Eifeldiplom statt Sicherheitstraining

Motorradtrainings besuchen doch nur Anfänger, oder? Nö! Gerade nach der meist viel zu langen Winterpause oder beim Umstieg auf ein anderes Mopped empfinden wir Trainings als effektive Chance, sich eben mal fix wieder einzuwedeln.

Irgendwann von klassischen Sicherheitstrainings angenervt, entdeckten wir 2011 die Webseite von Hämi’s Eifeldiplom und hatten trotz später Anmeldung das unverschämte Glück, bei der Classic-Tour einen Nachrücker-Platz zu ergattern. Die Tour war dermaßen nach unserem Geschmack, dass wir kurze Zeit später erneut in die Eifel reisten, um an der Tour für Fortgeschrittene, die „Master-Tour“ teilzunehmen.

2015: Neue Maschine, neues Glück. Auch diesmal konnten wir kurzfristig beim längst ausgebuchten Eifeldiplom Classic am 25. April 2015 nachrücken.

Das Wetter hätte auf der Hinfahrt nicht besser sein können: Endlich mal im T-Shirt ohne Jacken-Innenfutter fahren können – YEAH! 🙂 Die weiteren Aussichten für’s Wochenende waren allerdings wenig rosig. Egal!

Im Gegensatz zu unserer ersten Teilnahme startet die Tour mittlerweile am >> Bikertreff „Haus Waldfrieden“ in Schuld.

Kurzfristig buchten wir vorab ein Doppelzimmer im Landgasthaus Köbes in Schuld, unweit des Bikertreffs, denn die Webseite versprach einen Raucherraum, Rittersaal, Keller-Bar und einen Biergarten. Dazu kam die Verlockung, morgens etwas länger in den Federn liegenbleiben zu können.

Das Hotel liegt zwar direkt an der „Hauptstraße“. Diese ist allerdings eifeltypisch winzig; wir hörten jedenfalls nix vom Durchgangsverkehr.

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Bei Ankunft weist man das urige „Hochzeitszimmer“ zu. Also fix unsere Brocken im Zimmer abgestellt und raus aus den Moppedklamotten. Duschen fällt leider aus, denn es gibt nur kaltes Wasser. Die Toilettenspülung ist ebenfalls defekt. Als wir an der Theke (die gleichzeitig als Rezeption herhält) Bescheid geben, reagiert man prompt und verlegt uns kurzerhand ins geräumige „Jägerzimmer“, das neben einem Doppelbett über eine weitere Einzelkoje verfügt.

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Mittlerweile ist es halb neun abends. Trotzdem kein Problem, noch etwas zwischen die Kiemen zu bekommen. Die Speisekarte glänzt mit Schnitzeln in diversen Varianten. Im Rittersaal nebenan findet ein klassisches Ritteressen statt und der Wirt zeigt sich in einer Knappenverkleidung.

Der Gastraum ist unterteilt in Thekenbereich und Speisesaal und sehr urig eingerichtet.

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Wir entscheiden uns für Schnitzel. Diese lassen sich wahlweise in groß oder klein (300 bzw. 180 Gramm) bestellen. Dazu gibt’s Salat und wahlweise Pommes oder Kroketten. Die Portionen sind ordentlich und es schmeckt.

Nach einem abendlichen Rundgang verbringen wir den Abend an der netten Hotelbar. Der Wirt ist ein lustiges Kölsches Urgestein und weiß es, seine Gäste zu unterhalten 😉

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Der Thekenbetrieb endet um 24 Uhr. Gut so. Schließlich müssen wir am kommenden Tag fit sein!

Der nächste Morgen zeigt sich zunächst eher feucht statt fröhlich. Nach einem ganz ordentlichen Frühstück checken wir aus und machen uns auf zum Bikertreff Schuld. Dort wimmelt es bereits vor gutgelaunten Eifeldiplom-Teilnehmern, die nicht einsehen, sich durch den Nieselregen die Laune verderben lassen.

Wir begeben uns zum Tourbüro, um uns unsere Tour-Unterlagen abzuholen. Jeder Teilnehmer erhält einen persönlichen Umschlag, der neben dem Road-Book zwei gelbe und zwei rote Punkte- und einen großen gelben Aufkleber mit der Startnummer beinhaltet.

Was man damit macht? Zwei der Punkte klebt man hinten auf seinen Motorradhelm; die Startnummer bringt man an seinem Motorrad (z.B. am Windschild) an. So hat man die Chance, unterwegs andere Teilnehmer des Eifeldiploms zu erkennen und in Kontakt zu kommen.
Im Laufe der Tour ist eine Kontrollstation zu durchfahren. Dort notieren zwei Helfer die Startnummern der passierenden Motorräder.

Von den gemeldeten 232 Mitfahrern treten 60 leider gar nicht erst an. Tja… Pech gehabt, liebe Leute: Dank Hämi’s „Schönwetterschalter“ stoppte der Regen prompt zum Tour-Beginn und uns blieben extreme Regengüsse erspart!

Pünktlich um 11 Uhr macht sich erste – sechs Moppeds zählende – Gruppe auf zur Tour.

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Wie gewohnt, führt uns die Tour über sehr kurvige kleine, ampellose Straßen, auf denen uns insgesamt gerade mal drei Autos entgegenkommen.

Nach der ersten Etappe (ca. 70 Kilometer) landen wir erneut beim Bikertreff Schuld. Dort läuft der Grill auf Hochtouren und es gibt Steaks, Würstchen und leckere frische Salate zu einem fairen Preis. Nach der zweiten Etappe (knapp 80 Kilometer) endet die Tour am Hotel Finkenberg in Blankenheim.

Hier bekommen wir nicht nur unser Eifeldiplom, sondern es gibt auch eine große Theke mit diversen Torten und Kuchen – ein Paradies für Kuchenfans! Der Kaffee war gut. Ob der Kuchen dort schmeckt? Keine Ahnung; damit haben wir’s nicht so… Die glücklichen Gesichter unserer Mitfahrer sprechen allerdings Bände!

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Tour-Fazit

Hämi und seinem Team gehört echt ein Orden verliehen!

Auch in diesem Jahr war alles perfekt organisiert. Das begann bereits im Vorfeld:
Bereits lange vor der Tour hielt uns Hämi mit E-Mails auf dem Laufenden. Er verschickte wöchentlich nicht nur wichtige, organisatorische Infos, sondern auch eine jeweils aktuelle Teilnehmer-Liste, so dass man sich bereits vorab hätte zu Gruppen zusammenschließen können.

Bislang kannten wir nur die Roadbook-Version der Tour. Letztgenanntes ist einfach genial und absolut idiotensicher, da dort jedes relevante Straßenschild abgebildet ist!

In diesem Jahr fuhren wir erstmals mit dem Navi. Wolfgang und Frank kümmerten sich im Vorfeld aufopfernd darum, jedem Navi-Benutzer die korrekten Tour-Daten anzubieten. Vor der Tour erhielten wir die Navi-Daten für alle gängigen Navis mit diversen Tipps, wie man es am besten einstellt, um die Tour abfahren zu können. Kurz vor der Tour fuhren die beiden die Strecke noch einmal ab und schickten uns teilweise leicht korrigierte Daten zu.

Zwar ist das „Eifeldiplom“ eigentlich gar nicht in die Kategorie „Sicherheitstraining“ einzustufen, verdient jedoch sehr wohl eine Platzierung in der Rubrik „Astreines und effektives Kurventraining auf der Straße!

Von uns daher ein ganz dickes Daumen-hoch! 🙂

… und bis hoffentlich bald mal wieder in der Eifel!

In den Anfangsjahren der Mopped-„Karriere“ standen klassische Fahrsicherheitstrainings bei ADAC, AvD oder sonstigen Anbietern auf unserer jährlichen Besuchsliste.

Von Ganztages-Aktionen angenervt, folgten halbtägige Kurventrainings beim ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Recklinghausen und dem Hockenheimring, ein Motorrad-„Tanzkurs“ bei der Motoschool in Dülmen, eine kombinierte Sicherheits-Training/Training-auf-der-Straßen-Tour bei der Fahrschule Schlüter in Ahlen, ein Motocrosstraining im Steinbruch oder ein Serpentinentraining an der Mosel mit Peter Dörr.

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Absoluter Favorit ist und bleibt jedoch das „Sicherheitstraining auf der Straße„.

Eigentlich fehlt in unserer Sammlung nur noch ein „Serpentinen- beziehungsweise Alpinentraining“ mit erfahrenen Vorfahrern in den Alpen, wie es zum Beispiel >> Rookie-Tours oder >> Speed-Motorradtraining anbieten.

Leider passen die in diesem Jahr die dort angebotenen Termine nicht; da diese sich momentan an keine andere Tour anschließen lassen und man mit ’nem Naked-Bike nicht „mal eben so“ 800 Kilometer Richtung Alpen reist. Vielleicht klappt’s ja im nächsten Jahr! 🙂

 

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

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