Bye-bye F 800 R!

Selten hatte ich ein so „anhängliches“ Mopped wie meine BMW F 800 R. Und selten fuhr ein Motorrad beim Verkauf soviel Verlust ein, wie sie. Nun ist sie fort und meinereiner ohne Mopped. Doof irgendwie.

Offenbar wollte die „Kleine“ ihre Münsterländer Heimat nicht verlassen. Möglicherweise wollte ich sie – mangels Alternativen – auch nicht wirklich abgeben. So entwickelten wir zwei beide im Laufe des Jahres 2017 sowas wie eine „On-/Off-Beziehung“:
Zu Beginn des Jahres inserierte ich das Mopped und ärgerte mich maßlos über dreiste Preisdrücker-Anfragen über Mobile.de. Irgendwann wurde es mir zu blöd und ich löschte das Inserat. Naja, auch, weil die Zeit langsam knapp wurde: Unsere Motorradtour stand an und in der Kürze der Zeit hätte ich weder ein neues Motorrad kaufen, geschweige denn es einfahren können.

Nach der Tour war endgültig klar: Wir beide werden auf Dauer nicht mehr glücklich miteinander. Also erneut bei Mobile inseriert. Merkwürdigerweise meldete sich im Laufe des Sommers immer genau dann ein Interessent, wenn ich gerade mit dem Gedanken spielte, doch noch eine Tour einzuplanen oder über einen Urlaub mit Transport in 2018 nachzudenken…

So war die Anzeige mal online, mal wieder nicht…

Als sie letztmalig im Herbst eingestellt war, folgten selbstredend erneut Ätz-Anfragen von Typen, die das Mopped offenbar geschenkt haben wollten. Nach zwei Wochen ging es schlagartig fix: Samstag/Sonntag – Zwei Interessenten.

Nun ist sie weg! Bleibt zu hoffen, dass ihr neuer Besitzer ihr weitere Ziele zeigt und nicht nur den Pott, wo sie jetzt beheimatet ist.

   

So einem Mopped muss man schon was bieten.

Die F800R hat zwar nicht alles gesehen, aber immerhin einiges:

2015
Kurz nach der ersten Einfahrkontrolle zeigten wir der kleinen BMW die Eifel. Kurz darauf gönnten wir ihr Mosel-, Hunsrück- und erneut Eifel-Luft. Anschließend durfte sie durch den Schwarzwald und die Vogesen rollen. Zum krönenden Abschluss ging es für sie huckepack nach >> Sardinien.

2016
Anfang der Saison ließen wir sie Nordsee-Luft schnuppern. Weiter ging’s auf ’nen Kurztrip in den >> Harz und schließlich erneut in den >> Schwarzwald. Im Sommer fuhr sie ein weiteres Mal huckepack und lernte Nordspaniens Küste und die Pyrenäen kennen.

2017
Ein mieses Jahr. Unsere einzige Tour führte uns in die deutschen und österreichischen Alpen (Tirol und Oberbayern).

 

Meine Neue…?

Meine Ansprüche sind gar nicht so groß. Eigentlich.
Die Mopped-Industrie sieht das aber wohl anders…

MUSS:
– Niedrige Sitzhöhe (maximal 780mm); Zur Not Ausstattung mit einem Tieferlegungskit, wenn auch sehr ungern
– Leicht (fahrfertig maximal 200 Kilo wären nicht schlecht)
– Keine pürbaren Vibrationen in den Händen, vor allem nicht bei höheren Umdrehungen
– Genügend Dampf (gern an die 100PS oder mehr)
– Braves, zivilisiertes, kurvenfreudiges Gemüt
– Leichtgängige Kupplung (ein zusätzlicher Schaltassistent wäre nicht schlecht)
– Gute Bremsen
– Aufrechter Sitz, ohne mit den Handgelenken auf den Lenkerenden zu hängen
– Einstellbare Hebel (hätte niemals gedacht, dass man SOWAS heutzutage überhaupt noch erwähnen muss!?)
– Keine nervigen Lastwechsel-Reaktionen bei der Langsamfahrt sowie beim Auf-/Zudrehen des Gashahns

Irgendwelche VORSCHLÄGE???

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert (keine Ahnung wieso!) und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" der "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Danach - trotz Schein - nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Bis er dann, 2004, umso heftiger wieder ausbrach... Seitdem einfach unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :D
http://www.motorrado.de

4 thoughts on “Bye-bye F 800 R!

  1. Hi Susi, immer wieder schön mal deine Berichte, meine Erlebnisse zu lesen…. Noch immer nix unterm Hintern?
    Habe, nachdem ich deine „Werte“ sehe, kurz gecheckt, und schlage vor:
    1. Monster821 od. Monster/Stripe: 785-810 Sitzhöhe, 205,5 kg mit 109 PS, 87 Nm, könnte passen, ok Ducati, ne Diva…
    2. MT-07 od. MT-09, 805 bzw. 820 Sitzhöhe, 182 bzw. 193 kg, erstere 74,8 PS. Die 09 mit 115 PS. Yamaha, gut u. günstig.
    3. Suzuki SV 650, 785 Sitzhöhe, 197 kg, 76 PS. Handlich.
    Was meinst Du?
    Deine Suche kann ich nachvollziehen… dauert eben, ist fast wie mit der Liebe… bin über Umwege zu meiner Leidenschaft gelangt, und gibt für mich nix besseres, Optik, Stil, Power, Sound, alles elektrisiert, fasziniert, gibt mir den Kick, Good Vibrations eben, und ich werde eins mit dem Mopped… eine blaue, Sprint ST, kleiner Preis aber spielt mit den ganz großen…
    Schöne Grüsse, Elmar

    1. Hallo Elmar,

      danke für’s Mitlesen und Deine hilfreichen Vorschläge!

      Freut mich jedenfalls, dass Du mit der Sprint ST Deine Traummaschine gefunden hast: Niedrig, ausreichend PS und verhältnismäßig leicht klingt jedenfalls nach extremen Fahrspaß 😉

      „Umwege“ gab’s bei meiner aktuellen Mopped-Suche ebenfalls, aber „dauert eben…“, wie Du schreibst, kannte ich bisher eigentlich nicht: Bei allen vorherigen Maschinen hatte ich mich bereits vorab ein bisschen verliebt und spätestens beim Draufhocken stellte sich dieses untrügliche „Das-ist-sie-Ausrufezeichen“-Gefühl ein.

      Nach gefühlt hundert Besuchen bei diversen Motorradhändlern in der Umgebung, habe ich Anfang letzter Woche endlich mein neues Motorrad bestellt und kann es mit etwas Glück Anfang/Mitte März abholen. – Welches genau, wird noch nicht verraten, da der schwer-neugierige Bekanntenkreis hier ab und an mitliest und mich diese Spekulationen sehr erheitern . 😉

      LG
      Susy

  2. Hi Susi,
    na da bin ich dann mal gespannt auf das Geheimnis deiner Wahl… Ok, du wolltest mehr als 100 PS, bei 780mm ohne Tieferlegung, kann eigentlich kein aktuelles Bike, also nur ein älterer Jahrgang sein. Italo-Bikes wie MotoMorini oder Laverda sind zierlich mit Power, aber da liegst du wie ich auf meiner Triumph etwas auf den Lenkerenden. Aufrecht sitzen und Schaltassistent? Haben nur aktuelle Jahrgänge… Egal, März ist ja bald… Meine ST fand ich erst nachdem ich drei, vier Moppeds ansah, Probe gefahren bin und zunächst nur auf das Nachfolgemodell meiner Yamaha damals umgestiegen bin, hatte noch unter 100 PS. Die ST faszinierte mich bereits damals, war aber wegen dem relativ breiteren Reifen und der sportlicheren Sitzposition damals für mich zu ungewohnt… dann kam der Unfall, eine Pause zum Nachdenken, die Yamaha bzw. den Rest sofort verkauft, dann endlich die ST. Heute weiss ich, dass es neben der besonderen Art des Motorrads, sportlich und klares Design, d.h. 3 Zylinder, 3 Rundinstrumente, 3 Auspuffrohre, 3 Frontlampen, extreme Power wie ein Superbike, dazu der angenehme, erst bei mehr Gas süchtig machende Sound – es vor allem die Ergonomie ist, warum die ST so gut zu mir passt. Du kannst das Gefül der perfekten Ergonomie nur selbst „erfahren“ wenn du längere Zeit das Mopped fährst, wenn du fühlst dass alles passt. Glücklich wenn du nix verändern musst, d.h. kein Zubehör benötigst. Falls doch, dann sollte es nicht nur um’s Tieferlegen des Fahrwerks gehen, Griffe und Hebel, Fussrasten und Sitz also das ganze Sitzdreieck sollten dir angepasst sein. Hilft dann nur viel ausprobieren, oder du fährst nicht viel oder nur kürzere Strecken und bist jung und leidensfähig. Ich bin mittelalt und fahre gerne 1 Stunde nonstop oder länger und mehr als 12000 km im Jahr, auch mal gerne schnell. Habe noch keine Rückenprobleme, daher passt die ST immer noch.
    Dir schon mal alles Gute mit deinem Bike,
    Elmar.

    1. Hi Elmar,
      stimmt: Ob wirklich alles passt, erkennt man erst im Fahrbetrieb. Zwar komme ich an Deine Jahreskilometer nicht heran, aber 7-10t sind es im Normalfall auch, zumal wir mit den Moppeds auch in den Urlaub fahren. „Leidensfähig“ bin auch ich nicht mehr, daher hoffe ich einfach, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
      LG und auch Dir eine tolle, unfallfreie Saison!
      Susy

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