F 800 R schlägt GSR 750? – Teil 4

Seit letzten Mittwoch ziert meine neue BMW den Stall und steht sich dort die Reifen eckig.
Für den ultimativen Frühlingsanfang prophezeite die Wetter-App einen kühlen Start in den Tag, versprach allerdings ab dem frühen Nachmittag 13 sonnige Grad. Hierorts wartete man darauf allerdings vergeblich. Dank penetrantem Hochnebel kletterte das Thermometer gerade mal auf 4 schattige Grad. *brrr*

Wenn das so weitergeht, werde ich den Inspektionstermin kaum halten können…

Und noch immer gibt es

Fragen über Fragen…

  • Wurde tatsächlich die gewünschte Sitzbank verbaut?
    Sollte dem so sein, muss ich möglicherweise in „Hohe-Hacken-Mopped-Stiefel“ investieren oder alternativ einen Sattler mit dem Sitzbank-Abpolstern bemühen.
    Zu letzterem bekam ich bereits gute Tipps:
    www.alles-fuern-arsch.de (Jungbluth-Sitzbänke aus Nideggen-Wollersheim in der Eifel) oder die (sehr gut ausgebuchte) Werkstatt von Niklas Lange aus Solingen: www.sitzbankbezieher.de
    Eine weitere Sattler-Empfehlung liegt gleich um die Ecke: www.autosattlerei-lagraf.de in Herne.

  • Was mache ich nur mit dem blöden Kupplungshebel?
    Dazu mailte mir der Verkäufer, er habe den Hebel bereits auf die engste Position eingestellt. <= *HAHA!* Gar nix hat er! Außerdem schrieb er, dass man sie nicht so nah an den Griff bringen könne wie den Bremshebel, weil sie sonst nicht mehr ordentlich trennt. Sollte die Einstellung nicht ausreichen, müsse man mal im Zubehör nachsehen...

  • Wo befindet sich die verflixte zweite Steckdose?

  • Soll ich das Tankmittelteil tatsächlich lackieren? Oder besser folieren? Oder aber doch selbst ein wenig mit Sprühfolie herumpantschen?

  • Werden sich die Felgenaufkleber wohl vernünftig verkleben lassen?

  • Wann wird das neue TomTom Rider enddlich erhältlich sein?

  • Und wann kommt endlich der Frühling???

Reklamation!

Man schreibt den 23. März 2015. Ein Montag, an dem es zumindest mal nicht regnet. Also rauf auf’s Mopped und auf zum Händler!

Trotz eingeknöpftem Innenfutter ist es empfindlich kühl und auch die Doppelkombi „Heldhandschuh plus Louis-Unterziehhandschuhe“ hält die Kälte kaum ab. Ohne meinen neuen kleinen Luxus namens „Griffheizung“ würden meine Finger ganz sicher erstarren. – Wenigstens DAS war eine kluge Entscheidung! Wenngleich ich den Eindruck habe, als kribble es in der rechten Hand, sobald sie eingeschaltet ist…

Als ich den BMW-Laden erreiche, ist der Verkäufer mal wieder nicht greifbar, sondern mal wieder im Kundengespräch vertieft. Stattdessen erbarmt sich der Werkstattleiter, meinem draußen wartenden Mopped einen Besuch abzustatten.

Bei der Frage, wo sich das offenbar extrem geheime Bordsteckdosen-Versteck befindet, muss er passen: „Nö, da ist keine Zusatzsteckdose verbaut“.

Im übrigen findet er die Idee, eine große Dose in Lenkernähe zu platzieren ziemlich sch… und verrät, dass diese eh nicht wasserdicht sei. Zudem gibt er zu bedenken, dass einige Navis dafür bekannt sind, dauerhaft Strom zu ziehen. Sein Vorschlag: Das Navi mitbringen und dann eine geeignete Lösung finden. <= Klingt gut!

Außerdem ist er so nett, mir die Kupplung leichtgängiger einzustellen.
… und es gibt DOCH ein Einstell-Rädchen, „lieber“ Verkäufer!

Letzterer ist immer noch am verkaufen und da die Temperaturen zum Spätnachmittag kaum steigen, ziehe ich’s vor, noch eine Runde zu drehen.

Neuer Tag, neues Glück(?) Ich versuche erneut, den Verkäufer an die Strippe zu kriegen, aber Pustekuchen! Eine Mitarbeiterin verspricht mir seinen Rückruf. Leider bleibt mein Telefon stumm. Langsam aber sicher schwillt mir echt der Kamm!
Okay, dann gibt’s halt ’ne Reklamation per E-Mail…

„Prompt“ meldet er sich am nächsten Tag. „Da haben die in der Werkstatt wohl vergessen, die Steckdose einzubauen“ und „Das mit der Sitzbank verstehe ich gar nicht, haben wir die nicht getauscht…?“ überhöre ich geflissentlich. Natürlich könne ich vorbeikommen, um das nachzuholen, meint er… <= BlaBla!

Da das Wetter mies bleibt, mache ich mich am Montag darauf mit der Dose auf den Weg. Sein „Komisch – Die hatten wir doch extra bestellt. Warum sie dann auf der anderen Maschine gelandet ist…?“ überhöre ich geflissentlich.
NEIN! Die tiefere Sitzbank, die ich heute mitnehme wurde NICHT extra bestellt! Vergleicht man sie mit der Originalen, sieht man deutlich den Altersunterschied!
Aber erstmal egal: mitnehmen und ausprobieren…

So erkennt man, welche Sitzbank verbaut wurde

Bis 2014 gab es neben der normalen Sitzbank (800mm) eine hohe und eine niedrige (775mm) Variante:

  • Die hohe Sitzbank erkennt man an Höcker und Kerbe.
  • Die normale Sitzbank hat ebenfalls einen Höcker, doch die Kerbe fehlt.
  • Die niedrige Sitzbank ist höckerlos.

Ab dem Modelljahr 2015 kann man – laut BMW-Seiten – folgende Modelle ordern:

  • Die hohe Komfortsitzbank (820 oder 840mm) hat – wie in den Vorjahren – Höcker und Kerbe.
  • Die normale Sitzbank (790mm) verfügt über einen Höcker.
  • Die niedrige Sitzbank (780mm) kommt ebenfalls mit Höcker daher, jedoch ist dieser ausgeprägter
  • Die extra niedrige Sitzbank (770mm) ist höckerlos

Aufschluss darüber gibt die >> BMW-F-800-R-Seite (dort auf „Zubehör“ klicken).

Auf dem Bild kann man den Unterschied deutlich erkennen:

F-800-R-Sitzbanktypen
Bildquelle: BMW-Motorräder
(Der Pfeil zeigt auf die Original-Sitzbank der 2015er F-800-R-Reihe)


Meine F800R-Sitzbank
Vergleicht man die Sitzbank meines Moppeds mit dem Bild oben, sieht man deutlich,
dass es sich tatsächlich um die 790mm-Original-Sitzbank handelt.

Jo, mit „meinem“ Mopped-Verkäufer bin ich echt „suuuper“ zufrieden! *Ironiemodus-off*

Erst die fehlgeschlagene Zulassung (ok, dafür konnte er im Grunde nix). Dann der angeblich nicht verstellbare Kupplungshebel, die vergessene Steckdose und zum krönenden Abschluss die nicht getauschte Sitzbank.

Bin ich vielleicht zu kleinlich? => Nö!
Klar kann man „mal was vergessen“, allerdings hätte eine Verkaufs-Ko­ry­phäe wie seinereiner in Sachen „Sitzbank“ spätestens dann hellhörig werden müssen, als ich mich beim Abholen der Maschine über die Höhe beklagte?

Schade! Eigentlich ist er sehr nett und umgänglich und mir im Grunde ganz sympathisch. Leider reicht das allein nicht aus!

Natürlich weiß ich, dass gerade im Frühjahr in den Mopped-Läden der Bär steppt. Zudem rechne ich’s ihm hoch an, dass er mich in der ganzen Zeit häufig sogar noch weit nach Feierabend zurückgerufen hat…

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, was ich absolut gar nicht leiden kann?
Dazu gehören definitiv nicht eingehaltene Zusagen und Leute, die meinen, sie könnten mich verar…!

Mir jedenfalls reicht’s!

OK – die hohe Tourenscheibe werde ich vermutlich doch noch dort verbauen lassen, aber auch nur, weil’s möglich ist, sie vorab probezufahren. Den Anbau werde ich allerdings direkt beim Werkstatt-Guru in Auftrag geben. Möglicherweise klappt DAS ja besser?

Lackieren oder folieren?

Auf’s Lackieren des Tankmittelteils durch den Händler werde ich definitiv verzichten, denn mein Vertrauen hält sich mittlerweile in Grenzen…

Sobald das Wetter sich einigermaßen einpendelt, werde ich mal die örtliche Lackiererei anfahren. Zudem soll es in der Nähe eine Firma geben, die sich auf’s Folieren spezialisiert hat. Möglicherweise ist DAS eh die bessere Lösung.

Übrigens hat ein Lackierer mir vorab telefonisch folgendes verraten:
Je nach Material kann das Lackieren unterschiedlich viel kosten/lange dauern. Handelt es sich um reines Plastik, muss das Teil erst neu aufgebaut werden, bevor die erste Lackschicht aufgetragen werden kann. Dies wird entsprechend teuer und dauert ungefähr zwei Tage. Ansonsten sind sie in einem Tag mit dem Lackieren inklusive Trocknen durch.
BMW-Farbe (zum Beispiel das „Racing-Red“ der R 1200 R) ist angeblich kein Problem. Soll das Teil in Fahrzeugfarbe lackiert werden, sollte man besser vorab damit vorfahren. Vor Ort lässt sich die Farbe dann „einscannen“. Ansonsten reicht es aus, die Farbnummer anzugeben, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Blöder Plastiktank!

Liebe BMW-Mopped-Bauer:
Warum seid Ihr eigentlich nicht so schlau und verbaut dort ein Staufach, wenn Ihr das mit dem Stahltank schon nicht hinbekommt? Honda hat’s Euch doch sooo schön vorgemacht???

pfiffige-loesung-plastiktank

Langsam aber sicher geht mir die Problemlösungs-Sucherei gehörig auf den Keks!

Die Tatsache, dass das Wetter nicht mitspielt und alle Wege mit der Dose erledigt werden müssten, macht die Sache auch nicht gerade besser…

Komisch, aber bei meinen früheren Moppeds war alles irgendwie einfacher:
Abholen – draufsetzen – losfahren – Spaßhaben, ohne wenn und aber!

Der Frühling hat in diesem Jahr kein‘ Bock!

Sonntag, 28. März 2015. In der Nacht wurden die Uhren umgestellt und alles könnte so schön sein. Ist es aber nicht: Die Temperaturen pendeln zwischen 4 und maximal 12 Grad und immer wieder Regen – Regen – Regen!

So zieht ein weiteres Wochenende ins Land, an dem das Maschinchen keinen Meter bewegt werden konnte.

Auch die weiteren Aussichten lassen mich kaum frohlocken: In der kommenden Woche soll es stürmen und für Ostern können wir uns auf 7 regnerische Grad einstellen.

Langsam aber sicher dreh ich am Rad!

Tatsächlich regnet es beinahe eine komplette Woche und die Sturmtiefs „Mike“ und „Niklas“ geben sich die Klinke in die Hand.

Kaum lässt der Wind das Pusten sein, stellt sich Grün-Donnerstag (2. April 2015) dennoch große Ernüchterung ein. Laut Wetter-Vorhersage ist uns der geplante Karfreitags-Ausflug nach Winterswijk zum „Holländische-Fritten-essen“ nicht vergönnt. Bei den orakelten 9 Grad und dauerbedecktem Himmel können wir das jedenfalls knicken!

Karfreitag, 3. April 2015
Hurra, die Wetter-App hat gelogen: Nix 9 Grad – nix bedeckter Himmel!
Zumindest ab dem frühen Nachmittag ist es sehr mild. Ja, das Thermometer klettert sogar auf grandiose 14 Grad und die Sonne schickt uns viele wärmende Sonnenstrahlen. *YEAH!*

Für einen Holland-Besuch ist es leider zu spät. Zu einer kleinen Moppedrunde gehört jedoch keine große Überredungskunst! 🙂

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BMW-vs-Suzi

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Susy
Susy

Geboren „Anno Pief“ (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn – keine Ahnung wieso – mit dem Mopped-Fieber infiziert und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der „unendlichen Macht“ ihrer „Ernährer“ gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!*
Danach – trotz Schein – erst einmal nie aktiv gefahren und den „Virus“ eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings – umso heftiger – wieder aus… Seitdem einfach „unheilbar krank“ dem Moppedwahn verfallen. :D

http://www.motorrado.de

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