Ausprobiert: Tankrucksack von Wunderlich

Mangels Tankrucksack fuhr ich auf meiner BMW F800R bislang eine Hecktasche von Held durch die Gegend. Geräumig und praktisch und ideal. Was aber, wenn man auf Tour will und auf dem Soziusplatz eine Gepäckrolle befestigen möchte?

Zunächst hatte ich mir einen Tankrucksack von Oxford bestellt. Sehr formschön, von der Befestigung aber leider friemelig, da man ihn stets per Zipper auf die Grundplatte schnallen musste. Ansonsten passte es einigermaßen, war allerdings nicht unbedingt geeignet, um sorglos etwas höhere Geschwindigkeiten zu fahren.

So griff ich zähneknirschend auf einen Tankrucksack von Wunderlich zurück.
Man kann über diese BMW-spezifische-Firmen ja lästern und zetern, wie man will, aber die Brocken sind generell gut durchdacht.

Für meine Maschine gab es nur zwei Tankrucksäcke zur Auswahl: das „Elephant“-Modell (15 Liter, erweiterbar auf 25) und das kleine 7-Liter-Modell „Tour“.
Um den Tankrucksack verwenden zu können, benötigt man eine zusätzlich eine Grundhalterung. Jaja, diese Aufpreispolitik kennt man ja bereits von BMW…

Für den großen Tankrucksack war ich zu geizig, also wurde es der Kleine:

Wunderlich Tankrucksack „Tour“ in Carbon-Optik

 

Begeisterung pur?

Ja auf jeden Fall!
Grundplatte und Tankrucksack lassen sich kinderleicht anbringen:

Die Grundhalterung aus elastischem Plastik (whatever…) wird mit den unter dem Sitz befindlichen Schrauben befestigt und kann dauerhaft am Mopped bleiben. Passt optisch ganz gut, schützt obendrein den Tank und auch ohne Tankrucksack flattert da nix.

Wird’s mal nass, ist’s auch kein Problem: Eben kurz abwischen und gut iss. Nicht wie die anderen Grundplatten aus Cordura (oder was auch immer), die anschließend millimeterweise im Sekundentakt die Feuchtigkeit an die Motorradhose weitergeben…

Der Tankrucksack selbst hat ein Schnellbefestigungssystem in Form einer Zunge. Diese schiebt man einfach durch die Lasche der Halterung, klickt bei Bedarf zusätzlich die Schlaufen fest und kann ihn vorne obendrein noch einmal Klettbänder einsetzen. Sitzt bombenfest und wackelt nicht.

Einwandfrei und grundsätzlich eine ganz klare Empfehlung!

Aber…

Ein kleines „Aber“ gibt es aber dennoch:
Der kleine Tankrucksack ist mit seinen sieben Liternviel zu klein!

Mal drüber nachgedacht, liebe Tankrucksack-Designer?
Oder entspreche ich einfach nicht der Norm der Zielgruppe: „Gut betucht“, „lockerer Geldbeutel“, wählt stets das Allerbeste, weil er’s kann und ist ausschließlich in wirklich(!) wasserfesten Klamotten unterwegs, die aus dem Hause BMW, Rukka oder Stadler stammen und allein für sich schon soviel kosten, wie mein erstes gebrauchtes Mopped?

Sobald Regenzeug zu transportieren ist und/oder man in Österreich unterwegs ist, kann es mitunter richtig eng werden.

Beispiel zur Verdeutlichung:

  • Man lege die Warnweste flach auf den Tankrucksack-Boden.
  • Dann rolle man sein Regenzeug sehr klein zusammen lege es nebeneinander in einen Beutel und ziehe jenen so zusammen, dass überflüssige Luft entweichen kann.
  • In die andere Hälfte verfrachte man die vorgeschriebene Verbandstasche, deren „Anwesenheit“ in Österreich ja ach-so-gern kontrolliert wird.
  • Das Kettenspray im Miniformat passt locker daneben;
  • eine kleine Tüte Bonbons ebenfalls.
  • Mit etwas Geschick bekommt man auch die 0.5-Liter-Flasche Wasser unter.

Noch lässt sich die Tasche problemlos zuziehen und auch in diesem Zustand lassen sich Smartphone und Karte problemlos aus dem obenliegenden Kartenfach entnehmen.

Jetzt stell Dir aber mal folgendes vor:
Du bist frühmorgens losgefahren. Da es um die Uhrzeit noch recht frisch ist, hast Du eine dünne Softshelljacke an.

Mittags erhitzt sich die Umgebung allerdings auf weit über 20 Grad. Mit Jacke weiterfahren ist nicht, sonst kriegst Du einen Hitzekoller. Also Jacke ausziehen und ab in den Tankrucksack… – HA! Und genau hier bekommst Du ein kleines Problem:

Mit viel gutem Willen und sanfter Gewalt lässt sich auch die unterwegs ausgezogenen dünne(!) Jacke in den Tankrucksack hineinquetschen. (Alle Achtung: die Reißverschlüsse halten echt was aus!)

Jeder Versuch, eine Karte oder das Smartphone in das Kartenfach zu legen oder zu entnehmen, scheitert allerdings kläglich. Abhilfe schafft in dem Moment nur, den Reißverschluss des Tankrucksacks zu öffnen, um während der Pause zumindest das Smartphone herauszufriemeln, während Du gleichzeitig aufpassen solltest, dass Dir der restliche wertvolle Inhalt nicht aus der Tasche quillt!

Fazit

Auch wenn das Teil zwei/drei Liter größer sein könnte, ist es für mich die beste Tankrucksack-Lösung für die F800R.

 

Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn mit dem Mopped-Fieber infiziert (keine Ahnung wieso!) und eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" der "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Danach - trotz Schein - nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Bis er dann, 2004, umso heftiger wieder ausbrach... Seitdem einfach unheilbar krank dem Moppedwahn verfallen... :D
http://www.motorrado.de

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