Gepäcklösungen für die F 800 R

Wer sich ein Naked Bike zulegt, denkt meist nicht über Gepäcklösungen nach. Geht’s dann jedoch auf größere Tour, stellt sich die Frage: „Wie zur Hölle verstaue ich bloß meine Habseligkeiten auf dem Mopped?“

BMW-Roadster-Fahrer haben hier eindeutig Vorteile, denn es gibt fertige Lösungen von der Stange: Für einen Aufpreis von 510 Euro (Preisliste 2015) lässt sich beispielsweise zur F 800 R ein Touring-Paket ordern. Unter anderem dabei: Eine Gepäckbrücke und beidseitige Kofferhalter. Die zugehörigen Koffer kosten natürlich extra: Pro Stück werden 251 Euro fällig (bzw. 241 Euro, wenn Ihr Euch für die Sportkoffer entscheidet). Ein „Schnäppchen“! *Ironie-Modus-off*

bmw-800-r

Verzichtet man auf’s Gepäcksystem und somit auf die Gefahr, mit einem Paketboten verwechselt zu werden, muss man sich irgendwie anderweitig orientieren.

Mit dem Anspruch „minimalistisch, praktisch, aber trotzdem formschön“ gar nicht so einfach!

Tankrucksäcke:

Mein bisheriger Suzi-Tankrucksack hatte ein Volumen von 15 – 22 Litern. Im nicht erweiterten Zustand fasste er nicht wirklich viel, für eine Tagestour reichte es aber allemale: Pulli, Regenzeugs, Verbandstasche, Ersatzhandschuhe, zwei kleine Flaschen Wasser und sonstiges Gedöhnse wie Smartphone-Stecker, Zigaretten und so weiter ließen sich problemlos darin verstauen. Sowas in der Art muss es doch auch für die BMW geben?

tankrucksack

Hübsche Magnet-Tankrucksäcke gibt’s ja wie Sand am Meer. Leider hat’s BMW noch nicht geschafft, die F 800 R mit einem gewöhnlichen Stahltank auszustatten. Daher ist man hier auf einen dieser „dollen“ Riementankrucksäcke angewiesen und die Auswahl eher begrenzt.

Positiv fielen mir folgende auf:

  • 1st Time Riementankrucksack OL 433 (18 l)
    (49,95 Euro bei >> Hein Gericke)

  • Held-Rucksack mit „Velcro-System“ (Klett), zum Beispiel die Modelle „Stinger“ (10 – 18 l), „Streak“ (10 – 17 l), „Traffic“ (8 – 14 l) oder „FunTour“ (10 – 19 l)
  • Bei „Polo“ gibt’s den 15-Liter-Tankrucksack „Pharao Dakar Enduro“ (erweiterbar auf 23 Liter) für 49,95 Euro. Alternativ den „>>Traveller Evo“ (12 – 23 l) für 29,99 Euro.

Alternativ könnte man es auch mit einer „Q-Bag“ versuchen. Allerdings gleicht die erforderliche auf dem Mopped bleibende „Grundhalterung“ für die F 800 R einer megagroßen, unansehnlichen Spinne. Kommt somit absolut nicht in Frage!

„Ganz zufällig“ gibt’s natürlich auch einen passenden Tankrucksack von BMW. Günstig geht jedoch anders. Schön auch!

Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als sei diese Riemen-Geschichte nicht mehr als ein Behelf. Versuchen wir’s daher erst einmal mit einer relativ kostengünstigen Variante, dem bei „Hein Gericke“ erhältlichen Tankrucksack

1st Time Luggage Riementankrucksack OL 433 von Oxford

Laut Produktbeschreibung sollte man das Teil mit maximal 5 Kilogramm befüllen. Zudem wird – zumindest in Großbritannien – empfohlen, mit dem Tankrucksack nicht schneller als 112 Stundenkilometer zu fahren. Wer will das schon? *hahaaa*

Mitgeliefert werden ein Tragegurt, eine wertig ausschauende Regenhaube mit blauem „Oxford“-Aufdruck und eine mehrsprachige „Bedienungsanleitung“. Neben dem Hauptfach verfügt der Tankrucksack über eine Kartentasche und je ein Staufach auf der linken und rechten Seite.

Mit dabei sind zudem zwei Sätze à fünf farbige Stoffstücke (in orange, grün, blau, rot und silber). Diese können in die Seitenfächer links und rechts gesteckt werden, um das Tankrucksack-Layout an seine Maschine anzupassen.

oxford-einsaetze

Zwar passen die Stoffstücke formtechnisch nicht hundertpro in die Fächer, jedoch liegt eine Anleitung bei, wie man diese entsprechend zurechtschneidet. Blöd nur, wenn man Basteln bereits im Kindergarten gehasst hat!

Kritikpunkte:

  • Die Kartentasche ist leider etwas klein geraten.
  • Unbefüllt sackt der Tankrucksack in sich zusammen.
  • Um den Rucksack unterwegs loszuzurren, muss er komplett entzippt werden. Das anschließende „Wieder-drauf-zippen“ erweist sich als friemelige Angelegenheit und erfordert neben entsprechender Feinmotorik auch eine Portion Geduld.

Das hat beeindruckt:

Generell gefällt uns, dass sich der Tankrucksack optisch verändern lässt (siehe oben).

Zudem erfüllt die Grundplatte auch ohne Tankrucksack ihren Zweck, da sie auch allein – als Tankkartentasche – genutzt werden kann. Diese ist sogar derart groß geraten, dass man darin „handelsübliche Motorrad-Tourenkarten“ verstauen kann.

Geordert habe ich den Tankrucksack direkt bei www.hein-gericke.de.
Die Lieferung erfolgt prompt. Dem Paket lag übrigens ein Rücksendeschein bei, so dass die Sendung – zumindest theoretisch – sofort hätte retourniert werden können.

Fazit:
Bislang habe ich leider noch keine vernünftige Befestigungsmöglichkeit unter der Sitzbank gefunden. Allerdings muss ich gestehen, dass ich bislang noch keine Muße hatte, mich gründlich damit zu beschäftigen. Vielleicht befürchte ich auch nur, dem Mopped mit dem Teil irreparable Macken zuzufügen, da der Rucksack über sehr viel Strippengedöhnse verfügt.

>> Zum Produkt (bei Hein-Gericke)

Wenn man das Tagestour-Gepäck nicht vorn unterbringen kann, warum dann nicht alternativ einfach hinten?

Heck-Tasche als Ersatz für den Tankrucksack

Folgende Modelle fielen durch Wohlgefallen auf:

  • „Oxford Hecktasche Lifetime Luggage X30“
    (Zum Beispiel erhältlich bei >> www.mot-teile-borken.de für 120 Euro)

  • „Pharao Dakar Rearbag (5 – 8 l),
    (Zum Beispiel erhältlich bei >> Polo für 24,99 Euro)

  • „Held Tenda Klick“, (6 – 15 l)
    (Erhältlich unter anderem bei >> FC-Moto für 49,95 Euro).

  • FAMSA-Hecktasche (8 – 11l)
    (u.a. erhältlich bei >> www.motobike-schmidt.de für 89 Euro.)

Entschieden habe ich mich letztendlich für die

„Iconic“-Hecktasche von Held

Die Tasche besteht aus 100 Prozent Nylon. Sie ist mit 3M-Scotchlite™ Reflex-Einsätzen ausgestattet und misst 27 x 18 x 13 Zentimeter.

Mitgeliefert wird eine „Anbau-Info“ in Form eines simplen Zettels. Eine Regenhaube gibt’s ebenfalls gratis dazu.

Laut Hersteller-Infos auf den Seiten misst sie 5 Liter (per Reißverschluss erweiterbar auf 9 Liter). Laut Hersteller-Etikett hat sie allerdings nur ein Volumen von 4 – 8 Litern. Aber wen juckt das, solange man all das unterbringen kann, was man eingeplant hat? Regenhose und -jacke finden in dieser Tasche jedenfalls – auch im nicht erweiterten Zustsand – problemlos Platz.

Befestigt wird die Tasche mit zwei popeligen, überkreuzgeschlagenen Nylonbändern unter der Sitzbank. Die Tasche selbst wird per Klick-Verschluss angeklickt.

iconic-hecktasche

Kritikpunkte:

Die Regenhaube besteht aus sehr starrem, festen Plastik, ähnelt einer Mitropa-Duschhaube und nimmt unnötig Platz weg, da sie sich nicht ausreichend kleinfalten lässt. Merkwürdigerweise verfügt sie über ein Sichtfach. Da die Tasche kein Kartenfach hat, stellt sich die Frage: „Wofür soll das gut sein?“

Da der Regenschutz überdimensional groß ausfällt und gleich mehrere Zentimeter übersteht, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als habe „Held“die Haube von irgendeinem anderen Tank- oder Heckrucksack zweckentfremdet.

Lieber Wetterfrosch: Lass es bloß nicht urplötzlich regnen! Denn bis man die störrische Regenhaube über die Hecktasche gewuselt hat, ist eh alles zu spät!

Die „Grundkonstruktion“ (bestehend aus den Nylonbändern) würde ich keinesfalls dauerhaft auf meinem Motorrad lassen wollen: Hier besteht die Gefahr, dass die herumbaumelnden „Steckschnellverschlüsse“ den Lack zerkratzen.

Das hat beeindruckt:

Die Tasche verfügt über einen Tragegriff, was natürlich sehr praktisch ist, wenn man unterwegs ist.

Obenauf verfügt sie über ein kleines Fach mit Reißverschluss. Wäre die Regenhaube nicht so störrisch, wäre es für diese der ideale Aufbewahrungsort.

Bestellt habe ich sie übrigens bei dem – uns bislang völlig unbekannten – E-Shop von >> Bikeway aus München und landete direkt ein Schnäppchen (45 statt regulär 59,95 Euro). Zudem lag der Sendung ein 10-Prozent-Gutschein auf die nächste Bestellung bei.

Fazit:
Im täglichen Einsatz entpuppte sich die Hecktasche als dankbarer und ständiger Begleiter, den ich nicht mehr missen möchte! Blöd nur, dass die Nähte bereits nach kurzem Gebrauch damit begannen, rund um den Reißverschluss auszufransen. Mal schauen, wie lange dies noch ansehnlich bleibt…

Auf der letzten Black-Forest/Vogesen-Tour hatte ich die Tasche mehrfach erweitert im Einsatz, da neben Regenzeugs auch ein Pulli mit musste. Da die Wetteraussichten nicht so prickelnd waren, besorgte ich mir vorab bei Louis eine >> Universal-Regenhaube. Diese ist zwar reichlich groß, ließ sich aber dadurch sehr gut unter die Hecktasche stopfen. Im erweiterten Zustand klappte dies allerdings nicht mehr so einwandfrei und sie machte sich bei der ersten zügigeren Fahrt selbständig. Glücklicherweise sammelte sie ein Nachfahrender ein.

Übrigens kommt die Tasche auch ohne Regenschutz mit Nässe klar: Selbst nach einem ziemlich derben Gewitterschauer-Platzregen blieb der Inhalt trocken. Bei längerem Dauerregen wäre ich allerdings skeptisch.

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Sitzbank-angepasste Hecktaschen-Alternative

Pünktlich zur Motorradmesse in Dortmund präsentierte „Held“ eine neue Hecktasche mit dem klangvollen Namen „Tenda Klick“.

Das entsprechende Werbevideo überzeugte – zumindest meinereiner – sofort:

Die Tasche ist nicht nur mit einem gewöhnlichen Tragegriff ausgestattet, sondern lässt sich zudem per Tragegurt lässig über die Schulter werfen. Zum Lieferumfang gehört zudem eine Regenhaube, damit der transportierte Inhalt auch bei Mistwetter keinen Schaden nimmt.

Der größte Vorteil ist jedoch die Tatsache, dass das Teil über eine Grundplatte verfügt, die auf dem Motorrad verbleiben kann. Will man sie unterwegs mitnehmen, lässt sie sich per Rundum-Reißverschluss angeblich ganz einfach abzippen.

Nachteile:
Als ich die Tasche auf der Motorradmesse in Dortmund zum ersten mal „live“ sahen, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die ihr zugesagten Geräumigkeit (6 Liter regulär – erweiterbar auf 11 Liter) offenbar ein wenig geflunkert ist. Zumindest war’s für mich kaum vorstellbar, dass sich mein Regenzeugs tatsächlich problemlos in ihr verstauen lässt.

Letztendlich gehört dies jedoch angetestet und selbstredend lasse ich mich gern eines Besseren belehren!

Die Tasche kostet 49,95 Euro und ist unter anderem bei >> FC-Moto erhältlich.

Die ideale Gepäcklösung für Naked Bikes…

… sieht in meinen Augen übrigens immer noch wie folgt aus:

Man überlasse den Gepäck-Transport einfach einem Mopped mit genialen Packesel-Qualitäten! 🙂

packeselin

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

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