Für Bikermädels: Internationaler Female Ride Day #IFRD

In Kanada ist „Frau“ moppedtechnisch offenbar wesentlich weiter als in Deutschland. So gibt es dort mit „MOTORESS®“ eine Motorradzeitschrift speziell für Frauen. Ergänzt wird diese um die Internetplattform www.motoress.com, die sich ebenfalls mit frauenspezifischen Motorradthemen beschäftigt.

Im Jahr 2007 rief Herausgeberin Vicky Gray erstmals den „International Female Ride Day“ ins Leben, der in der Damenwelt auf Anhieb großen Anklang fand. Bereits ein Jahr später wurde aus dem ursprünglich nationalen kanadischen Event ein internationale Veranstaltung, die alljährlich am ersten Samstag im Mai stattfindet.

Und was geht da so ab?
Eigentlich nix Besonderes. Die Erfinderin Vicky sagt: „Just ride!

Welt-Motorradfahrerinnen-Tag: Warum?

[Nächster Termin: Samstag, 6. Mai 2017]

Braucht man tatsächlich einen speziellen Tag für Bikerladies, Bikermädels oder wie auch immer man motorradfahrende Frauen auch bezeichnen mag?
Und was bringt das?

Als ich erstmals davon hörte, konnte ich nicht anders, als ungläubig den Kopf zu schütteln, durch den zeitgleich Gedanken wie „Was soll denn DER Mist?“ und „Wie, gibt’s jetzt EINEN Tag im Jahr, an dem Frau jetzt Moppedfahren darf?“ schwirrten.

Möglicherweise liegt es daran, dass mich dieses „Gender-Gequatsche“ seit eh und je annervt und sich mir die Nackenhaare sträuben, wenn mal wieder irgendeine Frauenbeauftragte mit Doppelnamen sich zum Thema „geschlechterneutrale Sprache“ auslässt.

Fakt ist doch: Anders als in grauer Vorzeit sind Frauen auf Motorrädern keine Besonderheit mehr. Warum also sollte man dies ständig thematisieren?

Mit der Zeit hat sich meine Ansicht allerdings geändert:
Obwohl Frauen jetzt mittlerweile seit einer Ewigkeit selbst Motorrad fahren, hat es die Motorradindustrie offenbar immer noch nicht verinnerlicht: Noch heute geizen die Hersteller mit speziell geschnittener Motorradkleidung für die „Damenwelt“. Und wenn sie Derartiges im Programm haben, ist es so knapp geschnitten, dass es eigentlich nur ein Mann entworfen haben kann…

Schade eigentlich, denn wer läuft schon gern in viel zu groß und breit geschnittenen Klamotten herum wie ein Kartoffelsack? (Abgesehen davon sitzen die in einem gewöhnlichen Herren-Biker-Outfit integrierten Protektoren bei nur wenigen Frauen an der Stelle, an der sie eigentlich schützen sollten.)

Oder holt sich in den rückenfreien Damen-Modellen den Tod?

Mit dem „International Female Ride Day“ möchte Vicky Gray der Welt zeigen, dass auch Frauen Motorrad fahren und dass es viele sind. Außerdem soll die Kampagne andere Frauen ermutigen, den Motorradführerschein zu machen.

Vielleicht führt Ersteres ja tatsächlich zu einem Umdenken in der immer noch männerdominierten Motorradwelt? Und wer weiß: Möglicherweise dürfen wir uns in naher Zukunft über stylische, aber dennoch funktionelle Moppedklamotten freuen?

Biker-Ladies in Deutschland

In Deutschland gibt’s in Sachen „Frauen und Motorrad“ noch eine Menge zu tun.
Immerhin ist Frauke Tietz dahingehend sehr aktiv und hat mit „Fembike“ ein deutsches Pendant zur kanadischen „Motoress“-Webseite erschaffen:
>> www.fembike.de.

Zudem wird die Liste der motorradbegeisterten Bloggerinnen immer länger. Das ist gut so, denn: Frauen bloggen „irgendwie anders“! So darf sich die Welt beispielsweise über erfrischend ehrliche Testberichte und sonstige spritzig-freche Texte freuen:

Persönliche Blog-Empfehlungen
(von, aber nicht nur für Frauleuts):

Kurvenjäger: >> www.motorradfahrer-unterwegs (Dorothee aus Hirschau)
Mo’s Bike Blog: >> www.vs1400.bike (Monika aus Schwäbisch Gmünd)
Motoliebe: >> www.motoliebe.de (Andrea aus Berlin)
Motominya: >> motominya.blogspot.de (Minya aus Lauenburg)
Pollys Reisen: >> pollys-reisen.blogspot.de (Polly aus dem hohen Norden)
Svendura: >> www.svendura.de (Svenja aus Kiel)

Wo wird der „Female Ride Day“ in Deutschland zelebriert?

Natürlich ist „Fembike“ auch 2017 mit einer eigenen Veranstaltung vertreten:
Der Frauen-Motorradstammtisch-Karlsruhe, Bikerinnen aus dem Saarland und der Pfalz laden in diesem Jahr zur großen Sternfahrt in die Eifel ein:
>> www.fembike.de/termine/international-female-ride-day-2017

Seit Mitte 2016 gibt’sIm letzten Jahr gab’s übrigens kurzzeitig auch eine deutsche IFRD-Seite, die von >> Mo’s Bike Blog betrieben wird wurde. Offenbar hat es sich nicht gelohnt, denn die Seite wurde wiedereingestellt.

Was meint Ihr?

  • Benötigt man eine Veranstaltung wie den „Female Ride Day“?
  • Fahrt Ihr an dem Tag bewusst Motorrad?
  • Nutzt Ihr frauenspezifische Angebote wie „Sicherheitstrainings für Frauen“?
  • Fahrt Ihr lieber mit anderen Frauen Motorrad oder in gemischten Gruppen?

 

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Susy
Susy

Geboren „Anno Pief“ (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn – keine Ahnung wieso – mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der „unendlichen Macht“ ihrer „Ernährer“ gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!*
Danach – trotz Schein – erst einmal nie aktiv gefahren und den „Virus“ eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings – umso heftiger – wieder aus…
Seitdem einfach „unheilbar krank“ dem Moppedwahn verfallen. :D

http://www.motorrado.de

6 thoughts on “Für Bikermädels: Internationaler Female Ride Day #IFRD

  1. Hi Susy,
    IFRD finde ich wichtig. Nur um mal wieder darauf aufmerksam zu machen, dass Gleichberechtigung immer noch nicht überall angekommen ist.

    Sicherheitstrainings für Frauen bisher noch nicht genutzt, weil ich eher motorradspezifische Sicherheitstrainings bevorzugen würde. Ein 20 Jahre alter Eisenhaufen macht doch andere Mucken als eine ABSgebremste Neuheit … 😉

    Und am liebsten fahre ich mit Schatzi – weil wir uns blind verstehen. Aber mit anderen Menschen habe ich auch keine Probleme, da ist mir das Geschlecht egal. Hauptsache, jeder nimmt Rücksicht.

    1. Hi Mo,
      da sind wir uns irgendwie ziemlich ähnlich… Naja, bis auf den „Eisenhaufen“ 😉
      (Finde ich zwar durchweg recht formschön, bin aber selbst lieber auf – möglichst leichten -Naked-Bikes unterwegs…)
      LG
      Susy

  2. Zufällig entdeckt! Was für eine tolle Seite.

    Als ich noch in Kanada lebte, habe ich den IFRD bewusster erlebt, nebenbei bin ich jeden Tag mit Mopped (ok Vespa) ins Büro gefahren. Ich war bzw. bin immer noch Mitglied eines Damen-Motorrad-Clubs in Lower Vancouver Mainland. Drüben ist das es immer noch nicht so populär, dass wir Mädels auch allein Motorrad reisen, reparieren oder Rennen fahren. Das habe ich erst letzten Sommer wieder erlebt, als ich in Quebec und den Maritimes unterwegs war. „Allein unterwegs? Ist das nicht gefährlich? Nee… zumindest nicht in Kanada…“
    Grüße von einem kanadischen Fischkopp aus dem Schwarzwald.

    1. Hallo Sonja,
      freut mich riesig, dass Dir unsere Seite gefällt 😉
      Hätte ich jetzt nicht gedacht, dass die Kanadier moppedtechnisch offenbar ein wenig hinterher hinken. Man lernt doch nie aus! – Werde jetzt erstmal auf Deinen Seiten schmökern: „Sportster, Vespa oder Shadow“ hat mich echt neugierig gemacht 😉
      LG aus dem Münsterland
      Susy

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