Ausprobiert: Mit „ROOKIE-TOURS“ unterwegs in den Alpen

Lohnt es sich, an einer „Rookie-Tour“ teilzunehmen, wenn man seine Jungfernfahrt in die Alpen längst hinter sich hat? Ist doch sicher nur was für Anfänger, oder?

Kleine Vorgeschichte:
Ende 2014 fiel mir bei „Startnext“ ein Crowdfunding-Projekt mit Motorrad-Bezug ins Auge, das mich neugierig machte: ROOKIE-TOURS Motorradreisen!

Worum geht es dabei?
Die Macher der Plattform erklärten ihr Vorhaben einst so (kleiner Auszug):

… Wir, Ozzy und Andy, sind begeisterte Motorradfahrer und fahren im wahrsten Sinne auf die Alpen ab.
Und damit diese Leidenschaft keine Leiden schafft, wollen wir gerade Motorrad-Einsteigern die Gelegenheit geben, ihr neues Hobby mit uns gemeinsam noch intensiver und sicherer zu genießen. Deshalb bieten wir ab 2015 geführte Motorrad-Touren in den Alpen speziell für Einsteiger und Wiedereinsteiger an – und das ganze inklusive Fahrpraxis-Training! …

>> Klick! (www.startnext.com/rookie-tours)

Geniale Idee, oder?

Das fahrtechnische Herumkraxeln auf den einschlägigen Alpenpässen mit häufig eng aneinandergereihten Kehren ist schon eine ganz andere Hausnummer, als der Ausflug ins Sauerland oder die Eifel. Wohl dem, der bei seinem „ersten Mal“ einen Kurvenguru dabei hat, der einem vorfahrend die ideale Kurvenlinie zeigt.

Die Crowdfunding-Kampagne kam allseits gut an. So starteten die beiden pünktlich zum Motorradsaisonstart 2015 ihre ersten Touren für „(Wieder-)Einsteiger, Alpen-Neulinge und Biker, die es gerne genussvoll und ohne Gruppenzwang angehen lassen wollen“.

„Prima, da muss ich unbedingt mal dran teilnehmen!“

… dachte ich so bei mir.

Warum?
Zu Beginn der Motorradsaison schiebe ich gern mal ein Motorradtraining ein. Für mich die ideale Möglichkeit, die den Winter über eingerosteten Mopped-Sinne zu reaktivieren. Während es in den ersten Jahren nach dem Wiedereinstieg gern mal ein Platztraining sein durfte, nervt mich diese Trainingsart mittlerweile ziemlich an. Sie ist maximal dann noch erste Wahl, wenn zum Saisonstart ein neues Motorrad vor der Tür steht und es darum geht, sich schnellstmöglich an das Maschinchen zu gewöhnen. Ansonsten bevorzuge ich heutzutage ganz klar die Variante „Training on Tour“!

Warum also nicht zur Abwechslung mal so ein richtiges Alpentraining mitmachen, bei dem sich das Fahrtraining mit Tourspaß in den Bergen verbinden lässt? Und wer weiß: Vielleicht hilft’s ja, damit es künftig kein Zufall mehr ist, ob sich eine Kehre „rund“ fahren lässt?

Hurra, aus Wunsch wird Wirklichkeit!

Dabei kam auch ein klein wenig Zufall zur Hilfe:

Zwei Fliegen mit einer Klappe…

Seit vielen Jahren geht’s mit unserem Trupp einmal im Jahr auf „große Wochentour“. – Ziel 2017: das Voralpenland!

Als wir im Herbst des Vorjahres mit den Planungen beginnen, ist unter den Tour-Interessierten – erfreulicherweise – erstmals eine weitere Selbstfahrerin.
An Fahrerfahrung mangelt’s ihr kaum. Dumm nur, dass ihr „Mopped-Selbstbewusstsein“ nach einer längeren Kinder-Auszeit gnadenlos eingeschlafen ist.

Wie lassen sich ihre Selbstzweifel nur zerschlagen, damit sie sich zur Mitfahrt überreden lässt? – Die Idee: Frag ich doch einfach mal bei ROOKIE-TOURS an, ob sie uns in der Tourwoche einen individuellen Trainingstag anbieten können.

Konnten sie tatsächlich. Allerdings reizte auch die Teilnahme an der im >> Touren-Kalender beworbenen viertägigen „Tiroler-Schmankerl-Tour“, die sich ideal vor unsere Tour schieben ließe. Hmmm… Zwei Trainingstage bringen doch sicherlich mehr als einer?

Die Qual der Wahl hat sich schnell erledigt: Zum einen kann sich die Moppedfahrerin so lang im Voraus nicht festlegen. Zum anderen ist der Veranstalter so flexibel, dass sich die Tour auch in verkürzter Form buchen lässt, so dass ich bereits samstags abends zu unseren Leuten aufschließen kann, die just an jenem Tag an unseren Wochenzielort eintrudeln. (Bericht folgt)

Die Tiroler-Schmankerl-Tour ist gebongt!

Vier Wochen vor der ROOKIE-Tour…
bimmelt es in meiner Mailbox: Hurra, die Reiseunterlagen sind da und die Vorfreude steigt! 🙂
Die Sorge um’s Wetter allerdings auch, denn bislang haben wir zumindest hierorts noch nicht viel vom Frühling gesehen.

Noch trüber als das Wetter ist aktuell eigentlich nur meine Stimmung:
Unpassenderweis ärgert mich eine frisch erwachte Handgelenkslädierung. Damit stehen zwei dringende Fragen im Raum:
Wird mein „Kupplungsbedienungsgerät“ bis zur Tour wieder soweit in Ordnung sein? Und ist es dann so stabil, um knapp 800 Kilometer in den geplanten anderthalb Fahrtagen abreißen zu können?
Also vorsichtshalber noch ’nen Plan B geschmiedet: Mindestens die Hälfte der Wegstrecke per Auto und Moppedanhänger bringen lassen…

Endlich ist es soweit…

… aber die Anfahrt ist schon ätzend!

Yeah, meine Flosse ist wieder einigermaßen einsatzbereit, aber übertreiben wäre jetzt dumm. Daher kommt der spontan erdachte Plan C ins Spiel: Wie wäre es, die Wegstrecke in drei schöne, kurvige Landstraßen-Touren mit zwei Zwischenübernachtungen zu verwandeln, statt die endlos öden Kilometer sinnfrei auf der Autobahn abzuspulen?
Also fix uns‘ Chefs angebettelt, die Urlaubsanträge zu erweitern; glücklicherweise auf Gnade gestoßen und tatsächlich schon dienstags gegen Mittag auf den Weg gemacht 🙂
Perfekt! Zumal wir unsere Moppeds in diesem Jahr gerade erst wenige Kilometer bewegt haben, noch entsprechend steif in den Hüften sind und es kaum schaden kann, uns ein wenig einzuschaukeln…

Anreise nach Wallgau (Donnerstag, 25. Mai 2017 – Himmelsfahrtstag )

Die letzte Nacht unserer Anfahrtstour haben wir in einem Tausend-Seelen-Kaff in der Nähe von Augsburg verbracht. Für die verbleibende Etappe zum Zielort haben wir somit alle Zeit der Welt, denn laut Zeitplan ist die Anreise der Rookie-Tours-Teilnehmer im >> Alpenhof in Wallgau erst zwischen 16:30 und 17:30 Uhr geplant.

Usprünglich wollten wir den Ort über den >> Kesselberg und den >> Walchensee anfahren. Aber Pustekuchen: Heute ist Feiertag und die Piste somit für Motorradfahrer in Nord-Süd-Richtung gesperrt!

So wählen wir die unspektakuläre Route über Unter-/Oberammergau und Garmisch, wo es bereits zur Mittagszeit schon rappelvoll ist. Nach einer längeren Kaffeepausen-Trödelei schlagen wir bereits am frühen Nachmittag am Ziel auf. Wir sind allerdings nicht die Ersten: Marion und Thomas haben bereits eingecheckt und machen sich gerade auf, um ihren Moppeds die schöne Gegend zu zeigen.

Während Norby direkt zu unserem Wochentour-Ziel (Reit im Winkl) weiterfährt, beschließe ich, das verflixte Gelenk für die kommenden Tage zu schonen, parke mein Mopped in der Garage und erfreue mich der Tatsache, wider Erwarten ein Einzelzimmer MIT Balkon ergattert zu haben. Danach geht’s per pedes durch’s Dorf, das heute den Anschein erweckt, als sei es Schauplatz eines nicht enden wollenden Motorradkorsos.

Hätte ich doch bloß geahnt, dass der Kesselberg trotz seiner Wochenend-Feiertag-Nord-Süd-Sperrung von der anderen Seite her frei befahren werden darf!? – Zu spät:
Ärgern lohnt nicht!


Das Wetter meint es gut mit uns in Wallgau (© Foto: ROOKIE-TOURS Motorradreisen)

Um 17:45 Uhr steht „Kennenlernen der Tourteilnehmer“ auf der Tagesordnung. Die Spannung steigt:
Mit welcher Art (Menschen-)Typen werde ich mir während der folgenden Tage wohl Tisch und Straße teilen?

Pünktlich trudeln allesamt auf der Hotelterrasse ein:
Rookie-Tours-Tourguide und Firmeninhaber Oskar, Carola aus dem Frankfurter Raum und mit Marion, Thomas und dessen Namensvetter gleich drei Teilnehmer aus Nürnberg.
Glück gehabt: Allesamt sehr sympathische Leute mit einem lustigen Dialekt 😉


Der Teilnehmer-Fuhrpark: leicht BMW-lastig… (© Foto: ROOKIE-TOURS Motorradreisen)

Nach dem gegenseitigen Beschnuppern erwartet uns im Restaurant ein 4-Gänge-Menü: Suppe, Salat, vorab ausgewähltes Hauptgericht, Dessert – Vorsicht, alles sehr lecker!

Im Anschluss treffen wir uns zum kurzweiligen Seminar im Restaurant. Wenig erstaunlich: Man lernt man immer noch was dazu!
Dennoch wandert mein Blick spätestens ab zehn klammheimlich zur Uhr und hofft auf ein baldiges Ende: Die Anfahrt steckt halt doch in den Knochen und das Bett ruft extrem laut!


Zum Seminarende gibt’s nochmal alle Tipps gesammelt in einem gebundenen Buch in Großformat.
Ach herrje… Wie soll ich das noch in meiner Gepäckrolle unterbringen?

Tour-Tag 1 (Freitag, 26. Mai 2017)

Laut Zeitplan ist unsere Abfahrt erst für 9:30 Uhr geplant. Angesichts der Tatsache, dass an so ’nem Brückentag massig Volk die Straßen bevölkern wird, schlägt Oskar vor, sie auf 9 Uhr vorzuverlegen. – Überredet!


Balkonblick am frühen Morgen: allerbestes Tourwetter!

Von Wallgau geht’s über Mittenwald Richtung Scharnitz bzw. Leutasch.
Schöne Strecke, um sich locker flockig einzuwedeln!

Wir üben Kehrenfahren

Unterwegs wirft Oskar den Anker, da er sich für uns eine nette Kehre als Übungsobjekt ausgeguckt hat.

Unser Auftrag: Vom oben liegenden Parkplatz die Rechtskehre herunterfahren, an einer Haltebucht unten wenden und auf dem Rückweg die Linkskrümmung aufwärts genießen, um sodann wieder auf dem Parkplatz zu landen. Und zwar alle schön der Reihe nach, immer hübsch mit Abstand und so lange, bis Oskar „reicht“ sagt.
Jener versteckt sich derweil in einer Bucht am Kehrenscheitelpunkt, schießt Fotos und winkt die/den ein oder anderen heran, sofern er Verbesserungsvorschläge hat.

Die Herausforderung ist weniger die Kehre: Während die Haltebucht unten asphaltiert ist, ist der obenliegende Parkplatz leider geschottert. Welch Alptraum!
Ok, das Wenden auf dem kieseligen Untergrund verlangt schon eine Portion Konzentration. So weit so gut und gar nicht weiter schlimm… Leider haben viele Motorradstiefel-Hersteller aber nicht daran gedacht, ihre Produkte schotterkompatibel zu gestalten: So rutscht man beim Rangieren eher mit dem Fuß weg, als einem lieb ist. Mal abgesehen davon, dass dieser Akt – zumindest Kurzbeinigen – eine Menge Kraft kostet.
Während die beiden Männer mit wachsender Begeisterung runter und wieder raufgondeln, treten Marion, Carola und meinereiner nach einigen Malen in den Streik.

 
Geht doch! (links: Thomas – rechts: Carola) 😉
(© Fotos: ROOKIE-TOURS Motorradreisen)

Memo an mich selbst:
Jammere bloß NIE WIEDER von wegen „Beine zu kurz“! – WENN jemand mit dieser Tatsache gebeutelt ist, dann wohl die arme Marion, die sich tatsächlich erst ein eigenes Motorrad kaufen (und es sich tricky tieferlegen lassen musste), um überhaupt den Führerschein machen zu können!

Mittlerweile ist es lecker warm geworden und wir sind kaum böse, als es weiter geht.

Über Seefeld und Telfs fahren wir nach Imst. Dort erwartet uns das

Hahntennjoch

Bereits vorab warnte uns Oskar, die Ortsausgangs-Geschwindigkeit von 30 km/h peinlichst genau einzuhalten: Offenbar blitzt die örtliche Rennleitung dort mit wachsender Begeisterung von hinten! Naja, so wirklich schnell war ich in Kehren noch nie. Aber im Schritttempo dort hochzueiern ist schon heftig!


Auffahrt zum Hahntennjoch (© Fotos: ROOKIE-TOURS Motorradreisen)

Alles in allem ist das >> Hahntennjoch irgendwie nicht meins: Wechselnder, teilweise geflickter Belag und obendrein geht’s heute zu wie in ’nem Taubenschlag…

Als wir oben angelangt sind, bin ich irgendwie gefrustet:
Bislang lief nichtmal die harmloseste Kurve rund, ich hänge auf dem Mopped wie ein nasser Sack und fühle mich in meine Anfängerzeit zurückversetzt…

   
Das Hahntennjoch wird irgendwie überbewertet:
Dunkle Geröll-Landschaft, statt Mega-Ausblick, kleiner Imbisswagen, statt ordentlicher Einkehrmöglichkeit und an Brückentagen steppt hier fahrzeugstechnisch der Bär!


Heimliches Highlight der Passhöhe: ein Kuhgitter! 😀

Zu Beginn der Tour wurde die Reihenfolge der Teilnehmer festgelegt. Als wir die Passhöhe verlassen, gibt’s ’nen Plätzetausch:
Fortan darf meinereiner direkt hinter dem Tourguide fahren. Danke Oskar – das Timing war einfach perfekt!

An der Hahntennjoch-Nordwestseite im Lechtal angekommen, geht’s weiter nach Elmen-Stanzach, wo wir unsere Mittagspause im >> Café Restaurant Jamdo (www.jamdo.at) verbringen. Die Gerichte dort sehen sehr lecker aus, aber nach einem guten Frühstück brauche ich kein Mittagessen. – Eis hingegen geht immer… 🙂


Grandioser Ausblick von der Terrasse des Café Jamdo in Stanzach (© Foto: ROOKIE-TOURS Motorradreisen)

Nach der Pause geht’s weiter über den

Namlospass

durch das hübsche >> Namlostal.

Die Strecke ist sooo genial, dass ich das Grinsen kaum noch aus dem Gesicht bekomme. Zudem scheint sich die Wintersteifigkeit endlich zu verflüchtigen Wurde aber auch Zeit!

Als wir nach 26 Kilometern Bichlbach und somit das Pass-Ende erreichen, hat es der Pass glattweg in meine heimliche „Top-10 meiner Lieblingspässe“ geschafft.

Nach einem kurzen Stück auf der Fernpassstraße (B179) Richtung Füssen, geht’s rechts ab zum

Plansee

Schon bald taucht rechterhand der fjordartige, türkisfarbenen See auf und es kostet einiges an Selbstbeherrschung, sich weiterhin auf die Straße zu konzentrieren. Das tut heute auch dringend Not, denn aktuell wird hier gebuddelt. Folglich verwandelt sich der schöne Asphalt urplötzlich in eine durchgehende Schotterpiste. Vorbei ist’s damit auch mit der Schönheit, denn jene versinkt fortan in einer riesigen Staubwolke…

Am >> Hotel und Cafe Forelle gönnt uns Oskar eine Kaffeepause.
Prima: So können wir dem hübschen Gewässer unsere ungeteilte Aufmerksamkeit widmen.

 

 

Hier wurde netterweise an Motorradfahrer gedacht: das Parken kostet nix! (© Fotos: ROOKIE-TOURS Motorradreisen)

Nach der Pause treffen wir auf rollende Hindernisse in Form einer Horde Ami-Schlitten. Wunderschön anzuschauen. Aber müssen diese gerade auf dem geilen Kurvenstück vor uns herumschleichen? Überholen bringt leider auch nicht viel: Dafür sind wir leider zuviele Teilnehmer…

Über den Ettaler Berg geht’s über Garmisch zurück nach Wallgau.

Vor dem Abendessen dürfen sich drei von uns an einer zwanzigminütigen Massage ergötzen; die anderen beiden sind morgen an der Reihe.
Untätig herumliegen ist ja eigentlich nicht so mein Ding. Hat aber wider Erwarten sehr gut getan! Somit eine schöne Idee!

Nach dem erneut sehr leckeren, üppigen Abendmahl lassen wir den Abend lustig auf der Hotelterrasse ausklingen und es kommt einem fast vor, als kenne man sich schon ewig…


>> Tour bei Gpsies ansehen
(Nachgestellt: Ungefähre Route unserer Tour)

 

Tourtag 2 (Samstag 27. Mai 2017)

Während die anderen noch eine weitere Nacht in Wallgau verbringen, toure ich heute mit Gepäck, um nachmittags zu unserem Trupp aufzuschließen, der ab heute sein Unwesen in Reit in Winkl treibt. (Bericht folgt!)

Netterweise hat Oskar die heutige Route so geplant, dass wir bereits in die grobe Richtung „Chiemgau“ fahren.

Nachdem wir den Hotelparkplatz linkerhand verlassen und das Ortsende von Wallgau hinter uns gelassen haben, halten wir vor einem kleinen Häuschen. Häää? Was wollen wir hier an dieser Campingplatz-Pforte mitten in der Wallachei?

Das Rätsel ist schnell gelöst: Statt Campingplatz-Verwaltung erwartet uns hier eine Mautstelle. Wir haben Glück: Oskar übernimmt die Mautzahlung.

Isarwinkel

Der schmale, gut 13 Kilometer lange Pfad entlang der Isar wirkt um diese Uhrzeit noch völlig unberührt. An einer gut zugänglichen Stelle wirft Oskar den Anker, damit wir uns an der Schönheit der Isar ergötzen können.

 
Wie gemalt: Im Isartal könnte man stundenlang am Ufer sitzen und schauen… (© Fotos: ROOKIE-TOURS Motorradreisen)

 
Menschenleere Straßen im wunderschönen Isarwinkel… (zumindest am frühen Morgen…)

Der nächste Stopp lässt nicht lange auf sich warten: Wir halten am

Sylvenstein-Stausee


 
Netterweise laden Parkbuchten links und rechts des Sylvenstein-Stausees zum Anhalten ein… (© Foto oben: ROOKIE-TOURS Motorradreisen)

 
Während unseres Stopps dürfen wir einen Fiat500-Korso bewundern. Man achte auf die pfiffigen Gepäcklösungen! 😉
(© Foto rechts: ROOKIE-TOURS Motorradreisen)

Weiter geht’s durch’s Achental, vorbei am Achensee, wo unser Tourguide den Rauchern ein weiteres Päuschen gönnt.

Die gut ausgebaute – und somit unspektakuläre – Bundesstraße füllt sich merklich… Die sich anschließende B169 durch’s Zillertal reizt wenig: Sie ist beinahe schnurgerade und voll. Nutzt aber nix; schließlich wollen wir zum

Gerlospass

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir den Abzweig zur B165 Richtung Gerlos und endlich geht’s wieder zur Sache!

Die erste Kehre überrascht mich allerdings vollends auf dem falschen Fuß. – Zum Glück kommt gerade kein Gegenverkehr!
Tja, auf der Straße ist halt kein Platz für Träumereien! Und wieder mal hat sich der Spruch bewahrheitet: „Guckst Du sch…, fährst Du sch…!“

Nach einem Kaffee-Stop in Gerlos erreichen wir kurze Zeit später eine weitere Mautstelle. Kaum haben wir diese passiert, halten wir auf einem Panorama-Parkplatz. Von hier aus kann man sich an den höchsten Wasserfällen Österreichs, den Krimmler Wasserfälle ergötzen. Zumindest erkennt man sie ganz gut aus der Ferne…

Für alle, die’s denn wissen möchten:

Die Krimmler Wasserfälle bilden sich in der „Krimmler Ache“ und ergießen sich nach dem „Herabfallen“ in die Salzach.
Jene welche mündet im weiteren Verlauf in den Inn…

Übrigens verbindet der >> Gerlospass das Tiroler Zillertal mit dem Oberpinzgau im Salzburger Land.

 
Gute-Laune-Kurven auf der Gerlos-Höhenstraße

Über „Wald im Pinzgau“ und „Neukirchen am Großvenediger“ treffen wir am Ende des hübschen Tals auf den Ort „Mittersill“ und nehmen Kurs auf das allseits bekannte, nördlich gelegene Örtchen „Kitzbühel“.

Die ehemalige Triumph-Großveranstaltung „Tridays“ Mitte Juni in „Newchurch“ (Neukirchen am Großvenediger) ist leider Geschichte.
Die Veranstaltung selbst lebt allerdings weiter und wird seit diesem Jahr unter dem Namen >> „Club of Newchurch weitergeführt.

Die Mittagspause verbringen wir auf der Terrasse des >> Panoramagasthofs „Hohe Brücke“ am Ortsausgang von Mittersill.


Der Gasthaus-Name hält, was er verspricht… (© Foto: ROOKIE-TOURS Motorradreisen)

 
Rindviecher gibt’s überall, nicht nur auf der Weide…

Anschließend geht’s weiter über den >> Pass Thurn (Jochberg) Richtung Kitzbühel.

Als wir den Jetset-Ort Kitzbühel erreichen, tut sich ein gigantischer Blick auf den „Wilden Kaiser“ auf. Allerdings auch auf den Verkehr, denn der staut sich sofort am Ortseingang endlos. War DAS möglicherweise mit den Hinweisschildern gemeint, die sinngemäß besagten, dass der „Pass“ momentan nur „schwer passierbar“ sei?

Eigentlich wollten wir uns dort verabschieden. Allerdings liegen wir derart gut in der Zeit, dass ich den Trupp noch ein Stückchen begleite.

Zum Glück müssen wir nicht komplett durch den Ort durch, sondern nehmen die erste Ausfahrt zur B179 und fahren entspannt durch das Brixental.

An einer Tankstelle in Wörgl trennen sich unsere Wege endgültig.
Während Oskar die verbleibenden vier Teilnehmer – garantiert kurvenreich – zurück nach Wallgau führt, mache ich mich im Alleingang auf den Weg nach Reit im Winkl.


Bye-bye Ihr Lieben!
Waren zwei verdammt schöne Tage und ich habe Euch – trotz der kurzen Zeit – ganz schön ins Herz geschlossen…
Zudem habe ich mich gar köstlich über all die neuen, erhellenden Begriffe aus der hessischen bzw. bayerischen (sorry, natürlich mittelfränkischen!) Sprachwelt beömmelt!

Für meinereiner geht’s zunächst ein Stückchen zurück, um dann über die B178 über Scheffau und Elmau, vorbei am „Wilden Kaiser“ nach St. Johann zu fahren.
Kein Spaß: Die Strecke ist fast durchweg auf 80 km/h begrenzt und beinahe ausnahmslos mit Überholverbotsschildern gespickt. Besonders blöde, wenn sich vor einem diverse deutsche Ausflügler sammeln, die ihre Vehikel mit maximal 65,5 Stundenkilometer über die Straße schieben…

Eben noch fix in St. Johann getankt (da die Preise in Österreich immer noch etwas günstiger als in D’land sind) und dann per B178 über Erpfendorf weiter Richtung Kössen, wo die Straße am Ortsausgang in die sehr schön geschwungene B172 mündet, die direkt Richtung Reit im Winkl führt.

Während die anderen morgen wieder heimfahren, beginnt für meinereiner nun eine nette Tourwoche! 🙂


>> Tour bei Gpsies ansehen
(Nachgestellt: Ungefähre Route unserer Tour)

Überraschung bei der Heimkehr…


Kaum zurück von unserem Moppedausflug in die Bergwelt, liegt nach unserer Rückkehr bereits eine Foto-DVD von ROOKIE-Tours im Postkasten – YEAAAH! 😀

Lohnt sich die Teilnahme an einer „ROOKIE-Tour“?

Grundsätzlich bin ich ja nicht so das Gruppentier-auf-Deibel-komm-raus. Zudem nerven mich fremdbestimmte Touren mit Wildfremden recht schnell an. – Für ein paar Stunden mal ok, aber sonst?

Bei der „ROOKIE-TOUR“ war dies allerdings völlig anders: Das entspannte Touren mit den echt netten Leuten in einem Wohlfühl-Tempo, das niemals über- aber auch nicht unterforderte, machte wirklich Laune!

Oskar, unser schwer sympathhischer Tourguide überzeugte mit seiner sehr ausgeglichenen und unaufgeregten Art, die einem jederzeit das Gefühl gab, „gut aufgehoben“ zu sein.
Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass er’s geschafft hat, jeden Einzelnen von uns Fünfen (was übrigens der maximalen Teilnehmerzahl entspricht) genau dort abzuholen, wo er/sie gerade stand und alle von seinen individuellen Tipps profitiert haben!

Ist das auch was für Fahranfänger?
Wenn Ihr mittlerweile kurvenfest seid: Ja, auf jeden Fall!
Echten Fahr-Rookies hingegen, die noch zusehends damit beschäftigt sind, die richtigen Schalter, Hebel und Knöppe zu finden, kann ich nur raten, diese Phase erst einal hinter sich zu lassen und ausreichend Fahrerfahrung zu sammeln.

Dabei spielt sicherlich auch die Region, in der man üblicherweise tourt, eine große Rolle: Wer sich normalerweise nur auf dem platten Land bewegt, wo das Aufregendste die Kreisverkehre und Autobahnauffahrten sind, wird sicherlich blöd aus der Wäsche gucken, wenn ihm ein Fahranfänger aus einer kurvenreichen Gegend gnadenlos auf und davon fährt! Diejenigen tun sicherlich gut daran, sich vorab erst einmal an einem Kurventraining auf einer Fahrsicherheitsanlage zu probieren…

Hat mir die Trainings-Tour was gebracht?
Unmittelbar nach Abschluss der Tour hätte ich die Frage eigentlich nur pauschal beantworten können:
Sicher brachten die Tage neben viel Spaß und neuen Eindrücken auch viele neue Erkenntnisse, nicht nur fahrtechnischer Art:
So habe ich beispielsweise gelernt, dass sich man beim Tanken an österreichischen Tankautomatstationen NOCH einige Cent mehr sparen kann und trotz der Vorauswahl eines bestimmten Betrages (z.B. 50 Euro) nur DER Betrag von der EC-Karte abgebucht wird, für den man tatsächlich getankt hat…

Oskar, der Moppedflüsterer…?

Ich weiß ja nicht, was genau Oskar meiner BMW ins Ohr geflüstert hat, aber:

In der folgenden Tourwoche schwebte meine F800R plötzlich wie von Geisterhand durch Kehren, vor denen ich mir bis dato glatt ins Hemd gemacht hätte. Alles in allem verlief eine Wochentour durch die Bergwelt selten „so schön rund“ und entspannt wie in diesem Jahr!

Daher bin ich mir sicher, dass die Rookie-Tour tatsächlich dazu beigetragen hat, mir auf meinem Weg zur routinierten Moppedfahrerin zu helfen.

Bleibt nur zu hoffen, dass all die schönen neuen Erkenntnisse nicht verlernbar sind und dauerhaft erhalten bleiben!

Ganz schön teuer das Ganze, oder?
Auf den ersten Blick erscheint so ein Event alles andere als ein Schnäppchen zu sein. Wenn man aber bedenkt, was allein ein Trainingstag bei einschlägigen Fahrsicherheitsveranstaltern kostet…?
In meinen Augen war die Tour jeden einzelnen Cent wert und Preis-Leistung passte hundertprozentig!

Gibt’s auch Kritik?
Ja klar: Etwas weniger Verkehr wäre schön gewesen. Und überhaupt war es viel zu warm!
Hey, Scherz! 🙂 – Das Wetter war einfach top und wer an Brückentagen durch die Gegend tourt, darf kaum auf fahrzeugleere Straßen hoffen.

Weitere schöne Fotos

von der Tour gibt’s übrigens bei Facebook: >> www.facebook.com/RookieTours.Motorradreisen

ROOKIE-TOURS
… hat mittlerweile nicht nur sein Team erweitert, sondern zu Beginn des Jahres auch das Angebot ausgebaut: Die Veranstaltungen sind nun gekennzeichnet, so dass man zwischen „leichten“, „mittleren“ und/oder „gehobenen“ Touren auswählen kann.
>> www.rookie-tours.de
>> Hier geht’s zum aktuellen Tour-Programm (www.rookie-tours.de/einsteiger-motorrad-touren-2017)

Tacheles: Was haben wir mit „Rookie-Tours“ zu tun?

Dieser Beitrag gibt meine absolut subjektive Meinung wieder. Nur weil er eine große Portion Lob enthält, bedeutet dies nicht, dass ich dem Veranstalter irgend etwas schulde. (Außer natürlich ein dickes Dankeschön für die tolle Zeit und dafür, die großartigen Fotos in diesem Beitrag verwenden zu dürfen!)
Wir stehen in keinerlei geschäftlichem Verhältnis zum Veranstalter und erhalten somit weder eine Vermittlungsprovision, noch sonstige Zuwendungen. Die Trainingstour bei „Rookie-Tours“ habe ich – wie üblich – aus eigener Tasche bezahlt.

… und „ja!“: Ihr dürft jetzt gerne mit dem Hut herumgehen und sammeln! 😉

 

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

2 thoughts on “Ausprobiert: Mit „ROOKIE-TOURS“ unterwegs in den Alpen

  1. Achtung – am Hahntenjoch von Elmen aus ist die ersten 1,5 km Tempo 60 , in Bschlabs durch den Ort ist Tempo 30, und in Pfafflar an dem Bikercafe Tempo 30. Der Rest ist normal zu fahren.

    Im Tannheimertal ist ab Camping Zöblen bis Tannheim nach dem Lift Tempo 80 und der Gaichtpass ist von Weissenbach aus gesehen ca. 2 km Tempo 60 in beide Richtungen……sind streng am Bilder machen

    Ach ja, in Zöblen stehen sie oft Richtung Deutschland an der Kapelle….haben euch dann schon ab Ortsschild im Radar, also aufpassen…. Die Rennleitung stehen in der Regel jedes WE……
    Der Blitzer am Haldensee ist ein Dummy , der in Weissenbach blitzt jedoch in beide Richtungen…….

    DLHzG
    Bernhard 🙂

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