im Norden als auch in Heiligenblut im Süden) gibt’s einen InfoPoint. Hier bekommt man kostenlos Toureninfos und kann sich das Kombi-Ticket besorgen.

Bringt unbedingt Zeit mit!

Denn auf der „Erlebnisstraße“ kann man sich nicht nur mit wachsender Begeisterung schwindelig fahren, sondern auch eine Menge entdecken.

Damit sich die Touris besser orientieren können, sind Sehenswürdigkeiten und Kehren durch blaue Infotafeln markiert. Granitsteine am rechten Straßenrand zeigen den aktuellen Kilometerstand an.

Wer eine Pause vom Kurvenkratzen braucht, wirft einfach an einem der zahlreichen Aussichtspunkte den Anker und ergötzt sich an der traumhaften Hochgebirgslandschaft. Mit etwas Glück seht Ihr eins der zahlreichen Murmeltiere, Steinböcke oder gar einen der riesigen Steinadler.

Oder besucht eine der Ausstellungen? Im vier Stockwerke großen Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe gibt’s beispielsweise eine Automobil- und Motorradausstellung. (Die Motorradausstellung befindet sich in der zweiten Etage.)

Und sonst?

Weitere Infos findet Ihr auf den >> Motorradseiten des „Großglockners“

Schöne Berichte über den Großglockner:
Peter Krackowizer bloggt über die Großglockner Hochalpenstraße. Unter anderem gibt’s auf seinen Seiten die bebilderte Fortsetzungsreihe
>> „Mit dem Motorrad auf den Großglockner einst und jetzt“

 

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Danach - trotz Schein - erst einmal nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem einfach "unheilbar krank" dem Moppedwahn verfallen. :D
http://www.motorrado.de

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