Ausprobiert: Kurventraining bei der Motorradfrau

Erlebnisgeschenke sind schon was Feines. Wenn sie dann noch von einem extrem lieben Menschen stammen und es sich um einen Gutschein für ein „Kurventraining nach Wahl“ handelt, gibt es – zumindest für meinereiner – kein Halten mehr: Purzelbaumschlag-Alarm!

Wer die Wahl hat, hat die Qual? – Nö! Unwillkürlich kommt mir mein insgeheimes Wunsch-Motorradtraining in den Sinn: ein Kurventraining in den Alpen. Leider momentan nicht machbar: Zu wenig Zeit, zu wenig Urlaub. So entscheide ich mich kurzerhand für ein >> Kurventraining bei Astrid Althoff, der „Motorradfrau“ an einem Freitag in Lindlar. Mit drei bis vier Stunden ab 15:00 Uhr nachmittags eine überschaubare Veranstaltung. Zudem durchgeführt im realen Straßenverkehr. Somit genau nach meinem Geschmack!

Unmittelbar nach der Buchung schmieden wir einen Plan:
Ich nehme mir einen halben Tag frei und fahre zum Training. Norby kommt nach Feierabend nach. Wir übernachten zwei Nächte im Hotel, touren am Samstag nett durch’s Bergische Land und/oder den Westerwald und besuchen sonntags auf dem Rückweg den >> MoGo des „Motor-Pastors“ auf der Nordhelle. Nee, sonderlich religiös sind wir eigentlich nicht, aber dieser „Berggottesdienst“ ist echt was Besonderes, was zum einen an dem gängigen Pastor Klaus Reuber und zum anderen der tollen Location liegt…

Manchmal kommt alles anders, als geplant:
Am Donnerstag vor der Tour gibt’s endlich mal traumhaftes Wetter mit lang herbeigesehnten Temperaturen (17 Grad). Dennoch orakeln die Wetterpropheten für das Wochenende einen „zurückkehrenden Wintereinbruch mit Schnee bis ins Flachland“. Hmmm… Kaum zu glauben?

Kurventraining bei der Motorradfrau

Und tatsächlich: Als ich am Freitag gegen kurz nach zehn aufbreche, ist es mit acht Grad noch empfindlich kühl. Als ich kurz vor dem Mittag in Lindlar eintreffe, lacht die Sonne, was das Zeug hält und das Thermometer klettert auf 13 Grad. Ideale Trainingsbedingungen!

Alsdann geht’s los:
Dreieinhalb Stunden Kurventraining mit Astrid Althoff, ihres Zeichens selbst leidenschaftliche Motorradfahrerin. Ihr Trainings-Motto: „Vom Einfachen zum Leichten“.

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Praktisch:
Vor dem Haus der „Motorradfrau“ befindet sich ihre eigene Trial-Trainingsanlage.

Trainings-Inhalte unter anderem: unterschiedliche Kurvenstile und Blickführung, angepasst an die Teilnehmerwünsche, die Astrid vorab im Gespräch abfragt. Aufgrund von Teilnehmerabsagen komme ich in den Genuss eines Einzeltrainings und bekomme darüber hinaus handfeste Tipps und Tricks zum lockeren und entspannten Fahren.

Trainings-Fazit:
Astrid hält, was sie auf ihrer Webseite verspricht: Sie versteht es, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, ganz individuell auf ihre Schützlinge einzugehen und verbreitet gute Laune.

Nach all den vorangegangenen Motorradtrainings hätte ich nicht gedacht, tatsächlich noch sooo viele neue Erkenntnisse gewinnen zu können. Besonders wertvoll für mich: die Erkenntnis, beim Motorradfahren bislang viel zu viel Kraft verschwendet zu haben und somit ein ganz neues, phantastisches Motorradgefühl. – Ergo: eine ganz klare Empfehlung! 🙂

Übrigens…
könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass sich bei ihr auch (oder gerade?) solche Biker-Mädels und -Jungs aufgehoben fühlen, die irgendwann einmal böse Erlebnisse auf/mit dem Motorrad hatten oder in irgendeiner Form an ihren Fahrkünsten zweifeln. Denn: Neben all den diversen >> Fahrtrainings (auf der eigenen oder einer Leihmaschine) führt Astrid auch Selbstsicherheits-Kurse durch.

Übernachtung: Artroom-Hotel Platte in Wiehl

Kurzfristig eine geeignete Unterkunft zu finden, ist nicht immer leicht, zumindest, wenn man gewisse Ansprüche hat:

Ein nettes, nicht überteuertes Hotel sollte es sein – weder in einem verschlafenen Dorf, noch irgendwo in der Wallachei, sondern in einem kleinen bis mittelgroßen Städtchen mit funktionierender Gastronomie beziehungsweise mehr als einer abendlichen Einkehrmöglichkeit. Im Idealfall raucherfreundlich, aber DAS ist aufgrund der blöden Gesetzeslage in ganz NRW wohl Utopie!

Unsere Wahl fällt auf das >> Artroom-Hotel Platte im kleinen, oberbergischen Städtchen >> Wiehl.

Das Örtchen überrascht mit einer eigenen Tankstelle und einem XXL-REWE, der sogar bis 22 Uhr geöffnet hat. Als Nicht-Selbstverpfleger interessiert uns Letzteres weniger.

Stattdessen kehren wir zum Essen im örtlichen „Brauhaus“ ein: Ein von außen zwar großer, aber dennoch sehr unspektakulärer Bau in Bahnhofsnähe. Burger und Schnitzel werden fix serviert und schmecken gut. Aufgrund des ausladend „kühlen“ Ambientes im Lokal-Inneren finden wir nach dem Essen recht schnell den Ausgang und lassen den Abend im hoteleigenen Bierstuben-Restaurant ausklingen. Im Gegensatz zum Brauhaus ist die Gaststube gemütlich eingerichtet und hat Flair!

Hotel-Fazit: Schöner Biergarten, sehr geräumiges, gemütliches Lokal, kunstvoll bemalte Themenzimmer, ein gut „funktionierendes“ Badezimmer und echt sympathische Wirtsleute! Somit mehr, als man bei einem Zwei-Sterne-Hotel eigentlich erwarten würde. Das Frühstück war ebenfalls ok, ist aber sicherlich noch ausbaufähig.

Fairerweise sollten wir jedoch erwähnen, dass die Buchung sehr kurzfristig über „HRS“ erfolgte, wir offenbar die einzigen Gäste waren und im Ort ein Frühlingsfest anstand, in das die Inhaber sehr eingebunden waren. Insgesamt fühlten wir uns gut aufgehoben. Daher testen wir das Hotel ganz sicher ein zweites Mal an, dann allerdings mit unserem Trupp!

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„Unser“ Afrika-Zimmer

Ab nach Haus…

Samstag früh ist’s dann vorbei mit warm und wir starten gerade mal bei sechs Grad und Nieselregen. Endloses Bibbern bleibt uns jedoch erspart: Wofür gibt’s schließlich Regenpellen?

Was uns an regnerischen Sommertagen sooo verhasst ist, kommt uns heute endlich mal zugute: Kaum haben wir die Regenklamotten übergestülpt, sind wir derart nett vakuumverpackt, dass auf der Rücktour keinerlei Fröstelei aufkommen mag.

Übermannt von Kaffeedurst kehren wir – kurz vor unserer Heimat – an der B54 in Lünen in der Bäckerei (gegenüber der Aral-Tanke in der Viktoriastraße 61) in der >> Bäckerei „Pane d’Amare“ ein.

Kein Schnäppchen (für einen großen Kaff und einen Latte werden über 5 Euro fällig!), aber das Tüchs schmeckt und in der Auslage locken diverse Leckereien (wie beispielsweise lecker dreinschauende Pizzen und dicke Kniften belegt mit Rührei und Tomate). Frühstücken geht ebenfalls, wahlweise im geräumigen Innenbereich oder auf der netten Außenterrasse. Direkt gegenüber befindet sich eine Tankstelle und hinter dem Gebäude gibt’s ’nen Aldi. Somit eigentlich ein idealer Treffpunkt für anstehende Motorradtouren!

 

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Susy
Susy
Geboren "Anno Pief" (im letzten Jahrhundert). Im zarten Alter von vierzehn - keine Ahnung wieso - mit dem Mopped-Fieber infiziert und anschließend eine gefühlte Ewigkeit um den Moppedschein gekämpft. Mit sechzehn zunächst an der "unendlichen Macht" ihrer "Ernährer" gescheitert, mit achtzehn dann aber endlich erfolgreich. *YEAH!* Im Anschluss - trotz Schein - leider nie aktiv gefahren und den "Virus" eine halbe Ewigkeit erfolgreich verdrängt. Vor etwa zehn Jahren brach er allerdings - umso heftiger - wieder aus... Seitdem "isse" - moppedtechnisch gesehen - mindestens "unheilbar krank"! :D
http://www.motorrado.de

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