Gibt es den perfekten Motorradurlaub?

Wir wollen Sonne, Meer, Berge und Strand. Kein oder. Sondern ALLES auf einmal. Gibt es tatsächlich sowas wie den perfekten Motorradurlaub?

Im letzten Jahr glaubten wir fest, die Antwort zu kennen und hätten direkt gesagt:
„Klar, Sardinien!“ Tatsächlich musste man sich nicht einmal groß anstrengen, um auf der Insel allerfeinste Kurven zu finden und auch landschaftlich erlebten wir den ein oder anderen WOW-Effekt. Nur eines wollte sich beim besten Willen nicht einstellen: Urlaubsstimmung!

Lag es am Land? Lag es an der Länge beziehungsweise Kürze der Reise? – Keine Ahnung!

Motorradfahren und Relaxen am Strand…

Für 2016 tüftelten wir den Winter über einen neuen Plan aus: Zwei bis drei Wochen Motorradurlaub Ende Juni sollten es sein und zwar unbedingt in sonnigen Gefielden. Denn die perfekte Mischung lautet für uns: Motorradfahren und Relaxen am Strand.

Erste Idee: Seealpen, Provence und Italien

Zunächst dachten wir an eine einwöchige Anreise-Tour, vorbei am Genfer See, durch die französischen Seealpen bis runter in die Gegend von Toulon. Dort eine Woche in einer Ferienwohnung relaxen. In der dritten Woche über Italien zurück mit Zwischenstop in Ischgl, um uns im Highbike-Testcenter Paznaun eine Bonneville und Thruxton auszuleihen. Schließlich über die Silvretta Hochalpenstraße zum Bodensee und langsam zurück ins schnöde Münsterland.

Fix bestellten wir Tourkarten und begannen mit den Tourplanungen. Bis uns allerdings siedendheiß einfiel, dass doch die Fußball-EM just Ende Juni stattfand und die Spiele sich dummerweise über ganz Frankreich verteilten.

Somit warfen wir alles über den Haufen und planten um.

Plan B: Caldonnazzo- und Gardasee, Toskana, Korsika, Sardinien

Die Idee: Wir mieten uns einen kleinen Lkw und transportieren unsere Moppeds bis München. Von dort geht’s weiter bis zum Caldonnazo- oder Gardasee. Nach einigen Tagen fahren wir weiter in die Toskana und bleiben dort ebenfalls eine Weile. Schließlich setzen wir in Livorno mit der Fähre über nach Korsika und durchqueren die Insel von Nord (Bastia) nach Süd (Bonifacio). Von dort mit der Fähre rüber nach Sardinien und einige Tage das Strandleben genießen. Schließlich entweder mit dem Flieger zurück heim und die Moppeds transportieren lassen oder alternativ mit der Fähre nach Genua und von dort über Südtirol langsam Richtung Heimat.

Auch diesen Plan legten wir schließlich auf Eis. Immerhin war im Frühjahr kaum abzusehen, wie sich der Flüchtlingsstrom weiter entwickelte. Da wir keine Lust verspürten, möglicherweise stundenlang vor der österreichischen Grenzkontrolle herumzukaspern, musste ein neuer Plan her.

Gebongt und gebucht: Nordspanien und Pyrenäen!

Nach langwieriger Sucherei und Abklopfen aller Möglichkeiten stand schließlich fest:
Wir suchen uns eine strand- und pyrenäennahe Ferienwohnung in Nordspanien, lassen die Moppeds transportieren und fliegen bequem dorthin. In der dritten Woche setzen wir uns dann auf die Böcke, fahren quer durch Spanien zum Cap Finisterre, ans „Ende der Welt“ und schließlich an der französischen Atlantikküste langsam zurück Richtung Heimat.

Letzteres zerschlug sich allerdings, als wir herausfanden, dass der One-Way-Transport gerade mal 150 Euro günstiger ist als der Komplett-Transport Hin und Zurück.
So beschlossen wir, es bei zwei Wochen Urlaub zu belassen und auch den Rückweg per Flieger zu bestreiten.

Die Reiseplanungen gestalteten sich spannend:

Zunächst galt es, einen Spediteur zu finden, der unsere Maschinen zu einem bezahlbaren Kurs möglichst direkt von daheim abholt und flexible liefert. Gar nicht so leicht. Schnell stellten wir fest, dass die gängigen Motorradtransporteure ausschließlich zu festen Terminen transportieren und zudem maximal für eine Woche. Hmmm… Wieso eigentlich? Fahren denn alle anderen maximal eine Woche in den Motorradurlaub?

Nächste Herausforderung:
Einige Firmen liefern zum Flughafen Girona, andere zum Flughafen Barcelona. Wie schafft man es, Flüge so zu legen, dass die Moppeds samt Gepäck nicht mutterseelenallein am Flughafen herumdümpeln?

Weitere elementare Frage:
Wie machen wir das mit dem Gepäck? Zwar nehmen die meisten Spediteure Koffer oder Packrolle und Tankrucksäcke mit, aber immerhin müssen wir die Brocken ja auch irgendwie mit den Moppeds zu unserer Ferienwohnung transportieren.

Und schließlich:
In welchen Ort sollen wir fahren? Dieser sollte nicht nur nett anzuschauen sein, sondern auch einen hübschen Sandstrand haben und über fußläufige Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten verfügen. Das Allerwichtigste aber: Die Pyrenäen sollen gut erreichbar sein!

Zunächst dachten wir an Estartit, der für seinen schönen langen Sandstrand bekannt ist. Allerdings erschien uns jener viel zu weit von den Bergen entfernt.
Schließlich entschieden wir uns für die kleine Bucht Canyelles Petites bei Rosas, ebenfalls in der Provinz Girona, in der ich bereits mal als Teenie war. Damals fand ich den Ort schrecklich, denn es ist ein winziges Nest. Die Nähe zum größeren Hauptort Rosas konnte allerdings überzeugen.

Zumindest, bis das bestellte Kartenmaterial ankam und die ersten Tourplanungen am PC begannen. Dabei musste ich leider sehr schnell feststellen, dass der Ort immer noch viel zu weit vom Kurvengeschehen entfernt liegt. Zumindest, wenn man nicht plant, täglich um 8 auf dem Bock zu hocken und keine Lust auf 400-Kilometer-Mammut-Touren durch die Berge hat.

… und wie sieht Euer perfekter Motorradurlaub aus?

 

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

4 thoughts on “Gibt es den perfekten Motorradurlaub?

  1. Hallo Susy,

    beruhigend zu lesen, dass es anderen auch so geht wie uns. Wir schmeißen unsere Urlaubspläne zigmal um und landen am Ende da, wo wir es ein halbes Jahr zuvor nicht für möglich gehalten hätten. Aber auch die langwierige Planung gehört ja irgendwie schon zum Urlaub dazu und macht Spaß.

    Wir berücksichtigen allerdings bei jeder Planung nur zwei Alternativen: Entweder fahren wir komplett mit dem eigenen Mopped hin und zurück oder wir fliegen und leihen uns vor Ort ein Mopped. Wir haben keine Lust, uns den fixen Terminen eines Spediteurs anzugleichen und dann trotzdem noch vor und nach dem Urlaub tagelang auf unser Mopped verzichten zu müssen.

    Auch für uns muss ein Motorradurlaub inzwischen ein Mix aus allem sein. 14 Tage nur auf dem Bock zu sitzen, ist kein Urlaub mehr, der Erholungswert gleich null. Und am Ende stellt man fest, dass Kurven eben runde Straßen sind, not more und wie bei uns…

    Für uns geht es dieses Jahr moppedmäßig noch an die holländische Nordseeküste und einen Tag nach Rückkehr mit dem Flieger nach Sardinien (nicht zuletzt dank Eures Berichtes)…

    Viel Spaß bei der kommenden Planung,

    Ralf

  2. Hallo Ralf,

    schön zu hören, dass andere genauso „sprunghaft“ sind wie wir 🙂

    Moppeds transportieren lassen wird unser größtes Hobby ganz sicher auch nicht. Wenn man zwei Wochen unterwegs ist, grenzt es allerdings beinahe an den finanziellen Ruin, sich Motorräder zu mieten. Davon ab stehe ich jedes Mal vor dem Dilemma, dass die meisten Vermieter keine Motorräder mit niedriger Sitzbank anbieten. Chopper kommen absolut nicht in Frage und das Fahren von Cruisern ist (noch?) nicht mein Ding…

    Urlaub im September hat schon was, weil man sich so nett lange vorfreuen kann.
    Wir wünschen Euch eine tolle, erholsame Zeit in Holland und auf Sardinien und sind schon gespannt auf Eure Reiseberichte. Wettertechnisch braucht Ihr Euch sicher auch keine Gedanken zu machen; der Spät(zünder)sommer powert offenbar noch ein Weilchen…

    Viel Spaß und LG
    Susy

  3. Der perfekte Moppedurlaub?

    Viel Kurven und immer irgendwie heil nach Hause kommen. Wir haben eigentlich immer der Autoreisezug One-Way bevorzugt. Soll heissen, der Zug bringt Dich in das Zielgebiet. Von da aus werden Kurven gefahren und es geht dann komplett zurück auf den eigenen zwei Reifen bis nach Bielefeld. Die Bahn hat ja diesen Service leider eingestellt – daher haben wir in den letzten zwei Jahren (Pauschal-)Fernreisen auf fremden Böcken gebucht – hat entgegen unseren Erwartungen auch eine Höllenlaune gemacht!
    Dieses Jahr geht es wieder über einen neuen Anbieter per Reisezug nach Italien. Einfacher, bequemer und billiger geht es aus meiner Sicht kaum, die Moppeds zusammen mit dem Reiter in den sonnigen Süden zu verfrachten 🙂

    Gruß,
    Steppo

    1. Hi Steppo,

      die Variante „Hinbringen-lassen-und-auf-zwei-Rädern-zurück“ gefällt mir ebenfalls ausgesprochen gut. Die Anreise mit dem Autoreisezug ist sicherlich eine entspannte Angelegenheit. Als Raucher allerdings eine gruselige Vorstellung… 😉

      LG Susy

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