F 800 R schlägt GSR 750? – Teil 1

Meine Suzi GSR 750 ist verkauft – die „Neue“ (BMW F 800 R) ist bestellt.
War es die richtige Entscheidung?

Die Vorgeschichte <= *gäääähn*

Die GSR hat die Messlatte sehr hoch gelegt:
Das kurvenfreudige Spaßmobil begleitete mich beinahe zwei Jahre lang und kam dabei auf eine Fahrleistung von 17.152 Kilometern. Soviel Strecke schafften weder die CB 500, die 650er Bandit noch meine heißgeliebte „Streety“.

So glücklich ich mit der GSR auch war: Nach einer einzigen Probefahrt im Paznauntal mit der F 800 R änderte sich schlagartig ALLES!

Kaum zurück auf meiner Suzi, kamen erste Zweifel an ihr auf:
Die Sitzbank erschien mir plötzlich wie ein Brett, die Bremsen so kraftlos, dass ich geneigt war, gefühlt einen halben Kilometer vor meinem Haltewunsch langsam aber stetig den Bremsvorgang einzuleiten und die erste „Kurvenfahrt“ durch den angrenzenden Kreisverkehr schien plötzlich irgendwie mit „Arbeit“ verbunden zu sein…

Dabei war dies bei Antritt der Probefahrt keineswegs zu erahnen, ganz im Gegenteil: Während der Tour fühlte ich mich durch das Dauerröhren der „R“ leicht angenervt und mir kam in den Sinn, dass „Gimmicks“ wie Ohrenstöpsel durchaus ihre Daseinsberechtigung haben könnten. Erstes Fazit: Nix für mich!

Was allerdings sofort beeindruckte, war die Tatsache, dass das Mopped trotz nasser Straßen „wie auf Schienen“ lief. Das allerdings schrieb ich den aufgezogenen „Michelin Pilot Road“ zugute.

Zurück zu Hause war alles längst vergessen. Eigentlich…
Eins allerdings blieb: Der Wunsch nach besseren Bremsen!
Einmal sensibilisiert, lässt sich ein solcher Gedanke kaum noch verdrängen.

Phase 1:
Auf zum Suzuki-Händler, Bremsen prüfen lassen:
Der Mechaniker meinte nur: „Alles in Ordnung“ und „ganz normal“.
Angesprochen auf alternative Lösungen, musste er leider passen. Weder gab es „Stahlflex-Leitungen“ noch andere Bremsbeläge.

Okay, dann halt nicht…

Phase 2:

Der Winter naht. Zufällig lese ich einen Beitrag über Stahlflex-Bremsen-Beitrag im
„Horsemen-of-Apokalypse-Motorradmagazin“. Prompt frage ich bei der dort erwähnten Firma „Melvin“ an. Trotz des sehr netten E-Mail-Kontakts mit prompten Antwort-Zeiten muss auch diese leider passen: Für mein Modell gibt’s zur Zeit noch keine der angepriesenen Sonderanfertigungen mit ABE. Allerdings arbeite man daran und später erneut nachfragen lohne sich, mailte man mir.

Phase 3:

Auf der Intermot am 3. Oktober 2014 beeindrucken zahlreiche neue Moppeds. Irgendwie habe ich mich in diese Retro-Bikes verliebt. – Ob ich mal wechseln sollte?

Phase 4:

Besucher der EICMA in Mailand verraten, dass es die F 800 R mit neuem „Gesicht“ geben wird.
WOW – Hat was!

Phase 5:
Neues Jahr, neue Moppedtests: Die R schneidet hervorragend bei ersten Fahrtests in Almeria ab!
Kein Testfahrer der deutschen Motorrad-Fachpresse hat irgend etwas ausetzen. Alle loben die „R“ in den höchsten Tönen!

Phase 6:
Nähere Betrachtung der in Frage kommenden Modelle durch Ansurfen der relevanten Hersteller-Webseiten.
Son Retro-Bike wär ja schon schön? – BMW hat’s leider noch nicht geschafft, die neuen Modelle auf ihren Seiten veröffentlichen. Schade eigentlich!

Ok, einfach abwarten bis zur Motorradmesse in Dortmund Anfang März: Dort probesitzen und dann ganz in Ruhe für ein Mopped entscheiden…

Phase 7:

Die Winter-Warterei macht mich in diesem Jahr irgendwie völlig fertig!

Wenn ich mich erst auf der Motorradmesse Anfang März für eine neue Maschine entscheide und die GSR erst dann verkaufe, muss ich noch einmal Geld investieren, da im April der TÜV fällig wird.
Was, wenn der Frühling – wie im letzten Jahr – bereits direkt nach der Messe beginnt?
Und was, wenn ich ich eine Neue bestellen möchte, die GSR aber noch nicht verkauft ist?
Was, wenn die Lieferzeit der Neuen sich von vier auf acht oder wer-weiß-schon-wieviel Wochen erhöht?

Fragen über Fragen!

Phase 8:

Lassen wir doch einfach das Schicksal entscheiden?
Einfach mal bei „Mobile“ und „Motoscout24“ inserieren und warten, was passiert…

Phase 9:

Da sich nach zwei Tagen noch niemand auf die Anzeigen gemeldet hat, frage ich bei einem Händler an, was dieser denn so im Tausch bieten würde.
=> Oh – Er will sie offenbar „geschenkt“. Na dann halt doch Privatverkauf!

Phase 10:

Zwei Wochen später ist ein Käufer gefunden! – YEAH!

End-Stadium

Am 9. Februar 2015 habe ich meine geliebte GSR verkauft!

bye-bye-gsr
Bye-bye GSR, es war extrem schön mit Dir! *Emotionaler-Modus-off*

Ok, die GSR ist weg – Was nun?

Noch am selben Nachmittag fahre ich los zur „Live-Beschauung“ der neuen BMW F 800 R.

Es erwartet mich eine riesige Enttäuschung:

  1. Das Mopped gibt’s in weiß, weiß-schwarz und blau-weiß. Blau-weiß gefiel mir am Bildschirm eigentlich super. Als ich den Laden betrete, falle ich fast um: Das neue „Racing-Blue“ entpuppt sich als ungewöhnlich dunkel und matt. Gefällt mir nicht!

  2. Okay, dann eben doch wieder weiß…
    Aber: Auch DIE hat diesen hässlichen schwarz-matten Streifen im Tank-Mittelteil! *grusel*

  3. Die Standard-Sitzbank misst jetzt 790 Millimeter (vorher: Serie: 800 mm, niedrige Sitzbank: 775 mm). Beim Probesitzen entpuppt sich diese höher als gedacht. Die tiefe Sitzbank ist hingegen hart wie ein Brett.

  4. Das Original-Windschild ist leider zu einer Mini-Cockpitscheibe mutiert. – Menno!

  5. Der popelige Seitenständer, der mir bereits bei der Testfahrt auffiel, begleitet die R auch weiterhin. Er gleicht einem angespitzten Bleistift und mir kommen Zweifel, ob sich die Maschine damit überall sicher abstellen lässt.

  6. Noch tendiert mein Wunschdenken zu Bordcomputer, Hauptständer, Steckdose und LED-Blinker… Aber: BMW ist Meister im Pakete-Schnüren und versteht es perfekt, den relativ „günstigen“ Grundpreis erfolgreich aufzupushen!

    Das von mir gewünschte Mindest-Zubehör verteilt sich jedenfalls gleich in zwei verschiedene Zusatzpakete:

    So fällt der Bordcomputer (ohne den es keine Restsprit-Anzeige etc. gibt) ins „Touring-Paket“ (Aufpreis: 510 Euro), während die weißen LED-Blinker im „Dynamik-Paket“ zu haben sind.

    Zum Touring-Paket gehören allerdings auch das blöde Gepäcksystem inklusive Koffer und megahässlichem Gepäckträger. Kurz denke ich darüber nach, das Paket zu nehmen, denn Bordcomputer, Hauptständer und Steckdose zusammen kosten einzeln beinah soviel wie alles zusammen. Schraube ich den blöden Gepäckträger ab, muss ich allerdings neue Haltegriffe kaufen, was dann natürlich wieder extra kostet! *Uaaaah!*

Besser nochmal eine Nacht drüber schlafen…!

Neuer Tag, neues Glück…(?)

Zunächst folgen Telefonate mit Versicherung (Abmeldung) und dem Straßenverkehrsamt, da ich mein bisheriges Kennzeichen behalten möchte. Alles kein Problem, sagt mir die nette kompetente Dame der Zulassungsstelle: Sobald der Käufer mein Mopped abgemeldet hat und die Info zu ihnen durchgedrungen ist, können sie mir mein altes Kennzeichen (für maximal ein halbes Jahr) reservieren.

Vielleicht sollte ich DOCH besser die neue Triumph Tiger XR nehmen?
Zumindest ist an der bereits all DAS dran, was man für eine Tour so braucht. Zudem passt das Mopped hervorragend zu Norbys „Großkatze“ (Tiger Explorer) und wir könnten gemeinsam mal „so richtig Strecke machen“…

Aber: DIE Maschine müsste ich auf jeden Fall vorab probefahren! Mit der neuen Sitzhöhe von 790mm vielleicht kein Problem, oder? Natürlich sehr zeitnah, denn die Zeit läuft mir davon, aber noch steht sie nicht bei allen Händlern.

Alternativ könnte ich sie ja tieferlegen?
Nee, DAS kommt diesmal absolut NICHT in Frage, denn ich möchte endlich mal ein Mopped im Original-Zustand fahren!

Also vielleicht doch das neue Bonneville-Sondermodell oder die Ducati Scrambler? –
Äääh – nö! Maximal als Zweitmaschine oder vielleicht später mal, wenn ich nur gemütlich durch die Landschaft cruisen möchte…

Oder DOCH die neue Suzuki GSX-S 1000?

Fällt leider auch aus! Zwar habe ich bereits auf der INTERMOT probegesessen und war begeistert, da sie sich genauso „anfühlte“ wie „meine Kleine“. Um damit vernünftig in den Alpen zurecht zu kommen, müsste ich sie allerdings wieder tieferlegen lassen… (s.o.)
Fällt also ebenfalls aus!

Vielleicht auch die BMW R 1200 R?
Ok – Dafür reicht mein Budget leider DEFINITIV NICHT! (Schade eigentlich…)

Himmelhochjauchzend… zu Tode betrübt!

Katzenjammer macht sich breit. So ganz ohne Mopped zu sein, macht mich echt krank!

Fühle mich unter Druck gesetzt und bin megaschlecht gelaunt.

Für’s Wochenende haben sie zweistellige sonnige Temperaturen angesagt (genauer: 11 Grad C)!

BOOOAAAAH, ist das alles doof!

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

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